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Roboterjournalismus im Fußball: Schon bald Realität?

Im März 2014 dauerte es nicht einmal drei Minuten, bis die Meldung nach einem Erdbeben in Kalifornien online erschien. Das Medium: Los Angeles Times. Der Autor: Ein Algorithmus. Fünf Jahre später ist der Kollege Roboter so weit, dass sich Börsenberichte, aber auch Sportberichte, wie Zusammenfassungen von Fußballspielen kaum noch von der Arbeit von menschlichen Journalisten unterscheiden lassen.

– Dies ist ein Gastbeitrag von Steffanie Gohr aus der Redaktion von Frau Wenk.

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Dieser Artikel ist zuerst in Clutch erschienen. Das Magazin der Agentur Frau Wenk beschäftigt sich seiner aktuellen Ausgabe monothematisch mit dem Thema künstliche Intelligenz. Hier gelangt ihr zur Ausgabe des Magazins.


Der Begriff „Roboterjournalismus“ meint eigentlich nur, dass Computerprogramme automatisch journalistische Texte erstellen, und zwar auf Basis strukturierter Daten und Textbausteine. Eine solche Lösung ähnelt dem menschlichen Denken nicht, anders als die sogenannte „starke KI“. Diese bleibt jedoch vorläufig eine Vision. Maschinelles Lernen ist hingegen Realität, inklusive Deep Learning, das künstliche neuronale Netze nutzt und eigene Regeln aus Mustern selbst erschließt. Genutzt wird Deep Learning für medizinische Diagnosen, Analysen des Aktienmarktes und eben bei der Sprach- und Texterkennung. Doch was können diese Algorithmen für Journalisten leisten und wie arbeiten sie?

Die KI im Sportjournalismus

Die Algorithmen greifen auf Datenbanken mit Sport-, Finanz-, Wetter- oder Verkehrsdaten zu, verknüpfen sie, auch mit Bildern, und nutzen Textbausteine, die Journalisten zu bestimmten Themen angelegt haben. Bald sollen sogar Meinungen und Kommentare aus Social Media einfließen. Je besser die Datenlage, desto detailreicher der Text. Für einen Fußballbericht greift die Software etwa auf folgende Informationen zu: Torschützen, Torvorlagen, gelbe und rote Karten, Mannschaftsaufstellungen und Auswechslungen.

Doch auch Finanz- und Wetterberichte, Hotel- oder Produktbeschreibungen sind beliebte Anwendungsfelder für den automatisierten Journalismus. Die Nachrichtenagentur AP veröffentlicht jedes Quartal rund 3.000 Finanzberichte zu börsennotierten Unternehmen. Die Stuttgarter Nachrichten liefern jeden Tag 80 Feinstaubradare, erstellt durch die Textautomatisierungssoftware Ax Semantics. Als Autor wird „Ax“ genannt. Die lernende Software von Ax Semantics basiert auf Machine Learning und erstellt aus klassifizierbaren Inhalten Massentexte in 110 Sprachen. Zum Einsatz kommt sie bei Online-Händlern, Verlagen und Finanzdienstleistern. Von Journalisten trainiert, kombiniert die Software Daten mit vorgegebenen Inhalten und Tonalitäten.

Ohne den Menschen geht in der künstlichen Intelligenz also (noch) nichts: Er erstellt das Konzept und die Textbausteine und programmiert die Anwendung. Die Software strukturiert dann die Daten und schreibt die Texte. Das allerdings schon recht überzeugend, wie ein Experiment der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Fraunhofer Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) aus dem Jahr 2016 zeigt: Die befragten Personen empfanden Computertexte als glaubwürdiger auf den Gebieten Sport und Finanzen – die menschlichen Texte jedoch als flüssiger und angenehmer zu lesen. Alexander Siebert, Geschäftsführer der Retresco GmbH in Berlin, einem Anbieter von KI-getriebenen Technologien zur Content Automation, betont, die Software ergänze den Menschen:

Maschinen haben andere Stärken als Menschen, Kreativität zählt nicht dazu. Künstliche Intelligenz funktioniert als eine Erweiterung der menschlichen Intelligenz. Eine optimierte Mensch-Maschine-Interaktion gibt dem Menschen hierbei mehr Raum für das Ausleben seiner Stärken – Kreativität, Originalität, Empathie, Menschlichkeit. Stark repetitive Arbeiten werden hingegen früher oder später durch Maschinen übernommen.

Und dazu zählen laut Siebert Börsen- oder Sportberichte.

Die Spielberichte von Retresco lesen sich bereits sehr flüssig. Auf seiner Seite hat der Dienstleister einen Aggregator für die Zusammenfassungen von Bundesligaspielen freigeschaltet. Dort lassen sich einige Beispiele für Sportberichte aus der Feder von Kollege Roboter nachlesen.

Ausschnitt aus dem Retresco-Spielbericht zu Hertha vs. Leverkusen, 34. Spieltag 2018/19, © Retresco

Wir haben den renommierten Sport-Reporter Pit Gottschalk geben, sich für uns einmal die automatisierten Zusammenfassungen anzusehen. Sein Fazit: „Der Retresco-Text erfüllt alle Erwartungen an einen Artikel, den man 1:0-Berichterstattung nennt. Wer, Wann, Was, Wo und Wie – man bekommt die knappen Antworten gebündelt und treffend zu lesen, ohne Schnickschnack und vor allem: ohne Warum. Der vorliegende Artikel stillt den schnellen Informationshunger. Das ist gleichzeitig viel und wenig. Viel, weil diese Form der Sportberichterstattung früher im Akkord von Menschen erledigt werden musste, und wenig, weil Roboterjournalismus genau das nicht ist: Journalismus. Jahrzehntelang hat der Lokalsport davon gelebt, dass die 1:0-Berichterstattung am Montagmorgen exakt in dieser Art in der Zeitung erschien. Es ging allein um Informationsweitergabe. Ungeprüft, schnell, zuverlässig, korrekt. Das ist bei diesem Retresco-Text nicht anders. Wenn man den kurzen Artikel nicht Journalismus nennt, sondern Datenverarbeitung, fällt das Urteil über die Qualität der Formulierungen milder aus.“ Ein kurzer Auszug aus dem Text zu Hertha gegen Leverkusen verdeutlicht das:

Hertha BSC läuft am Ende der Saison auf Platz elf im unteren Mittelfeld ein. Die Saison lief für den Gastgeber mittelmäßig, was sich aus der Bilanz von elf Erfolgen, zehn Unentschieden und 13 Niederlagen ablesen lässt. Mit acht Punkten aus den letzten fünf Spielen machte Hertha deutlich, dass man in der kommenden Spielzeit weiter nach oben will.

Gottschalk sagt aber auch, dass die Sorge, dass Maschinen die Arbeit von Journalisten übernehmen könnten unbegründet sei. „Die 1:0-Berichterstattung ist längst keine Kernaufgabe im Sportjournalismus mehr. Einordnung, Vertiefung, Kommentierung, Erörterung, Interviews: Nichts davon können Maschinen erledigen. Das menschliche Urteil über Vorgänge und Resultate hängt eben nicht von künstlicher Intelligenz ab, sondern von der Qualität des einzelnen Journalisten. Die ist nicht ersetzbar.“

Der Deutsche Journalisten-Verband e.V. (DJV) sieht künstlichen Journalismus naturgemäß kritisch. Pressesprecher Hendrik Zörner ist überzeugt:

Ob Algorithmen irgendwann einmal wie leibhaftige Menschen formulieren können, kann ich nicht voraussagen. Jetzt sind sie noch weit davon entfernt. Recherchen, Interviews und Gespräche, also die Voraussetzungen für Qualitätsjournalismus, können nur von Journalisten geführt werden.

25.000 verschiedene Beschreibungen von Autoreifen für einen Online-Shop, eine Leistung von Ax Semantics, hätten mit Journalismus wenig zu tun. Blitzschnelle Recherchen von Fakten im Internet seien das eine, die Bewertung und Einordnung der Resultate das andere. Da Algorithmen auch nicht zwischen Lüge und Wahrheit unterscheiden könnten, seien automatisierte Inhalte laut Pressekodex zu kennzeichnen. Mediennutzer müssten wissen, wer Urheber einer Berichterstattung ist: ein Mensch oder eine Maschine. Die redaktionelle Verantwortung sei nicht auf Algorithmen übertragbar. Ob sich das irgendwann ändert?

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Coutinho, Perisic, Odriozola – Bayern wird zum Leihverein

Im Sommer kamen Coutinho und Perisic per Leihe zu Bayern. Jetzt reiht sich Odriozola in diese Riege ein. Eine zukunftsfähige Entwicklung sieht anders aus.

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Hansi Flicks Wünsche wurden erhört – Bayern verpflichtet in der Winterpause mit Álvaro Odriozola einen weiteren Außenverteidiger. Damit sind die Personalsorgen des Rekordmeisters nicht gänzlich beseitigt, aber zumindest in der Defensive bieten sich dem Trainer nun mehr Möglichkeiten. Es ist ein typischer Wechsel des FC Bayern dieser Tage. Odriozola ist kein Spieler der Extraklasse, aber er hat definitiv Potenzial und der Wechsel ist erneut ein Leihgeschäft.

Wunschlösungen bleiben ein Wunsch

Wie schon im Sommer bei Philippe Coutinho und Ivan Perisic verpflichten die Bayern ihren neuen Spieler nur zeitlich begrenzt. Der Grund dafür ist ganz einfach: Sie sind nicht die Wunschlösungen. Keiner der drei Spieler stand ganz oben auf der Einkaufsliste von Hasan Salihamidžić. Doch Ideallösungen, wie etwa Leroy Sané oder Hakim Ziyech konnte der FCB bisher aus unterschiedlichen Gründen nicht realisieren.

