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The Age of Superstars – Wer kommt nach Messi und Ronaldo?

Messi und Ronaldo sind längst auf dem Fußball-Olymp angekommen; und sie erklimmen doch immer neue Höhen. Für sie gelten Sonderregeln, keiner kommt ihnen nahe. Doch wer folgt ihnen nach?

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Life with Leo is prettier, of another colour,

sagt Barcelona-Präsident Josep Maria Bartomeu über Lionel Messi. Und er hat recht, was die Fußballfans betrifft. So sehr wie Messi den FC Barcelona der vergangenen 15 Jahre geprägt hat, haben er und sein ewiger Rivale, Cristiano Ronaldo, eine ganze Ära des Sports in ihrem unersättlichen Ehrgeiz mitgestaltet. Messi und Ronaldo, das sind Kultfiguren des Spiels, für manchen gottgleich, Werbeikonen für andere. Sie sind Influencer auf so vielen Ebenen, mit ihren Trophäensammlungen könnten sie eine ihrer Luxusimmobilien ausstatten. Bei den Stars im Fußball kommen einem Zidane, Kahn, Ronaldo, Baggio, Platini, Maradona und Co. in den Sinn, geht es um Stardom und Fandom, sind Spieler wie David Beckham stilprägend gewesen. Doch erst mit Messi und Ronaldo ist das Zeitalter der Megastars angebrochen. Inzwischen gibt es viele, viele Fans von Messi und Ronaldo, die ihren Idolen folgen; weniger aber dem Verein, den sie repräsentieren. Ein Zeichen der Zeit. Eine Zeit, in der die Verdienste der beiden trotz absurder Gehälter noch astronomisch sind, ihre Torquoten auch in ihren Dreißigern unerreicht und in der an ihrem Status quo als die besten der Welt kaum zu rütteln ist. Doch wie lange noch? Wer könnte Messi und Ronaldo nachfolgen?

Superlative im Akkord – Wer kommt nach Messi und Ronaldo?

Seit mehr als 15 Jahren sind der Argentinier und der Portugiese im Profi-Geschäft, mindestens 12 Jahre davon an der Weltspitze. Das allein ist außerordentlich. Beide sind 5 Mal Weltfußballer gewesen, Messi hat 4 Mal die Champions League geholt, Ronaldo sogar 5 Mal. Zahlreiche weitere Titel ließen sich aneinanderreihen; nur Weltmeister ist bislang keiner von ihnen geworden. Beide werden außerdem reihenweise Torschützenkönig, Ronaldo hat für Real mehr Tore erzielt als Spiele absolviert und ist, obwohl inzwischen bereits bei Juve vergöttert, Reals Top-Torjäger aller Zeiten. Messi hat in seinem Vertrag ein Recht darauf, auch vor Vertragsende ablösefrei zu gehen, Ronaldo verdient mehr als dreimal so viel wie die anderen Top-Verdiener der Serie A. Obwohl Messi und Ronaldo nicht mehr die Jüngsten sind, müssen für diese Spieler immer wieder neue Superlative her. Denn sie bereichern das Spiel um nichts weniger als das Beste.

So werden Momente des Spiels Teil der Geschichte.

Das ist auch deshalb möglich, weil heute jedes Traumtor in den Social Media sofort präsent ist, die digitale Medienlandschaft macht eine Heroisierung einfacher und zugänglicher.

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📸 #WorldPhotographyDay

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Ronaldos unnachahmlicher Jubel, Messis magische Ballkontrolle … Die Liste der Dinge, die die beiden zu den Megastars von heute gemacht haben und machen, ist lang. Der Starkult rund um die Marke hat längst begonnen am Konstrukt von traditioneller Anhängerschaft für Vereine zu rütteln.

Unabhängig von ihrem recht unterschiedlichen und doch massiven Erfolg abseits des Platzes, werden beide, Ronaldo und Messi, als GOAT bezeichnet. Dieser Titel wird ihnen so schnell nicht streitig gemacht. Und wer der besser ist, soll an dieser Stelle nicht zur Diskussion stehen. Sie sind wie zwei großartige Schauspieler, die uns mit jeder Vorstellung wieder begeistern. Doch mit 32 (Messi) und 34 (Ronaldo) Jahren ist ein Karriereende in den kommenden 5,6,7 Jahren zumindest gut möglich. Wer wird dann zum absoluten Megastar aufsteigen?

