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Ownership-Overview: Die Top 6 der Serie A

Im Ownership-Overview schauen wir uns an, wer eigentlich im Besitz der größten europäischen Fußballvereine ist. Der erste Teil gibt eine Überblick über die Finanziers der englischen Premier League. Aber nicht nur in England sind die Vereine im Besitz von großen Unternehmern und superreichen Geschäftsleuten, sondern auch in der italienischen Serie A.

Juventus Turin

Andrea Agnelli mit seinem Onkel Gianni beim Champions League Finale 1996

Die Alte Dame, der mit Abstand erfolgreichste Fußballverein Italiens, steht seit fast 100 Jahren in enger Verbindung mit der italienischen Unternehmerfamilie Agnelli. Edoardo Agnelli, der Sohn des Fiat Gründers, begann bereits 1923 den Verein finanziell zu unterstützen und wurde später Präsident. Seine Söhne, Giovanni und Umberto, führten den Verein ebenfalls. Ab 1967 wurde die familiäre Präsidentschaft unterbrochen, bis 2010 der heutige Präsident Andrea Agnelli (Enkel von Edoardo) in das Amt berufen wurde. Auch finanziell hat die Agnelli-Familie die größten Anteile an Juventus Turin. Der im Familienbesitz befindlichen Investmentgesellschaft, Exor N.V., gehören 63,8% der Aktien.

SSC Neapel

Aurelio De Laurentiis

Der SSC Neapel erlebte in den 80er Jahren, mit einem überragenden Diego Maradona, seine bisher erfolgreichste Zeit. Den absoluten Tiefpunkt erreichte der Verein mit dem Entzug der Lizenz im Jahr 2004 und dem damit verbundenen Abstieg in die dritte Liga. Seitdem leitet der italienische Filmproduzent, Aurelio De Laurentiis, die Geschicke des Vereins und das durchaus erfolgreich. Seit nunmehr 15 Jahren ist seine Filmproduktionsfirma Filmauro im Besitz des Klubs. Seitdem gelangen zwei Aufstiege, zwei Pokalgewinne und die Etablierung der Azzuri als zweites italienisches Spitzenteam, hinter Juventus Turin.

Inter Mailand

Choreo der Inter Fans vor dem Gewinn der Champions League 2010 in Madrid

Der Champions League Sieger von 2010 hat einige turbulente Jahre hinter sich. 2013 wurde der Verein durch den indonesischen Geschäftsmann, Erick Thohir, übernommen. Dieser hielt zunächst 70% der Anteile, doch seit 2016 ist er nur noch Minderheitsaktionär. Das chinesische Unternehmen Suning Comerce Group, das Haushaltsartikel herstellt, kaufte 68,55% der Anteile und ihr Gründer, Zhang Jindong, ist seitdem Präsident der Schwarz-Blauen.

AC Mailand

AC Präsident Silvio Berlusconi (mitte) mit seinem Geschäftsführer Adriano Galliani (links) und seinem Trainer Nils Liedholm (rechts) 1986

Der AC Mailand wurde in den letzten Jahren zu einem perfekten Beispiel für die Befürworter der 50+1 Regelung. Nachdem seit 1986 der ehemalige italienische Ministerpräsident, Silvio Berlusconi, fast 100% des Vereins besaß, kaufte ihn der chinesische Geschäftsmann, Li Yonghong, im Jahr 2017 für knapp 740 Mio. Euro. Woher Yonghongs Vermögen stammte war von Anfang an unklar. Infolgedessen kam der neue Präsident einigen Rückzahlungen für einen Kredit, den er bei Eliott Management Corporation aufgenommen hatte, nicht nach. Woraufhin das US-Unternehmen im Juli 2018 selbst die Mehrheit des Vereins übernahm. Diese Farce ist Wasser auf den Mühlen der Kommerzialisierungsgegner des deutschen Fußballs. Denn hier wurde ein traditionsreicher Fußballverein zum Spielzeug ausländischer Unternehmer.

AS Rom

James Pallotta

Die Roma ist das italienische Äquivalent zu Bayer Lerverkusen – zumindest, wenn es darum geht, zweiter zu werden. Mit bereits 14 Vizemeistertiteln kennen sich die Hauptstädter gut damit aus, den anderen den Vortritt zu lassen. Der letzte Meistertitel konnte im Jahr 2001 errungen werden. Auch der seit 2012 amtierende Präsident James Pallotta konnte daran bisher wenig ändern. Der Amerikaner mit italienischen Wurzeln versucht seinen Verein zu modernisieren, doch hat er einen schweren Stand bei den Fans, nachdem er die Vereinslegende Francesco Totti verfrüht in Rente schicken wollte. Pallottas größtes Projekt ist der Bau eines neuen Stadions, dessen Baubeginn jedoch seit Jahren verschoben wird.

Lazio Rom

Claudio Lotito

Der wohl unbeliebteste italienische Fußballpräsident ist erfolgreicher Reinigungsunternehmer und seit 2004 im Amt. Claudio Lotito führte den Hauptstadtklub aus einer finanziellen Krise, die existenzbedrohende Ausmaße hatte. Dennoch ist er bei den Fans überaus unbeliebt. Nachdem der Verein sich finanziell wieder erholt hatte, forderten die Fans eine Kursänderung. Doch dem eiskalte Geschäftsmann, Lotito, scheinen Geld und Macht wichtiger als sportlicher Erfolg. Er führte den Verein, trotz regelmäßiger Proteste und Morddrohungen, zum Pokalgewinn in der letzten Spielzeit.

Niklas hat in Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und arbeitet gerade an seinem Master in Deutschsprachigen Literaturen. Abseits der Uni wendet er sich als Redakteur der Welt des Online Marketing zu. Vor diesem Hintergrund und als begeisterter Fußballfan schreibt Niklas für Spielmacher Konferenz rund um die Themen Digitalisierung, Technologien und Marketing im Fußball von heute.