Bei Sané machte der Kreuzbandriss zu Beginn der Saison einen Strich durch die Rechnung. Ziyech wurde nicht das nötige Interesse vermittelt, so dass der Marokkaner sich für eine Vertragsverlängerung bei Ajax entschied. Im Zugzwang der kurzen Transferperioden entschieden sich die Verantwortlichen an der Säbener Straße für kurzfristige Lösungen zur Überbrückung. Durch diese Leihspieler sollte der personelle Mangel eingedämpft und die sportliche Klasse aufrecht erhalten werden.

Im Sommer wird es nun höchste Zeit, dass der FC Bayern langfristige Lösungen präsentiert, sonst entfernen sich die eigenen Ansprüche immer weiter von realistischen Zielsetzungen. Um als absoluter Top-Verein in Europa zu gelten und um den Champions League Titel mitzuspielen, bedarf es Spielern höchster Güteklasse. Damit ist kein beim FC Barcelona aussortierter Philippe Coutinho, kein in die Jahre gekommener Ivan Perisic und kein bei Real als Bankwärmer eingestzter Àlvaro Odriozola gemeint.

Es geht auch nicht darum, die Stammspieler anderer Top-Vereine zu verpflichten – das wäre utopisch. Viel mehr muss der FC Bayern wieder zum Akteur auf dem internationalen Transfermarkt werden, anstatt nur zu reagieren. Spieler wie Kai Havertz oder Lautaro Martínez müssen den FCB als logischen nächsten Karriereschritt ansehen, von nationaler zu internationaler Klasse. Als diese Adresse schafft es der Verein sich momentan höchstens, für deutsche Spieler darzustellen. Erfolgreiche Talente im Ausland entscheiden sich für andere große Namen wie Manchester City oder Real Madrid.

Kloppo macht es vor!

Dass durch die Verpflichtung von vielversprechenden Spielern eine Entwicklung zur Top-Adresse im europäischen Fußball möglich ist, bewies der FC Liverpool eindrucksvoll. In Liverpool ist schon immer genug Geld vorhanden, doch erst in den letzten Jahren mauserte sich der einstige Rekordmeister zu dem, was er heute ist. Wenn Liverpool heute einen Spieler verpflichten möchte, ist davon auszugehen, dass der Deal zustande kommen wird. Doch das war nicht immer der Fall.

Die aktuelle Mannschaft kommt gänzlich ohne Spieler aus, die zum Zeitpunkt ihrer Verpflichtung dem Weltklasseniveau zugeordnet wurden. Salah kam von der AS Rom, Firmino von der TSG Hoffenheim, van Dijk und Mane vom FC Southampton. All diese Spieler waren ohne Frage schon damals auf einem guten Niveau, aber erst in Liverpool stiegen sie zur absoluten Weltklasse auf. Der FC Liverpool trifft unter der Führung von Jürgen Klopp weitsichtige Transferentscheidungen. Deutlich wird diese Tatsache daran, dass der Verein im Sommer 2019 nur einen einzigen Spieler verpflichtete – einen 17-jährigen für 1,9 Mio. Euro.

Trotzdem führt der LFC die beste Liga der Welt mit unglaublichen 64 Punkten nach 22 Spielen an und wird schon jetzt (im Januar!) von den englischen Buchmachern zum Meister ernannt. Eine solche Entwicklung ist nur möglich, wenn eine klare Vision existiert und alle an einem Strang ziehen. Beim FC Bayern scheint momentan beides ein wenig zu fehlen. Sowohl Trainer als auch Sportdirektor stehen ständig in der Kritik. Es fehlt an Kontinuität.

Premier League Tabelle (Stand: 22.01.2020 16:52 Uhr)

Ein Sané macht keinen Sommer…

Hansi Flick ist der nächste Trainer, der die Chance bekommt, dem Verein seinen Stempel aufzudrücken. Um diese Aufgabe auszuführen, benötigt er aber mehr Zeit, als bis zum Sommer. Es müssen zukunftsfähige Transfers getätigt werden, um die eigenen Ansprüche und die tatsächlichen Leistungen wieder in Einklang zu bringen. Leroy Sané ist in diesem Zusammenhang nur die Spitze des Eisberges. Ein Spieler wird nicht die Probleme des gesamten Vereins lösen. Die Breite des Kaders entspricht momentan nicht internationalem Top-Niveau.

Vor allem auf den Flügeln und in der Verteidigung besteht Nachholbedarf. Doch die Verpflichtung von Spielern für die entsprechenden Positionen darf nicht nur ein Mittel zum Zweck sein. Es müssen Spieler verpflichtet werden, die das Potenzial haben, das Gesicht des Vereins über Jahre zu prägen. All das ist leichter gesagt als getan. Das Bewusstsein über diese Problematik haben die Verantwortlichen des FC Bayern definitiv, nur kommt es jetzt darauf an, die richtigen Taten folgen zu lassen. Weitere Leihtransfers im Sommer sind das nicht.

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Trainingslager im Winter – muss man wirklich in den Süden?

Zu Beginn des neuen Jahres ging es für viele Bundesligisten wieder ins Ausland. Der Trainingsauftakt fand im Warmen statt. Doch nicht bei allen.

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Die deutschen Fußballvereine sind privilegiert – zumindest, was die Winterpause angeht. Fast ein Monat lag zwischen dem letzten Spiel 2019 und dem ersten 2020. Gerade mit Blick auf die Premier League ist das enorm viel. Manchester United beispielsweise bestritt in dieser Zeit sieben Pflichtspiele. Auf der Insel ist die Zeit zwischen den Jahren die intensivste Zeit des Jahres.

Leipzig und Paderborn blieben zuhause

Die Bundesligisten dagegen haben Zeit sich zu erholen und auf die Rückrunde vorzubereiten. Doch bei den meisten Vereinen steht die Vorbereitung ganz klar im Fokus. Erholen konnten sich die Spieler über die Weihnachtstage und mit Beginn des neuen Jahres ging es dann für 16 von 18 Vereinen Richtung Süden ins Trainingslager. Nur Paderborn und Leipzig entschieden sich in diesem Winter gegen ein Trainingslager im Ausland.

Die Vorteile des Wintertrainingslagers in wärmeren Gefilden liegen auf der Hand. Bei angenehmen Temperaturen können sich die Spieler ideal auf die Rückrunde vorbereiten, anstatt in Deutschland auf dem Trainingsplatz zu frieren. Die meisten Vereine zieht es nach Spanien, wo milde Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad herrschen. Außerdem flogen die Eintracht und die Hertha in die USA. Augsburg hielt sich in Malta auf und der VfL Wolfsburg in Portugal. Der FC Bayern flog trotz anhaltender Kritik erneut nach Katar, um die dortige Partnerschaft weiter zu forcieren.

Die beiden Ausnahmen aus Paderborn und Leipzig sind Wiederholungstäter. Auch im letzten Jahr blieben die Vereine über Winter zuhause und Julian Nagelsmann – damals noch bei der TSG Hoffenheim – verzichtete ebenfalls auf ein Trainingslager im Ausland. Doch was sind die Beweggründe der handelnden Personen freiwillig darauf zu verzichten, einige Tage aus dem trüben Deutschland zu entfliehen und sonnigeres Wetter zu genießen.

Viel Erholung statt viel Training

Julian Nagelsmann hat eine klare Meinung zu dem Thema. Ihm ist es wichtig, dass sich seine Spieler in der Winterpause angemessen erholen. Zu diesem Zweck verzichtet er sehr gerne auf die Verlockungen des Südens. Denn zu dem vielen Training, was im Trainingslager abgehalten wird, kommen noch die Reisestrapazen hinzu. Und für die Spieler ist es sicherlich nach dem Training am erholsamsten , in die eigenen vier Wände heimzukehren, anstatt aufs Hotelzimmer zu gehen.

Ich will den Jungs möglichst lange im Winter freigeben. Aufgrund der kurzen Pause geht es eher darum, sich zu erholen, anstatt zwei, drei Tage mehr zu trainieren.

Julian Nagelsmann

Vor allem mit Blick auf eines der Dauerthemen des professionellen Fußballs dieser Tage – die Überbelastung der Spieler – leuchten diese Argumente ein. Die Trainer beschweren sich bei jeder Gelegenheit, dass es zu viele Spiele gibt und ihre Spieler mehr Pausen benötigen. Doch zu der Zeit, in der eine Pause möglich wäre, entscheiden sie sich, ins Trainingslager zu fliegen.

Hinzukommt, dass die Mannschaften, die im letzten Jahr auf ein Trainingslager verzichteten, keine schlechteren Leistungen in der Rückrunde ablieferten, als die anderen. Hoffenheim holte einen Punkt mehr, als in der Hinrunde, Leipzig sogar fünf und Paderborn wurde Erster der Rückrundentabelle der zweiten Liga und landete auf einem direkten Aufstiegsplatz. Was spricht da überhaupt FÜR ein Trainingslager im Ausland?

Es ist definitiv teurer, als zuhause zu bleiben. Dem Klima tut man mit jedem Flug weniger einen Gefallen und das Wetter in Deutschland ist Anfang Januar in der Regel auch nicht unaushaltbar kalt. Zum Ende der Hinrunde und zu Beginn der Rückrunde trainieren die Mannschaften unter genau den gleichen Wetterbedingungen. Wer sich beim Training über das Wetter beschwert, sollte vielleicht überlegen, in ein anderes Land zu wechseln.