Neymar gefallener Erbe?

Zwar ist in den Medien häufig die Rede vom neuen Messi oder neuen Ronaldo, doch würdige Nachfolger müssen sich erst beweisen. Als einer der größten Stars auch abseits des Platzes, genauso talentiert aber darauf, gilt Neymar Jnr. Zusammen mit Messi feierte er bereits große Erfolge bei Barcelona und es dürfte unstrittig sein, dass er einen Zauberfuß hat. Allerdings hat sich Neymar seinen Platz als der Erbe der Top 2 ein wenig verbaut. Seit seinem Wechsel zu PSG, immerhin ein Weltrekord bei der Ablöse, wirkt er wenig motiviert und spielt in keiner absoluten Top-Liga mehr. Er hat wichtige Spiele verletzt verpasst, den Sieg Brasiliens bei der Copa ebenso. Zudem ist er für die CL erst einmal gesperrt, weil er nach PSGs Ausscheiden gegen Man United die Schiedsrichter beleidigte. Nach dem verlorenen Pokalendspiel in Frankreich verlor er die Fassung und ließ sich auf eine Auseinandersetzung mit einem Fan ein.

Dazu kommt seine überbordende Theatralik, die seinem Spiel so viel Dynamik nimmt. Einst ein Wunderkind von einem Fußballer, wirkt der so talentierte und auf effektive Neymar heute mitunter gar lächerlich. Da hilft ihm auch seine enorme Popularität bei Instagram und Co. nicht weiter, um im gleichen Atemzug mit Messi, einem Pele oder Ronaldo genannt zu werden. Der geplatzte mögliche Wechsel zurück nach Barcelona tut sein Übriges.

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Diese Ansicht wird nicht jeder teilen. Doch es etablieren sich bereits Spieler, die in den kommenden Jahren zu absoluten Megastars avancieren könnten. Das geben auch Experten zum Besten.

Die erfolgversprechenden Anwärter

Mit Manchester City hat sich besonders unter Guardiola ein Team in den Fokus gespielt, das so viele Rekorde gebrochen hat. Dabei haben Spieler wie Agüero oder David Silva maßgeblichen Anteil. Das Superstar-Potential bei City verkörpern jedoch inzwischen eher Kevin De Bruyne oder Raheem Sterling.

Sie spielen konstant auf Weltniveau und haben sich auch nach schweren Phasen großen Respekt erarbeitet. Bei Sterling ist wohl eher abzusehen, dass er zu einer Marke wird als bei De Bruyne. Sein mutiges Auftreten gegen Rassisten dürfte dabei auch eine Nebenrolle spielen und ihn zu einer Ikone seiner Generation machen. Vergangene Saison lieferte Sterling in 51 Spielen 25 Tore und 18 Vorlagen für City, die Bilanz diese Saison liegt bei 6 Spielen und 6 Toren (ein mögliches Tor gegen Donezk zum CL-Start nicht eingerechnet) für die Sky Blues. Um als Megastar zu gelten, muss der englische Stürmer aber in Sachen Social Media noch aufholen; dort hat er etwa bei Instagram „nur“ 5,8 Millionen Follower.

Paul Pogba von Stadtrivale Manchester United kommt hingegen auf 37,7 Millionen.

Pogba ist eine der größten Marken im Fußball, schon jetzt eine Ikone. In Italien hat er bei Juve reihenweise Titel geholt, mit Frankreich hat er sich sogar den größten Titel überhaupt gesichert. Doch bei United sind neben dem League Cup und der Europa League nicht viele Titel gefolgt und er konnte nicht konstant an seine besten Leistungen anknüpfen. Außer Frage steht wohl, was für einen Medienwert der Franzose generiert. Er ist ein extrem wichtiges Gesicht für Adidas, vielleicht sogar wichtiger als Messi in einigen Belangen. Aber obwohl er bei Man United ausgebildet wurde, wird er, auch wegen seiner Wechselwünsche, nicht zur Galionsfigur des Clubs. Adidas hatte es sich gewünscht (und könnte bei Pogbas Werdegang auch ein Wörtchen mitzureden haben). Vielleicht kann ein Wechsel zu Real ihn nach ganz oben bringen. Was er auf dem Platz zeigt, ist jedoch nicht auf Messis oder Ronaldos Niveau.

