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Club Internacional de Fútbol Miami – Beckhams lange geplanter Traum

David Beckham hat in seiner Karriere so ziemlich alles erreicht und bei den größten Vereinen Europas gespielt. Nun beginnt für den Briten ein neues Kapitel.

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Ein neues Franchise wird ab Februar 2020 in der MLS an den Start gehen. Der 26. Verein der nordamerikanischen Major League Soccer heißt Inter Miami CF und ist beheimatet in der gleichnamigen Millionenstadt im Staate Florida. Der Grund, warum gerade diesem neuen Franchise so viel Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, liegt auf der Hand: David Beckham ist Miteigentümer und Präsident.

Beckham zu LA – kein normaler Transfer

Dass der englische Fußballstar einen Fußballverein in der MLS anführt, kommt dabei wenig überraschend. Genauer gesagt ist dieses Vorhaben schon seit 2007 in Planung – also seit mehr als 12 Jahren. Damals sorgte Beckham mit seinem Wechsel zu LA Galaxy für Schlagzeilen. Der damals 32-jährige wurde zum großen Aushängeschild der MLS und für ihn wurde sogar eine neue Regel eingeführt. Seit Beckham in den USA spielt, ist es den Vereinen erlaubt, bis zu drei Spieler auf ihrer Gehaltsliste zu haben, die über die eigentliche Gehaltsdeckelung der Liga hinausgehen. Diese Disignated Player Rule ist auch unter dem Namen Beckham Rule bekannt.

Neben seinem Gehalt von insgesamt 6,5 Millionen Dollar pro Jahr ließ sich Beckham damals eine interessante Klausel in den Vertrag schreiben. Diese Klausel erlaubte es ihm, nach seiner aktiven Zeit in der MLS, ein MLS Expansion Franchise für 25 Millionen Dollar zu kaufen. Die einzigen Einschränkungen bestanden darin, dass das Franchise nicht in New York sitzen durfte und dass Beckham die Option bis zum 31.12.2013 ziehen musste.

Im Februar 2014 gab er auf einer Pressekonferenz bekannt, dass er die Option gezogen hat. Es gab zwar noch keinen Namen und keine richtigen Investoren, aber schon damals stand fest: Beckham würde Besitzer eines Vereins in der MLS sein. Doch wann und wie genau das alles ablaufen würde, stand noch in den Sternen. Es sollte weitere vier Jahre dauern, bis die Sache richtig Fahrt aufnahm.

Im Januar 2018 gab die Major League Soccer offiziell bekannt, dass David Beckham und einige weitere Eigentümer ab 2020 mit einem Verein aus Miami an der MLS teilnehmen werden. Das war der Startschuss für die eigentliche Entstehung von Inter Miami. Von da an begannen die Verantwortlichen, den Verein nach ihren Vorstellungen zu entwerfen. Bei ihren Überlegungen versuchten sie dabei stets darauf zu achten, Miami und seine Einwohner möglichst gut wiederzuspiegeln.

La gente de Miami

Deutlich wird dieser Bezug auf die Stadt schon im Namen und im Wappen des neuen Vereins. Der Name hört sich erstmal nicht nach einem englischsprachigen Fußballverein an und das hat auch einen guten Grund: Ungefähr 70%, der in Miami lebenden Menschen haben einen hispanischen Hintergrund. Bei einer Stadt mit 2,5 Millionen Einwohnern macht das ca. 1,75 Millionen Menschen. In Miami ist Spanisch keine Minderheitensprache, die nur von den Tellerwäschern und Kellnern gesprochen wird. Hier ist Spanisch quasi Amtssprache.

Das Wappen von Inter Miami zeigt zwei Flamingos auf schwarzem Grund. Diese Vögel sind so etwas wie die Nationaltiere der Stadt und, dass sie von Natur aus pink sind, passt perfekt ins Konzept. Das Motto des Vereins lautet Libertad. Unidad. Fortuna. (Freiheit. Gleichheit. Glück.) und die Farbe pink steht wie kaum eine andere für Toleranz und Offenheit. Ebenso steht die gesamte Stadt Miami für diese Werte und der neue Verein möchte dies auch tun.

Der Versuch der Verantwortlichen vorrangig die aus Südamerika stammende Bevölkerung der Stadt anzusprechen, ist nicht nur aufgrund der hohen Anzahl logisch. Dazu kommt noch, dass in nahezu jedem südamerikanischen Land Fußball die beliebteste Sportart ist. Südamerikaner lieben Fußball und deshalb wird ein Verein in Miami bitter benötigt. Die Fokussierung auf diese Menschen wird nicht nur im Namen und im Motto des Vereins deutlich, sondern auch in der Transferpolitik.

Die ersten beiden Spieler, die überhaupt in der Vereinsgeschichte verpflichtet wurden, waren zwei 19-jährige Argentinier, die zunächst wieder an ihre argentinischen Klubs zurück verliehen wurden, da Miami noch nicht in den Spielbetrieb eingestiegen ist. Außerdem kursieren im Vereinsumfeld unzählige Namen von in die Jahre gekommenen südamerikanischen Fußballstars, die zur Zeit in Europa ihr Geld verdienen.

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Julián Carranza. Welcome to #LaFamilia

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Vor der Rente in die MLS

Während eine Verpflichtung von Lionel Messi zum jetzigen Zeitpunkt eher utopisch erscheint, gibt es auch Gerüchte über ein paar Spieler, deren Wechsel gar nicht so weit hergeholt wäre. An vorderste Stelle werden meistens der Uruguayer Edinson Cavani und der Spanier David Silva genannt. Cavani, der Rekordtorschütze und Publikumsliebling von Paris Saint Germain, spielt bei den Franzosen momentan nur die zweite Geige. Seit der Verpflichtung von Mauro Icardi setzt Thomas Tuchel eher auf den treffsicheren Argentinier. Hinzukommt, dass Cavanis Vertrag im Sommer ausläuft. Er wäre also vergleichsweise günstig zu haben.

David Silva ist zugegebenermaßen kein Südamerikaner, aber er ist zumindest spanischsprachig. Der Kapitän von Manchester City hat vor der Saison bekannt gegeben, dass er nach dem Ablauf seines Aktuellen Vertrags im Sommer 2020 wechseln würde. Mit dann 34 Jahren scheint der Schritt in die USA, um seine Karriere ausklingen zu lassen, logisch und trotz seines fortgeschrittenen Alters kann der feine Techniker noch immer jedem Verein weiterhelfen.

Ein weiterer Weltstar, den man gerne nächstes Jahr in Florida Fußballspielen sehen würde, ist Luis Suárez. Der Landsmann Cavanis wird im Januar auch schon 33 Jahre alt und ist immer häufiger von Verletzungssorgen geplagt. Mit seiner unbestrittenen Klasse kann er zwar das Spiel des FC Barcelona noch immer auf ein anderes Niveau heben, doch für drei Spiele in der Woche reicht es in der Regel nicht mehr. Sein Vertrag läuft noch bis 2021, also ist ein Wechsel im nächsten Sommer eher unwahrscheinlich, aber in Zukunft könnte Inter Miami eine Alternative für den Pistolero darstellen.

Neben diesen Topstars, von denen Vereine in den USA dank der Beckham Rule drei im Aufgebot haben dürfen, setzt Inter Miami hauptsächlich auf eine gute Jugendarbeit. Es wurde bereits eine Akademie errichtet und die Jugendmannschaften warne die ersten, die im Trikot des neuen Vereins auflaufen durften. Man möchte junge Spieler in den eigenen Reihen haben, die das Potenzial haben zu echten Stars zu werden. Ein perfektes Vorbild haben die Jungs ohne Frage in ihrem Vereinspräsidenten.

Der passende Trainer für dieses spannende Projekt scheint indes auch schon gefunden zu sein. Es heißt, dass Santiago Solari diesen Posten übernehmen wird. Der ehemalige Mitspieler David Beckhams war zuletzt kurzzeitig Trainer von Real Madrid, ehe er von Zinédine Zidane abeglöst wurde. Neben seiner fachlichen Qualifikation gibt es ein weiteres starkes Argument für Solari: er ist Argentinier. Es würde also alles passen, doch in trockenen Tüchern ist momentan noch nichts.

Ein neues Zuhause

Um dem aufstrebenden Team ein angemessenes Zuhause zu bieten, errichtet der Verein sein eigenes neues Stadion. Der Miami Freedom Park soll 28.000 Menschen Platz bieten und drumherum entsteht ein Freizeitgelände, auf dem die Einwohner Miamis Fußball spielen oder sich entspannt ins Gras legen können. Bis diese Planungen verwirklicht sind, wird es noch einige Zeit dauert, weshalb man zunächst für zwei Saisons in das Lockhart Stadium ausweicht. Das etwas kleinere Stadion wird extra modernisiert und soll in Zukunft als Heimstätte des Farmteams dienen, das in der dritten Liga antritt.

In Miami entsteht etwas großes. Der Club Internacional de Fútbol Miami ist keine Langeweiletherapie eines superreichen Oligarchen. Hier möchte ein Fußballfachmann mit seinen Partnern zusammen seinen Traum verwirklichen und dieser Traum wird nicht mit dem Ligastart im Februar vollendet sein. Der ehemalige Profisportler Beckham wird mehr als genug Ehrgeiz in sich tragen, um mit dem Verein auch Titel gewinnen zu wollen. Man darf gespannt sein, welche internationalen Stars in Zukunft den Schritt nach Florida wagen und an diesem Prestigeprojekt mitwirken werden.

In diesem Sinne…

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Hoffenheim unterstützt Afrika – neue Lifestyle-Marke umoja geht an den Start

Kleidung gemacht in Uganda, erdacht in Hoffenheim. Diesem Motto folgt die TSG ab sofort mit der neuen Marke umoja, die das ostafrikanische Land unterstützt.

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Wenn ein Fußballbundesligist neue Kleidungsstücke vorstellt, handelt es sich zumeist um die Trikots der kommenden Saison oder die neuesten Merchandise-Produkte. Eine eigene Modemarke, wie sie die TSG 1899 Hoffenheim nun vorgestellt hat, ist dagegen eher ungewöhnlich. Die neue Marke trägt den Namen umoja (gesprochen umodscha) und beinhaltet Freizeitkleidung für jedermann. Das Ganze ist aber keine stumpfe Werbekampagne, sondern ein ernst gemeintes Zukunftsprojekt.

Hoffenheim ist schon länger in Afrika engagiert

Umoja ist Teil der Hoffenheimer Initiative TSG in Bewegung. In Dieser hat der Verein seine Zukunftspläne definiert und fünf zentrale Handlungsfelder festgelegt: Innovationen, Mitarbeiter und Spieler, Jugend und Fans, Ökologie, Afrika. Dieses letzte Handlungsfeld Afrika ist das entscheidende bei der Entstehung von umoja. Schon in der Vergangenheit engagierte sich der Verein auf dem am schnellsten wachsenden Kontinent der Erde. Unter anderem brachte man Jugendlichen in Namibia die Themen Bildung, Ernährung und Klimawandel näher und bildete die dortigen Lehrer fort.

