Connect with us

Allgemein

Rassismus existiert, auch im Fußball!

Der Fußball hat regelmäßig mit Rassismusproblemen zu kämpfen, obwohl die Sportart von sich selbst behauptet, für Vielfalt zu stehen. Wo liegt das Problem?

Published

on

Die FIFA, die UEFA, der DFB, eigentlich jeder Fußballverband auf der Welt wird nicht müde zu erwähnen, dass Fußball für Vielfalt steht. Es gibt unzählige PR-Kampagnen, die gegen Rassismus und für Toleranz im Fußball werben. Doch so gut und wichtig diese Kampagnen auch sind, scheinen die Verbände nicht wahrhaben zu wollen, wie groß das Problem tatsächlich ist. Rassistische, homophobe oder sexistische Gesänge sind im Fußball allgegenwärtig und die Sanktionen der Verbände sorgen nicht für Änderung.

Die Schmach von Sofia

Das EM-Qualifikationsspiel zwischen Bulgarien und England beispielsweise stand kurz vor dem Abbruch. Der Schiedsrichter entschied jedoch, das Spiel zu Ende zu bringen. Auch die Engländer gingen diesen Weg mit, obwohl sie vorher angekündigt hatten, bei rassistischen Äußerungen von sich aus das Spielfeld zu verlassen. Hätten die Three Lions dies aber durchgezogen, wäre mit Punktverlust zu rechnen gewesen. England spielte also zu Ende, gewann mit 6-0 und nahm drei wichtige Punkte mit nach Hause.

Doch das ist genau das falsche Signal. Nicht von den Engländern, sondern von der UEFA. Eine Mannschaft, die sich klar gegen Rassismus ausspricht und derartige Äußerung nicht hinnehmen möchte, muss damit rechnen, sportlich bestraft zu werden. Die UEFA pocht darauf, selbst Strafen auszusprechen und nur die Schiedsrichter dürfen über Spielabbrüche entscheiden. Doch die Maßnahmen der UEFA schaffen es schlichtweg nicht, die 0%-Toleranz gegenüber Rassismus durchzusetzen.

Klare Regeln der UEFA

Beim 37. ordentlichen UEFA Kongress im Jahr 2013 wurde eine Anti-Rassismus-Resolution verfasst. In dieser hält die UEFA klar fest, „dass der Rassismus und alle anderen Formen von Diskriminierung ein für alle Mal aus dem Fußball verbannt werden müssen.“ Diese Worte sind mehr als sechs Jahre alt, aber Verbesserungen ist nicht zu spüren. In der Resolution sind nicht nur die Ziele der UEFA festgehalten, sondern auch das Vorgehen bei Verstößen.

Schiedsrichter sollten ein Spiel bei rassistischen Vorfällen unterbrechen, vorübergehend aussetzen oder auch ganz abbrechen. Die dreistufigen Richtlinien der UEFA sehen vor, dass ein Spiel zunächst unterbrochen und per Durchsage eine Warnung ausgesprochen wird. Im nächsten Schritt wird das Spiel vorübergehend ausgesetzt. Letztendlich wird das Spiel – nach Absprache mit den Sicherheitsverantwortlichen – abgebrochen, wenn das rassistische Verhalten anhält. In einem solchen Fall wird das Spiel als Niederlage für die verantwortliche Mannschaft gewertet.

UEFA Anti-Rassismus-Resolution

Spielunterbrechungen sind zwar hin und wieder zu beobachten, doch zu einem Spielabbruch wegen Rassismus ist es bisher nicht gekommen. Nun ist dies zwar auch im Sinne der Spieler, da diese die Spiele unbedingt beenden möchten, nichtsdestotrotz sendet es ein falsches Zeichen aus. Die ausgegebene Null-Toleranz-Politik gegenüber Rassismus ist in ihrer Umsetzung eher eine 20%-Toleranz-Politik. Dazu kommt, dass teilweise die verantwortlichen Nationalverbände Spielabbrüche kritisieren. Der Französische Verbandspräsident Noël Le Graët sagte nach einigen Spielunterbrechungen zu Beginn der Saison:

Wir werden dafür sorgen, dass es keine Banner mehr in den Stadien gibt. Aber Spiele unterbrechen – nein.

Noël Le Graët

Derartige Äußerungen von einem führenden Fußballfunktionär sind nicht hinnehmbar. Auch Frankreichs Präsident Emanuel Macron spricht sich klar dafür aus, die Bekämpfung von Rassismus und Homophobie in den Stadien zu verstärken, doch Noël Le Graët ist weiterhin Chef des FFF und die Spielunterbrechungen haben abgenommen. Es scheint also in den Köpfen der Funktionäre der Irrglaube zu existieren, dass Rassismus, Homophobie und Sexismus nicht gänzlich aus den Stadien verdrängt werden könnten. Die betroffenen Fans sind zu großen Teilen der Meinung ihre Gesänge wären total normal, denn sie gehören einfach dazu.

Rassistisches Verhalten von Fans eines Vereins oder einer Nationalmannschaft ist (bei einem Erstvergehen) mit einer teilweisen Platzsperre zu ahnden, bei welcher der Teil der Tribüne, in dem der rassistische Vorfall stattfand, geschlossen bleibt. Bei einer weiteren Verfehlung sind eine vollständige Platzsperre sowie eine Geldstrafe zu verhängen. Zudem sollte Fans, die rassistischen Verhaltens für schuldig befunden wurden, der weitere Besuch von Spielen von staatlicher Seite verboten werden.

UEFA Anti-Rassismus-Resolution

Würden diese Maßnahmen der UEFA Konsequent umgesetzt, wären Spielabbrüche auch gar kein Thema. Denn bei Spielen ohne Zuschauer sind rassistische Vorfälle unwahrscheinlich. Dies ist ein harter Schritt, der auch den beteiligten Mannschaften nicht gefällt, aber es ist die einzige wirksame Maßnahme. Wer rassistisch auffällt, darf nicht mehr kommen. Gruppenbestrafungen sind zwar kein sonderlich pädagogisches Mittel, doch so könnte ein Umdenken in der Fanszene bewirkt werden. Wenn dieser eine Fanclub immer wieder dafür verantwortlich ist, dass man die Heimspiele seines Lieblingsvereins nicht besuchen darf, wird die Zuneigung gegenüber diesem Fanclub nicht gerade groß ausfallen.

Bulgarische Fans gegen England

Die sogenannten „Fans“ müssen also spüren, dass ihr Verhalten nicht akzeptiert wird und die richtigen Fans dürfen dieses Verhalten ebenfalls nicht länger akzeptieren. Die nächste Möglichkeit konsequent durchzugreifen hat die UEFA im Fall Bulgarien. Dort gab es bereits personelle Konsequenzen, denn der Chef des Bulgarischen Fußballverbandes ist zurückgetreten. Doch das allein wird nicht ausreichen, um den Rassismus aus den Stadien zu verbannen.

Im Geiste des Friedens?

Aktuell besteht neben den Rassismusvorfällen noch ein weiteres Problem, dem sich die UEFA stellen muss. Wie ist mit der türkischen Nationalmannschaft und ihren Solidaritätsbekundigungen gegenüber der türkischen Militäroffensive in Syrien umzugehen? In der Resolution von 2013 gibt es auch dazu klare Worte.

Gemäß ihren Statuten gehört es zu den vorrangigen Zielsetzungen der UEFA, den Fußball in Europa im Geiste des Friedens, der Verständigung und des Fair Plays ohne jegliche Diskriminierung zu fördern.