Dieses Niveau könnte Kylian Mbappé erreichen. Erst 20, hat auch er schon den WM-Titel geholt, Meisterschaften und die Torjägerkanone in Frankreich. 39 Tore und 17 Vorlagen in nur 43 Spielen machen ihn zum vielleicht meistgewollten Spieler. Real Madrid könnte auch seine Destination sein. Denn: Mbappé ist womöglich der heißeste Anwärter auf den Thron, aber solange er „nur“ bei PSG brilliert und solange PSG die CL nicht gewinnt, wird er es schwer haben, als der weltbeste Stürmer oder Spieler zu gelten. Doch die Zeit hat er und schon jetzt hat sich Mbappé oft bewiesen.

Die Liverpool-Fraktion

Geht es um Superstars, ist natürlich auch der aktuelle CL-Sieger aus Liverpool zu bedenken. Van Dijk könnte es sogar schaffen, zum Weltfußballer zu werden – als erster Verteidiger seit Fabio Cannavaro 2006. Van Dijk gehört unmissverständlich zu den aktuell besten Spielern des Planeten. Rein Spielerisch ist er ein Megastar, seine Zweikampfwerte, sein Führungsstil, seine schiere Präsenz zeugen davon. Aber abseits des Platzes ist er es weniger, er ist keine schillernde Persönlichkeit. Das muss er auch nicht sein, aber es könnte ihn aus dem Rennen nehmen, wenn es um das Prädikat Megastar geht.

Seine Kollegen Mo Salah und Sadio Mané lehren derweil andere Verteidiger das Fürchten. Mit unglaublichen Zahlen, was die Torbeteiligungen angeht. Sie dürften als Superstars des Spiels gelten; beide sind inzwischen 27, für ein Erbe Messis und Ronaldos könnte es eng werden. Auch bei ihnen ist kein Zweifel über ihre spielerische Weltklasse vorhanden. Doch sie sind wie viele Anwärter, und anders als Ronaldo, Messi und vielleicht sogar Pogba, nicht so isoliert von ihrem Club als Populärfigur präsent. Das ist ein Aspekt, der ihren Status als Megastar etwas infrage stellen könnte. Zudem wird es für sie schwer, auch mit einem WM-Titel unsterblich zu werden.

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🙌🙌

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Kane, Dybala und Griezmann

Sie könnten kaum unterschiedlicher sein, aber sie zählen zu den weltbesten Stürmern. Griezmann ist ebenfalls Weltmeister und nun, da er beim FC Barcelona spielt, hat er womöglich eine bessere Chance, die ganz großen Titel zu holen. Zwar muss er sich gegen Messi und Suárez und Co. behaupten, doch seine Popularität in den digitalen Medien spricht für ihn. 28 Millionen folgen ihm auf Instagram, seine Jubel, inspiriert durch Fortnite, sind längst weltbekannt und er wird schon jetzt oft imitiert. Dazu kommt, dass er, ähnlich wie Cristiano Ronaldo, durch seine Attraktivität auf sich aufmerksam macht. Und er weiß, mit aktuellen Referenzen zu arbeiten.

Griezmanns Leistungsdaten sind nicht annähernd so gut wie Ronaldos oder Mbappés; aber seine Nähe zu populären Medienprodukten könnte ihn zu einem sehr wichtigen Star werden lassen, mehr noch, als er es schon jetzt ist. Wenn er sein Spiel auf ein anderes Level heben kann.

Harry Kane hingegen, Tottenhams Stolz, ist kein typischer Sonnyboy. Aber er ist unglaublich effektiv. Besonders auf der großen Bühne. 14 Tore in 19 CL-Spielen und die Torschützenkanone bei der WM 2018, die er auch in er Premier League schon zwei Mal gewinnen konnte. Kane zeigt große Konstanz und das prädestiniert ihn, ein sehr großer Star im Weltfußball zu werden. Er ist für viele, gerade Briten, eine Identifikationsfigur. Beweisen muss er allerdings, dass er mit Tottenham auch Titel holen kann. Der Lauf in der Champions League deutete das an.

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New kit 🔥 #COYS

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Paulo Dybala ist einer, der lange als Messis legitimer Nachfolger galt und bei Juventus für Furore sorgte. Sein Pech war, dass Ronaldo ihm bei Juve nun die Show stiehlt und er einen Wechsel nicht befürwortet hat. Daher lässt sich Dybala als extrem talentierter Fußballer einstufen, der den Olymp des Fußball-Fandoms wohl aber nicht besteigen kann, solange er in Ronaldos (und bei Argentinien Messis) Schatten steht. Zudem ist er bei Sarri anscheinend nicht zwingend gesetzt.