Die Arbeit, die die TSG in Afrika leistet, geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Bereits vor mehr als einem Jahr unterzeichneten der zuständige Entwicklungsminister Müller und TSG Geschäftsführer Görlich einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Jetzt geht die Kooperation also in die nächste Runde.

Aus Uganda für Uganda

Mit Umoja wird nämlich eine Marke ins Leben gerufen, die den Wirtschaftsstandort Afrika – genauer gesagt Uganda – stärken soll. Einige Mitarbeiter der TSG reisten in das ostafrikanische Land, um sich ein Bild von den dortigen Verhältnissen zu machen. Dabei fiel ihnen auf, dass in Uganda fast ausschließlich Second-Hand-Artikel aus Amerika und Europa und Billigware aus Asien verkauft werden. Unter diesen Umständen, ist ein Wachstum der lokalen Textilindustrie nicht möglich, weshalb der Großteil der aus Uganda stammenden Baumwolle exportiert wird und somit nur eine geringe Wertschöpfung stattfindet.

Um den Menschen in Uganda, die mit durchschnittlich knapp 15 Jahren die jüngsten der Welt sind, eine bessere Zukunftsperspektive zu bieten, lässt Hoffenheim die Kleidungsstücke von umoja zu 100% in Uganda produzieren. Von der Baumwolle bis zum fertigen Pullover findet jeder Arbeitsschritt vor Ort statt. Dadurch werden Arbeitsplätze geschaffen und lokale Betriebe unterstützt.

Doch es werden nur bestimmte Bauern mit der Bereitstellung der Baumwolle beauftragt. Nämlich nur Kleinbauern, die über wenig Land verfügen und ihre Felder nicht künstlich bewässern. Außerdem wurde eine Firma aus der Hauptstadt Kampala mit der weiteren Bearbeitung der Wolle betraut. In diesem Unternehmen finden alle weiteren Arbeitsschritte statt, bis zum fertigen Produkt. Auch hier wird darauf geachtet, dass die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung verhältnismäßig gut sind.

Hinzukommt, dass der Verein 10% der Bruttoerlöse von umoja als weitere Unterstützung nach Uganda zurückgibt. Dadurch werden Projekte finanziert, die den Menschen ein besseres Leben ermöglichen. Erst kürzlich finanzierte die TSG mit knapp 5.000 Dollar den Ausbau einer Wasserleitung, die die Schüler einer kleinen Schule im Baumwollanbaugebiet auch in der Trockenzeit mit Wasser versorgt.

Gemeinsam in die Zukunft

Umoja besteht bisher aus einer Kollektion mit T-Shirts, Longsleeves und Hoodies für Frauen, Männer und Kinder. Die Designs der einzelnen Stücke orientieren sich an afrikanischen Mustern und es sollen in Zukunft noch weitere Kollektionen folgen. Die TSG möchte durch umoja nicht ihr Kerngeschäft in die Modebranche verlagern. Viel mehr trägt der Verein zur Stärkung eines Landes bei, das zweifelsohne über jede Menge Potenzial verfügt. Auch der Name der Marke zeigt schon, was der Verein erreichen möchte. Umoja ist Suaheli und bedeutet „Einheit“.

Hoffenheim möchte mit den Menschen in Uganda zusammenarbeiten, um eine bessere Zukunft zu erreichen. Dabei achtet der Verein auch darauf, dass der ökologische Aspekt nicht außer acht gelassen wird. Durch die Produktion der Kleidungsstücke an möglichst wenigen Standorten werden lange Transportwege vermieden. Ein Zukunftsorientiertes Projekt, dass momentan zurecht einige Aufmerksamkeit bekommt. Am Ende werden wahrscheinlich alle Beteiligten von umoja profitieren.

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Zlatan Meets Hammarby IF – Boost für Schwedens Nummer 3?

Zlatan Ibrahimović wird überraschend Miteigentürmer des Stockholmer Clubs Hammarby IF. Taucht der Hauptstadtclub jetzt deutlich prominenter auf Europas Fußballlandkarte auf?

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Denken Fußball-Fans an Zlatan Ibrahimović, kommen ihnen sicher viele Assoziationen: Ein Fallrückzieher-Tor für die Ewigkeit gegen England, Meisterschaften in Italien mit Juve, Inter und dem AC Mailand, eine Fehde mit Guardiola, ein zweiter Frühling bei Man United, und eine Blockbuster-Karriere bei LA Galaxy. Seine charakteristische Arroganz zeigte Zlatan auch bei seinen Abschiedsworten an die Galaxy-Fans, nachdem er zuletzt seinen Abgang verkündet hatte: „Now go back to watch baseball“.

Noch ist unklar, wohin es den selbsternannten (Fußball-)Gott mit seinen 38 Jahren nun zieht. AC Mailand ist ein Kandidat; viele Fans in der Heimat dürften sich eine Rückkehr zum Heimatclub Malmö FF sehnlichst wünschen. Immerhin wurde in der Hafenstadt erst im Herbst eine drei Meter große Zlatan-Statue enthüllt.

Während das Rätselraten um seine nächste Station als Spieler weitergeht, hat sich Zlatan allerdings bei einem schwedischen Club als Miteigentümer eingekauft. Nicht bei Malmö, sondern bei Hammarby IF aus Stockholm.

Zlatan als Teil von Hammarby IF: Wut in Malmö, Hoffnung in Stockholm

Ibrahimović hat 50 Prozent des Sportunterhaltungsunternehmens Anschutz Entertainment Group (AEG) gekauft, wie der Verein Hammarby IF auf der eigenen Website angab. Damit übernimmt der schwedische Superstar gleichzeitig fast 25 Prozent der Anteile am Verein, da der AEG 45 Prozent des Clubs gehören. So wird Ibrahimović offiziell zum Partner des Vereins.

Die ersten starken Reaktionen erreichen die Welt jedoch nicht nur aus Stockholm, sondern vor allem aus Malmö. Dort hatten Vandalen die Zlatan-Statue verhängt, mit einer Klobrille belegt, rassistisch bekritzelt und sogar anzuzünden versucht, wie der Tagesspiegel berichtet. Sogar das Wort „Judas“ wurde an die Tür von Ibrahimovićs Stockholmer Wohnsitz gesprüht. Der Fußball-Star hat inzwischen Anzeige erstattet.

Während die Malmö-Fans frustriert sind und sich fragen dürften, warum ihr Idol sich an einem anderen schwedischen Club beteiligt, hegt dieser, Hammarby IF, große Hoffnungen für die Zukunft.

Richard von Yxkull,Vorsitzende des Vereins, erklärt:

This is still very new to us, but of course it feels exciting. This is a well timed deal, since we’ve had a strong development over the last few years and next year we will play Europa League. So to get a person like Zlatan Ibrahimović involved in our club, with his winning mentality feels perfect. It is too early to go into detail concerning what Zlatan’s contribution to Hammarby will look like, but of course we see great potential in his partnership.

Warum Hammarby?

Diese Frage dürften sich viele Malmö-Fans, aber auch andere Fußball-Interessierte nach der Meldung gestellt haben. Eine Antwort mag darin liegen, dass Zlatans letzter Club, LA Galaxy, seit 1998 der AEG gehört. Ein Business-Kontakt könnte also in diesem Zusammenhang unmittelbar zustande gekommen sein. Der Galaxy-Präsident und frühere US-Nationalspieler Chris Klein sitzt schließlich ebenfalls im Aufsichtsrat bei Hammarby IF.

Zlatan selbst gab zu seinem Engagement bekannt:

Hammarby is a fantastic club with passionate supporters and is well respected in both Stockholm and Sweden. I have always liked the club and its fans, and I’m also impressed with the club’s achievements over the last years, both on and off the pitch. To be part of and to assist Hammarby in its progress feels both fun and exciting.

Das dürfte Malmö-Fans schmerzen; vor allem, da der Stockholmer Verein vergangene Saison punktgleich mit dem Rekordmeister auf Platz drei landete. Beide verpassten die Meisterschaft nur knapp. Vielleicht fürchten die Malmö-Anhänger nun, dass Hammarby IF sportlich und als Marke einen weiteren Schritt machen kann – und Zlatans Jugendclub damit ins Hintertreffen gerät.

Steht Hammarby IF vor einer großen Zukunft?

Die Erfolge, die Ibrahimović in Bezug auf Hammarby IF anspricht, sind keine großen Siege. Die jüngste und einzige Meisterschaft feierte der Club 2001. Doch in den vergangenen Spielzeiten stellte man mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von über 20.000 die Bestmarke in ganz Skandinavien. Davon berichtete Den nordiska publikan schon 2016.

Den nordiska publikligan 2016
Hammarby IF ist die Nummer eins der bestbesuchten Clubs in Skandinavien (2016), © ects.se

Auch 2018 war die Zahl die stärkste in Schweden. Und das, obwohl in der Tele2 Arena 32.000 Menschen Platz finden, in AIK Solnas Friends Arena aber sogar mehr als 54.000. Malmö FF hingegen hatte im Jahr 2018 einen Zuschauerschnitt von knapp 15.000, so Transfermarkt.

Der Fußball unter Trainer Stefan Billborn lockt also schon jetzt viele Stockholmer und andere Fußball-Fans ins Stadion. Vielleicht werden es in Zukunft noch mehr. Einmal, weil der Verein erstmals seit über zehn Jahren wieder international spielt. Aber auch, weil er durch Zlatans Beteiligung ebenso international wahrgenommen wird. Das kann der Marke Hammarby IF nur zuträglich sein. Vor einigen Jahren brachte Fußballmedienunternehmen Cop90 eine Kurzdoku auf YouTube heraus, die die besondere Fankultur bei Hammarby IF beleuchtet.

Heute gehen die Dauerkarten für die nächste Saison bereits im Rekordtempo weg, berichtet der Verein.

Vielleicht kann Zlatans Engagement – worin es genau bestehen wird, ist noch unklar – schon durch die Ankündigung Auftrieb geben. Für den einen oder anderen skandinavischen Spieler könnte es ein Anreiz sein, in Zlatans Club zu spielen. Kann Hammarby sich das zunutze machen und nächstes Jahr angreifen, um die Allsvenskan erneut zu gewinnen? Möglich wäre es. Für den Nachwuchs ist übrigens auch gesorgt. Denn Hammarby IF mag den meisten Europäern unbekannt sein, ist aber als Sportorganisation riesig; über 3.000 Spieler und Spielerinnen aller Altersklassen gehörten schon 2018 zum Verein.