Trainingslager aus ganz anderen Gründen

Nun gibt es noch die nicht-sportlichen Aspekte, die für einen Aufenthalt im Ausland sprechen, wie in den Fällen der Hertha und der Eintracht. Die Frankfurter und die Berliner wollen ihre Präsenz in Übersee stärken. Dafür ist das jährliche Trainingslager perfekt geeignet. Dieses Jahr konnte man die Zeit in den USA sogar mit einem Testspiel gegeneinander abschließen. Dieses Spiel diente als Eröffnung des Florida Cups, an dem die Hessen im Vorjahr teilnahmen. So gelingt es auch weniger starken Marken, sich in den USA zu platzieren, ohne dass Dortmund oder Bayern ihnen die Show stehlen.

Apropos Bayern – der Rekordmeister hielt sich dieses Jahr erneut für einige Tage in Katar auf. Die Südkurve machte am letzten Hinrundenspieltag durch ein Banner deutlich, was sie davon hält. Wenig überraschend hält sie wenig davon. Die Kritik an der Menschensrechtssituation des Golfstaates ist seit Jahren groß. Auch Amnesty International prangert die Probleme immer wieder an, möchte aber nicht die wirtschaftlichen Entscheidungen eines Unternehmens, wie des FC Bayern in Frage stellen. Viel mehr ruft die Organisation den Verein dazu auf, zu einer Verbesserung der Situation beizutragen.

Diesen Aufruf nehmen die Verantwortlichen des FC Bayern ernst. Immer, wenn Kritik am Trainingslager aufkommt, lässt der Verein verlauten, dass sich die Lage im Land verbessert habe, seit der FC Bayern die Kooperation betreibt. Eine Verbesserung hat tatsächlich stattgefunden, nur der Zusammenhang zwischen Verbesserung und Engagement des FC Bayern ist reine Spekulation.

Für die meisten deutschen Vereine scheint das Wintertrainingslager im Süden, mittlerweile genauso zur Winterpause zu gehören, wie Weihnachten und Silvester. Doch vielleicht sollten sich die Verantwortlichen nochmal über die Vor- und Nachteile dieser Reise klar werden. Denn bei genauer Betrachtung ist ein Trainingslager im Warmen alles andere als unabdingbar.

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Täglich grüßt das Murmeltier – und schon wieder eine Handball EM

Schon wieder Handball EM, war das nicht letztes Jahr erst? Das ist eine berechtigte Frage bei der Taktung, in der die Handballer ihre Turniere bestreiten.

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Während auf der Insel mal wieder die Rufe der Trainer laut werden, dass ihre Mannschaften einfach zu viel Fußball spielen müssen, finden sich die deutschen Handballer beim dritten Großturnier in den vergangen drei Jahren wieder. EM 2018, WM 2019, EM 2020 und im Sommer dann Olympia 2020. Die Belastung im Profihandball ist noch weiter übersteigert als im Fußball und die diesjährige EM weist noch weitere Parallelen zum Fußball auf.

Viele Mannschaften nicht gleich viel Spannung

Erstmals nehmen in diesem Jahr 24 Mannschaften an der Europameisterschaft teil. Beim letzten Turnier waren es noch 16 und bis 2000 waren es sogar nur 12. Es ist klar, dass die vermeintlich kleinen Handballnationen immer besser werden, aber muss es wirklich 24 Teilnehmer geben, wenn dem Verband doch nur 52 Nationen angehören? Auf diese Weise soll die Handballbegeisterung in den neuen Teilnehmerländern gesteigert werden. Doch durch die Fußball EM 2016 hat man gesehen, wie die unmittelbare sportliche Folge der Vergrößerung aussehen kann.

Im Fußball waren vor allem in der Vorrunde zahlreiche Abwehrschlachten zu beobachten. Die Außenseiter versuchten so den dritten Platz in der Gruppe zu sichern, der ausreichen konnte, um weiterzukommen. Bei der Handball EM kommen nur die beiden Gruppenersten weiter. Trotzdem gab es einige Spiele, in denen der Favorit ohne große Problem den Sieg einfährt. Im ersten Gruppenspiel zeigte Deutschland beispielsweise keine überragende Leistung und besiegte die Niederlande deutlich mit 34:23. Problematisch ist das, weil klare Spielausgänge der Sportart ihre größte Stärke nehmen – die Spannung.

Heute hier, morgen dort

Ein weitere Ähnlichkeit zwischen der Handball EM 2020 und der bevorstehenden Fußball EM 2020 ist der Austragungsort oder besser gesagt die Austragungsorte. Die Fußball EM findet bekanntermaßen erstmals in 12 Ländern in ganz Europa statt. Die Handballer beschränken sich zwar auf drei Austräger, aber diese scheinen trotzdem etwas ungewöhnlich. Wenn mehrere Länder ein Turnier gemeinsam austragen, handelt es sich zumeist um Nachbarländer. Die Handball EM 2020 findet aber in Schweden, Norwegen und Österreich statt.

Diese Kombination kam zustande, weil die drei Länder alleine mit ihrer Bewerbung wenig Erfolgschancen sahen und sich deshalb zusammentaten. Die Ticketverkäufe geben den Veranstaltern Recht. Die Spiele der Vorrunde sind an allen Standorten ausverkauft. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Aufteilung sei dennoch erlaubt. Nicht nur, dass die Mannschaften in Zeiten des Bewusstseins über den Klimawandel tausende Kilometer im Flugzeug zurücklegen. Auch die Strapazen für die Spieler werden unnötig erhöht.

Die deutsche Nationalmannschaft müsste im besten Falle ihre Vorrundenspiele in Norwegen, die Hauptrunde in Österreich und die Halbfinals und das Finale in Schweden bestreiten. Mit kaum Ruhetagen dazwischen käme die Mannschaft auf neun Spiele in 18 Tagen – und in drei Ländern. Der Kieler Kreisläufer Patrick Wiencek beschreibt die Situation so:

Irgendwie fühlt es sich so an, dass wir quer durch Europa fliegen und zwischendurch ein bisschen Handball spielen.

Patrick Wincek

Don’t play the players

Die Beweggründe der Funktionäre, die zur Aufblähung des Turniers führten sind klar – mehr Geld und neue Märkte. Dass die Spieler die Entwicklungen zu großen Teilen kritisch beäugen, scheint indes nicht ernst genommen zu werden. Unter dem Hashtag #Don’tPlayThePlayers starteten sie einen Aufruf an die Verantwortlichen mit dem Ziel, ein Umdenken zu bewirken und die Überbelastung, die seit Jahren in ihrer Sportart herrscht, zu stoppen. Offensichtlich ohne Erfolg.

Der deutsche Bundestrainer Christian Prokop muss auch in diesem Turnier wieder auf viele Stammspieler verletzungsbedingt verzichten. Die Sportart Handball bietet immer schon beste Voraussetzungen, um sich zu verletzen. Doch bei 40 Spielen in einem halben Jahr steigt dieses Risiko nochmal immens an. Wenn dazu dann noch unzureichende Regenerationsphasen und ständiges Spielen auf Schmerzmitteln kommt, haben Profihandballer in Zukunft keine lange Halbwertszeit.

#DontPlayThePlayersEuropean Handball Players Union – EHPUEuropean Handball FederationInternational Handball Federation – IHF

Gepostet von Uwe Gensheimer am Mittwoch, 3. April 2019

Auch hier ist eine Parallele zum Fußball zu erkennen, die wir im Artikel Zum Auskurieren bleibt keine Zeit – morgen bist du spielbereit! beleuchtet haben. In beiden Sportarten versuchen die Verantwortlichen stets den maximalen Gewinn zu erzielen. Dabei bleiben immer häufiger die Befindlichkeiten der Spieler auf der Strecke. Da die Begeisterung der Fans aber weiterhin ungebrochen ist, wird sich in naher Zukunft wahrscheinlich nichts an der Situation verändern. Zum Leidwesen der Spieler.

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Don’t stop the Party – Darts WM 2020 ein einzigartiges Event

Die Darts WM begeisterte einmal mehr millionen von Zuschauern. So stumpf die Sportart im ersten Moment erscheinen mag, so viel mehr steckt doch in ihr.

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Darts – der Kneipensport schlechthin – zwei verschwitzte, übergewichtige, unsportlich anmutende, zumeist englische Männer werfen nacheinander ihre Pfeile auf die Scheibe und werden dabei von einer betrunkenen Menge angefeuert. Wenn man nur mal eben bei der Darts WM 2020 reingezappt hat, dann wird man wahrscheinlich auch dieses Jahr etwa so ein Bild zu sehen bekommen haben. Doch die Darts WM 2020 war mehr. Die gesamte Sportart Darts ist mehr und einige andere Sportarten könnten noch etwas von ihr lernen.

Mehr Zuschauer, mehr Spieler, mehr Qualität, mehr Geld

In den letzten Jahren hat der Darts Sport eine enorme Wandlung durchgemacht. Gerade in Deutschland kommt Darts eine immer höhere Aufmerksamkeit zu. Das führt nicht nur dazu, dass es immer mehr Turniere außerhalb Englands gibt, sondern auch immer mehr Spieler überall auf der Welt. Man wirft nicht mal eben ein paar Pfeile auf die Scheibe und darf dann gleich an Turnieren teilnehmen. Die Konkurrenz wird immer größer und dadurch steigt logischerweise die Qualität.

Außerdem fließt durch mehr Ticketverkäufe und höhere Werbeeinnahmen immer mehr Geld in die Sportart. Das führt zu einer zunehmenden Professionalisierung, die noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht hat. Heute haben einzelne Darts Profis Mentalcoaches an ihrer Seite, die sie bei ihren Spielen unterstützen. Gerade im Mentalsport Darts ist es aber erschreckend, wie wenige Profis noch mit solchen Coaches arbeiten.

Mit der Professionalisierung nimmt auch der Anteil ausländischer Spieler zu. Es sind zwar immer noch mit Abstand am meisten Engländer unter den Top-Spielern zu finden, doch andere Nationen holen auf. Die Niederlande ist hier an erster Stelle zu nennen. Nicht nur die Nummer eins der Weltrangliste Michael van Gerwen, sondern auch noch einige weitere Stars kommen aus den Niederlanden. Aber auch Deutsche, Japaner und Belgier drängen nach und nach auf die große Bühne.