Die Youngster

Es ließen sich noch einige Spieler anführen, die zu absoluten Megastars werden könnten. Aber wir werden an dieser Stelle nur noch zwei nennen. Jadon Sancho ist einer davon, denn nach seinen ersten 2 Toren für England lohnt auch ein Blick auf seine Bundesliga-Bilanz für den BVB (und er ist erst 19).

Macht Sancho so weiter, liegt ihm die Welt wie Mbappé zu Füßen. Vielleicht kann er schon diese Saison mit dem BVB den Titel holen, womöglich wird es ihn irgendwann nochmal auf die Insel oder nach Spanien ziehen. Sein Megastar-Status wird dann auch von der Entwicklung abseits des Platzes abhängen, genauso wie von seiner Konstanz. Das Potential ist jedenfalls gewaltig und als Sinnbild einer neuen Generation mag er sich bis ganz nach oben spielen. Wenn Messi und Ronaldo auch erst in 6 oder 7 Jahren aufhören, ist Sancho noch immer jung.

Das gilt umso mehr für die Sensation der bisherigen Saison, Ansu Fati. Der 16-Jährige hat schon 2 Mal für Barça getroffen, Assists kommen dazu. Spanien bemüht sich bereits um eine Einbürgerung. Noch hat Fati nur wenige Spiele gespielt, doch wer mit 16 so einschlägt, könnte wirklich der neue Messi werden. Denn seit dem kleinen Argentinier war der FC Barcelona kaum mehr so in Aufruhr wegen eines Talents. Und aus der eigenen Schmiede kommen einige der besten Spieler.

Zu den vielversprechenden Youngstern, die direkt in große Fußstapfen treten könnten, zählt auch João Félix. Er ist Griezmanns Nachfolger bei Atlético und könnte Ronaldos Erbe bei Portugal werden. Gewonnen hat er auch schon einiges und seine Verpflichtung hat über 100 Millionen Euro gekostet. Er könnte die Fußballbühne ebenfalls zu seiner machen und ein ganz Großer werden.

Abschließend lässt sich erwähnen, dass reihenweise Megastars ausgelassen wurden: Sergio Ramos, Robert Lewandowski, Eden Hazard, Luka Modrić, Kanté, vielleicht Reus usw. Aus deutscher Sicht haben sicherlich Leroy Sané und Serge Gnabry – womöglich auch Kai Havertz – das Zeug, um zu absoluten Superstars aufzusteigen und vielleicht können sie sogar die Besten der Besten beerben. Die Konkurrenz ist groß, aber beide sind jung, haben schon Titel geholt und haben, wie es bei EA Sports FIFA so schön heißt, „das gewisse Extra“. Gnabrys Werte sind auch in der Nationalmannschaft top, Sané muss sich nach der Verletzung erst zurückkämpfen, ist aber ein Spieler von besonderem Potential.

Über Ronaldo sagt sein Ex-Trainer Carlos Queiroz:

[He’s] a world star in soccer like Michael Jordan was in basketball … They have both been blessed with a genius that has never been seen before.

Zu Messi sagte Carles Puyol:

This Barca will be remembered as Messi’s Barca. He’s well above anything else I’ve ever seen. He’s an alien.

Wenn nicht nur wenige, sondern viele Menschen etwas Ähnliches über einen Spieler sagen, dann könnte er wirklich der neue Messi oder Ronaldo sein. Doch eines ist klar. Zwei Spieler wie diese, sogar nebeneinander, die über Jahre so konstant neue Standards setzen, wird es wohl nicht wieder geben. Genießen wir es, lehnen uns zurück und warten auf den nächsten Moment des Staunens.

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Roboterjournalismus im Fußball: Schon bald Realität?

Im März 2014 dauerte es nicht einmal drei Minuten, bis die Meldung nach einem Erdbeben in Kalifornien online erschien. Das Medium: Los Angeles Times. Der Autor: Ein Algorithmus. Fünf Jahre später ist der Kollege Roboter so weit, dass sich Börsenberichte, aber auch Sportberichte, wie Zusammenfassungen von Fußballspielen kaum noch von der Arbeit von menschlichen Journalisten unterscheiden lassen.

– Dies ist ein Gastbeitrag von Steffanie Gohr aus der Redaktion von Frau Wenk.