Und wer weiß, vielleicht wird auch der große Zlatan künftig noch für die Stockholmer in Grün und Weiß antreten. Dann wäre die Hauptstadt verzückt, die Marke Hammarby IF plötzlich ein wichtiger Punkt auf Europas Fußballlandkarte – und Malmö FF richtig sauer. Aber wenn es einer machen kann, dann Zlatan Ibrahimović; der ist schon immer seinen eigenen, oft krassen Weg gegangen. „Jag har väntat så länge på just den här dan – Ich habe so lange auf diese Sache gewartet“, heißt es in der Hymne von Hammarby IF. Zlatan könnte eine Antwort darauf sein.

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Buddhas in Berlin – Jürgen Klinsmann neuer Trainer bei Hertha BSC

Beim FC Bayern sorgte Klinsmann vor allem für aufsehen, weil er angeblich Buddha Statuen aufstellen ließ. Mit Hertha möchte er durch Erfolge überzeugen.

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Vor der Saison waren die Verheißung groß in der Hauptstadt. Hertha BSC hatte mit Union nicht nur endlich wieder einen Stadtrivalen im Oberhaus, es kaufte sich außerdem ein neuer Investor in den Verein ein. Lars Windhorst übernahm mit seiner Tennor Holding 49,9% der Anteile der alten Dame. Windhorst versprach, in Zukunft Geld zur Verfügung zu stellen, das für namenhafte Transfers verwendet werden sollte. Dieser Ankündigung folgten im Sommer Taten. Die Hertha kaufte mit Dodi Lukébakio einen der Shootingsstars der Vorsaison für rund 20 Millionen Euro vom FC Watford. Außerdem lieh man Marius Wolf vom BVB aus und vereinbarte eine mögliche Kaufoption über die gleiche Summe.

Die Erwartungen waren dementsprechend hoch und man scheute sich auch nicht davor, diese zu formulieren. In Zukunft sollte die Hertha um die europäischen Plätze mitspielen. Dass dies direkt in der ersten Saison klappt, war sicherlich nicht fest eingeplant, aber man hatte zumindest mit einer Verbesserung gerechnet und diese wurde nicht nur in der Tabelle angestrebt. Die Zukunftspläne des Hauptstadtklubs sahen auch vor, dass Erfolge durch schönen offensiv Fußball erreicht werden. Eine Neuerfindung des Vereins also.

Neue Hertha, neuer Trainer

Der langjährige Trainer Pál Dárdai und der Verein beendeten in diesem Zuge die Zusammenarbeit. Dárdai bezeichnete sich selbst schon im vorigen Sommer als müde und einigte sich mit den Verantwortlichen darauf, sein Amt zum Saisonende niederzulegen. Ein Nachfolger wurde in den eigenen Reihen gefunden. Ante Čović, bis dahin Trainer der zweiten Mannschaft, übernahm das Profiteam zur neuen Saison. Mit ihm sollte sich der Verein vom Sicherheitsfußball verabschieden. Unter Dárdai hatte man sich in der ersten Liga etabliert und im Tabellenmittelfeld stabilisiert. Zweimal reichte es sogar für die Euro League Qualifikation. Doch zuletzt stagnierte die Entwicklung ein wenig. Eines hatte man unter der Regie des Ungarn in Berlin jedoch höchst selten: Abstiegsangst.

Ex-Coach Dárdai kehrt nach einem Sabbatjahr zurück zur Hertha und arbeitet in der Jugendakademie.

Nun wurde das Kapitel Ante Čović bei Hertha BSC nach gerade einmal 12 Spieltagen schon wieder geschlossen. In einem zwischenzeitlichen Hoch vom 5. bis zum 8. Spieltag holten die Berliner zwar zehn von 12 möglichen Punkten, aber am Ende des Tages waren sieben Niederlagen nach 12 Spielen zu viel. Offensiv war ansatzweise zu erkennen, warum Ante Čović für die ambitionierten Aufgaben auserkoren wurde, doch war von der eigentlichen Stärke der Hertha, ihrer defensiven Stabilität, nichts mehr zu spüren. Die frühe Entlassung zeugt trotzdem von einer Ungeduld, wie sie im Profifußball häufig zu finden ist.

Verglichen mit den Ligakonkurrenten aus Bremen und Düsseldorf steht die Hertha nicht übermäßig schlecht da. Man ist punktgleich und hat ein sehr ähnliches Torverhältnis. Doch in Bremen und Düsseldorf halten die Verantwortlichen die Füße still und auch die Medien lassen die Trainer weitestgehend in Ruhe. Düsseldorf hat natürlich einen gänzlich anderen Anspruch als die Hertha und niemand stellt dort Friedhelm Funkels Fähigkeiten in Frage. Und auch Kohfeldt hat für die Bremer schon einiges geleistet und genießt ein hohes Ansehen, aber den eigenen Ansprüchen hinkt man dort ebenfalls weit hinterher. Doch den Trainer deshalb gleich zu entlassen, kommt an der Weser nicht in Frage. In Berlin hingegen scheint man derzeit nicht bereit, jungen, unerfahrenen Trainern die nötige Zeit zu geben, um sich zu beweisen.

Große Namen in der Hauptstadt

Nun soll es also einer richten, der reichlich Erfahrung mitbringt. Jürgen Klinsmann, erst kürzlich in den Aufsichtsrat der Hertha berufen, übernimmt mindestens bis zum Saisonende und der ehemalige Nationaltrainer kommt nicht allein. Er bringt einige bekannte Namen in seinem Trainerteam mit. Neuer Co-Trainer ist der ehemalige Werder Coach Alexander Nouri und Torwarttrainer wird Andreas Köpke, der lange Jahre die Torhüter der Nationalmannschaft trainierte.

Das kurzfristige Ziel für den Wahl-Amerikaner ist klar: die Hertha aus dem Tabellenkeller führen. Ob es noch in diesem Jahr zu höheren Gefühlen reichen könnte, bleibt abzuwarten. Doch was passiert in Berlin, wenn es auch unter Klinsmann nicht besser läuft? Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, liegt der Vergleich zu einem anderen Fußballverein, dessen Wappen ebenfalls die Farben blau und weiß enthält, sehr nahe.

Hertha bekommt einen neuen Investor, der Geld in den Verein pumpt, um teure Transfers zu ermöglichen. Ein neuer Trainer wird installiert, um die Spielphilosophie zu revolutionieren und den Verein nach Europa zu führen. Nach wenigen Monaten wird dem neuen Trainer das Vertrauen wieder entzogen und man übergibt die Verantwortung an einen großen Namen im Fußballgeschäft, der in der Bundesliga als Trainer bisher wenig erreicht hat. Das alles geschieht auf der Grundlage von sechs einigermaßen erfolgreichen Bundesligasaisons, in denen in den letzten viereinhalb Jahren Pál Dárdai ,ein Hertha-Urgestein, den Verein souverän als Trainer geführt hat. Man hat sich also bewusst abgewandt, von kontinuierlicher Sicherheit und sucht nun den schnellen Erfolg, ohne dabei Rückschläge einzuplanen.

Der HSV als Mahnmal

Man sollte eigentlich denken, die Verantwortlichen hätten in den letzten Jahren den Werdegang des HSV aufmerksam verfolgt. Dieser war ein denkbar schlechtes Vorbild, was unüberlegte Entscheidungen und schnelle Trainerentlassungen angeht. Auch beim HSV steht ein Investor im Hintergrund, der es dem Verein immer wieder ermöglicht, teure Transfers zu tätigen. Doch die Mannschaft bleibt Jahr für Jahr hinter den Erwartungen zurück und endete letztendlich in der Zweitklassigkeit. Aufgrund der individuellen Klasse hätte der Verein eigentlich nie, etwas mit dem Abstieg zu tun haben dürfen. Doch kein Trainer bekam die nötige Ruhe, Zeit und Rückendeckung, um seine Ideen zu verwirklichen.

Es ist noch zu früh, um bei der Hertha von einer annähernd vergleichbaren Situation zu sprechen. Nur sei den Verantwortlichen dringend empfohlen, die eigenen Ansprüche etwas zu minimieren und dadurch den Trainern und Spielern, den Druck zu nehmen. Als langfristiges Ziel die europäischen Plätze auszugeben, ist überhaupt kein Problem. Jedoch sollte allen Beteiligten bewusst sein, dass ein langfristiges Ziel nicht innerhalb einer Saison erreicht werden muss. Ein neuer Trainer benötigt Zeit, um der Mannschaft seine Ideen zu vermitteln. Nicht überall beginnen Amtsperioden derart rosig, wie momentan in Gladbach.

Düsseldorf und Friedhelm Funkel standen letzte Saison als Aufsteiger nach 14 Spielen mit nur neun Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Niemand hätte erwartet, dass sich der Verein derartig in der ersten Liga etablieren würde. Doch der Trainer konnte in Ruhe weiterarbeiten und brauchte sich nicht nach jeder Niederlage davor fürchten, seinen Job zu verlieren. Ähnlich sieht es beim SC Freiburg aus. Christian Streich ist dort über jeden Zweifel erhaben und ihm ist es sogar erlaubt, mit dem Verein abzusteigen. Nur in einer solchen Atmosphäre sind Leistungen, wie sie der Sportclub momentan darbietet, möglich.

In den Trainer vertrauen

Die Devise sollte also lauten: Ruhe bewahren und Vertrauen haben. Wer einen Trainer einstellt, tut dies nicht, weil er ihn gerne nach zwei Monaten wieder entlassen möchte. Jeder Trainer und jeder Verein hat eine Vision und, um diese gemeinsam zu erreichen, ist es nötig, ineinander zu vertrauen. Jürgen Klinsmann wird dieses Vertrauen zunächst einmal genießen. Wie sich das Verhältnis zum Trainer entwickelt, sollten die gewünschten Ergebnisse ausbleiben, muss er hoffentlich niemals erfahren.

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Deutsche Talente im Ausland – bekommen junge Spieler keine Chance in der Bundesliga?

Immer mehr junge Deutsche spielen außerhalb der Bundesliga. Ist das nur eine Momentaufnahme oder wird es tatsächlich schwieriger für Talente in Deutschland?

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Stefan Kuntz, Coach der Deutschen U21-Nationalmannscahft, bemängelte kürzlich, dass in seinem Kader kaum noch Spieler stehen, die in der Bundesliga aktiv sind. Genau genommen waren es zuletzt acht, von denen wiederum nur zwei auch zur Startelf in ihrem Verein gehörten. Ein anderes Bild zeichnete sich noch vor rund zwei Jahren, als die U21 ihren letzten großen Titel feierte.