UEFA Anti-Rassismus-Resolution

Die Militäroffensive des Türkischen Präsident Erdoğan steht definitiv nicht im Geiste des Friedens. Hinzu kommt, dass den sportlichen Akteuren politische Botschaften auf dem Spielfeld untersagt sind. Die türkischen Spieler haben gegen Albanien und Frankreich geschlossen nach ihren Toren salutiert und diese Geste nach den Spielen noch wiederholt. Dies ist ein eindeutiges politisches Statement in die komplett falsche Richtung. Wenn die UEFA 2013 nicht nur Lippenbekenntnisse gegeben hat und ihre Worte ernst meint, muss jetzt eine Bestrafung folgen. Der FC St. Pauli hat beispielsweise hart durchgegriffen und seinen Spieler Cenk Sahin nach einem Instagram Post, in dem er sich mit der Militäroffensive solidarisierte, freigestellt.

Es ist nicht einfach als Sportverband der beliebtesten Sportart der Welt, klare Werte bei den Fußballbegeisterten durchzusetzen. In den unterschiedlichen Ländern gibt es verschiedenste Kulturen und politische Gesinnungen. Doch die UEFA hat sich richtigerweise der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung verschrieben und muss auch dementsprechend handeln. Das gilt auch für die FIFA und alle anderen Fußballverbände. Wer von sich behauptet für Vielfalt zu stehen, darf Rassismus, Homophopbie, Sexismus oder Kriegsunterstützung zu 0% Tolerieren.

Allgemein

Mourinho, ten Hag, Allegri… Wer wird neuer Bayern Trainer?

Auf der Suche nach einem Nachfolger von Niko Kovač erhielten die Bayern bereits einige Absagen. Wir geben einen Überblick, wer es am Ende werden könnte.

Published

on

Nach der Entlassung von Niko Kovač übernimmt vorerst Hansi Flick den Trainerposten beim deutschen Rekordmeister. Am Samstag konnte dieser seinen ersten großen Erfolg feiern. Im Spitzenspiel des 11. Spieltags schlug er mit den Bayern den großen Rivalen Borussia Dortmund deutlich mit 4-0. Doch der ehemalige Co-Trainer der Nationalmannschaft ist eigentlich nur eine Interimslösung. Bayern-Boss Rummenigge kündigte zwar nach dem Spiel an, „bis auf weiteres“ mit Flick als Trainer arbeiten zu wollen, aber ursprünglich war angedacht, dass bis zum nächsten Spiel in Düsseldorf eine Lösung vorgestellt wird.

Es gibt also reichlich Zeit für Spekulationen bis zum Düsseldorf Spiel. Unzählige Namen kursieren an der Säbener Straße. Mourinho, Wenger, ten Hag, Allegri, van Bommel, Rangnick, Tuchel… Doch zur Zeit erreichen den FC Bayern fast ebenso viele Absagen. Tuchel steht nicht für den Job zur Verfügung. Auch ten Hag versichert, die Saison bei Ajax zu beenden. Rangnick bleibt der Red Bull-Familie erhalten und zwischen Wenger und Bayern scheint noch nicht ganz klar, ob eine Zusammenarbeit in Frage kommt. Beide Seiten geben zu diesem Thema widersprüchliche Aussagen an die Öffentlichkeit. Doch gibt es dann überhaupt ernsthafte Optionen, die den FC Bayern noch diese Saison übernehmen könnten?

Wer bleibt übrig?

José Mourinho und Massimiliano Allegri sind die einzigen Kandidaten, die momentan ohne Verein sind. Außerdem gibt es noch einen zuletzt sehr erfolgreichen Trainer, der mit seinem Verein aktuell in einer Krise steckt: Mauricio Pochettino. Für Tottenham läuft die Saison alles andere als Rund. Nicht nur die deutliche 7:2 Heimniederlage gegen den FC Bayern in der Champions League, sondern auch die momentane Situation in der Premier League zeugen von der Krise, in der sich der Champions League-Finalist des Vorjahres befindet. Zu einer Entlassung des Trainers führt diese Schwächephase zwar höchstwahrscheinlich nicht, aber Pochettino wäre nicht der erste Trainer, der in einer solchen Situation eine neue Herausforderung sucht.

Diese drei wären vermutlich die heißesten Kandidaten für eine Sofortlösung. Dazu kommt Erik ten Hag, aufgrund seiner Spielweise mit Ajax und seiner Bayern-Vergangenheit, als wahrscheinlichste Langzeitlösung im kommenden Sommer. Wir werfen einen genaueren Blick auf diese Trainer und versuchen herauszuarbeiten, wie die beste Lösung für den FC Bayern aussehen könnte.

José Mourinho

The Special One ist auf jeden Fall ein Trainer von Weltformat. Seine Titelsammlung ist beeindruckend und er gehört zu den wenigen Trainern, die es schafften die Champions League mit zwei verschiedenen Vereinen zu gewinnen. Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass sein letzter Champions League Sieg bereits mehr als neun Jahre zurückliegt und auch der letzte Ligatitel ist schon mehr als vier Jahre her.

Was definitiv für Mourinho spricht, ist, dass seine Mannschaften stets eine gute Defensive haben. In seiner letzten kompletten Saison bei Manchester United fing seine Mannschaft nur 28 Gegentore in 38 Spielen und war damit die zweitbeste Abwehr, hinter Meister Manchester City. Dem FC Bayern fehlt momentan genau diese defensive Stabilität. Gegen Paderborn und Augsburg gab es jeweils zwei Gegentore und zuletzt gegen Frankfurt sogar fünf.

Gegen Mourinho spricht allerdings seine Unberechenbarkeit. Bei all seinen Stationen hat sich der Portugiese mit einzelnen Spielern oder gar Vereinsbossen in die Haare gekriegt. Derartige Eskapaden würden dem FC Bayern nicht gut tun, da die Verantwortlichen in den letzten Jahren genug Skandale zu bewältigen hatten. Andererseits schafft es Mourinho sehr gut, alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und so seine Mannschaft oder andere Vereinsmitglieder aus der Schusslinie zu nehmen. Außerdem lernt er angeblich seit einigen Jahren Deutsch, um einmal in der Bundesliga arbeiten zu können.

Massimiliano Allegri

Von etwas weniger Weltruhm umgeben, aber ebenfalls mit sehr erfolgreicher Vergangenheit ist der ehemalige Juve Trainer Massimiliano Allegri. Der Italiener gewann in den letzten fünf Jahren in Folge mit der alten Dame die Meisterschaft und musste trotzdem im Sommer seinen Trainerstuhl für Maurizio Sarri räumen. Nach dem Aus im Viertelfinale der Champions League und im Halbfinale des Coppa Italia sahen die Verantwortlichen von Juventus Handlungsbedarf.

Trotz dieser Trennung hatte Allegri sehr erfolgreiche Jahre in Turin. Neben den fünf Meisterschaften gewann er vier Mal den Pokal und erreichte zweimal das Champions League Finale. Er war also maßgeblich daran beteiligt, dass Juventus wieder zu alter Stärke gelangte und heute in der Lage ist Weltstars, wie Cristiano Ronaldo anzulocken. Neben diesen Erfolgen bei Juve war er für den letzten Meistertitel eines anderen italienischen Vereins verantwortlich. Im Jahr 2011 mit dem AC Mailand.

Außerdem zeichneten sich Allegris Meistermannschaften stets durch eine gute Defensive aus. In allen fünf Saisons, in denen er Trainer von Juve war, fing die Mannschaft die wenigsten Gegentore der Liga. Dieser Mann hat also zweifelsohne bewiesen, dass er einen Branchenprimus adäquat führen kann. Doch es besteht trotzdem ein großes Problem. Allegri spricht kein Deutsch und die Bayern Bosse legen großen Wert darauf, dass der neue Trainer der deutschen Sprache mächtig ist.