Women rule the world

Neben den neuen Nationalitäten gab es dieses Jahr bei der WM eine noch größere Veränderung. Denn mit Fallon Sherrock gelang es erstmals einer Frau ein Spiel bei der Darts WM zu gewinnen. Die 25-jährige Engländerin wurde zum Shootingstar des Turniers und schaffte es auch ihr zweites Spiel zu gewinnen. Dieser zweite Sieg war eine noch viel größere Überraschung, da es ihr gelang den Österreicher Mensur Suljovic zu bezwingen, der zu diesem Zeitpunkt in den Top-10 der Weltrangliste stand. In der dritten Runde war für Sherrock gegen Chris Dobey Schluss, aber die Darts-Welt hatte sie trotzdem erschüttert.

Während im Fußball die Übernahme eines Oberligisten durch eine Frau als Trainerin eine kleine Sensation darstellt, ist Darts in Bezug auf Gleichberechtigung Meilen weit voraus. Natürlich bietet die Sportart gänzlich andere Voraussetzungen und Männer und Frauen können sich glücklicherweise auf höchstem Niveau miteinander messen. Doch der Umgang der Spieler und Fans mit den Frauen auf der Bühne zeigte das große Potenzial dieser Sportart auf. Alle feierten miteinander ein Fest. Natürlich wollten die Männer auch gegen die Frauen unbedingt gewinnen, aber alle Beteiligten schienen froh darüber, dass ihre Sportart in dieser neuen Zeit angekommen ist.

Ein alter Hase holt den Titel

Trotz des Wandels, den die junge Sportart momentan durchmacht, ist es am Ende einem Mann gelungen den Titel zu gewinnen, der schon seit vielen Jahren zur Weltelite gehört – Peter Wright. Im Laufe des Turniers schieden immer mehr Favoriten aus und es stellte sich sowieso von Anfang an die Frage, wer Michael van Gerwen überhaupt bezwingen soll. Vor dem Turnier wurde Gerwyn Price für diese Aufgabe auserkoren. Der ehemalige Rugbyspieler hatte 2019 ein herausragendes Jahr gespielt und schaffte es sogar einmal, MvG zu besiegen. Doch zum erneuten Duell gegen den Niederländer kam es nicht, da Price bereits im Halbfinale an Wright scheiterte.

Peter „Snakebite“ Wright hat eine lange, erfolglose Geschichte mit großen TV-Finals hinter sich. Ihm gelang es nur einmal ein TV-Turnier zu gewinnen und ausgerechnet bei diesem Turnier fehlte van Gerwen verletzt. Deshalb war MvG auch im diesjährigen WM-Finale der Favorit. Doch diese Darts WM hatte scheinbar noch nicht genug eindrucksvolle Geschichten geschrieben. Der wie immer extravagant gestylte Peter Wright dominierte das Spiel von Anfang bis Ende. Nicht einmal ein Satz, in dem MvG ihn klar mit 3-0 schlug, brachte den Schotten aus der Ruhe. Es schien als habe Wright nichts anderes im Kopf als den nächsten Pfeil in die Triple 20 zu werfen.

Mit stoischer Ruhe spielte er seinen Angstgegner immer weiter an die Wand und dieser wurde mehr und mehr wütend. Van Gerwen versuchte gute Würfe zu erzwingen, doch seine fast schon verzweifelten Versuche verfehlten immer wieder das Triple und – noch wichtiger – das Doppel . Mit dem Rücken zur Wand kam dann plötzlich noch einmal der wahre Michael van Gerwen zum Vorschein. Er spielte acht perfekte Darts und verfehlte das Doppel nur knapp, das ihm zum 9-Darter verholfen hätte. (Neun Darts sind die Mindestanzahl, um 501 Punkte abzuräumen und ein Leg zu gewinnen.)

Wright ließ auch das kalt und so erarbeitete er sich im übernächsten Leg drei Matchdarts. Die ersten beiden landeten denkbar knapp neben der Doppel 10 – der Dritte war drin. Ein Spiel auf hohem Niveau hatte einen absolut verdienten Sieger gefunden und Peter Wright vergoss Tränen der Freude. Michael van Gerwen indes ist Respekt dafür zu zollen, wie er sich im Moment der Niederlage verhalten hat. Er war ein sehr fairer Verlierer und beglückwünschte seinen Kontrahenten zum Sieg.

Fairplay ein ungeschriebenes Gesetz

Fairness auf der Bühne wurde zwar nicht von jedem Spieler bei dieser WM gleichermaßen gelebt, doch insgesamt sind die Profis sehr gut miteinander umgegangen. Häufig war zu sehen, wie der Sieger eines Spiels das Publikum aufforderte dem Verlierer zu applaudieren und innige Umarmungen waren keine Seltenheit. Dieser Sportsgeist wäre auch in anderen Sportarten schön anzuschauen. Sowohl im Moment des Triumphs, als auch der Niederlage sollten sportliche Kontrahenten respektiert und Leistungen gewürdigt werden.

Nicht zuletzt seien bei dieser Darts WM einmal mehr die herausragenden Fans positiv zu erwähnen. Die Stimmung im Ally Pally in London war wie jedes Jahr überragend und die Fans schaffen es perfekt den schmalen Grad zu wandern, sich selbst und eine große Party zu feiern und das Spiel auf der Bühne nicht aus den Augen zu verlieren. So hört man zwar des öfteren Jubelschreie und Buhrufe, die überhaupt nicht zum Spielgeschehen passen, weil im Publikum mal wieder ein Bier geext wurde, aber sobald wichtige Würfe auf er Bühne zu bestaunen sind, passen alle wieder auf.

Darts ist eine einzigartige Sportart und jeder, der der Meinung ist, es wäre langweilig, sollte sich einfach mal das Drittrundenspiel Adrian Lewis gegen Darren Webster anschauen. Diese Sportart bietet hochspannende Duelle auf Top-Niveau mit durchgehender Party im Hintergrund. So etwas findet man nur beim Darts.

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Zum Auskurieren bleibt keine Zeit – morgen bist du spielbereit!

Fußballer auf Schmerzmitteln sind alles andere als eine Ausnahme. Was zunächst wenig schlimm anmutet, kann für die Spieler langfristige Folgen haben.

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Ishak Belfodil sorgte zum Ende des Jahres nochmal für ordentlich Zündstoff bei der TSG Hoffenheim. Der seit dem 5. Spieltag verletzte Angreifer beschuldigte seinen Arbeitgeber öffentlich, eine Gefährdung seiner Gesundheit in Kauf genommen zu haben. Grund für diese Anschuldigung ist ein zu spät diagnostizierter Kreuzbandriss.

Kreuzbandriss erkannt und gegen eine OP entschieden?

Bereits am letzten Spieltag der vergangen Saison ist es zu der Verletzung gekommen, doch die Hoffenheimer Ärzte waren nach ansicht der MRT-Bilder der Meinung, dass eine Operation nicht notwendig sei. Belfodil verpasste aufgrund der Verletzung den Afrika Cup im Sommer, aber stand seinem Verein zur neuen Saison wieder zur Verfügung. Nach dem 5. Spieltag und deutlich schlechteren Leistungen als in der Vorsaison entschied sich der Algerier doch zu einer OP.

Nun macht er den Verein dafür verantwortlich, dass diese OP erst so spät zustande kam und er vorher mit einer derart schweren Verletzung weiterspielte. Die TSG wehrt sich gegen die Vorwürfe und gibt an, dass jegliches Vorgehen in enger Absprache mit Belfodil stattfand und die Ärzte auf Grundlage höchster medizinischer Standards gearbeitet haben. Für den Stürmer reichen diese Standards offensichtlich nicht aus. Er verkündete nämlich außerdem seinen baldigen Abschied aus Hoffenheim, da er kein Vertrauen mehr in den Verein habe.

Inwieweit wirklich medizinisches Fehlverhalten der Ärzte vorlag, lässt sich von außen nicht beurteilen. Nichtsdestotrotz ist die operative Behandlung eines Kreuzband- und Meniskusrisses im Profifußball eigentlich die Methode der Wahl. Zwar kann die fehlende Stabilität im Knie durch ausreichende Obeschenkelmuskulatur kompensiert werden, aber auf lange Sicht ist ein intaktes Kreuzband, gerade für einen Profisportler, essenziell wichtig.

Kurzfristiger Erfolg vs. langfristige Schäden

Dieses Beispiel macht ein großes Problem deutlich, das momentan im Profifußball herrscht. Verletzungen werden häufig nicht adäquat auskuriert und Spieler viel zu früh wieder auf den Platz gestellt. Begründet ist diese Problematik in dem Druck, der vor allem auf den Trainern lastet. So schnell, wie heutzutage ein Trainer seinen Job verliert, kann es sich niemand leisten, dass ein Führungsspieler lange ausfällt. Für die Trainer ist häufig nur das nächste Spiel und der Fitnesszustand eines Spielers am nächsten Samstag wichtig. Was in sechs Monaten, zwei Jahren oder gar 20 Jahren ist, interessiert sie nicht.

Beim FC Bayern führte diese Ignoranz vor einigen Jahren zu einem handfesten Streit zwischen dem langjährigen Teamarzt Dr. Müller-Wolfahrt und Pep Guardiola. Der Spanier machte immer wieder deutlich, dass er seine verletzten Spieler so schnell wie möglich wieder auf dem Platz haben möchte. Müller-Wolfahrt sah sich letztendlich nicht in der Lage, weiter in diesem Umfeld zu arbeiten und verließ den Verein.