Bei der U21-Europameisterschaft 2017, die Deutschland mit 1-0 im Finale gegen Spanien gewinnen konnte, waren noch 18 Bundesligaprofis im Kader. Dazu kommt, dass die diesjährige goldene Fritz-Walter-Medaille, sowohl in der U17 als auch in der U19, an Spieler verliehen wurde, die momentan im Ausland aktiv sind. Nicolas Kühn spielt momentan für die zweite Mannschaft von Ajax Amsterdam und Karim Adeyemi verdient sein Geld in Österreich beim FC Liefering, dem Farm-Klub von Red Bull Salzburg.

Nicolas Kühn bei Ajax Amsterdam

Die renommierte Auszeichnung für deutsche Nachwuchsfußballer wurde unter anderem von heutigen Nationalspielern wie Toni Kroos, Leon Goretzka oder Matthias Ginter gewonnen. Diese waren zum Zeitpunkt ihrer Auszeichnung aber alle bereits in der Bundesliga aktiv. Was hat sich in den letzten Jahren im Deutschen Nachwuchs geändert? Sind die Talente schwächer geworden oder bekommen sie einfach keine Chance mehr in der Bundesliga?

Zu viele Legionäre?

Steffen Baumgart, Trainer des Bundesligaschlusslichts SC Paderborn, hat zu diesem Thema eine klare Meinung. In einem Interview mit SPORTBUZZER berichtete er ausführlich darüber, was alles im deutschen Fußball falsch läuft. Unter anderem merkte er an, dass in der Bundesliga zu viele Legionäre auf dem Platz stehen. Dadurch ist laut Baumgart nahezu jeder deutsche Bundesligaspieler ein potenzieller Kandidat für Joachim Löw.

Mit dieser Einschätzung hat er insofern recht, dass die Anzahl der Legionäre in der Bundesliga seit der Jahrtausendwende tatsächlich deutlich gestiegen ist. Doch dieser Anstieg stagnierte vor ca. zehn Jahren. Seitdem variiert der Anteil, der eingesetzten Deutschen Spieler in der Bundesliga, immer zwischen 42 und 45 Prozent. Also spielten auch 2009 schon ähnlich viele Ausländer in der Bundesliga wie heute und doch bestand die U21-Nationalmannschaft, die den EM-Titel 2009 gewann, fast ausschließlich aus Bundesligaprofis.

Der logische Schritt

Gerade junge Spieler wagen heute also eher den Schritt ins Ausland, anstatt den harten Konkurrenzkampf in der Bundesliga anzunehmen. Jüngstes Beispiel dafür ist Timo Baumgartl. Der 23-jährige wechselte vor der Saison vom VfB Stuttgart zur PSV Eindhoven und das, obwohl er in der Vorsaison 18 Bundesligaeinsätze verzeichnen konnte. Bei den Niederländern gehört er zum absoluten Stammpersonal und hat sogar schon ein Tor in der Europa League erzielt. Spielpraxis auf diesem Niveau wäre für ihn in Deutschland wahrscheinlich nicht möglich gewesen.

Timo Baumgartl bei PSV Eindhoven

In Stuttgart hätte er mit der zweiten Liga vorlieb nehmen müssen. Als ernsthafte Alternativen in Deutschland wären wohl eher kleinere Vereine in Frage gekommen. Deshalb ist der Wechsel zum niederländischen Spitzenverein ein logischer Schritt. Er bekommt reichlich Einsatzzeit, spielt um Titel mit und dazu noch europäisch. Welcher Verein in Deutschland hätte Timo Baumgartl derartiges geboten?

Ein weiteres Beispiel für den erfolgreichen Weg ins Ausland ist der U21 Nationalspieler Orestis Kiomourtzoglou. Der Deutsch-Grieche wechselte vor der Saison vom Drittligisten Unterhaching zu Heracles Almelo. Er spielt also wie Baumgartl in den Niederlanden und das bisher durchaus erfolgreich. In elf von bisher 13 Spielen in der Liga stand er über 90 Minuten auf dem Platz und sein Team steht momentan auf Rang sieben in der Tabelle.

Die Eredivisie ist zwar ohne Frage deutlich schwächer als die Bundesliga, aber der Aufstieg von der dritten Liga zum Stammspieler in den Niederlanden ist trotzdem beachtlich. In der Bundesliga wäre es für den 21-jährigen wohl schwierig geworden, einen Stammplatz zu erhalten. Deshalb ist auch dieser Wechsel absolut nachvollziehbar, um die eigene Karriere voranzutreiben. Doch bedeutet diese Entwicklung, dass wir in Zukunft in der Bundesliga gar keine deutschen Talente mehr zu sehen bekommen?

Es geht auch andersherum

Lukas Nmecha vom VfL Wolfsburg zeigt, dass es auch anders aussehen könnte. Der gebürtige Hamburger durchlief zuletzt die Jugendmannschaften von Manchester City und wechselte im Sommer auf Leihbasis in die Autostadt. Sowohl in der Bundesliga als auch in der Europa League und im Pokal konnte Nmecha bereits einige Einsatzminuten verzeichnen und stand zuletzt gegen den BVB sogar in der Startelf.

Lukas Nmecha bei Manchester Citys U23

Es ist also durchaus möglich, als junger, deutscher Spieler seine Entwicklung in der Bundesliga voranzutreiben. Doch zeigt dieses Beispiel auch deutlich, was dafür nötig ist. Nmecha hat eine herausragende Ausbildung beim amtierenden englischen Meister genossen. Auf eine solche Schulung können nur die wenigsten Talente zurückgreifen. Liegt das Problem folglich doch wieder in den vorhandenen finanziellen Mitteln in Deutschland?

Die Bundesliga als Farm-Liga

Manchester City hat quasi unendlich viel Geld zur Verfügung. Dieses investieren sie nicht nur in die besten Fußballer der Welt, sondern auch in ihre Jugendarbeit. Das macht sich nun bemerkbar. In den letzten Jahren traten Talente wie Phil Foden oder Jadon Sancho aus der Talentschmiede der Citizens hervor. Die englischen Juniorennationalmannschaften beginnen auch langsam Titel zu gewinnen und die Top Talente von der Insel brauchen Spielpraxis, um sich auf die Premier League vorzubereiten.

Für diese Aufgabe ist die Bundesliga prädestiniert. Sie ist eine der fünf besten Ligen Europas und ihre Vereine spielen auch international um Titel mit. Doch der Liga stehen keine superreichen Investoren zur Verfügung, weshalb die meisten Vereine von Megatransfers absehen müssen und deshalb ihr Augenmerk eher auf Talente richten. Wenn der Durchbruch in der Bundesliga geglückt und die Spieler sich auf dem Niveau etabliert haben, kann der Schritt zurück auf die Insel gewagt werden, so wie es wahrscheinlich bald bei Jadon Sancho der Fall sein wird.

Wenn diese Entwicklung in Zukunft tatsächlich so eintritt, wird es für deutsche Talente immer schwieriger, einen Platz in der Bundesliga zu finden. Dann könnte der Weg über die Niederlande oder Österreich zur Regel werden. Schon heute zieht es einige vielversprechende Talente in die kleineren Nachbarländer, um dort auf sich aufmerksam zu machen. Wie erfolgreich sich dieser Umweg auf ihre Karriere auswirken wird, muss sich aber erst noch zeigen. Festzuhalten bleibt, dass die deutschen Talente höchstwahrscheinlich nicht an Qualität verloren haben, nur stellt der Weg ins Ausland heutzutage ein ernsthafte Alternative dar.

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Der neue King of Queens?

David Villa wird nach seinem Karriereende Miteigentümer des neuen New Yorker Vereins Queensboro FC. Der soll das diverse Queens repräsentieren – und zur größten Soccer-Marke der USA werden.

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In einer Stadt, die niemals schläft, ist auch das Angebot an Sportvereinen besonders groß. New Yorks größte Player sind sicherlich die Yankees, die Knicks, die Mets und die Jets; Baseball, Basketball und Football. Doch die wachsende Popularität des Fußballs zieht auch immer mehr Fans in die Stadien der New York Red Bulls oder des New York FC.

Ab 2021 wird in der zweiten US-Liga ein neues Franchise antreten: Queensboro FC. Zu den Eignern zählt dann David Villa, Weltmeister, CL-Sieger, Rekordtorschütze Spaniens und ein Fan des einzigartigen Queens. Zusammen mit seinen Partnern möchte er das Schmelztiegel-Image des berühmten Bezirks nutzen, um nicht nur einen populären Club, sondern eine hippe Sportmarke zu etablieren. Und die Vorzeichen versprechen etwas Besonderes.

David Villas Rückkehr nach New York oder: Noch ein Franchise?

Bei der Nachricht, dass David Villa Miteigentümer eines neuen US-Fußballclubs wird, mögen viele Fans an David Beckham gedacht haben. Schon im kommenden Jahr geht dessen Verein Inter Miami in der MLS an den Start und soll die Fußballkultur in Florida neu beleben und den US-Fußball als Markt prägen. Während von Transfers zu Inter Miami derzeit schon berichtet wird, steckt das Projekt Queensboro FC noch in den Kinderschuhen. Kein Wunder, da Miteigner und Marketing-Zugpferd David Villa selbst noch die Schuhe schnürt; aber nur bis zum Jahresende, wie er kürzlich bekannt gab.

Internationale Aufmerksamkeit hat das Franchise Queensboro FC nun vor allem erhalten, weil Villa seine Beteiligung publik gemacht hat.

Ab 2021 wird der QBFC in der zweiten Spielklasse der USA, der USL, spielen. Gegen einen direkten Start in der MLS könnten verschiedene Faktoren sprechen. Zunächst ist nicht klar, ob der Verein mit seinen Investoren und Eignern bereit ist, eine Summe von über 100 Millionen US-Dollar als Einstiegsgebühr zu zahlen. Der New York FC musste 2014 laut Business of Soccer bereits 100 Millionen zahlen; derzeit könnte die Summe bei 150 bis 200 Millionen liegen. Zudem müssen für einen Einstieg in die höchste Spielklasse Aspekte wie eine bestehende Fanbase und ein großes Stadion oder weit entwickelte Stadionpläne berücksichtig werden. Mit beidem kann der QBFC noch nicht dienen. Außerdem gibt es schon zwei Clubs aus dem Big Apple in der MLS, was eine Argumentation hinsichtlich der Stadtrepräsentation erschwert.

Der Start in der USL dürfte aber zunächst gar nicht so ungelegen kommen. Immerhin soll bei dem Verein nicht allein der sportliche Ehrgeiz und die Siegermentalität im Zentrum stehen. Auch und besonders das Lebensgefühl eines außergewöhnlichen Bezirks, eines populären Stadtgebiets, das für seine Vielfalt bekannt ist, soll in die Kultur des Vereins – und der Marke – mit einfließen. Das betont Miteigentümer Jonathan Krane. Er selbst ist Gründer und CEO eines Unternehmens für Anlagenmanagement mit Fokus auf China, KraneShares. In der New York Post sagt er:

It really represents the world there. Many of the people are from soccer-loving countries, and so we thought that Queens could be the No. 1 soccer market in the United States soon.