Mauricio Pochettino

Wie bereits erwähnt, steckt der Argentinier mit den Spurs momentan tief in der Krise. Schon vor der Saison gab es reichlich Wechselgerüchte um den erfolgreichen Coach. Vor allem mit Real Madrid wurde er immer wieder in Verbindung gebracht. Doch Pochettino blieb in London. Er blieb vielleicht zu lange. Denn jetzt läuft, das erste Mal in seiner Amtszeit, nicht alles nach Plan. In der Premier League steht die Mannschaft nur im Mittelfeld. Im Carabao Cup ist man bereits im September gegen den Drittligisten Colchester ausgeschieden. Nur in der Champions League scheint der Einzug ins Achtelfinale zu gelingen.

Um seinen Job fürchten muss sich Pochettino, aufgrund der jüngsten Entwicklungen, aber nicht, da er einen großen Kredit bei den Tottenham Verantwortlichen hat. Er formte aus den Spurs in den vergangenen Jahren einen ernst zu nehmenden Titelkandidaten und das ohne viel Geld zu investieren. Jahr für Jahr musste er auf das gleiche Spielermaterial setzen, da die Bosse kein Geld in die Hand nehmen wollten. Pochettino machte aus der Not eine Tugend und entwickelte einige Talente zu echten Weltstars. Alli, Eriksen, Son und vor allem Kane nutzten ihre Chance und gaben Tottenham ein neues, offensives Gesicht.

Dass diese Spieler, die heute zu den besten der Welt zählen, noch immer für Tottenham aktiv sind, hängt maßgeblich mit Pochettino zusammen. Pochettino hat sich, trotz lukrativer Angebote aus Manchester oder Madrid, zu Tottenham bekannt und seine Spieler taten es ihm gleich. Im Sommer 2019 gipfelte der Aufstieg Tottenhams, zu einem europäischen Top Klub, mit dem Einzug ins Champions League Finale, das bekanntermaßen gegen Klopps Liverpool verloren wurde. Pochettino hat bewiesen, dass er ein sehr guter Trainer ist. Außerdem hat er stets durch seine besonnene, sachliche Art überzeugt. Jetzt sollte er nur den richtigen Moment erkennen, um weiterzuziehen und Tottenham zu verlassen. Bis auf die fehlenden Deutschkenntnisse würde er sehr gut zu den Bayern passen.

Erik ten Hag

Spätestens seit der letzten Champions League Saison ist Erik ten Hag jedem Fußballfan ein Begriff. Mit den jungen, wilden aus Amsterdam wirbelte er die Königsklasse ganz schön durcheinander. Die Spielweise von Ajax erinnerte dabei an die glorreichen Zeiten der 70er Jahre, mit Großmeister Johan Cruyff. Jäh gestoppt wurde die Reise erst in der 95. Minute des Halbfinalrückspiels gegen Mauricio Pochettinos Tottenham. Doch Ajax und ten Hag ließen sich davon nicht beirren und machen einfach weiter wie zuvor.

Trotz der Abgänge von Kapitän Matthijs de Ligt und Mittelfeldstratege Frenkie de Jong spielt Ajax bisher erneut eine starke Champions League Saison. In einer Gruppe mit Chelsea, Valencia und Lille haben die Niederländer nach vier Spielen bereits zehn Tore geschossen und führen die Gruppe an. Auch in der Liga steht man auf Platz eins und das mit sechs Punkten Vorsprung nach gerade einmal 12 Spielen.

Doch das wahrscheinlich wichtigste, neben dem augenscheinlichen Erfolg von ten Hags Mannschaft, ist ihre Spielweise. Die Spieler von Ajax sprühen nur so vor Kreativität und man sieht ihnen an, dass sie Spaß haben am Fußballspielen. Es ist offensiver Vollgasfußball, der die Herzen der Fans erwärmt. Dieser Spielstil würde jedem Verein auf der Welt gut tun und wohl vor allem dem FC Bayern, der seit dem Abgang von Pep Guardiola nach einer neuen Philosophie sucht.

Diesmal wird es nicht Jupp Heynckes

Mit Kovač und Ancelotti war man auf dieser Suche nicht erfolgreich. Lediglich Jupp Heynckes schaffte es einmal mehr, den FC Bayern unschlagbar erscheinen zu lassen. Nur scheint es diesmal so, als seie Heynckes tatsächlich in Rente gegangen. Es gibt momentan Trainer auf dem Markt, die das Weltformat haben, das dem Münchener Selbstverständnis entspricht. Die naheliegendste Lösung wäre dennoch Erik ten Hag. Denn dieser hat bereits zwischen 2013 und 2015 die zweite Mannschaft des FC Bayern trainiert und beweist mit Ajax, wie man schönen und erfolgreichen Fußball kombinieren kann. Doch, ob der FC Bayern bereit ist, fast eine ganze Saison mit einem Interimstrainer zu überbrücken, um auf ten Hag zu warten, steht auf einem anderen Blatt. Wir dürfen gespannt sein, was für eine Lösung Uli Hoeneß in wenigen Wochen präsentiert.

Continue Reading

Allgemein

Gewalt gegen Schiris, Zuschauer und Spieler – Langzeitstrafen im Profifußball

Die Gewalttaten gegen Schiedsrichter häufen sich. Dementsprechend werden immer höhere Strafen gefordert. Einige Profis kennen sich mit langen Sperren aus.

Published

on

Am 27.10. wurde ein 22-jähriger Schiedsrichter in einem Kreisligaspiel bewusstlos geschlagen und musste von einem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Passend zu diesem unschönen Vorfall streikten zur gleichen Zeit die Berliner Schiedsrichter. Sie wollten ein Zeichen setzen, weil immer mehr Gewalt gegen Schiedsrichter aufkommt. In Berlin wurden durch diesen Streik mehr als 1000 Amateurpartien abgesagt. Die Schiedsrichter zeigen, dass Fußball ohne sie nicht funktioniert und dass sie keine Gewalt tolerieren.

Als Konsequenz auf den Faustschlag im hessischen Münster löste der Vereinsvorstand die Mannschaft des verantwortlichen Spielers auf. Die persönliche Strafe für den Spieler steht noch nicht fest, doch von vielen wird gefordert, Spieler für derartige Vergehen lebenslang sperren zu lassen. Auch im Profifußball kommt es immer wieder zu Gewalt gegenüber Schiedsrichtern, Gegenspielern oder auch Fans. Wir haben uns angeschaut, was die härtesten Strafen im Profifußball waren.

Levan Kobiashvili

Das jüngste Beispiel für Gewalt gegen Schiedsrichter in der Bundesliga findet sich im Jahr 2012. Der heutige Präsident des georgischen Fußballverbands Levan Kobiashvili, damals Profi bei Hertha BSC, versuchte nach der verlorenen Relegation gegen Fortuna Düsseldorf den Schiedsrichter Wolfgang Stark mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Dieser schaffte es, nach eigener Aussage, sich wegzuducken und kam mit einem Bluterguss im Nacken davon. Laut Stark rettete ihn zudem nur das Treppengeländer davor zu stürzen.

Stark zeigte den Hertha Spieler noch in der Schiedsrichterkabine wegen Körperverletzung an. Kobiashvili versuchte nicht sich herauszureden und gab den Vorfall zu. Infolgedessen wurde er vom DFB zur bisher längsten Sperre überhaupt verurteilt. Kobiashvili durfte siebeneinhalb Monate lang, keine Spiele für die alte Dame bestreiten.