In einer derart schwierigen Situation finden sich die Teamärzte der Fußballbundesliga immer häufiger, da die Gesamtzahl der Verletzung in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Gleichzeitig nahm die Dauer der Verletzungszeit aber ab, wie die Daten der Website fußballverletzungen.com belegen. Die Ärzte haben also immer mehr Verletzte, die bestenfalls immer schneller wieder fit werden.

Ein weiteres Problem dabei ist, dass ein Spieler logischerweise auch schnellstmöglich wieder spielen möchte. In Verbindung mit dem Trainer, der das gleiche Anliegen verfolgt, muss der Arzt häufig gegen seinen Patienten und seinen Arbeitgeber anarbeiten.

Schmerzmittel sind nicht die Lösung

Größter Profiteur der ganzen Problematik sind wahrscheinlich die Pharmakonzerne. Denn im Profifußball ist es keine Seltenheit, monatelang auf Schmerzmitteln zu spielen. So tat es auch Stefan Reinartz, der aufgrund zahlreicher Verletzungen bereits mit 27 Jahren seine Karriere beendete. Auch sein ehemaliger Teamkollege Stefan Kießling kennt die Schmerzmittel im Fußball nur zu gut. Er hat sogar heute, nach seinem Karriereende, noch mit chronischen Schmerzen zu kämpfen, die durch nicht richtig auskurierte Verletzungen während seiner aktiven Zeit ausgelöst werden.

Viele Fußballer zahlen nach ihrem Karriereende einen hohen Preis für ihre Profilaufbahn. Zum Beispiel bei Meniskusschäden wird, aufgrund der schnelleren Regeneration, häufig auf die Entfernung von Teilen des Meniskus gesetzt, anstatt diese zu nähen. Kurzfristig ist diese Lösung vielleicht nachvollziehbar, aber in nicht allzu ferner Zukunft haben betroffene Menschen mit chronischen Knieproblemen zu kämpfen.

Nicht nur in Bezug auf Transfers, sondern auch auf die körperliche Fitness werden Fußballprofis heutzutage mehr und mehr wie Objekte behandelt, die für den Gewinn des Unternehmens entscheidend sind. Dass jedoch jeder Profi auch immer noch ein Mensch ist, scheint langsam in Vergessenheit zu geraten. Diese ungesunde Dynamik sollte schnellstmöglich gestoppt werden, damit die wichtigsten Bestandteile des Fußballs, die Spieler, nicht physisch und psychisch kaputt gehen.

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Drone Racing – der reale eSport

Eine neue Sportart bekommt immer mehr Aufmerksamkeit. Im Schatten des eSports hat sich Drone Racing entwickelt, das virtuellen mit realem Sport verbindet.

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In den letzten Jahren hat eSport immer mehr an Bedeutung gewonnen. Neue Sponsoren sind eingestiegen, Übertragungsrechte werden immer teurer und die Sportler sind echte Stars. Die Fanbase wächst von Tag zu Tag und eSport-Turniere werden zu internationalen Großevents. Die Hauptzielgruppe ist eine, die durch traditionelle Werbung immer schwieriger zu erreichen ist und genau deshalb wird immer mehr Geld in das Phänomen eSport gesteckt.

Seit einigen Jahren entwickelt sich nun parallel zum eSport eine ganz neue Sportart: Drone Racing. Das Drone Racing verbindet den virtuellen und den realen Sport. Die Fahrer tragen VR-Brillen, auf denen sie live das Bild aus dem „Cockpit“ der Drohne sehen. Bei den Rennen müssen die Fahrer ihre Drohnen möglichst schnell durch einen Parcour navigieren.

Schnell ist bei diesem Sport das richtige Stichwort. Von 0 auf 100 beschleunigen die Drohnen in 1,6 Sekunden und erreichen Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern. Bei diesen unglaublichen Geschwindigkeiten noch den Überblick zu behalten und perfekt durch den Parcour zu navigieren, erfordert höchste Konzentration und enormes Fingerspitzengefühl.

Drone Champions League

Seit einiger Zeit werden die Turniere der neuen Sportart immer professioneller. Mithilfe namenhafter Sponsoren wie Red Bull, BMW oder Allianz werden Wettkämpfe überall auf der Welt veranstaltet. 2019 fand die Drone Champions League bereits in Cannes, Laax (Schweiz), Turin, Lichtenstein und Turda (Rumänien) statt. Diese professionelle Liga organisiert bereits die vierte Saison und ist einer der wichtigsten Wettkämpfe im Drone Racing.

Das Turniersystem sieht wie folgt aus: Die Teilnehmer treten in 4er-Teams gegeneinander an. Zunächst geht es in Qualifikationsrunden darum, sich durch möglichst gute Zeiten, weit vorne in den Finalrunden zu platzieren. Dann im Viertelfinale, Halbfinale und Finale gibt es 5 Runden. Zunächst 4 Runden, in denen im 1 gegen 1 gegeneinander geflogen wird, genannt „Single Heat“, der Gewinner erhält einen Punkt. Und am Ende, im sogenannten „Big Heat“, starten alle 8 Fahrer gleichzeitig in den Parcour. Hier erhält das Siegerteam einen weiteren Punkt und durch Platzierungen auf den vorderen Plätzen gibt es Extrapunkte.

Begleitet wird das Ganze von tausenden Zuschauern vor Ort und vielen weiteren im Live-Stream. Beispielsweise das Renn am historische Standort direkt am Wasser in Turin bot eine atemberaubende Atmosphäre und die Zuschauer waren begeistert. Im Finale konnte sich Apex Racing aus Dänemark gegen das Team XBlades aus Großbritannien durchsetzen.

Ausnahmetalent Luke Bannister

Die Briten um ihren Shootingstar Luke Bannister, crashten im „Big Heat“ mit 3 ihrer 4 Drohnen und konnten deshalb den 3-1 Rückstand aus den vorigen Runden nicht mehr aufholen. Luke Bannister schaffte es jedoch, einmal mehr als erster ins Ziel zu kommen. Der mittlerweile 19-jährige ist schon seit einigen Jahren ein Star der Szene. Bereits mit 15 gewann er seine ersten Rennen und ist nun sogar hauptberuflich Drohnenpilot.

Neben den Rennen treten viele Piloten auch als YouTuber in Erscheinung und generieren so, neben einem kleinen weiteren Einkommen, noch weitere Aufmerksamkeit für sich und ihre Sportart. In ihren Videos beeindrucken sie mit spektakulären Flugmanövern in atemberaubenden Landschaften. Das Ganz gefilmt aus der Cockpit-Perspektive und mit der richtigen Musik unterlegt, macht richtig Lust auf Drohnen fliegen.

Auch in Deutschland gibt es schon erfolgreiche Drohnenpiloten. Diese können sich zwar bisher noch nicht durch den Sport ihr Leben finanzieren, aber auch die Hobbypiloten nehmen schon an den DCL Wettkämpfen teil. Durch das stetig wachsende Interesse der Sponsoren, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch deutsche Profi-Drone-Racer in der Weltspitze mitmischen.

Die Drone Racing League zum Beispiel veranstaltete 2017 ein Drohnenrennen in der BMW Welt in München. Futuristische Atmosphäre, extrem schnelle Drohnen und auf Hochglanz polierte Autos; der perfekte Standort für Fans, Fahrer und Sponsoren. Durch solche Events steigt die Aufmerksamkeit für Drohnenrennen immer weiter an. Die Sponsoren erkennen das Potenzial der neuen Sportart.

So wie eSport mehr und mehr non-endemic Sponsoren für sich gewinnt, wird auch Drone Racing demnächst im Mainstream ankommen. Angesichts der rasanten Geschwindigkeit mit der sich nicht nur die Drohnen bewegen, sondern die gesamte Sportart entwickelt, ist davon auszugehen, dass Drone Racing bald jedem ein Begriff ist. Schon jetzt übertragen kleinere TV-Sender wie ProSieben MAXX die Sportart im Fernsehen und in Zukunft werden auch andere auf diesen Zug aufspringen. Drone Racing ist die Sportart der Zukunft.

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Allgemein

Geld regiert die Welt! Champions League Achtelfinale: Klub der Reichen

In der Champions League setzen sich die reichen Vereine immer weiter von den anderen ab. Diese Eintönigkeit wird in Zukunft wahrscheinlich nicht abnehmen.

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Fußballromantiker haben es in diesen Tagen schwer. Nicht nur in den nationalen Ligen geht die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander, sondern auch in der Champions League. In der diesjährigen Gruppenphase kamen erstmals die 16 Teams mit den höchsten Marktwerten weiter. Keine Überraschung, kein Märchen nur die bittere Realität, dass am Ende das Geld gewinnt.

Schon in den Jahren zuvor war ein eindeutiger Trend zu erkennen. Immer seltener gelang es den kleineren Mannschaften, in die K.o.-Phase einzuziehen. Nun lässt es sich nicht mehr leugnen. Nicht einmal die Vorjahreshelden aus Amsterdam konnten den Wahrscheinlichkeiten trotzen. Die Römer haben nun auch Gallien erobert.

Gruppenphase in Zukunft eine Farce?

Doch bedeutet diese Tatsache, dass der Fußball immer vorhersagbarer wird? Müssen wir uns darauf einstellen, in Zukunft schon vor der Gruppenphase zu wissen, wer ins Achtelfinale einzieht? Die Antwort auf diese Fragen wird keinem Fußballromantiker gefallen. Es ist nämlich ein eindeutiges Ja. Der Grund dafür ist ganz einfach: Die UEFA sorgt mit der Verteilung der Champions League Gelder dafür, dass der Abstand zwischen den Vereinen immer weiter anwächst.