In Queens leben laut US Census Bureau rund 2,3 Millionen Menschen, fast die Hälfte davon ist im Ausland geboren. Der Anteil an Latinos und Hispanics, Afroamerikanern und Asian Americans ist dort vergleichsweise hoch (je zwischen 20 und 30 Prozent).

We’re going to make a strong effort to really connect this team with the population of Queens so they feel like it’s their team,

ergänzt Krane.

Das Queensboro-Feeling als Folie für eine Fußballmarke

Im offiziellen Promo-Video für den neuen Club heißt es: „The World’s Borough Speaks Soccer“. Ein Verein aus der Nachbarschaft soll die Fans abholen. Und zwar Fans aus allen sozialen Schichten und verschiedenen Ethnien. Ein potentieller künftiger Fan erklärt im Video enthusiastisch:

It gives us one more thing to cheer for, one more thing to root behind, one more thing to bring us all together.

Um dieses Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, werden Vorschläge aus der Community in Queens bezüglich Farben und Design des Club-Wappens berücksichtigt. So heißt es auf der offiziellen Seite des Clubs. Diese kann auf Englisch, Spanisch und in Mandarin gelesen werden.

Mit diesem Community-zentrierten Ansatz erinnert QBFC ein wenig an den FC St. Pauli, der als besonders liberaler Verein mit viel Herz für Wohltätigkeit und die Fangemeinde besonders aus den vielfältigen Hamburger Stadtteilen Sternschanze und St. Pauli auch als Marke Erfolg genießt. Der Queensboro FC dürfte sich ähnlich positionieren wollen, möchte darüber hinaus aber mehr werden als ein regional populärer Club. Dafür braucht es gerade in den USA eine bekannte Persönlichkeit. Und David Villa erfüllt einige wichtige Kriterien.

Mit Personenkult zu einem kultigen Club?

In Queens ist vor allem das Baseballteam der New York Mets zuhause. In deren neuem Stadion, dem Citi Field, wird QBFC einige der ersten Spiele ab 2021 spielen. Dann will man in einem eigenen Stadion vor einer neu geschaffenen Fanbase auftreten.

Für die nötige Aufmerksamkeit, um Fans – oder zumindest Zuschauer – nicht nur aus dem näheren Umfeld zu gewinnen, soll nun David Villa sorgen. Fußballfans kennen ihn als gefährlichen Torjäger für Spanien, Welt- und Europameister. Mit Barça gewann er die Champions League und Meisterschaften (auch mit Atlético holte er den Titel). Er war Torschützenkönig bei der EM 2008 und in im gleichen Jahr in der spanischen Liga. Neben diesen Erfolgen zeichnet ihn aus, dass er in Melbourne und eben New York beim NYFC aktiv war, wo er 2016 zum MVP der MLS gekürt wurde. Mit 80 Toren ist er bis heute mit Abstand der Rekordtorjäger des Vereins. Aktuell ist er neben Lukas Podolski und Andrés Iniesta bei Vissel Kobe in Japan am Ball.

Durch diesen internationalen Touch passt er perfekt zum Queensboro FC. Außerdem haben ihn vier Jahre in New York geprägt. Auf der Website des neuen Clubs erklärt er:

Living with my family in a city with so much culture and history while playing soccer, was an amazing experience. And it was exciting to be playing in a country where love of the beautiful game is growing. […] I have loved this sport from the beginning of my life. I have tried to do my best to bring this sport everywhere.  And the future now is Queens.

Schon 2017 hatte Villa seine DV7 Soccer Academy in Queens ins Leben gerufen. Damit die Talente aber auch in Queens einen Profi-Verein finden können, um eine Karriere im Fußball zu machen, sei es sehr wichtig gewesen, einen Club wie QBFC zu gründen, so Villa. Dass die Akademie von Japan über Puerto Rico bis nach Spanien Hong Kong usw. verteilt ist, passt dabei ins Bild. So könnten Talente aus aller Welt schon bald im neuen Club von David Villa heranwachsen.

Investment ins Soccer-Franchise zeigt wachsenden Markt

Große Namen sind im US-Fußball keine Seltenheit mehr. Beckhams Inter Miami wird viel Furore machen, wenn der Verein seine sportliche Laufbahn beginnt. Dafür wird allein sein Name sorgen. Bei Houston Dynamo wiederum hatte sich jüngst NBA-Megastar James Harden eingekauft. Der aktuelle MLS-Champion Seattle Sounders hat hingegen Macklemore, Russell Wilson, Ciara oder den Microsoft CEO im Eignerverbund.

Sie alle sehen in den Clubs auch Marken, in die sich ein Investment lohnt. Nicht zuletzt, weil der Sport in den USA eine neu entfachte Leidenschaft bedient. In den vergangenen Jahren ist der Zuschauerschnitt fast kontinuierlich angewachsen, auf über 21.000, so Transfermarkt. Das ist nicht weit entfernt von der Serie A (knapp 26.00) oder La Liga (knapp 27.000). Zudem ist der Fußball-Markt in den USA noch relativ unerschlossen, Business-Potentiale sind noch auszuschöpfen. Ebenso wie sportliche. Das zeigt sich beispielhaft am jungen Franchise Atlanta United, das mit einer ganz neuen Form der Fußball-Experience sportlichen und kommerziellen Erfolg vereint.

Der Queensboro FC möchte ähnliches erreichen. Aber gleichzeitig wirkt der Verein wie eine viel kleinere Nummer als Inter Miami oder der Hollywood-Club LAFC. Nicht allein wegen der Ligenzugehörigkeit. Auch wegen des Understatements, das bei der Präsentation bisher geübt wird. Noch lässt sich nicht beurteilen, in welche Richtung der Club, das Franchise sich entwickelt. Wenn schließlich aber Understatement, Vielfalt und die Nähe zum Jedermann gelebt und nicht nur inszeniert werden, dann ist das ein gutes Zeichen für den US-amerikanischen Fußball. Denn all das geht dem Fußball derzeit oft ab. Und viele Fans wünschen es sich zurück. Vielleicht macht das Projekt Queensboro FC David Villa zu einem neuen King of Queens. Vielleicht.

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Uli tritt ab – Hoeneß Erfolge beim FC Bayern

Uli Hoeneß macht Schluss. Nach fast 50 Jahren beim FC Bayern geht die Identifikationsfigur des Vereins in Rente und er hinterlässt ein riesiges Erbe.

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Man liebt ihn oder man hasst ihn – Uli Hoeneß ist eine der polarisierendsten Gestalten im deutschen Fußball. Doch unabhängig von der Frage der Sympathie muss jeder eingestehen, dass Hoeneß unglaubliche Erfolge vorzuweisen hat. Ob als Spieler, als Manager oder als Präsident; mit ihm hat der FC Bayern alles gewonnen, was es im europäischen Klubfußball zu gewinnen gibt. Darüber hinaus hat er auch noch eine beeindruckende Sammlung an persönlichen Ehrungen erhalten, wie zum Beispiel den Bambi.

Der FC Bayern ist ohne Uli Hoeneß kaum vorstellbar. Und doch wird DIE Persönlichkeit des Vereins am 15.11.2019 alle ihre Pflichten abtreten. Hoeneß geht in Rente. Ob das zu 100% freiwillig geschieht, ist zumindest zu bezweifeln. In den letzten Jahren hat der Präsident immer wieder für Skandale gesorgt, indem er sich deutlich in der Wortwahl vergriffen hat. Doch, ob freiwillig oder von anderen dazu gedrängt, Hoeneß verlässt den FC Bayern und hinterlässt riesige Fußstapfen, die ab 2020 unter anderem von Oliver Kahn gefüllt werden sollen.

Erfolge als Spieler

In seiner aktiven Zeit war Hoeneß Teil der bisher erfolgreichsten Bayern Mannschaft aller Zeiten. Unter anderem mit Sepp Maier, Gerd Müller und dem Kaiser Franz Beckenbauer stand er auf dem Platz. Diese Mannschaft war über Jahre hinweg auf europäischer Ebene schier unschlagbar und gewann den Europapokal der Landesmeister zwischen 1974 und 1976 gleich dreimal in Folge.

In Deutschland dagegen lief es nicht ganz so erfolgreich für Hoeneß. Er gewann „nur“ dreimal die Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal. Schuld daran waren die herausragenden Jahre der Fohlenelf. Die Gladbacher mit Günther Netzer, Berti Vogts und Jupp Heynckes gewannen ab 1975 dreimal in Folge die Meisterschaft. Doch diese nationale Konkurrenz brachte auch riesige Vorteile für die Karriere des Uli Hoeneß.

Die deutsche Nationalmannschaft erstarkte nämlich und gewann gleich zwei der wichtigsten internationalen Titel. 1972 die Europameisterschaft in Belgien und zwei Jahre später die Weltmeisterschaft im eigenen Land. Deutschland war das Maß aller Dinge im Fußball und Uli Hoeneß war mittendrin. Doch mittendrin war er zu seinen Ungunsten auch weitere zwei Jahre später im nächsten EM-Finale gegen die Tschecheslowakei. Das Spiel ging ins Elfmeterschießen, in dem Hoeneß den vierten Elfmeter der Deutschen über das Tor schoss. Deutschland verlor das Elfmeterschießen und Hoeneß erfolgreiche Karriere neigte sich einem frühen Ende entgegen.

Bereits 1975 im Europapokalfinale erlitt er eine schwere Knieverletzung. Diese zwang ihn letztendlich 1979 seine Karriere zu beenden. Hoeneß war damals gerade einmal 27 Jahre alt, aber in seinem Knie lag ein irreparabler Knorpelschaden vor, der den Beruf des Profifußballers für ihn unmöglich machte.

Erfolge als Manager und Präsident

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere wechselte Hoeneß direkt ins Management des FC Bayern München und wurde mit 27 Jahren zum jüngsten Manager der Bundesligageschichte. Seine geringe Erfahrung hinderte ihn aber keineswegs daran, den FC Bayern zum erfolgreichsten Verein Deutschlands zu machen. Nach 30 Jahren als Manager ließ er sich schließlich 2009 zum Präsidenten wählen. Dieses Amt hat er bis zum 15.11.2019 inne.

Seine Titelsammlung in dieser langen Zeit ist atemberaubend. Unter Hoeneß Führung gewann der FC Bayern 20 deutsche Meisterschaften, elf Mal den DFB-Pokal, einmal den UEFA-Pokal und zweimal die Champions League. Mit weiteren Titeln beim UEFA-Supercup, dem Weltpokal und anderen kleineren Cups kommt er insgesamt auf 47 Titel.