Eric Cantona

Einer der berühmtesten Ausraster der Fußballgeschichte richtete sich weder gegen einen Schiedsrichter noch gegen einen Gegenspieler, sondern gegen einen Fan. Im Jahr 1995 brannten Eric Cantona, dem französischen Superstar in Diensten Manchester Uniteds, komplett die Sicherungen durch. Im Spiel gegen Crystal Palace flog der Stürmer mit glatt rot vom Platz. Beim verlassen des Spielfeldes wurde er von einem Anhänger von Palace beschimpft und bespuckt, was ihn dazu veranlasste, den Fan mit einem Kung-Fu-Tritt zu attackieren.

Cantona zeigt auch heute wenig Reue für seinen beinahe 25 Jahre zurückliegenden Ausraster. Laut eigener Aussage würde der Franzose heute nichts anderes in der Situation tun, außer noch härter zuzutreten. Dem englischen Fußballverband hat schon der Tritt von ’95 ausgereicht, um Cantona für ganze sechs Monate zu sperren.

Luis Suárez

Ein weiterer Weltklassestürmer, der seine Nerven nicht immer im Griff hat, spielt aktuell beim FC Barcelona. Luis Suárez liefert seit vielen Jahren absolute Topleistungen. Doch hätte er wahrscheinlich noch einige Tore mehr erzählt, wenn er zwischendurch nicht immer wieder für mehrere Wochen gesperrt gewesen wäre.

Bereits 2010, damals noch für Ajax Amsterdam, fiel Suárez das erste Mal unangenehm durch eine Bissattacke auf. Diese Beißere machte der Uruguayer im weiteren Verlauf seiner Karriere zu seinem unschönen Markenzeichen. Denn auch bei seinem nächsten Klub, dem FC Liverpool und für die Nationalmannschaft der Urus konnte er seien Kauleiste nicht zurückhalten. Insgesamt biss er schon dreimal während eines Fußballspiels seinen Gegenspieler. Die erste Attacke brachte ihm sieben Spiele Sperre ein, die zweite zehn Spiele und die dritte neun Spiele Sperre für Uruguay und vier Monate für alle anderen Mannschaften.

Und diese Ausfallzeiten aufgrund seiner Beißattacken sind nicht die einzigen Sünden des Luis Suárez. Er wurde außerdem im Jahr 2011 wegen rassistischer Beleidigungen seines Gegenspielers Patrice Evra zu acht Spielen Sperre verurteilt. Der Superstar aus Uruguay hat in seiner Karriere also schon sehr viel Zeit selbstverschuldet auf der Tribüne verbracht.

Timo Konietzka

In Deutschland kam es auch schon vor mehr als 50 Jahren zu Gewalt gegen Schiedsrichter. Im Jahr 1966 wurde der damalige 1860 München Profi Timo Konietzka handgreiflich gegen den Schiedsrichter. Dieser hatte zuvor ein vermeintliches Handspiel eines BVB Spielers übersehen. Konietzka soll ihn daraufhin vor die Brust gestoßen, gegen das Schienbein getreten und die Pfeife weggeschlagen haben. Der Spieler selbst beteuerte stets seine Unschuld. Trotzdem wurde er vom DFB zu einer sechsmonatigen Strafe verurteilt.

Doch er war nicht der Einzige, der den Schiedsrichter in diesem angegangen ist. Auch sein Mitspieler Manfred Wagner soll etwas zu viel Körperkontakt mit dem Unparteiischen gehabt haben und ihm wurde vom DFB eine etwas mildere Strafe von „nur“ drei Monaten aufgebrummt.

Schutz für Schiedsrichter?

Es gab also auch im Profifußball schon häufiger Probleme mit Gewalt gegen Schiedsrichtern. Doch das verdeutlicht nur, wie tiefgreifend das Problem ist. Ein Berliner Landesligist entschied sich aufgrund der aktuellen Lage dazu, die Schiedsrichter ab sofort durch einen externen Sicherheitsdienst schützen zu lassen. Dass es überhaupt zu solchen Maßnahmen kommen muss, ist sehr traurig. Denn gerade im Amateurbereich wird Fußball gespielt, um Spaß zu haben und die Schiedsrichter engagieren sich freiwillig, damit Woche für Woche die Spieler ihrer Leidenschaft nachgehen können.

Vor allem auf dieser Ebene sollten Fair-Play und ein friedliches Miteinander gelebt werden. Jeder Amateur opfert seine Freizeit dem Fußball, weil es seine Leidenschaft ist, doch Vorfälle wie in Münster machen den Sport kaputt. So bleibt vom Sonntag nicht das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Freude über ein tolles Spiel, sondern ein Unwohlsein und Angst.

Continue Reading

Allgemein

Neue Klub WM ab 2021 – trotz Widerstand durchgepeitscht

Die FIFA beschließt eine neue Klub WM ab 2021. Diese soll den Confed Cup ersetzen. Wie man die FIFA kennt, ist dabei natürlich nicht alles frei von Kritik.

Published

on

Gianni Infantino ist ein Mann großer, pathetischer Worte, wenn es ihm passt. So sagte er beispielsweise „Die Weltmeisterschaft 2022 in Katar wird die allerschönste WM.“ und die geplante Neuauflage der Klub WM ab 2022 bezeichnet er als „historisch“. Angesprochen auf die Menschenrechtslage in China hingegen gibt es seiner Meinung nach verschiedene Meinungen: „Jeder kann sagen, was er will.“

Der sonst so redselige Infantino bleibt bei für ihn unpassenden Themen gerne recht still. Er verweist lieber auf die positiven Seiten des Fußball und möchte „nicht so naiv“ sein und glauben, dass der Fußball alle Probleme auf der Welt lösen könnte. Mit Scheuklappen auf den Augen die eigenen Interessen verfolgen und möglichst immer positiv bleiben, scheint seine Devise zu sein.

UEFA möchte keine Klub WM

So auch bei der Planung der neuen Klub WM, die erstmals 2021 in China ausgetragen werden soll. Es gab schon vor Monaten enormen Widerstand gegen das Projekt, vor allem aus Europa. Die UEFA sieht in dem neuen Wettbewerb einen Konkurrenten zur Champions League. Außerdem bemängelt der Verband, dass der Spielplan extra für das Turnier angepasst werden müsse. Und, ganz abgesehen davon, ist ein weiteres Turnier, für die völlig überbeanspruchten Profis, reines Gift.

The FIFA Council convened today in Shanghai and voted on a number of key decisions.FULL STORY👉https://fifa.to/qtskMXjy20

Gepostet von FIFA am Donnerstag, 24. Oktober 2019

Infantino hält von diesen Argument, wenig überraschend, nichts. Er ließ sich dennoch auf einen kleinen Kompromiss mit der UEFA ein und beschränkte die Teilnehmerzahl europäischer Mannschaften auf acht, statt wie zuvor geplant 12 Teams. Neben diesen acht europäischen Teilnehmern werden 16 weitere Mannschaften um den Titel mitspielen. Südamerika stellt dabei mit sechs die zweitmeisten Vertreter. Mittel- und Nordamerika entsenden genau wie Afrika und Asien jeweils drei Teams und der ozeanische Verband eines.

Neue Fußballmacht China?