Wie genau die Gelder verteilt werden, erläutert die UEFA auf ihrer Website. Am Beispiel vom SSC Neapel zeigen wir auf, wie viel Geld ein Verein so in der Champions League einnimmt. Neapel ist ein gutes Beispiel, weil die Süditaliener seit einigen Jahren die zweitbeste Mannschaft ihres Landes sind, aber dieses Jahr in der Liga weit hinter den Erwartungen liegen. Doch eine Schwächephase ist heutzutage kein ernsthaftes Problem mehr für einen Top-Verein, da die Champions League über viele Jahre unverhältnismäßig viel Geld in die Kassen gespült hat.

Napolis Geldregen

Neapel wurde zweiter der Gruppe E hinter dem FC Liverpool. Der Verein holte durch drei Siege und drei Unentschieden 12 Punkte und erreichte das Achtelfinale, in welchem er im Februar gegen den FC Barcelona antritt.

Für die Teilnahme an der Champions League erhielt Neapel einen Startprämie von 15,25 Mio. Euro. Jeder Sieg bedeutete weitere 2,7 Mio. Euro und jedes Unentschieden 900.000 Euro. Für die sechs Spiele der Gruppenphase erhielt der Verein also 10,8 Mio. Euro und die Qualifikation für das Achtelfinale wurde mit 9,5 Mio. Euro belohnt. Macht also insgesamt 35,55 Mio. Euro.

Das war aber noch nicht alles. Die UEFA verteilt noch mehr Geld aufgrund einer Rangliste der letzten zehn Jahre. In dieser Rangliste liegt Neapel auf Rang 21 von allen Vereinen – auf Platz 16 der diesjährigen Champions League Teilnehmer. Der am niedrigsten platzierte Teilnehmer erhält 1,1 Mio. Euro. Jeder Platz weiter oben beutet zusätzliche 1,1 Mio. Euro. Für Neapel bedeutet das 16,5 Mio. Euro. Außerdem kommt noch ein noch unbekannter Betrag für die Fernsehvermaktung hinzu. Dieser hängt vom Wert des Vereins für den Fernsehmarkt ab.

Auch ohne diesen Betrag kommt Neapel schon nach der Gruppenphase auf Einnahmen von 52 Mio. Euro.

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Grazie Mister! 💙 #ForzaNapoliSempre

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Carlo Ancelotti musste trotz des Achtelfinaleinzugs seinen Hut nehmen.

Solidarität ein Lippenbekenntnis

Die Bedeutung dieser Summe wird erst deutlich, wenn man sie mit den Solidaritätszahlungen der UEFA vergleicht. Solidaritätszahlungen richtet die UEFA an Vereine, die nicht an der Champions League teilnehmen, mit dem Ziel, die Diskrepanz nicht zu groß werden zu lassen. Doch die Umsetzung dieses guten Konzepts lässt die Zahlungen zu einem Tropfen auf dem heißen Stein werden. Die Solidaritätszahlungen müssten einen viel höheren Anteil ausmachen, um etwas zu bewirken, wie auch Georg Pangl, der Vorsitzende der Association of European Professional Football Leagues und letztjährige Sepeaker auf der Spielmacher‘ 19, seit jahren predigt. (Artikel zu Georg Pangl)

Alle Vereine, die nicht an der Champions League teilnehmen, also 90% aller europäischer Erstligisten, bekommen 130 Mio. Euro – INSGESAMT! Wenn dieses Geld gleichmäßig auf die Vereine verteilt werden würde, bekäme jeder Verein 210.000 Euro. Das entspricht ca. 0,4% von dem, was der SSC Neapel bisher durch seine Teilnahme an der Champions League eingenommen hat. Die tatsächliche Verteilung dieser Gelder übernehmen die Nationalverbände.

Aber wie auch immer die Verteilung am Ende aussieht, die Schere zwischen arm und reich geht zwangsläufig weiter auseinander. Die Solidaritätszahlungen sind ein wirklich schlechter Scherz der UEFA. Ein Versuch den Anschein zu erwecken, man kümmere sich um alle Mitgliedsvereine. In Wahrheit interessiert sich die UEFA hauptsächlich für diejenigen, die das meiste Geld in die Kassen spülen und das sind nunmal keine Teams aus Bulgarien, Polen oder Irland und es ist auch kein MIttelklasseverein aus Deutschland.

Champions League = Super League?

So sträuben sich zwar die nationalen Ligen gegen die Idee der europäischen Super League, aber in der Champions League ist diese längst Realität. Die Vereine sind quasi gesetzt und spülen so immer mehr Geld in ihre Kassen. Durch das Druckmittel der Super League zwingen die Verantwortlichen die UEFA dazu, die Solidaritätszahlungen niedrig zu halten und die Gelder möglichst gut auf die Top-Vereine zu verteilen. Auch die neue 10-Jahres-Rangliste, über die genauso viel Geld verteilt wird wie durch leistungsbezogene Prämien, ist ein weiterer Weg, Geld an die Großen zu geben. Denn durch diese Rangliste bekäme beispielsweise Real Madrid mehr als 30 Mio. Euro, selbst wenn der Verein in der Champions League alles verliert.

Seit den Football-Leaks besteht zwar ein Bewusstsein bezüglich dieser Problematik, doch es hat sich nichts verändert. Der Kampf von Menschen wie Georg Pangl, die den Fußball wieder fairer machen wollen, scheint immer aussichtsloser zu werden. Solange bei den großen Vereinen Europas kein Umdenken stattfindet, geht der Teufelskreis immer weiter und schlussendlich wird die Champions League K.o.-Phase zur Super League und die nationalen Ligen zu langweiligen, vorhersagbaren Angelegenheiten.

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Kickbase Bundesliga Managerspiel – das bessere Comunio

Kickbase hat den Bundesliga Manager zwar nicht erfunden, aber bietet einige Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Comunio wird es in Zukunft schwer haben.

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Fast jeder Fan der Bundesliga hat schon einmal versucht, eine Saison lang Comunio zu spielen – ein Managerspiel, bei dem man echte Bundesligaspieler in einem Team zusammenstellt und dann Punkte entsprechend der Leistungen der Spieler in der Realität bekommt. Doch die meisten werden keine ganze Saison durchgehalten haben. Mit der Zeit wird das Spiel eher zu einer Last, als dass es wirklich Spaß bringt. Das liegt unter anderem an der technischen Umsetzung, die das Spielen am Smartphone zu einem Krampf werden lässt.

Nun gibt es seit einigen Jahren eine Alternative zu Comunio. Kickbase – seit 2017 offiziell von Sky gesponsert – erobert den Markt. Die Vorteile von Kickbase sind dabei nicht nur technischer Natur. Auch in der Punktevergabe geht das Münchener Unternehmen neue Wege. Während Comunio die Punkte einfach am Ende des Spieltags an die Spieler vergibt, arbeitet Kickbase mit Echtzeitdaten, die vom Marktführer Opta zur Verfügung gestellt werden. So entsteht ein komplett neues Spielerlebnis.

Immer und überall

Kickbase ist eindeutig auf Smartphones ausgelegt. Man könnte es theoretisch auch auf dem Computer spielen, aber am besten funktioniert es auf dem Smartphone. Dieser Umstand ist für das regelmäßige Spielen des Spiels von großer Bedeutung. Fast jeder schaut täglich mehrere Stunden auf sein Smartphone. Da ist es sehr einfach, mal eben schnell bei Kickbase auf dem Transfermarkt vorbeizuschauen und auf einen Spieler zu bieten. Müsste man stattdessen jedesmal den Computer hochfahren, um Kickbase zu spielen, wäre die Spielzeit wahrscheinlich um einiges geringer.

Gepostet von Kickbase – Der Bundesliga Manager am Donnerstag, 17. August 2017

Die Aufmachung führt also schon zu einer höheren Motivation, das Spiel überhaupt zu spielen. Hinzukommt die Echtzeitpunktevergabe. Wenn ein Spiel läuft, können die Spieler live mitverfolgen, wie viele Punkte ein Spieler für welche Aktionen erhalten hat. Das macht nicht nur die Punktevergabe sehr transparent, sondern führt auch dazu, dass die Spieler an einem Spieltag ständig in der App unterwegs sind, um den derzeitigen Punktestand zu überprüfen.

Ein weiterer Antrieb, häufig Kickbase zu spielen, ist der sehr variable Transfermarkt. Die Marktwerte verändern sich jeden Tag, je nachdem, wie ein Spieler performt hat, ob er fit ist und wie seine Aussichten sind, am nächsten Spieltag auf dem Platz zu stehen. Festgehalten wird die Marktwertentwicklung in einer Fieberkurve, die deutlich zeigt, welche Spieler gerade ein guter Deal wären und von wem man lieber die Finger lassen sollte. Außerdem lassen sich noch die Punktewerte der vergangen Spiele und sogar der vergangen Saisons für jedes einzelne Spiel einsehen. So lässt sich noch besser abschätzen, wie gut ein Spieler wirklich ist.

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Gestern der MVP, heute folgerichtig die Top11.
Die Mische macht’s, ihr wisst bescheid!

Im Sturm stehen gleich vier Kicker.
Darunter Robert Lewandowski, der in elf Spieltagen genau so viele Tore geschossen hat wie die komplette Mannschaft der TSG 1899 Hoffenheim.
Geil auch: mit 301 Punkten ist Unions Andersson nicht weit vom MVP-Titel entfernt gewesen. 
Im Gegensatz zu ihren Nachnamen ist die Leistung der Mittelfeldakteure alles andere als üblich.
Patrick Herrmann betitelt seine letzte Woche als die beste seines Lebens.
Am Freitag ist „Flaco“ Vater geworden und am Sonntag schnürt er seinen zweiten Doppelpack in dieser Saison.
Wir wünschen ihm an dieser Stelle – auf und neben dem Platz – nur das Beste <3 
Kommen wir zur Abwehr:
Der Gladbacher Linksverteidiger machte eine bockstarke Partie.
Allerdings verwandelte er sich zwischenzeitlich von Bensebaini zu Sensebeini, als er Bittencourt in der 87. Minute in Kreisligamanier zur gelb-roten Karte wegflexte. Dazu verschuldete er auch noch einen Elfmeter.
Trotz den Minuspunkten in der Top11, was für eine Wahnsinnsleistung. 
Auch hier ist wieder ein Unioner dabei.
Je höher die Punktzahl beim Trimmel, desto länger auch sein… grüner Balken im Spielerprofil natürlich!