Uli Hoeneß hat den FC Bayern also wie kein anderer geprägt. Außerdem hat er dem gesamten deutschen Fußball seinen Stempel aufgedrückt. Und auch, wenn nicht jeder Uli Hoeneß mag, für die Bayern Fans ist er eine lebende Legende. Die Art und Weise, wie er SEINEN Verein mit vollem Einsatz verteidigt, ist einzigartig. Dabei entstehen zwar des Öfteren Aussagen, die ein Spitzenmanager so nicht tätigen darf, aber bei der Hingabe und Emotionalität, mit der Hoeneß am FC Bayern hängt, lassen sich diese Ausrutscher nicht gänzlich vermeiden.

Uli Hoeneß hat in seinem Leben definitiv nicht alles richtig gemacht. Er saß zurecht im Gefängnis und ihm kommt auch zurecht viel Unmut entgegen. Doch das, was er für den FC Bayern München und den deutschen Fußball geleistet hat, lässt sich gar nicht hoch genug bewerten.

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Mourinho, ten Hag, Allegri… Wer wird neuer Bayern Trainer?

Auf der Suche nach einem Nachfolger von Niko Kovač erhielten die Bayern bereits einige Absagen. Wir geben einen Überblick, wer es am Ende werden könnte.

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Nach der Entlassung von Niko Kovač übernimmt vorerst Hansi Flick den Trainerposten beim deutschen Rekordmeister. Am Samstag konnte dieser seinen ersten großen Erfolg feiern. Im Spitzenspiel des 11. Spieltags schlug er mit den Bayern den großen Rivalen Borussia Dortmund deutlich mit 4-0. Doch der ehemalige Co-Trainer der Nationalmannschaft ist eigentlich nur eine Interimslösung. Bayern-Boss Rummenigge kündigte zwar nach dem Spiel an, „bis auf weiteres“ mit Flick als Trainer arbeiten zu wollen, aber ursprünglich war angedacht, dass bis zum nächsten Spiel in Düsseldorf eine Lösung vorgestellt wird.

Es gibt also reichlich Zeit für Spekulationen bis zum Düsseldorf Spiel. Unzählige Namen kursieren an der Säbener Straße. Mourinho, Wenger, ten Hag, Allegri, van Bommel, Rangnick, Tuchel… Doch zur Zeit erreichen den FC Bayern fast ebenso viele Absagen. Tuchel steht nicht für den Job zur Verfügung. Auch ten Hag versichert, die Saison bei Ajax zu beenden. Rangnick bleibt der Red Bull-Familie erhalten und zwischen Wenger und Bayern scheint noch nicht ganz klar, ob eine Zusammenarbeit in Frage kommt. Beide Seiten geben zu diesem Thema widersprüchliche Aussagen an die Öffentlichkeit. Doch gibt es dann überhaupt ernsthafte Optionen, die den FC Bayern noch diese Saison übernehmen könnten?

Wer bleibt übrig?

José Mourinho und Massimiliano Allegri sind die einzigen Kandidaten, die momentan ohne Verein sind. Außerdem gibt es noch einen zuletzt sehr erfolgreichen Trainer, der mit seinem Verein aktuell in einer Krise steckt: Mauricio Pochettino. Für Tottenham läuft die Saison alles andere als Rund. Nicht nur die deutliche 7:2 Heimniederlage gegen den FC Bayern in der Champions League, sondern auch die momentane Situation in der Premier League zeugen von der Krise, in der sich der Champions League-Finalist des Vorjahres befindet. Zu einer Entlassung des Trainers führt diese Schwächephase zwar höchstwahrscheinlich nicht, aber Pochettino wäre nicht der erste Trainer, der in einer solchen Situation eine neue Herausforderung sucht.

Diese drei wären vermutlich die heißesten Kandidaten für eine Sofortlösung. Dazu kommt Erik ten Hag, aufgrund seiner Spielweise mit Ajax und seiner Bayern-Vergangenheit, als wahrscheinlichste Langzeitlösung im kommenden Sommer. Wir werfen einen genaueren Blick auf diese Trainer und versuchen herauszuarbeiten, wie die beste Lösung für den FC Bayern aussehen könnte.

José Mourinho

The Special One ist auf jeden Fall ein Trainer von Weltformat. Seine Titelsammlung ist beeindruckend und er gehört zu den wenigen Trainern, die es schafften die Champions League mit zwei verschiedenen Vereinen zu gewinnen. Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass sein letzter Champions League Sieg bereits mehr als neun Jahre zurückliegt und auch der letzte Ligatitel ist schon mehr als vier Jahre her.

Was definitiv für Mourinho spricht, ist, dass seine Mannschaften stets eine gute Defensive haben. In seiner letzten kompletten Saison bei Manchester United fing seine Mannschaft nur 28 Gegentore in 38 Spielen und war damit die zweitbeste Abwehr, hinter Meister Manchester City. Dem FC Bayern fehlt momentan genau diese defensive Stabilität. Gegen Paderborn und Augsburg gab es jeweils zwei Gegentore und zuletzt gegen Frankfurt sogar fünf.

Gegen Mourinho spricht allerdings seine Unberechenbarkeit. Bei all seinen Stationen hat sich der Portugiese mit einzelnen Spielern oder gar Vereinsbossen in die Haare gekriegt. Derartige Eskapaden würden dem FC Bayern nicht gut tun, da die Verantwortlichen in den letzten Jahren genug Skandale zu bewältigen hatten. Andererseits schafft es Mourinho sehr gut, alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und so seine Mannschaft oder andere Vereinsmitglieder aus der Schusslinie zu nehmen. Außerdem lernt er angeblich seit einigen Jahren Deutsch, um einmal in der Bundesliga arbeiten zu können.

Massimiliano Allegri

Von etwas weniger Weltruhm umgeben, aber ebenfalls mit sehr erfolgreicher Vergangenheit ist der ehemalige Juve Trainer Massimiliano Allegri. Der Italiener gewann in den letzten fünf Jahren in Folge mit der alten Dame die Meisterschaft und musste trotzdem im Sommer seinen Trainerstuhl für Maurizio Sarri räumen. Nach dem Aus im Viertelfinale der Champions League und im Halbfinale des Coppa Italia sahen die Verantwortlichen von Juventus Handlungsbedarf.

Trotz dieser Trennung hatte Allegri sehr erfolgreiche Jahre in Turin. Neben den fünf Meisterschaften gewann er vier Mal den Pokal und erreichte zweimal das Champions League Finale. Er war also maßgeblich daran beteiligt, dass Juventus wieder zu alter Stärke gelangte und heute in der Lage ist Weltstars, wie Cristiano Ronaldo anzulocken. Neben diesen Erfolgen bei Juve war er für den letzten Meistertitel eines anderen italienischen Vereins verantwortlich. Im Jahr 2011 mit dem AC Mailand.

Außerdem zeichneten sich Allegris Meistermannschaften stets durch eine gute Defensive aus. In allen fünf Saisons, in denen er Trainer von Juve war, fing die Mannschaft die wenigsten Gegentore der Liga. Dieser Mann hat also zweifelsohne bewiesen, dass er einen Branchenprimus adäquat führen kann. Doch es besteht trotzdem ein großes Problem. Allegri spricht kein Deutsch und die Bayern Bosse legen großen Wert darauf, dass der neue Trainer der deutschen Sprache mächtig ist.

Mauricio Pochettino

Wie bereits erwähnt, steckt der Argentinier mit den Spurs momentan tief in der Krise. Schon vor der Saison gab es reichlich Wechselgerüchte um den erfolgreichen Coach. Vor allem mit Real Madrid wurde er immer wieder in Verbindung gebracht. Doch Pochettino blieb in London. Er blieb vielleicht zu lange. Denn jetzt läuft, das erste Mal in seiner Amtszeit, nicht alles nach Plan. In der Premier League steht die Mannschaft nur im Mittelfeld. Im Carabao Cup ist man bereits im September gegen den Drittligisten Colchester ausgeschieden. Nur in der Champions League scheint der Einzug ins Achtelfinale zu gelingen.

Um seinen Job fürchten muss sich Pochettino, aufgrund der jüngsten Entwicklungen, aber nicht, da er einen großen Kredit bei den Tottenham Verantwortlichen hat. Er formte aus den Spurs in den vergangenen Jahren einen ernst zu nehmenden Titelkandidaten und das ohne viel Geld zu investieren. Jahr für Jahr musste er auf das gleiche Spielermaterial setzen, da die Bosse kein Geld in die Hand nehmen wollten. Pochettino machte aus der Not eine Tugend und entwickelte einige Talente zu echten Weltstars. Alli, Eriksen, Son und vor allem Kane nutzten ihre Chance und gaben Tottenham ein neues, offensives Gesicht.

Dass diese Spieler, die heute zu den besten der Welt zählen, noch immer für Tottenham aktiv sind, hängt maßgeblich mit Pochettino zusammen. Pochettino hat sich, trotz lukrativer Angebote aus Manchester oder Madrid, zu Tottenham bekannt und seine Spieler taten es ihm gleich. Im Sommer 2019 gipfelte der Aufstieg Tottenhams, zu einem europäischen Top Klub, mit dem Einzug ins Champions League Finale, das bekanntermaßen gegen Klopps Liverpool verloren wurde. Pochettino hat bewiesen, dass er ein sehr guter Trainer ist. Außerdem hat er stets durch seine besonnene, sachliche Art überzeugt. Jetzt sollte er nur den richtigen Moment erkennen, um weiterzuziehen und Tottenham zu verlassen. Bis auf die fehlenden Deutschkenntnisse würde er sehr gut zu den Bayern passen.

Erik ten Hag

Spätestens seit der letzten Champions League Saison ist Erik ten Hag jedem Fußballfan ein Begriff. Mit den jungen, wilden aus Amsterdam wirbelte er die Königsklasse ganz schön durcheinander. Die Spielweise von Ajax erinnerte dabei an die glorreichen Zeiten der 70er Jahre, mit Großmeister Johan Cruyff. Jäh gestoppt wurde die Reise erst in der 95. Minute des Halbfinalrückspiels gegen Mauricio Pochettinos Tottenham. Doch Ajax und ten Hag ließen sich davon nicht beirren und machen einfach weiter wie zuvor.

Trotz der Abgänge von Kapitän Matthijs de Ligt und Mittelfeldstratege Frenkie de Jong spielt Ajax bisher erneut eine starke Champions League Saison. In einer Gruppe mit Chelsea, Valencia und Lille haben die Niederländer nach vier Spielen bereits zehn Tore geschossen und führen die Gruppe an. Auch in der Liga steht man auf Platz eins und das mit sechs Punkten Vorsprung nach gerade einmal 12 Spielen.