Das Turnier soll alle vier Jahre stattfinden und den Confederations Cup ersetzen, der bis jetzt als Vorbereitung auf die WM stattfand. Als erster Austragungsort wurde China auserkoren. Die Wirtschaftsmacht ist, nicht nur aufgrund ihrer teilweise prekären Menschenrechtslage, eine interessante Wahl. Es heißt nämlich, dass diese Entscheidung ein Vorbote für die Vergabe der WM 2030 sei. Um diese möchte sich die Volksrepublik angeblich bemühen. Der Staatspräsident, Xi Jinping, soll zudem das Ziel ausgegeben haben, beim Turnier im eigenen Land den Titel zu gewinnen.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping

Vor diesem Turnier stehen jedoch noch die angesprochene Winter-WM 2022 in Katar und die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko an. Ob China sich innerhalb der nächsten 11 Jahre zum ernsthaften Titelkandidaten entwickelt, ist mindestens fraglich. Doch dieses Land hat vor allem im Sport schon häufig bewiesen, zu was es in der Lage ist, wenn die wichtigen Männer es so wollen.

FIFA in a nutshell

Die FIFA möchte nun auch mehr vom großen Kuchen Vereinsfußball abhaben. Inwieweit die Klub WM ein ernstzunehmendes, medienwirksames Turnier wird, muss sich aber noch zeigen. Doch der Weltverband beweist einmal mehr wenig Fingerspitzengefühl bei der Wahl des Austragungsortes. Scheinbar wurde aus vergangenen Fehlern bisher nichts gelernt. Da werden unliebsame Themen wie Menschenrechtsverletzungen gerne Mal hinten angestellt und lieber das schöne am geliebten Fußball hervorgehoben. Denn der zaubere, laut Infantino, den Menschen ein „Lächeln ins Gesicht“. Na dann… ist ja alles gut.

Continue Reading

Allgemein

Tiefgreifende Krise oder kurze Schwächephase – Wie sieht die Zukunft des deutschen Fußballs aus?

Steckt der deutsche Fußball in einer Krise oder wird der kurzfristig ausbleibende Erfolg zu sehr überhöht? Der DFB sucht neue Wege nach oben.

Published

on

Das Ausscheiden in der Gruppenphase bei der WM 2018 in Russland war ein historisch schlechtes Ergebnis. Nun, mehr als ein Jahr später, verliert die deutsche Nationalmannschaft ihr EM-Qualifikationsspiel zuhause gegen die Niederlande verdient mit 2-4 und kommt gegen allenfalls mittelmäßig besetzte Argentinier nicht über ein 2-2 hinaus. Der deutsche Fußball gehört momentan nicht zur Weltspitze. Doch wie tiefgreifend ist dieses Problem wirklich und was tun der DFB und die Vereine, um bald wieder ganz oben zu stehen?

Kompetenzzentrum DFB-Akademie

Der DFB stellt sich neu auf, zwar nicht personell, aber zumindest infrastrukturell. Nach den vergangenen Leistungen ist auch den letzten Optimisten klar geworden, dass Deutschland anderen Nationen in zu vielem hinterherhinkt. Deshalb baut der DFB nun ein neues, modernes Zentrum der Innovation – die DFB-Akademie. (Mehr zur Akademie hier.)

Die neue Akademie soll der Ort sein, an dem alle Fäden zusammenlaufen und an dem das Wissen des deutschen Fußballs seine gebündelte Kraft entfaltet. Nach dem Vorbild anderer Länder entworfen, sollen an diesem Ort sowohl die Trainer- als auch die Spielerausbildung stattfinden. Das wichtigste Grundprinzip soll darin bestehen, über den Tellerrand hinauszuschauen. Denn dem deutschen Fußball fehlt laut den Verantwortlichen vor allem eins: Die sogenannten „Unterschiedspieler“.

Für Christian Streich liegt das Problem bereits in der kindlichen Ausbildung begründet. Er ist der Meinung, dass Kinder in Spielformen mit wesentlich längeren und häufigeren Ballbesitzzeiten entwickelt werden müssten. Denn aufgrund eben dieser Prinzipien entstünden beispielsweise in Belgien reihenweise Ausnahmefußballer, à la Kevin de Bruyne.

Schlechte Ergebnisse sind nicht gleich Krise

Doch wie groß sind die Probleme des deutschen Fußballs wirklich? Ein Blick auf die bisherigen Weltmeister des 21. Jahrhunderts zeigt, dass ein Ausscheiden in der Gruppenphase der nächsten WM keine Ausnahme ist, sondern die Regel. Genauso ist das Ausscheiden der beiden deutschen Hoffnungen in der Champions League bereits im Achtelfinale keinesfalls alljährlich. Seit dem deutschen Finale 2013 hat der FC Bayern in vier von sechs Saisons das Champions League Halbfinale erreicht und ist in den beiden anderen jeweils gegen den späteren Sieger ausgeschieden.

Außerdem gehört auch zur Wahrheit dazu, dass die DFB-Elf das Hinspiel in der EM-Qualifikation gegen die Niederlande gewinnen konnte. Also scheint diese verjüngte Mannschaft sich auch auf internationaler Ebene nicht verstecken zu müssen. Jürgen Klopp ist da ähnlicher Meinung. Er sieht in der Nationalmannschaft momentan nahezu jede Position mit absoluten Top-Spielern besetzt und hält auch die Wichtigkeit der finanziellen Mittel von Vereinen für überbewertet.

Auch BVB Boss Hans-Joachim Watzke stimmt in diesen Tenor mit ein und gibt zwar zu, dass die Wahrscheinlichkeit einen Titel zu gewinnen, mit höheren finanziellen Mitteln steigt. Aber gleichzeitig sei es am wichtigsten gute Arbeit zu leisten. Die richtigen Leuten sind laut Jürgen Klopp entscheidender, als die finanziellen Möglichkeiten eines Vereins.

Die richtigen Leute, am richtigen Ort und alles funktioniert. Die falschen Leuten, am richtigen Ort und beide Systeme (mit und ohne 50+1 anm. der Red.) sind problematisch.

Jürgen Klopp

Spannende ZDF Doku

In der ZDF Dokumentation „Wo steht der deutsche Fußball im Jahr 2019?“ analysiert Béla Rethy ausführlich die momentane Situation. Er führt Interviews mit interessanten Gesprächspartnern und geht der Frage auf den Grund, ob der deutsche Fußball momentan in einer Krise steckt. Abschließend sind sich alle Beteiligten einig, dass die Probleme nicht überinterpretiert werden sollten, aber Deutschland nichtsdestotrotz in einigen Bereichen Nachholbedarf hat. Mit der DFB-Akademie werden erste Maßnahmen ergriffen, um Fußballdeutschland zu reformieren, aber das allein reicht noch nicht aus, um wieder zur absoluten Weltspitze zu gehören.

Es wird auch in Zukunft darauf ankommen, die Augen offen zu halten und sich nicht vor Neuerungen zu verschließen. Denn selbst die beste Akademie führt nicht zum Erfolg, wenn dort so weiter gearbeitet wird wie zuvor. Der deutsche Fußball hat sich zu lange auf seinen Lorbeeren ausgeruht und wurde von anderen Nationen überholt. Doch diese Nationen sind keineswegs uneinholbar enteilt und der DFB hat längst mit der Aufholjagd begonnen.

Continue Reading

Allgemein

Leichtathletik Desaster in Doha – ein Vorgeschmack auf die Fußball WM?

Bei der Leichtathletik WM in Doha gibt es ohne Ende Probleme. Die Hitze, die fehlende Stimmung und und und… Wird das bei der Fußball WM 2022 genauso?