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Dieser Artikel ist zuerst in Clutch erschienen. Das Magazin der Agentur Frau Wenk beschäftigt sich seiner aktuellen Ausgabe monothematisch mit dem Thema künstliche Intelligenz. Hier gelangt ihr zur Ausgabe des Magazins.


Der Begriff „Roboterjournalismus“ meint eigentlich nur, dass Computerprogramme automatisch journalistische Texte erstellen, und zwar auf Basis strukturierter Daten und Textbausteine. Eine solche Lösung ähnelt dem menschlichen Denken nicht, anders als die sogenannte „starke KI“. Diese bleibt jedoch vorläufig eine Vision. Maschinelles Lernen ist hingegen Realität, inklusive Deep Learning, das künstliche neuronale Netze nutzt und eigene Regeln aus Mustern selbst erschließt. Genutzt wird Deep Learning für medizinische Diagnosen, Analysen des Aktienmarktes und eben bei der Sprach- und Texterkennung. Doch was können diese Algorithmen für Journalisten leisten und wie arbeiten sie?

Die KI im Sportjournalismus

Die Algorithmen greifen auf Datenbanken mit Sport-, Finanz-, Wetter- oder Verkehrsdaten zu, verknüpfen sie, auch mit Bildern, und nutzen Textbausteine, die Journalisten zu bestimmten Themen angelegt haben. Bald sollen sogar Meinungen und Kommentare aus Social Media einfließen. Je besser die Datenlage, desto detailreicher der Text. Für einen Fußballbericht greift die Software etwa auf folgende Informationen zu: Torschützen, Torvorlagen, gelbe und rote Karten, Mannschaftsaufstellungen und Auswechslungen.

Doch auch Finanz- und Wetterberichte, Hotel- oder Produktbeschreibungen sind beliebte Anwendungsfelder für den automatisierten Journalismus. Die Nachrichtenagentur AP veröffentlicht jedes Quartal rund 3.000 Finanzberichte zu börsennotierten Unternehmen. Die Stuttgarter Nachrichten liefern jeden Tag 80 Feinstaubradare, erstellt durch die Textautomatisierungssoftware Ax Semantics. Als Autor wird „Ax“ genannt. Die lernende Software von Ax Semantics basiert auf Machine Learning und erstellt aus klassifizierbaren Inhalten Massentexte in 110 Sprachen. Zum Einsatz kommt sie bei Online-Händlern, Verlagen und Finanzdienstleistern. Von Journalisten trainiert, kombiniert die Software Daten mit vorgegebenen Inhalten und Tonalitäten.

Ohne den Menschen geht in der künstlichen Intelligenz also (noch) nichts: Er erstellt das Konzept und die Textbausteine und programmiert die Anwendung. Die Software strukturiert dann die Daten und schreibt die Texte. Das allerdings schon recht überzeugend, wie ein Experiment der Ludwig-Maximilians-Universität München und des Fraunhofer Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) aus dem Jahr 2016 zeigt: Die befragten Personen empfanden Computertexte als glaubwürdiger auf den Gebieten Sport und Finanzen – die menschlichen Texte jedoch als flüssiger und angenehmer zu lesen. Alexander Siebert, Geschäftsführer der Retresco GmbH in Berlin, einem Anbieter von KI-getriebenen Technologien zur Content Automation, betont, die Software ergänze den Menschen:

Maschinen haben andere Stärken als Menschen, Kreativität zählt nicht dazu. Künstliche Intelligenz funktioniert als eine Erweiterung der menschlichen Intelligenz. Eine optimierte Mensch-Maschine-Interaktion gibt dem Menschen hierbei mehr Raum für das Ausleben seiner Stärken – Kreativität, Originalität, Empathie, Menschlichkeit. Stark repetitive Arbeiten werden hingegen früher oder später durch Maschinen übernommen.

Und dazu zählen laut Siebert Börsen- oder Sportberichte.

Die Spielberichte von Retresco lesen sich bereits sehr flüssig. Auf seiner Seite hat der Dienstleister einen Aggregator für die Zusammenfassungen von Bundesligaspielen freigeschaltet. Dort lassen sich einige Beispiele für Sportberichte aus der Feder von Kollege Roboter nachlesen.