Doch das wahrscheinlich wichtigste, neben dem augenscheinlichen Erfolg von ten Hags Mannschaft, ist ihre Spielweise. Die Spieler von Ajax sprühen nur so vor Kreativität und man sieht ihnen an, dass sie Spaß haben am Fußballspielen. Es ist offensiver Vollgasfußball, der die Herzen der Fans erwärmt. Dieser Spielstil würde jedem Verein auf der Welt gut tun und wohl vor allem dem FC Bayern, der seit dem Abgang von Pep Guardiola nach einer neuen Philosophie sucht.

Diesmal wird es nicht Jupp Heynckes

Mit Kovač und Ancelotti war man auf dieser Suche nicht erfolgreich. Lediglich Jupp Heynckes schaffte es einmal mehr, den FC Bayern unschlagbar erscheinen zu lassen. Nur scheint es diesmal so, als seie Heynckes tatsächlich in Rente gegangen. Es gibt momentan Trainer auf dem Markt, die das Weltformat haben, das dem Münchener Selbstverständnis entspricht. Die naheliegendste Lösung wäre dennoch Erik ten Hag. Denn dieser hat bereits zwischen 2013 und 2015 die zweite Mannschaft des FC Bayern trainiert und beweist mit Ajax, wie man schönen und erfolgreichen Fußball kombinieren kann. Doch, ob der FC Bayern bereit ist, fast eine ganze Saison mit einem Interimstrainer zu überbrücken, um auf ten Hag zu warten, steht auf einem anderen Blatt. Wir dürfen gespannt sein, was für eine Lösung Uli Hoeneß in wenigen Wochen präsentiert.

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Gewalt gegen Schiris, Zuschauer und Spieler – Langzeitstrafen im Profifußball

Die Gewalttaten gegen Schiedsrichter häufen sich. Dementsprechend werden immer höhere Strafen gefordert. Einige Profis kennen sich mit langen Sperren aus.

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Am 27.10. wurde ein 22-jähriger Schiedsrichter in einem Kreisligaspiel bewusstlos geschlagen und musste von einem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Passend zu diesem unschönen Vorfall streikten zur gleichen Zeit die Berliner Schiedsrichter. Sie wollten ein Zeichen setzen, weil immer mehr Gewalt gegen Schiedsrichter aufkommt. In Berlin wurden durch diesen Streik mehr als 1000 Amateurpartien abgesagt. Die Schiedsrichter zeigen, dass Fußball ohne sie nicht funktioniert und dass sie keine Gewalt tolerieren.

Als Konsequenz auf den Faustschlag im hessischen Münster löste der Vereinsvorstand die Mannschaft des verantwortlichen Spielers auf. Die persönliche Strafe für den Spieler steht noch nicht fest, doch von vielen wird gefordert, Spieler für derartige Vergehen lebenslang sperren zu lassen. Auch im Profifußball kommt es immer wieder zu Gewalt gegenüber Schiedsrichtern, Gegenspielern oder auch Fans. Wir haben uns angeschaut, was die härtesten Strafen im Profifußball waren.

Levan Kobiashvili

Das jüngste Beispiel für Gewalt gegen Schiedsrichter in der Bundesliga findet sich im Jahr 2012. Der heutige Präsident des georgischen Fußballverbands Levan Kobiashvili, damals Profi bei Hertha BSC, versuchte nach der verlorenen Relegation gegen Fortuna Düsseldorf den Schiedsrichter Wolfgang Stark mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Dieser schaffte es, nach eigener Aussage, sich wegzuducken und kam mit einem Bluterguss im Nacken davon. Laut Stark rettete ihn zudem nur das Treppengeländer davor zu stürzen.

Stark zeigte den Hertha Spieler noch in der Schiedsrichterkabine wegen Körperverletzung an. Kobiashvili versuchte nicht sich herauszureden und gab den Vorfall zu. Infolgedessen wurde er vom DFB zur bisher längsten Sperre überhaupt verurteilt. Kobiashvili durfte siebeneinhalb Monate lang, keine Spiele für die alte Dame bestreiten.

Eric Cantona

Einer der berühmtesten Ausraster der Fußballgeschichte richtete sich weder gegen einen Schiedsrichter noch gegen einen Gegenspieler, sondern gegen einen Fan. Im Jahr 1995 brannten Eric Cantona, dem französischen Superstar in Diensten Manchester Uniteds, komplett die Sicherungen durch. Im Spiel gegen Crystal Palace flog der Stürmer mit glatt rot vom Platz. Beim verlassen des Spielfeldes wurde er von einem Anhänger von Palace beschimpft und bespuckt, was ihn dazu veranlasste, den Fan mit einem Kung-Fu-Tritt zu attackieren.

Cantona zeigt auch heute wenig Reue für seinen beinahe 25 Jahre zurückliegenden Ausraster. Laut eigener Aussage würde der Franzose heute nichts anderes in der Situation tun, außer noch härter zuzutreten. Dem englischen Fußballverband hat schon der Tritt von ’95 ausgereicht, um Cantona für ganze sechs Monate zu sperren.

Luis Suárez

Ein weiterer Weltklassestürmer, der seine Nerven nicht immer im Griff hat, spielt aktuell beim FC Barcelona. Luis Suárez liefert seit vielen Jahren absolute Topleistungen. Doch hätte er wahrscheinlich noch einige Tore mehr erzählt, wenn er zwischendurch nicht immer wieder für mehrere Wochen gesperrt gewesen wäre.

Bereits 2010, damals noch für Ajax Amsterdam, fiel Suárez das erste Mal unangenehm durch eine Bissattacke auf. Diese Beißere machte der Uruguayer im weiteren Verlauf seiner Karriere zu seinem unschönen Markenzeichen. Denn auch bei seinem nächsten Klub, dem FC Liverpool und für die Nationalmannschaft der Urus konnte er seien Kauleiste nicht zurückhalten. Insgesamt biss er schon dreimal während eines Fußballspiels seinen Gegenspieler. Die erste Attacke brachte ihm sieben Spiele Sperre ein, die zweite zehn Spiele und die dritte neun Spiele Sperre für Uruguay und vier Monate für alle anderen Mannschaften.

Und diese Ausfallzeiten aufgrund seiner Beißattacken sind nicht die einzigen Sünden des Luis Suárez. Er wurde außerdem im Jahr 2011 wegen rassistischer Beleidigungen seines Gegenspielers Patrice Evra zu acht Spielen Sperre verurteilt. Der Superstar aus Uruguay hat in seiner Karriere also schon sehr viel Zeit selbstverschuldet auf der Tribüne verbracht.

Timo Konietzka

In Deutschland kam es auch schon vor mehr als 50 Jahren zu Gewalt gegen Schiedsrichter. Im Jahr 1966 wurde der damalige 1860 München Profi Timo Konietzka handgreiflich gegen den Schiedsrichter. Dieser hatte zuvor ein vermeintliches Handspiel eines BVB Spielers übersehen. Konietzka soll ihn daraufhin vor die Brust gestoßen, gegen das Schienbein getreten und die Pfeife weggeschlagen haben. Der Spieler selbst beteuerte stets seine Unschuld. Trotzdem wurde er vom DFB zu einer sechsmonatigen Strafe verurteilt.

Doch er war nicht der Einzige, der den Schiedsrichter in diesem angegangen ist. Auch sein Mitspieler Manfred Wagner soll etwas zu viel Körperkontakt mit dem Unparteiischen gehabt haben und ihm wurde vom DFB eine etwas mildere Strafe von „nur“ drei Monaten aufgebrummt.

Schutz für Schiedsrichter?

Es gab also auch im Profifußball schon häufiger Probleme mit Gewalt gegen Schiedsrichtern. Doch das verdeutlicht nur, wie tiefgreifend das Problem ist. Ein Berliner Landesligist entschied sich aufgrund der aktuellen Lage dazu, die Schiedsrichter ab sofort durch einen externen Sicherheitsdienst schützen zu lassen. Dass es überhaupt zu solchen Maßnahmen kommen muss, ist sehr traurig. Denn gerade im Amateurbereich wird Fußball gespielt, um Spaß zu haben und die Schiedsrichter engagieren sich freiwillig, damit Woche für Woche die Spieler ihrer Leidenschaft nachgehen können.

Vor allem auf dieser Ebene sollten Fair-Play und ein friedliches Miteinander gelebt werden. Jeder Amateur opfert seine Freizeit dem Fußball, weil es seine Leidenschaft ist, doch Vorfälle wie in Münster machen den Sport kaputt. So bleibt vom Sonntag nicht das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Freude über ein tolles Spiel, sondern ein Unwohlsein und Angst.

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Neue Klub WM ab 2021 – trotz Widerstand durchgepeitscht

Die FIFA beschließt eine neue Klub WM ab 2021. Diese soll den Confed Cup ersetzen. Wie man die FIFA kennt, ist dabei natürlich nicht alles frei von Kritik.

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Gianni Infantino ist ein Mann großer, pathetischer Worte, wenn es ihm passt. So sagte er beispielsweise „Die Weltmeisterschaft 2022 in Katar wird die allerschönste WM.“ und die geplante Neuauflage der Klub WM ab 2022 bezeichnet er als „historisch“. Angesprochen auf die Menschenrechtslage in China hingegen gibt es seiner Meinung nach verschiedene Meinungen: „Jeder kann sagen, was er will.“

Der sonst so redselige Infantino bleibt bei für ihn unpassenden Themen gerne recht still. Er verweist lieber auf die positiven Seiten des Fußball und möchte „nicht so naiv“ sein und glauben, dass der Fußball alle Probleme auf der Welt lösen könnte. Mit Scheuklappen auf den Augen die eigenen Interessen verfolgen und möglichst immer positiv bleiben, scheint seine Devise zu sein.

UEFA möchte keine Klub WM

So auch bei der Planung der neuen Klub WM, die erstmals 2021 in China ausgetragen werden soll. Es gab schon vor Monaten enormen Widerstand gegen das Projekt, vor allem aus Europa. Die UEFA sieht in dem neuen Wettbewerb einen Konkurrenten zur Champions League. Außerdem bemängelt der Verband, dass der Spielplan extra für das Turnier angepasst werden müsse. Und, ganz abgesehen davon, ist ein weiteres Turnier, für die völlig überbeanspruchten Profis, reines Gift.

The FIFA Council convened today in Shanghai and voted on a number of key decisions.FULL STORY👉https://fifa.to/qtskMXjy20

Gepostet von FIFA am Donnerstag, 24. Oktober 2019

Infantino hält von diesen Argument, wenig überraschend, nichts. Er ließ sich dennoch auf einen kleinen Kompromiss mit der UEFA ein und beschränkte die Teilnehmerzahl europäischer Mannschaften auf acht, statt wie zuvor geplant 12 Teams. Neben diesen acht europäischen Teilnehmern werden 16 weitere Mannschaften um den Titel mitspielen. Südamerika stellt dabei mit sechs die zweitmeisten Vertreter. Mittel- und Nordamerika entsenden genau wie Afrika und Asien jeweils drei Teams und der ozeanische Verband eines.