Published

on

Als Armand Duplantis gegen 22 Uhr Ortszeit die 5,97 Meter überspringt, hätte eigentlich frenetischer Jubel aufbranden müssen. Der 19-jährige Schwede bringt alles mit, was ein angehender Leichathletikstar benötigt. Er liebt es mit dem Publikum zu spielen – seine Gesichtsausdrücke nach gelungenen Sprüngen zaubern allen Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht. Doch an diesem Abend jubelt nur eine kleine Menge mitgereister schwedischer Fans und sein Trainerteam, bestehend aus Mama und Papa. Denn das Stadion in Doha ist einmal mehr (fast) leer.

Duplantis gewinnt am Ende Silber hinter dem US-Amerikaner Sam Kendricks und vor dem Polen Piotr Lisek. Und all das, was an diesem Abend an Sportbegeisterung von den Rängen fehlt, machen diese Drei durch ihren unnachahmlich Umgang miteinander wett. Stabhochsprung ist zwar eigentlich eine Individualsportart, aber die Springer haben den Gemeinschaftsgedanken des Sports wirklich verinnerlicht und der ärgste Konkurrent um den WM-Titel ist immer auch der erste Gratulant nach einem gelungen Sprung. Genau diese Bilder der fairen Sportsmänner lassen erahnen, was die Leichtathletik-WM für ein riesiges Begeisterungspotenzial haben könnte – fände sie nicht in Doha statt.

Duplantis, Lisek und Kendricks nach dem letzten Fehlversuch des Schweden

Keine Zuschauer, aber Hitze

Höchsttemperaturen von über 40 Grad und schwindelerregende Luftfeuchtigkeit sind gerade für Ausdauersportarten eine Katastrophe. Beim Marathon der Frauen kamen 28 von 68 Läuferinnen nicht einmal im Ziel an. Von den restlichen Frauen waren viele derart erschöpft, dass sie nach dem Rennen auf Rollstühle angewiesen waren. Hinzukommt, dass die Einwohner des kleinen Emirates kaum Begeisterung für die Leichtathletik zu haben scheinen. Das Fassungsvermögen des Khalifa International Stadium wurde zwar schon von 40 Tausend auf unter 20 Tausend reduziert, aber von vollen Rängen kann trotzdem keinesfalls die Rede sein.

So war das Stadion am Sonntag laut offiziellen Angaben nur zu unter 50% ausgelastet. Wie viel Zuschauer genau da waren, wurde nicht verraten, aber es machte den Anschein, als seien mehr Plätze frei gewesen als belegt. Hinzukommt, dass die meisten der wenigen „Fans“ Gastarbeiter aus Äthiopien sind, die freien Eintritt zu den Veranstaltungen erhalten. Diese Notlösung der Verantwortlichen ist jedoch auch nicht ideal, denn die Äthiopier machen zwar bei den Laufwettbewerben auf Langstrecke ordentlich Stimmung, aber ansonsten fehlt ihnen die „Erfahrung“ als Leichtathletikpublikum. So waren sie zum Beispiel vor Beginn der 100 Meter Sprints sehr laut und störten damit die Sportler in ihrer Konzentration.

100 Meter Sprint Weltmeister Christian Coleman vor leeren Rängen

Nun stellt sich natürlich mit Blick auf die nächste Fußball WM die Frage: Haben wir Ähnliches zu erwarten? Schon im Vorfeld macht das Turnier jede Menge Negativschlagzeilen. Die Arbeitsbedingungen beim Bau der Stadien, die Verlegung der WM in den Winter und nicht zuletzt die mehr als bedenkliche Menschenrechtslage. Außerdem warf schon die Vergabe der WM 2022 nach Katar einige Fragen auf und die allgegenwärtige Korruption war und ist einmal mehr Thema bei der FIFA.

Die Winter WM

Doch das Turnier wird in Katar stattfinden und es wird im Winter stattfinden. Genaugenommen vom 21. November bis zum 18. Dezember 2022. Durch diese erstmalige Verlegung einer Fußballweltmeisterschaft in den Winter wollen die Verantwortlichen das Problem der extremen Hitze umgehen. In Doha herrschen im Dezember vergleichsweise milde Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad. Dadurch wird auch der immense Energieaufwand der Stadien etwas reduziert. Bei der Leichtathletik-WM wird nämlich innerhalb des Stadions versucht, die Temperaturen durch Klimaanlagen auf erträglichem Niveau zu halten.

Doch dann wäre da noch das Zuschauerproblem. Denn die katarische Bevölkerung ist in den Fußball auch nicht sonderlich mehr involviert als in die Leichtathletik. Die Hoffnung der Veranstalter: Der Publikumsmagnet Fußball schafft es, die Massen nach Katar zu treiben. Auf touristische Attraktionen, die dabei einen weiteren Anreiz bieten, kann sich das Land dabei nicht verlassen. Die Touristen müssen bereit sein, nur für den Fußball nach Katar zu reisen.

Nun sind die Tickets in der Vergangenheit bei internationalen Großveranstaltungen im Fußball immer sehr gefragt gewesen. Sowohl die EM als auch die WM haben meistens gar nicht genug Tickets zur Verfügung für den Zuschaueransturm. Ob auch 2022 wieder so ein enormes Interesse bestehen wird, muss sich erst noch zeigen. Aber das mit mehr Zuschauern als bei den Leichtathletik zu rechnen ist, gilt als sicher.

Die Stadien bei der Fußball WM 2018 hatten keine Stimmungsprobleme

Fußball ist nicht gleich Leichtathletik

Die Leichtathletik-WM hat nämlich nicht zum ersten Mal Probleme mit leeren Rängen. Nachdem in den letzten Jahren in London, bei den Olympischen Spielen und der WM, die Begeisterung der Zuschauer unfassbar groß war, ist Doha ein Rückfall in vergessen geglaubte Zeiten. Bereits Ende der 90er und Anfang der 2000er waren die Stadien, in durchaus Leichtathletik begeisterten Ländern, ebenfalls leer geblieben. In Athen, Sevilla, Edmonton (Kanada) oder Zürich fiel es den Veranstaltern sehr schwer die Ränge zu füllen. Ein Zuschauerproblem besteht in der Leichtathletik also nicht nur in diesem Jahr und nicht nur in Katar.

Dennoch scheinen die Stimmung und die gesamte Aufmachung dieser WM sehr gezwungen. Auch zahlreiche Sportler haben sich schon über fehlende Unterstützung von der Tribüne beklagt. Die Unterstützung wird bei der Fußballweltmeisterschaft wahrscheinlich wesentlich höher sein, aber nichtsdestotrotz hat auch dieses Turnier das Potenzial, eher durch Schlagzeilen abseits des Platzes aufzufallen, denn durch sportliche Höhepunkte. Und doch ist es am Ende eine Fußballweltmeisterschaft und wir Fußballfans vergessen nur zu gerne das gesamte Drumherum, wenn der Ball erst einmal rollt.

Continue Reading

Allgemein

Profifußball braucht professionelle Schiris – DFB beschließt Schiedsrichter GmbH

Fußball das ist einfach. Das sind 22 Mann und ein Ball. Nicht ganz, denn ohne mindestens einen weiteren würde nichts funktionieren: den Schiedsrichter.

Published

on

Einer der undankbarsten Jobs im gesamten Profifußball ist wahrscheinlich der des Schiedsrichters. Woche für Woche müssen sie auf aller höchstem Niveau funktionieren und fast nie ist jemand zufrieden mit ihnen. Jeder kleinste Fehler wird zur Zerreißprobe, wenn Fans, Spieler, Trainer und die Medien sich persönlich angegriffen fühlen, von der subjektiven Wahrnehmung eines Menschen.