In der Vergangenheit war Benjamin Pavard einiger Kritik ausgesetzt.
Doch jetzt schnappt er sich seinen persönlichen Pavard-Award und steht weiterhin auf Platz 1 der punktestärksten Verteidiger. Gegen Pavard hat’s in der Gegenwart jeder Gegner hart.

Beim Torwart werden diejenigen belohnt, die die Hoffnung an den Tschechen nicht aufgegeben haben.
Koubekstreet Boys macht mal Lärm, euer Keeper hat nur um einen mickrigen Punkt den MVP Titel verpasst!!! Lediglich ein Manager hat es geschafft 6 Spieler aus der Top11 aufzustellen.
Wieviele waren es bei euch?
Hämmert’s in die Kommentare!
. #kickbase #bundesliga #manager #live #spieltag #top11 #punkteparty #geisteskrank

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Leider nur ein Probemonat

Trotz dieser Vielzahl von Vorteilen hat Kickbase auch einen großen Haken. Wer das komplette Spielerlebnis haben möchte, muss Geld bezahlen. Nach einem Probemonat, in dem alle Funktionen zur Verfügung stehen, wird der Spieler auf die Lite-Version zurückgesetzt. Das heißt: Werbung im Spiel, keine Echtzeitdaten und keine Bilder der Fußballer mehr. Der Unterschied im Spielerlebnis ist enorm. Um wieder das komplette Spiel freizuschalten, muss nun ein Abonnement abgeschlossen werden, das vier Euro im Monat kostet. Außerdem gibt es noch eine etwas abgespeckte Version für einen Euro im Monat.

Aber auch kostenlos lässt sich das Spiel weiterhin spielen. Für die meisten ist das Problem, dass sie sich an den Luxus des Probemonats gewöhnt haben und das runtergebrochene Spielerlebnis danach nicht mehr genießen können. Die Strategie hinter dem Probemonat geht in diesen Fällen voll auf. Trotzdem ist der Kostenfaktor natürlich ein riesiger Nachteil im Gegensatz zur Konkurrenz auf dem Markt.

Players Guide

Falls ihr euch in Zukunft dazu entscheiden solltet, Kickbase zu spielen oder bereits eine Runde am Laufen habt, möchte ich hier nochmal ein paar Tipps und Tricks bereitstellen, die euch zum neuen Kickbase-Meister machen könnten.

Im Fußball heißt es ja immer wieder, dass Geld Tore schießt. Diese Aussage lässt sich ganz einfach auf Kickbase umwandeln, denn hier macht Geld auf jeden Fall Punkte. Wer die wertvollste Mannschaft hat, hat am Ende wahrscheinlich auch die meisten Punkte. Ein Robert Lewandowski kostet zwar 65 Mio. Euro punktet dafür aber auch mehr als doppelt so viel, wie beispielsweise ein Bas Dost für 24 Mio. Euro. Das oberste Ziel sollte also immer die Wertsteigerung der eigenen Mannschaft sein. Doch wie gelingt das am besten?

Die Antwort ist eigentlich ganz simpel: durch regelmäßiges Spielen. Wer aktiv ist auf dem Transfermarkt, wird schnell an Geld kommen, wenn er denn die richtigen Spieler kauft. Die richtigen Spieler sind an ihrer Wertsteigerung zu erkennen. Das heißt, es bedarf nicht einmal eines großen Wissens über die Fußball Bundesliga. Jeder kann sich die Fieberkurve der Spieler anschauen und danach entscheiden, in welche Spieler er investieren möchte.

Wichtig zu wissen ist noch, dass der aktuelle Kontostand immer nur zu Beginn eines Spieltages relevant ist – also in der Regel Freitags um 20:30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt darf man nicht im Minus sein, sonst bekommt man keine Punkte für den entsprechend Spieltag. Aber hat der Spieltag erstmal begonnen, darf man sich bis zum nächsten Spieltag tief in die Schulden stürzen und sollte dies auch tun. Alle Spieler, von denen eine Wertsteigerung zu erwarten ist, sollten gekauft werden, um Gewinn zu verzeichnen. So kann man Woche für Woche ein paar Millionen einstreichen.

Noch gewinnbringender ist es, Spieler zu kaufen, von denen eine enorme Wertsteigerung zu erwarten ist. Das sind zumeist langzeitverletzte Führungsspieler, die demnächst wieder in die Mannschaft rücken. Ab und zu ist es zwar nötig sein Kapital einen Spieltag lang zu binden, wenn ein entsprechender Spieler noch nicht ganz wieder fit ist und noch eine weitere Steigerung des Wertes zu erwarten ist, doch letztendlich lohnt es sich. Gewinne von über 10 Mio. Euro sind mit den richtigen Investitionen keine Seltenheit.

Beispiel Wertsteigerung Amine Harit

Hat man erst einmal genügend Geld zusammen, ist es wichtig, die Mannschaft auf allen Positionen mit Stammspielern zu besetzen. Denn das schlimmste, was einem Kickbase-Manager passieren kann, ist, das seine Spieler nicht spielen. Alles Weitere ist Spielglück.

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Content & Media

Statt Kneipe: Schauen wir Fußball bald in digitalen Watch Groups zusammen?

La Liga und Co. ermöglichen Social Viewing über OTT-Plattformen, sodass Zuschauer direkt zusammen online schauen, reagieren und feiern können.

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Das gesellige Zusammensitzen gehört für den Fußball-Fan fast zur Tradition. Ob samstags um 15.30 zur Bundesliga, im Pub während der Premier-League-Partien oder abends um neun in der Kneipe, um die Champions League zu sehen. Doch Traditionen im Fußball unterliegen einem Wandel; vor allem dank ganz neuer digitaler Möglichkeiten.

Während der Second Screen für die meisten bereits zum Seherlebnis gehört – und mancher Sport-Fan gar nicht mehr die 90 Minuten ohne Unterbrechungen ansieht –, haben diverse Streaming-Angebote über OTT-Plattformen oder Social Media etabliert. Bei einigen sind künftig digitale Zusammenkünfte möglich, die es Fans erlauben, über ihre jeweiligen Screens vernetzt ein Spiel zusammen zu schauen. La Liga testet es ab 2020 in Kooperation mit Scenic – und könnte zum Vorreiter einer ganz neuen Fußball-Erfahrung werden.

Sceenics Software für den digitalen Fußball-Treff

Der spanische Fußballverband hat für die erste und zweite Liga eine Testperiode ausgerufen, in der User über bei der OTT-Streaming-Lösung des Verbands, LaLigaSportsTV, dank der Software von Sceenic digital Spiele gemeinsam schauen können. Von der Kooperation berichtete unter anderem Sportspro Media. Konkret heißt das, dass die Nutzer Spiele ansehen und in Echtzeit darauf reagieren können; und zwar nicht allein über eine Chat-Funktion oder per Tweet – wie es viele ohnehin beim Fußball-Gucken parallel auf ihrem Smartphone tun dürften –, sondern in einem Skype-ähnlichen Austausch über den Screen.

Das britische Software-Unternehmen Sceenic stellt die entsprechende Infrastruktur dafür bereit. So können beispielsweise Freundesgruppen eine Gruppe bei Sceenic bilden, mit der sie, auch an verschiedenen Orten, ein Spiel gemeinsam verfolgen können. Auf dem Bildschirm kann ein einzelner User dann das Spiel sehen, während in kleineren Split Screens die Freunde zu sehen sind. Auf diese Weise kann unmittelbar miteinander gefeiert werden, wenn das favorisierte Team trifft oder gewinnt.

Nutzer haben die Option, ihre Freunde aus der Watch-Gruppe per Push-Nachricht zum digitalen Fußball-Gucken einzuladen.

Sceenics COO Jonathan Williams erklärt:

Working with La Liga is taking Sceenic to a whole new level. As the potential reaches a global scale, we are talking about billions of potential users for our technology. This certainly is a big challenge for us as a company, as we will be enabling people all over the world to come together around their biggest passions.

Mit Sceenic und Co. an Daten kommen und sich einem neuen Nutzungsverhalten anpassen

Die nach eigenen Angaben DSGVO-konforme Lösung von Sceenic hat für Organisationen wie La Liga diverse Vorteile. Zum einen können Fans, die lieber zuhause oder digital Fußball konsumieren, trotzdem das gemeinsame Fan-Erlebnis wahrnehmen und bleiben sportlich-sozial aktiv. Zum anderen liefert Sceenic ausführliche Insights zu den Watch-Gruppen: Wie viele Gruppen schauen ein Spiel, wie viele Personen sind vor einem Bildschirm und wie viel Zeit wird in diesen Räumen vor dem Screen verbracht. Derlei Angaben sind für potentielle Werbe-Deals und das entsprechende Targeting durchaus wertvoll.

Für Broadcaster, Verbände und Co. sind Optionen wie das Watch-Together-Feature von Sceenic aber auch wichtig, um veränderten Nutzungsbedingungen zu entsprechen. Immerhin hat die digitale Interaktion für viele Sport-Fans heute einen immens hohen Stellenwert. Jamie Hindhaugh, COO von BT Sport, einem Kunden von Sceenic, meint etwa:

Sceenic reflects what BT Sport is all about – which is bringing our audiences into our content, driving engagement and being a broadcaster that speaks with our fans.