Ausschnitt aus dem Retresco-Spielbericht zu Hertha vs. Leverkusen, 34. Spieltag 2018/19, © Retresco

Wir haben den renommierten Sport-Reporter Pit Gottschalk geben, sich für uns einmal die automatisierten Zusammenfassungen anzusehen. Sein Fazit: „Der Retresco-Text erfüllt alle Erwartungen an einen Artikel, den man 1:0-Berichterstattung nennt. Wer, Wann, Was, Wo und Wie – man bekommt die knappen Antworten gebündelt und treffend zu lesen, ohne Schnickschnack und vor allem: ohne Warum. Der vorliegende Artikel stillt den schnellen Informationshunger. Das ist gleichzeitig viel und wenig. Viel, weil diese Form der Sportberichterstattung früher im Akkord von Menschen erledigt werden musste, und wenig, weil Roboterjournalismus genau das nicht ist: Journalismus. Jahrzehntelang hat der Lokalsport davon gelebt, dass die 1:0-Berichterstattung am Montagmorgen exakt in dieser Art in der Zeitung erschien. Es ging allein um Informationsweitergabe. Ungeprüft, schnell, zuverlässig, korrekt. Das ist bei diesem Retresco-Text nicht anders. Wenn man den kurzen Artikel nicht Journalismus nennt, sondern Datenverarbeitung, fällt das Urteil über die Qualität der Formulierungen milder aus.“ Ein kurzer Auszug aus dem Text zu Hertha gegen Leverkusen verdeutlicht das:

Hertha BSC läuft am Ende der Saison auf Platz elf im unteren Mittelfeld ein. Die Saison lief für den Gastgeber mittelmäßig, was sich aus der Bilanz von elf Erfolgen, zehn Unentschieden und 13 Niederlagen ablesen lässt. Mit acht Punkten aus den letzten fünf Spielen machte Hertha deutlich, dass man in der kommenden Spielzeit weiter nach oben will.

Gottschalk sagt aber auch, dass die Sorge, dass Maschinen die Arbeit von Journalisten übernehmen könnten unbegründet sei. „Die 1:0-Berichterstattung ist längst keine Kernaufgabe im Sportjournalismus mehr. Einordnung, Vertiefung, Kommentierung, Erörterung, Interviews: Nichts davon können Maschinen erledigen. Das menschliche Urteil über Vorgänge und Resultate hängt eben nicht von künstlicher Intelligenz ab, sondern von der Qualität des einzelnen Journalisten. Die ist nicht ersetzbar.“

Der Deutsche Journalisten-Verband e.V. (DJV) sieht künstlichen Journalismus naturgemäß kritisch. Pressesprecher Hendrik Zörner ist überzeugt:

Ob Algorithmen irgendwann einmal wie leibhaftige Menschen formulieren können, kann ich nicht voraussagen. Jetzt sind sie noch weit davon entfernt. Recherchen, Interviews und Gespräche, also die Voraussetzungen für Qualitätsjournalismus, können nur von Journalisten geführt werden.

25.000 verschiedene Beschreibungen von Autoreifen für einen Online-Shop, eine Leistung von Ax Semantics, hätten mit Journalismus wenig zu tun. Blitzschnelle Recherchen von Fakten im Internet seien das eine, die Bewertung und Einordnung der Resultate das andere. Da Algorithmen auch nicht zwischen Lüge und Wahrheit unterscheiden könnten, seien automatisierte Inhalte laut Pressekodex zu kennzeichnen. Mediennutzer müssten wissen, wer Urheber einer Berichterstattung ist: ein Mensch oder eine Maschine. Die redaktionelle Verantwortung sei nicht auf Algorithmen übertragbar. Ob sich das irgendwann ändert?

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Eine Frage des Geldes: Zerstört ein guter Deal noch jede Tradition im Fußball?

Der französische Coupe de la Ligue wird ausgesetzt, um den Terminplan der Clubs zu entschlacken – vor allem aber, weil es kein Interesse an den Rechten gibt. Außerdem könnte Pirelli von den Inter-Trikots verschwinden. Geld regiert die Fußballwelt und lässt nach und nach Traditionen schwinden.

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Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.