Damit diese Fehler minimiert werden, bekommen die Spielleiter immer mehr technische Hilfsmittel zur Hand. Jedoch kann man keinesfalls behaupten, dass der Job dadurch erheblich erleichtert würde. Zwar werden den Schiris heutzutage knifflige Entscheidungen, wie zum Beispiel Tor oder kein Tor, abgenommen, aber die Arbeit mit dem Videobeweis ist alles andere als ein Selbstläufer. An jedem Spieltag gibt es neue Diskussion und die vermeintlich falschen Entscheidungen der Schiedsrichter werden nun nur noch stärker verurteilt, denn: „Er hatte doch den Videobeweis!“

Was bei der ganzen Aufregung häufig vergessen wird ist, dass Schiedsrichter auch nur Menschen sind und noch dazu Menschen, die eigentlich einen anderen Beruf gelernt haben. Deniz Aytekin ist zum Beispiel gelernter Betriebswirt und Daniel Siebert ist Lehrer. Sie sind also Spitzenschiedsrichter und führen diese Tätigkeit auch Hauptberuflich aus, aber organisatorisch war das Ganze bisher eher eine sehr gut vergütete ehrenamtliche Tätigkeit.

Professionalisierung der Schiris

Das möchte der DFB nun ändern. Auf dem Bundestag in Frankfurt am Main beschloss der Verband, dass die Spitzenschiedsrichter zukünftig in eine externe Schiedsrichter GmbH ausgegliedert werden. Diese Neuigkeit haben wir zum Anlass genommen, uns die deutschen Schiedsrichter mal genauer anzuschauen. Was verdient ein Schiedsrichter überhaupt und welche sportlichen Voraussetzungen muss er erfüllen?

In der deutschen Bundesliga der Herren leiten momentan 45 Schiedsrichter und eine Schiedsrichterin die Spiele. Bibiana Steinhaus, die einzige weibliche Vertreterin, pfeift seit 2007 in der zweiten Bundesliga und seit 2017 auch im Oberhaus. Bisher leitete sie 90 Zweitliga- und 35 Erstligaspiele. Seitdem sie in der ersten Liga aktiv ist, pfeift sie keinen Frauenfußball mehr.

Gutes Geld fürs Pfeifen

Die Gehälter der Schiedsrichter variieren je nachdem, in welcher Liga ein Schiedsrichter aktiv ist, wie viel Erfahrung er aufweist und ob er für die FIFA pfeift. Ein Zweitligaschiri verdient momentan um die 40.000 Euro im Jahr und ein Schiedsrichter aus der ersten Liga bereits ca. 60.000. Hinzukommen weitere 10.000 Euro, ab fünfjähriger Bundesligaerfahrung und nochmal 10.000 Euro, wenn derjenige FIFA-Schiedsrichter ist. Zusätzlich zum Jahresgehalt gibt es noch Zahlungen für jedes einzelne Spiel. Diese betragen 5000 Euro für die Bundesliga und 2500 Euro für die zweite Liga. Die Assistenten bekommen jeweils die Hälfte dieser Zusatzzahlungen.

In den letzten Jahren war Dr. Felix Brych der wohl erfolgreichste deutsche Schiedsrichter. Seit der Saison 2012/13 wurde er vier mal zum deutschen Schiedsrichter des Jahres gewählt. Außerdem war er als einziger deutscher bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland vertreten, durfte dort aber lediglich ein Spiel leiten. Aufgrund eines strittigen nicht gegebenen Elfmeters im Spiel zwischen der Schweiz und Serbien (2:1) wurde Brych vom serbischen Trainer scharf kritisiert. Infolgedessen reiste er bereits nach der Vorrunde vom Turnier ab.

Sportliche Anforderungen

Um in der Bundesliga pfeifen zu dürfen, müssen die Schiedsrichter gewisse körperliche Voraussetzungen mitbringen. Diese werden jeden Sommer in einer Leistungsprüfung untersucht. Die Leistungsprüfung besteht aus zwei Lauftests, einem auf kurzer Strecke und einem auf einer längeren Strecke.

Auf der Kurzstrecke von 40 Metern müssen die Schiris sechs Mal mit fliegendem Start unter 6 Sekunden bleiben und haben zwischen den Läufen jeweils anderthalb Minuten Pause. Für den längeren Test muss zehn Mal eine Runde auf einer 400m Laufbahn absolviert werden. Wobei immer 150m in 30 Sekunden gelaufen werden und dann 50m in 35 Sekunden gegangen.

Dass das bestehen der Leistungsprüfung auch für erfahrene Schiedsrichter kein Selbstläufer ist, zeigte sich vor dieser Saison besonders deutlich. Gleich drei Schiedsrichter fielen beim Test durch. Neben Tobias Welz und Marco Fritz auch der frischgebackene Schiedsrichter des Jahres der Saison 18/19, Deniz Aytekin. Doch für Aytekin und seine Kollegen war dies kein Beinbruch. Vor allem muskuläre Probleme waren für das Durchfallen verantwortlich und der Test konnte wenige Wochen später erfolgreich wiederholt werden.

In Zukunft werden die hochprofessionell agierenden Schiedsrichter Deutschlands also in einer GmbH organisiert sein. Was das für Änderungen nach sich ziehen wird, hat der DFB noch nicht bekannt gegeben. Aber für die, unter ständigem Druck stehenden, Unparteiischen ist es auf jeden Fall eine positive Entwicklung.

Continue Reading

Allgemein

Mehr Geld für die Amateure? Fritz Keller und der neue Grundlagenvertrag

Fritz Keller wird DFB-Präsident und ab 2023 gibt es einen neuen Grundlagenvertrag. Aber was ist überhaupt der Grundlagenvertrag und was wird sich ändern?

Published

on

Am Freitag dem 27. September 2019 wurde Fritz Keller zum neuen DFB-Präsidenten gewählt. Sein Wahlsieg stand schon vorher fest, da der scheidende Präsident des SC Freiburg keinen Gegenkandidaten hatte. Von manch einem schon als „Robin Hood“ bezeichnet, hat Keller von nun an alle Hände voll zu tun, um das stark geschädigte Image des größten Sportfachverbandes der Welt wieder aufzupolieren.

Milliardeneinnahmen der DFL

Eine seiner Hauptaufgaben wird zu Beginn seiner Amtszeit die Ausarbeitung des neuen Grundlagenvertrags zwischen dem DFB und der DFL sein. Der aktuelle Vertrag gilt noch bis 2023. (Mehr zum Grundlagenvertrag unten.) In ihm werden unter anderem die Abgaben der Vermarktungseinnahmen von der DFL an den DFB geregelt. Diese Einnahmen haben sich in den letzten Jahren stark erhöht. Für den aktuell laufenden Dreijahreszyklus kassiert die DFL 4,64 Milliarden Euro für die Vermarktung der nationalen Medienrechte der ersten und zweiten Bundesliga. Doch die Abgaben an den DFB sind im aktuellen Vertrag nach wie vor auf einem niedrigen Niveau von „nur“ 26 Millionen Euro pro Saison gedeckelt.

Dies wird von den Amateuren moniert. Sie sind der Meinung, die DFL müsse einen größeren Anteil ihrer Einnahmen an den DFB abgeben, damit auch die Basis mehr vom Milliardengeschäft Fußball-Bundesliga profitiert. Fritz Keller hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Profi- und Amateurfußball wieder mehr zu vereinen. Deshalb wird die Hoffnung gehegt, dass er im neuen Grundlagenvertrag auf höhere Abgaben der DFL setzt.

Der Profifußball, der Amateurfußball und der Frauenfußball – das gehört alles zusammen.