Neue Fußballmacht China?

Das Turnier soll alle vier Jahre stattfinden und den Confederations Cup ersetzen, der bis jetzt als Vorbereitung auf die WM stattfand. Als erster Austragungsort wurde China auserkoren. Die Wirtschaftsmacht ist, nicht nur aufgrund ihrer teilweise prekären Menschenrechtslage, eine interessante Wahl. Es heißt nämlich, dass diese Entscheidung ein Vorbote für die Vergabe der WM 2030 sei. Um diese möchte sich die Volksrepublik angeblich bemühen. Der Staatspräsident, Xi Jinping, soll zudem das Ziel ausgegeben haben, beim Turnier im eigenen Land den Titel zu gewinnen.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping

Vor diesem Turnier stehen jedoch noch die angesprochene Winter-WM 2022 in Katar und die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko an. Ob China sich innerhalb der nächsten 11 Jahre zum ernsthaften Titelkandidaten entwickelt, ist mindestens fraglich. Doch dieses Land hat vor allem im Sport schon häufig bewiesen, zu was es in der Lage ist, wenn die wichtigen Männer es so wollen.

FIFA in a nutshell

Die FIFA möchte nun auch mehr vom großen Kuchen Vereinsfußball abhaben. Inwieweit die Klub WM ein ernstzunehmendes, medienwirksames Turnier wird, muss sich aber noch zeigen. Doch der Weltverband beweist einmal mehr wenig Fingerspitzengefühl bei der Wahl des Austragungsortes. Scheinbar wurde aus vergangenen Fehlern bisher nichts gelernt. Da werden unliebsame Themen wie Menschenrechtsverletzungen gerne Mal hinten angestellt und lieber das schöne am geliebten Fußball hervorgehoben. Denn der zaubere, laut Infantino, den Menschen ein „Lächeln ins Gesicht“. Na dann… ist ja alles gut.

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Rassismus existiert, auch im Fußball!

Der Fußball hat regelmäßig mit Rassismusproblemen zu kämpfen, obwohl die Sportart von sich selbst behauptet, für Vielfalt zu stehen. Wo liegt das Problem?

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Die FIFA, die UEFA, der DFB, eigentlich jeder Fußballverband auf der Welt wird nicht müde zu erwähnen, dass Fußball für Vielfalt steht. Es gibt unzählige PR-Kampagnen, die gegen Rassismus und für Toleranz im Fußball werben. Doch so gut und wichtig diese Kampagnen auch sind, scheinen die Verbände nicht wahrhaben zu wollen, wie groß das Problem tatsächlich ist. Rassistische, homophobe oder sexistische Gesänge sind im Fußball allgegenwärtig und die Sanktionen der Verbände sorgen nicht für Änderung.

Die Schmach von Sofia

Das EM-Qualifikationsspiel zwischen Bulgarien und England beispielsweise stand kurz vor dem Abbruch. Der Schiedsrichter entschied jedoch, das Spiel zu Ende zu bringen. Auch die Engländer gingen diesen Weg mit, obwohl sie vorher angekündigt hatten, bei rassistischen Äußerungen von sich aus das Spielfeld zu verlassen. Hätten die Three Lions dies aber durchgezogen, wäre mit Punktverlust zu rechnen gewesen. England spielte also zu Ende, gewann mit 6-0 und nahm drei wichtige Punkte mit nach Hause.

Doch das ist genau das falsche Signal. Nicht von den Engländern, sondern von der UEFA. Eine Mannschaft, die sich klar gegen Rassismus ausspricht und derartige Äußerung nicht hinnehmen möchte, muss damit rechnen, sportlich bestraft zu werden. Die UEFA pocht darauf, selbst Strafen auszusprechen und nur die Schiedsrichter dürfen über Spielabbrüche entscheiden. Doch die Maßnahmen der UEFA schaffen es schlichtweg nicht, die 0%-Toleranz gegenüber Rassismus durchzusetzen.

Klare Regeln der UEFA

Beim 37. ordentlichen UEFA Kongress im Jahr 2013 wurde eine Anti-Rassismus-Resolution verfasst. In dieser hält die UEFA klar fest, „dass der Rassismus und alle anderen Formen von Diskriminierung ein für alle Mal aus dem Fußball verbannt werden müssen.“ Diese Worte sind mehr als sechs Jahre alt, aber Verbesserungen ist nicht zu spüren. In der Resolution sind nicht nur die Ziele der UEFA festgehalten, sondern auch das Vorgehen bei Verstößen.

Schiedsrichter sollten ein Spiel bei rassistischen Vorfällen unterbrechen, vorübergehend aussetzen oder auch ganz abbrechen. Die dreistufigen Richtlinien der UEFA sehen vor, dass ein Spiel zunächst unterbrochen und per Durchsage eine Warnung ausgesprochen wird. Im nächsten Schritt wird das Spiel vorübergehend ausgesetzt. Letztendlich wird das Spiel – nach Absprache mit den Sicherheitsverantwortlichen – abgebrochen, wenn das rassistische Verhalten anhält. In einem solchen Fall wird das Spiel als Niederlage für die verantwortliche Mannschaft gewertet.

UEFA Anti-Rassismus-Resolution

Spielunterbrechungen sind zwar hin und wieder zu beobachten, doch zu einem Spielabbruch wegen Rassismus ist es bisher nicht gekommen. Nun ist dies zwar auch im Sinne der Spieler, da diese die Spiele unbedingt beenden möchten, nichtsdestotrotz sendet es ein falsches Zeichen aus. Die ausgegebene Null-Toleranz-Politik gegenüber Rassismus ist in ihrer Umsetzung eher eine 20%-Toleranz-Politik. Dazu kommt, dass teilweise die verantwortlichen Nationalverbände Spielabbrüche kritisieren. Der Französische Verbandspräsident Noël Le Graët sagte nach einigen Spielunterbrechungen zu Beginn der Saison:

Wir werden dafür sorgen, dass es keine Banner mehr in den Stadien gibt. Aber Spiele unterbrechen – nein.

Noël Le Graët

Derartige Äußerungen von einem führenden Fußballfunktionär sind nicht hinnehmbar. Auch Frankreichs Präsident Emanuel Macron spricht sich klar dafür aus, die Bekämpfung von Rassismus und Homophobie in den Stadien zu verstärken, doch Noël Le Graët ist weiterhin Chef des FFF und die Spielunterbrechungen haben abgenommen. Es scheint also in den Köpfen der Funktionäre der Irrglaube zu existieren, dass Rassismus, Homophobie und Sexismus nicht gänzlich aus den Stadien verdrängt werden könnten. Die betroffenen Fans sind zu großen Teilen der Meinung ihre Gesänge wären total normal, denn sie gehören einfach dazu.

Rassistisches Verhalten von Fans eines Vereins oder einer Nationalmannschaft ist (bei einem Erstvergehen) mit einer teilweisen Platzsperre zu ahnden, bei welcher der Teil der Tribüne, in dem der rassistische Vorfall stattfand, geschlossen bleibt. Bei einer weiteren Verfehlung sind eine vollständige Platzsperre sowie eine Geldstrafe zu verhängen. Zudem sollte Fans, die rassistischen Verhaltens für schuldig befunden wurden, der weitere Besuch von Spielen von staatlicher Seite verboten werden.

UEFA Anti-Rassismus-Resolution

Würden diese Maßnahmen der UEFA Konsequent umgesetzt, wären Spielabbrüche auch gar kein Thema. Denn bei Spielen ohne Zuschauer sind rassistische Vorfälle unwahrscheinlich. Dies ist ein harter Schritt, der auch den beteiligten Mannschaften nicht gefällt, aber es ist die einzige wirksame Maßnahme. Wer rassistisch auffällt, darf nicht mehr kommen. Gruppenbestrafungen sind zwar kein sonderlich pädagogisches Mittel, doch so könnte ein Umdenken in der Fanszene bewirkt werden. Wenn dieser eine Fanclub immer wieder dafür verantwortlich ist, dass man die Heimspiele seines Lieblingsvereins nicht besuchen darf, wird die Zuneigung gegenüber diesem Fanclub nicht gerade groß ausfallen.

Bulgarische Fans gegen England

Die sogenannten „Fans“ müssen also spüren, dass ihr Verhalten nicht akzeptiert wird und die richtigen Fans dürfen dieses Verhalten ebenfalls nicht länger akzeptieren. Die nächste Möglichkeit konsequent durchzugreifen hat die UEFA im Fall Bulgarien. Dort gab es bereits personelle Konsequenzen, denn der Chef des Bulgarischen Fußballverbandes ist zurückgetreten. Doch das allein wird nicht ausreichen, um den Rassismus aus den Stadien zu verbannen.

Im Geiste des Friedens?

Aktuell besteht neben den Rassismusvorfällen noch ein weiteres Problem, dem sich die UEFA stellen muss. Wie ist mit der türkischen Nationalmannschaft und ihren Solidaritätsbekundigungen gegenüber der türkischen Militäroffensive in Syrien umzugehen? In der Resolution von 2013 gibt es auch dazu klare Worte.

Gemäß ihren Statuten gehört es zu den vorrangigen Zielsetzungen der UEFA, den Fußball in Europa im Geiste des Friedens, der Verständigung und des Fair Plays ohne jegliche Diskriminierung zu fördern.

UEFA Anti-Rassismus-Resolution

Die Militäroffensive des Türkischen Präsident Erdoğan steht definitiv nicht im Geiste des Friedens. Hinzu kommt, dass den sportlichen Akteuren politische Botschaften auf dem Spielfeld untersagt sind. Die türkischen Spieler haben gegen Albanien und Frankreich geschlossen nach ihren Toren salutiert und diese Geste nach den Spielen noch wiederholt. Dies ist ein eindeutiges politisches Statement in die komplett falsche Richtung. Wenn die UEFA 2013 nicht nur Lippenbekenntnisse gegeben hat und ihre Worte ernst meint, muss jetzt eine Bestrafung folgen. Der FC St. Pauli hat beispielsweise hart durchgegriffen und seinen Spieler Cenk Sahin nach einem Instagram Post, in dem er sich mit der Militäroffensive solidarisierte, freigestellt.

Es ist nicht einfach als Sportverband der beliebtesten Sportart der Welt, klare Werte bei den Fußballbegeisterten durchzusetzen. In den unterschiedlichen Ländern gibt es verschiedenste Kulturen und politische Gesinnungen. Doch die UEFA hat sich richtigerweise der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung verschrieben und muss auch dementsprechend handeln. Das gilt auch für die FIFA und alle anderen Fußballverbände. Wer von sich behauptet für Vielfalt zu stehen, darf Rassismus, Homophopbie, Sexismus oder Kriegsunterstützung zu 0% Tolerieren.

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