Das hat Trainerlegende Otto Rehagel schon vor langer Zeit und für alle Ewigkeit verlautbart. Aber auch abseits des Platzes lässt sich seit Jahren gewissermaßen ein Duell erkennen, das nicht von Clubrivalitäten oder einem Wettbewerb ausgeht. Traditionalisten gegen die Innovatoren, so könnte man es gutmütig nennen; zynischer ausgedrückt ist auch von einer Auseinandersetzung von Kommerzialisierung und Werten die Rede. Es wäre müßig, darüber zu diskutieren, was dem Fußball guttut. Innovationen wie der VAR könnten langfristig für mehr objektive Fairness im Spiel sorgen und zugleich Monetarisierungsspielräume eröffnen. Trotzdem bedeuten solche technischen Neuerungen eine Abkehr von jahrzehntelang erlebten und eingebrannten Mustern, beispielsweise bei der schieren Emotion, die bei einem späten Siegtreffer ausgelöst wird. Durch den VAR liegt sie nun immerzu im Schatten des Zweifels.

Und während der Sport mit immer abgehobeneren Summen hantiert, Spieler als Marke stilisiert und Vereine als Unternehmen mit zahllosen Partnern zu mehr Profit getrieben werden, moniert so mancher, dass die Tradition auf der Strecke bleibt. Nun ist der Wandel in vielen Lebensbereichen und Sportarten beständig und gerade im Zuge einer umfassenden Digitalisierung und Technisierung ist Erneuerung oft alternativlos. Trotzdem kann man vielen Fans nicht verdenken, dass sie den Eindruck gewinnen, der Fußball ist weniger auch ihr Spiel als eines, das dem Mammon mehr und mehr zugetan ist.

Der Coupe de la Ligue in Frankreich wird ausgesetzt

2019/20 ist vorerst die letzte Saison, in der der französische Ligapokal, der Coupe de la Ligue, ausgetragen wird. Seit den 1980ern wurde um die Trophäe gespielt. Nun hat der französische Ligaverband LFP beschlossen, dass der Wettbewerb ab kommendem Jahr ausgesetzt wird. Grund ist vor allem, dass der volle Spielplan in Frankreich etwas entzerrt werden soll.

Diese Entscheidung wird den Wettkampfplan vereinfachen, den Spielern mehr Erholungszeit geben und einen zusätzlichen Platz im Europapokal durch die Ligue-1-Tabellenplatzierung zum Ende der Saison 2020-2021 bieten,

heißt es im Communiqué. Schade ist das vor allem für die Fans von Vereinen wie Racing Strasbourg, das im vergangenen Finale gegen EA Guingamp mal wieder einen Titel gewinnen konnte; der letzte war 2005 ebenfalls der Gewinn des Coupe de la Ligue. Gerade in einem Land, das fußballerisch durch das finanziell aufgeplusterte und in diesen Belangen uneinholbare PSG beherrscht wird, sind solche Siege Balsam für die Fan-Seele; vielleicht nur nicht für PSG Fans.

Das mindestens temporäre Verschwinden des Wettbewerbs dürfte aber noch einen anderen Grund haben als die Regeneration der Spieler. Denn Medienberichten zufolge konnte der Verband keinen Abnehmer für die Rechte an der Ausstrahlung des Coupe für die Jahre 2020 bis 2024 finden. Entsprechend darf man auch die Aussage des LFP verstehen:

Abhängig von den Marktbedingungen behält sich das LFP das Recht vor, diesen Wettbewerb später neu zu starten.

Frankreichs Haupt-Pokalwettbewerb, der Coupe de France, bleibt den Fans erhalten. Man kann sich bei der Trennung vom Coupe de la Ligue jedoch des Eindrucks nicht erwehren, dass knallhart nach reiner Wirtschaftlichkeit entschieden wird. Normalerweise geht die Rechnung natürlich auf: was dem Fan gefällt, generiert Nachfrage, die sich monetarisieren lässt. Allerdings sind die Stadien für diese Spiele laut Transfermarkt.de in der vergangenen Saison im Schnitt nur zu 34 Prozent ausgelastet gewesen. So ist nachvollziehbar, dass das geringe umfassende Interesse keine Sender oder OTT Services lockt. Dennoch dürfte mancher Fan denken, dass genau solch eine Entscheidung, ob wirtschaftlich vernünftig oder nicht, die Weichen noch weiter gen Kommerzialisierung stellt, während der Sport und im wahrsten Sinne des Wortes der sportliche Wettbewerb weiter in den Hintergrund rücken. Erst 2018 hatte die LFP mit BKT, einem indischen Reifenhersteller einen Hauptsponsor für den Ligapokal bis 2024 gebunden; ob der Deal, der 3 Millionen Euro pro Jahr wert sein soll, ab nächster Saison gecancelt oder umgewandelt wird, ist noch unklar.