Fritz Keller

Keller unterstützt die Frauen

Außerdem möchte der designierte Präsident den Frauenfußball stärken. Seit einigen Jahren ist der Frauenfußball in einer Krise. Die Zuschauerzahlen in anderen europäischen Ländern steigen auf ungeahnte höhen an, nur in Deutschland findet der Frauenfußball kaum Beachtung. Dafür ist vor allem die fehlende Unterstützung des DFB verantwortlich. Zwar wird immer von Gleichberechtigung gesprochen, aber in der Realität ist davon wenig zu sehen.

Keller hat nun die Möglichkeit während seiner Amtszeit und insbesondere mithilfe des neuen Vertrages, die bestehende Ungleichheit zu minimieren. Zwar wird der DFL das neue Gesicht des DFB nicht in allen Belangen gefallen, aber ein DFB, der für eindeutige Werte steht, anstatt für dubiose Machenschaften, tut dem gesamten deutschen Fußball gut.

Der aktuelle Grundlagenvertrag

Der 2016 beschlossene Vertrag zwischen DFB und DFL regelt auf 17 Seiten die gegenseitigen Befugnisse und Pflichten der beiden Organisationen. Festgelegt wurde unter anderem der Pachtzins, den die DFL an den DFB zu zahlen hat, da sie für die Vermarktung der ersten und zweiten Bundesliga zuständig ist. Dieser Zins ist auf 3% der erwarteten Vermarktungseinnahmen festgelegt. Was bedeutet, dass der von der DFL zu zahlende Betrag von den Erwartung von 2016 ausgeht, welche jedoch weit unter den tatsächlichen Einnahmen heutzutage liegen. Außerdem regelt der Vertrag, dass der DFB die DFL an den Einnahmen der Nationalmannschaft beteiligen muss. Diese Beteiligung ist auf 20 Millionen Euro pro Saison festgelegt.

Neben diesen finanziellen Posten schreibt der Vertrag zudem die Mitwirkungsrechte und Befugnisse und die Pflichten und Verantwortung der DFL vor. Ersteres bedeutet zum Beispiel, dass die DFL mit mindestens einem Mitglied in der Anti-Doping-Komission vertreten ist. Zum anderen Punkt, den Pflichten der DFL, gehört unter anderem, dass die Vereine Teile ihrer Ticketeinnahmen an die jeweiligen Landesverbände abzutreten haben. Den kompletten Grundlagenvertrag, zum genauen nachlesen, gibt es hier.

Continue Reading

Allgemein

Neuer oder ter Stegen? Gute Frage, überflüssiger Streit.

Marc-André ter Stegen spielt auf konstantem Weltklasseniveau beim FC Barcelona, aber fast nie in der Nationalmannschaft. Sollte sich daran etwas ändern?

Published

on

Seit einigen Tagen regiert nur noch ein Thema die deutsche Fußballlandschaft: Wer sollte in der Nationalmannschaft Stammtorwart sein? Der 33-jährige Weltmeister von 2014, Manuel Neuer, oder die 27-jährige Nummer 1 des FC Barcelona, Marc-André ter Stegen?

Ter Stegen unzufrieden

Eröffnet wurde die gesamte Diskussion durch Unmutsäußerungen von ter Stegen. Der öffentlich bedauerte, bei den letzten beiden EM-Quali Spielen gegen die Niederlande und Nordirland nicht gespielt zu haben. Dass ter Stegen eine höhere Spielzeit erwartet, liegt vor allem daran, dass Bundestrainer, Joachim Löw, ihm nach der WM 2018 mehr Chancen zugesichert hat.

Neuer kritisierte daraufhin die Aussagen ter Stegens, woraufhin ter Stegen sich verteidigte. Doch damit war die Diskussion zwischen den beiden Hauptakteuren abgeschlossen. Die Torhüter beschränkten sich von nun an darauf ihre Standpunkte durch gute Leistungen zu untermauern, wie ter Stegen gegen den BVB in der Champions League.

Hoeneß Rundumschlag

Während der FC Barcelona die Diskussion, bis auf unterschwellige Social Media Nachrichten, unkommentiert ließ, konnte sich Uli Hoeneß weniger zurückhalten. Er holte zu einem Rundumschlag gegen DFB, Presse und ter Stegen aus. Für Hoeneß stelle sich die Torhüterfrage überhaupt nicht und er verbitte sich jegliche Diskussion. Laut ihm sei Neuer der klar bessere Torwart und werde es auch noch auf Jahre bleiben.

Außerdem sei er sehr enttäuscht von der süddeutschen Presse, da diese Manuel Neuer nicht genügend unterstütze. Wohingegen die westdeutsche Presse ter Stegen laut Hoeneß verehre. Natürlich hat Hoeneß für diese Aussagen keine Belege, aber seine Generalabrechnung ist damit längst nicht beendet. Denn auch der DFB müsse sich ganz anders gegenüber den Spielern verhalten.

Seiner Meinung nach hätte sich der Verband klar hinter Neuer positionieren müssen und ter Stegen hätte Konsequenzen für seine Aussagen verdient. Dieses Verhalten des DFB erinnere ihn stark an die Aussortierung der drei Bayern Stars Boateng, Müller und Hummels (heute BVB) vor gut sechs Monaten. Für Hoeneß ist klar, so wird es nicht weitergehen und scheinbar hat er auch eine Antwort auf die Frage, was er denn dagegen tun wolle.

Regeln gelten auch für Bayern

Wie die Sport Bild berichtet, droht Hoeneß damit, keine Spieler mehr für die Nationalmannschaft abzustellen, sollte die Diffamierung seiner Stars in Zukunft nicht unterbunden werden. Ganz unabhängig davon, was die anderen Bayern Verantwortlichen von diesen abenteuerlichen Plänen halten, sind sie offensichtlicher Nonsens. Denn die Vereine (auch der FC Bayern München) sind laut den FIFA-Statuten dazu verpflichtet, ihre Spieler für die Nationalmannschaften abzustellen. Es liegt also gar nicht in der Macht des Uli Hoeneß, über diese Thematik zu entscheiden.

Auf ebendiese Regeln bezieht sich auch Olliver Bierhoff in seiner Antwort auf Hoeneß. Außerdem sind für den Nationalmannschaftsmanager eindeutige Statements pro Neuer von Seiten des DFB gegeben worden. Seiner Meinung nach sind die Einsatzzeiten von Neuer ein klares Zeichen und es bedürfe dazu keiner weiteren Worte.

Die TV-Experten Deutschlands sind zu sehr großen Teilen der Meinung, dass Hoeneß hier mal wieder über das Ziel hinausgeschossen ist. Von Steffen Freund bis zu Lothar Matthäus äußerten sich viele ehemalige Fußballer zu dem Thema. Und hinter all diesem Trubel verschwindet fast die eigentliche Frage, wer für Deutschland im Tor stehen sollte.

Die Entscheidung liegt bei Löw

Rein statistisch geben sich Neuer und ter Stegen nicht viel. Neuer fängt zwar insgesamt weniger Tore, aber ter Stegen wehrt dagegen mehr Bälle ab. Den besseren Torwart über Statistiken zu ermitteln, ist aufgrund der Komplexität des modernen Towartspiels ohnehin schwierig. In den letzten beiden Spielen, zeigte ter Stegen ungewöhnliche Aussetzer, die eventuell durch die mediale Aufmerksamkeit ausgelöst wurden. Aber der Unterschied zwischen Neuer und ter Stegen ist marginal und Joachim Löw ist der einzige, der entscheiden kann, wer momentan der beste Torwart für die Nationalmannschaft ist.

Continue Reading

Trending