Der direkte Kontakt unter den Fans ist womöglich nur ein erster Schritt. Denkbar wäre schließlich auch, dass in solchen Watch-Gruppen Experten oder andere populäre Personen zugeschaltet werden, um eine unmittelbare Interaktion mit den Fans zu ermöglichen. So können mit derlei Lösungen womöglich sogar ganz neue Zielgruppen für das digital-soziale Fußball-Gucken begeistert werden.

Eleven Sports hat daher beispielsweise eine ähnliche Partnerschaft mit Reactoo geschlossen.

Und dort wurden die ehemaligen belgischen Spieler Filip Daems und Karel Geraerts Watch-Gruppen zugeschaltet, die in Belgien das Spiel der Bayern gegen den BVB verfolgt hatten, berichtet Digital Sport.

Wird der gemeinsame Fußball-Abend also zur digitalen Veranstaltung?

Die Lösungen von Sceenic und Reactoo sind noch nicht allzu weit verbreitet, versprechen aber eine neue Form des Fußball-Erlebnisses. Wie viele Fans tatsächlich darauf zurückgreifen werden, bleibt vorerst Spekulation und Schätzung. Allerdings sind digitale Lösungen, die das gemeinsame Verfolgen von Events ermöglichen, schon länger populär bei den digitalaffinen Nutzern. So zum Beispiel Facebooks Feature der Watch Party, bei dem diverse Nutzer zusammen eine Show oder ähnliches Anschauen könne, während sie via Chat, Sticker usw. im direkten Reaktionsaustausch bleiben.

Und etwa die Champions League, für die Facebook in Lateinamerika und den USA Streaming-Rechte besitzt, soll auch über Watch Parties für Nutzer erlebbar gemacht werden. So heißt es im Blogpost:

To start, we’ll test this globally in Facebook Groups during live sports events like UEFA Champions League soccer matches, giving sports fans the chance to cheer, debate and commiserate on Facebook while watching their favorite match-ups.

Im Modern Fan Report von 2019 hatte das Sport-Entertainment-Unternehmen Copa90 angegeben, dass sich 50 Prozent der „modernen“ Fans mehr Immersion beim Fußball-Gucken wünschen, 33 Prozent mehr Interaktivität und 17 Prozent mehr Geselligkeit. Mit Sceenic, Reactoo, Facebook und Co. dürfte das im Digitalraum möglich sein. Daher sollten diverse Organisationen darüber nachdenken, ob solche Optionen nicht sinnvoll sind, um noch mehr Menschen digital abzuholen und von der Experience der eigenen Liga etc. zu überzeugen.

Schließlich werden immer mehr Fans auf OTT-Plattformen oder Streams zurückgreifen müssen, denn traditionelle Anbieter verlieren immer mehr Rechte (siehe Sky und die Champions League). Dass die Watch-Gruppen im Digitalraum aber den Fußball-Abend in der Kneipe oder zuhause bei Freunden komplett ablösen, liegt, wenn überhaupt, dann noch weit in der Ferne. Dafür sind viele Fußball-Fans dann doch zu traditionell. Allerdings gilt es für die Unternehmen im modernen Fußball-Business, neue Fans zu binden und die jungen Zielgruppen, Digital Natives, zeitgemäß an das gesellige Fußball-Erlebnis heranzuführen. Und so könnte es schon in wenigen Jahren heißen: Stadion, Kneipe oder Watch Group.

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Ownership-Overview: die Top-Vereine der Ligue 1

Vor allem PSG sorgte mit seinen Millionentransfers in den letzten Jahren für Aufsehen. Aber auch andere französische Top-Vereine haben steinreiche Besitzer.

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Im vierten Teil unseres Ownership-Overview konzentrieren wir uns auf die Chefs der renomiertesten Vereine der französischen Ligue 1. Neben dem neureichen Paris sind auch die anderen Top-Klubs der Liga in den Händen gut betuchter Unternehmer. Ein Überblick der Besitzer von PSG, Marseille, Lyon und Monaco.

Paris Saint-Germain

PSG Präsident Al-Khelaifi mit Rekordeinkauf Neymar

PSG ist der Verein, der die Transfersummen in neue Sphären hiefte. Manche sagen sogar, durch die exorbitanten Summen sei der Transfermarkt aus den Fugen geraten. 2017 verpflichtete der Klub gleich zwei Spieler für weit mehr als 100 Mio. Euro: Neymar Jr. für 222 Mio. Euro von Barcelona und Kylian Mbappé für 170 Mio. Euro von Monaco. Möglich sind diese Ausgeben erst, seitdem der Verein 2011 durch den Katarischen Staatsfond, Qatar Holding, aufgekauft wurde. Nach der Übernahme wurde der katarische Geschäftsmann, Nasser Ghanim Al-Khelaifi, zum neuen Präsidenten. Der ehemalige Tennisspieler führte den Verein seit 2013 zu sechs französischen Meisterschaften. Aber trotz Transferausgaben von mehr als 1,2 Milliarden Euro seit 2011, konnte PSG den erhofften internationalen Erfolg bisher nicht erreichen. Harsche Kritik schlägt dem Verein und der UEFA entgegen, weil das Financial Fairplay systematisch umgangen wird. Die Pariser haben einen Sponsorenvertrag mit der Katarischen Tourismusbehörde, der ihnen allein 2016 knapp 600 Mio. Euro in die Kassen spülte. Solche Summen sind im Vergleich zur europäischen Konkurrenz aus England oder Spanien mehr als das 10-fache und verschaffen dem Verein einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Olympique Marseille

Marseille Präsident Jacques-Henri Eyraud

Was die Erfolge in der Vergangenheit angeht, ist Olympique Marseille definitiv einer der größten Vereine Frankreichs. Der, in der zweitgrößten Stadt des Landes ansässige, Verein konnte bereits neun Mal die Meisterschaft gewinnen und schaffte es, als bisher einzige französische Mannschaft, die Champions League zu gewinnen. Doch der letzte Meistertitel liegt nun schon neun Jahre zurück und der Klub hatte vor ein Paar Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Daraufhin wurde er 2016 vom amerikanischen Unternehmer, Frank McCourt, aufgekauft. McCourt stellte als erste Amtshandlungen seinen Partner, Jacques-Henri Eyraud, als Präsidenten ein. McCourt, der bereits einen Baseballverein in den USA besessen hat, hat nicht nur fußballerische Ideen im Kopf. Er möchte in ganz Marseille als Geschäftsmann aktiv werden und zum Beispiel im Umfeld des Stadions einen Sport- und Entertainmentkomplex errichten. Die fußballerischen Entscheidungen überlässt er hauptsächlich seinem französischen Präsidenten. Mit der Teilnahme im Euro League Finale 2018 und Top-5 Platzierungen in der Liga konnten schon erste Erfolge unter seiner Regie verzeichnet werden. Es wird spannend, wo es dieses Jahr, mit dem ehemaligen Chelsea und Tottenham Trainer, André Villas Boas, hingeht.

Olympique Lyon

Lyon Präsident Jean-Michel Aulas

Der wohl unterhaltsamste französische Klubbesitzer ist bei Olympique Lyon aktiv. Seit 1987 leitet Jean-Michel Aulas die Geschicke des damaligen Zweitligisten und hat seit dem einiges vorzuweisen. Er führte den Verein nicht nur in die erste Liga, sondern auch zu sieben (7!) aufeinanderfolgenden Meistertiteln, zwischen 2002 und 2008. Seitdem ist Lyon eine der Top-Mannschaften im französischen Fußball und der Präsident möchte, dass keiner etwas anderes behauptet. Deshalb ist er fleißig auf Twitter unterwegs, um Kritiker zu beschimpfen und Fans zu beleidigen. Seine direkte Art scheint bei den Franzosen gut anzukommen, denn 544.000 Follower hat sicherlich nicht jeder Präsident vorzuweisen. Aulas nutzt diese Plattform, damit auch der letzte Kritiker begreift, dass Olympique Lyon für ihn nicht nur ein gewinnbringendes Unternehmen ist, sondern der Verein seines Herzens.

AS Monaco

Monaco Präsident Dmitri Rybolowlew

Die einzige Mannschaft die in den letzten Jahren der Pariser Alleinherrschaft Paroli bieten konnte, war der Verein aus dem Fürstentum Monaco. 2017 gewannen die Monegassen überraschend ihren achten Meistertitel und verzauberten mit spektakulärem Offensivfußball die französichen Fans. Nachdem der Klub zwischen 2011 und 2013 nur in der Ligue 2 spielte, war dies der sportliche Höhepunkt seit der Übernahme durch den russischen Oligarchen, Dmitri Rybolowlew. Doch unter Rybolowlew läuft nicht alles rund. Der Präsident hatte gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit Financial Fairplay Auflagen der UEFA zu kämpfen, die dann aber, mit einer ominös geringen Strafe, ausgeräumt werden konnten. Außerdem hat er immer wieder Probleme mit der monegassischen Justiz. Vor allem aufgrund einer Affäre, in der es um Kunstgeschäfte im Milliardenbereich geht. Im Zuge dieser Affäre wurde Rybolowlew unter anderem der Bestechung beschuldigt. Konflikte mit dem Gesetz sind für den russischen und zypriotischen Staatsbürger aber nichts neues. Bereits 1996 musste er wegen Auftragmordes in Russland ins Gefängnis, durfte dieses aber bereits nach einem Jahr, aufgrund zurückgezogener Zeugenaussagen, wieder verlassen. Auch sportlich läuft es momentan nicht sonderlich gut für seinen Verein. Nach hartem Abstiegskampf in der letzten Saison war der Beginn der neuen Spielzeit, trotz einiger namenhafter Neuzugänge, erneut nur dürftig.

Hier lest ihr die Ownership-Overviews aus England, Italien und Spanien.

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