Inters Image-Partner Pirelli könnte abgelöst werden

Nich allzu weit entfernt von Paris und Frankreich, in Mailand, gibt es ebenfalls womöglich bald ein für Fußballfans kleine, aber wegweisende Änderung. Wie SportsPro Media berichtet, könnte die chinesische Real Estate Group Evergrande Pirelli als Inter Mailands Hauptsponsor beerben. Das ist zunächst nicht verwunderlich. Inters Eigener kommt aus China und Zhang Jindong möchte mehr Einnahmen mit einem Trikotsponsor generieren. Die Evergrande Group ist das wertvollste Immobilienunternehmen der Wel, laut Forbes Liste der weltgrößten Unternehmen (2.000) auf Platz 94, vor Airbus, Unilever, der Telekom, Coca-Cola, Barclays usw. Auch der Guangzhou Evergrande Taobao Football Club gehört der Gruppe.

2021 läuft der Vertrag mit Pirelli aus, der dem italienischen Tabellenführer derzeit kolportierte 10,5 Millionen Euro pro Jahr einbringt. Zum Vergleich: Juventus erhält von Jeep derzeit 20 Millionen pro Jahr, das könnten Berichten zufolge aber schon bald 50 werden. Also ist Inter stark darum bemüht, ebenfalls mehr Geld selbst einzunehmen, um auch wirtschaftlich weiter mit dem Top Team aus Italien zu konkurrieren. Der Haken für so manchen Fan: Pirelli ziert die Inter-Trikotbrust durchgängig seit 1995. Und diese Verbindung ist besonders. Immerhin kennen viele Fans das Inter-Trikot nur so, nur mit Pirelli. Das ist schon Tradition.

Inter mit Pirelli auf der Brust, schon in den 90ern, © Pirelli

Auch das aktuelle dritte Trikot der Mailänder wurde sogar durch den Reifenhersteller inspiriert.

Pirelli is Inter, and vice versa: football fans have grown to mention them in a single breath – the name of the brand recalls the image of the team, and the other way round, for a mutual exchange of emotions. Their fusion is a very rare occurrence in the history of football clubs and their sponsors.

So heißt es bei Pirelli. Tatsächlich ist das Bekenntnis der Marken zueinander ganz und gar nicht gewöhnlich. Aber die Aussage “ The bond between Pirelli and Inter is unbreakable“, könnte bald revidiert werden. So werden Fußballfans auch in diesem Fall mit Wehmut erkennen, dass finanzielle Power auch ganz besondere Beziehungen und Traditionen in diesem manchmal so konservativen Sport beenden kann – und wird. Höher, schneller, weiter, das ist ein aktuelles Motto und gilt für den Fußball selbst auf dem Platz natürlich in besonderem Maße. Guardiola und Klopp, Conte und van Gaal, Lippi, Ferguson, del Bosque Hitzfeld und Co. revolutionieren und revolutionierten das Spiel. Der Anspruch an eine ständige Optimierung ist jedoch längst bei den Vereinsbossen, Marketern und Beratern angekommen und nimmt dem Fußball damit zumindest die Tradition, dass es ein Sport ist, bei dem jeder mitkommt. Denn dieses Bild könnte sich noch ändern.

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Allgemein

Von Palermo bis Sunderland – Unterklassigkeit als Story

Geschichten sind ein großer Teil der Faszination Fußball. Man denke nur an Leicesters Märchenmeisterschaft, Griechenlands EM-Sieg, die Hand Gottes oder auch RB Leipzigs Wandlung. All das lässt sich wirksam in Mediengeschichten wandeln – und vermarkten.

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Spätestens seit Sönke Wortmanns Deutschland. Ein Sommermärchen sind Fußballfilme oder -serien ein probates Mittel, um bei Millionen Fans eine emotionale Bindung zu einem Team oder Verein aufzubauen. Und ein einträgliches dazu. Immer mehr Angebote finden die Fußballfans bei Streamingdiensten wie Netflix, Amazon Prime Video oder DAZN. Doch neben den hautnahen Erlebnissen von All or Nothing: Manchester City oder Inside Borussia Dortmund geht es im Medienkontext zusehends auch um unbekanntere Geschichten. Denn Geschichten halten die Zuschauen vor ihren Geräten. Das beweist die Serie Sunderland ’Til I Die, das zeigt aber auch Anbieter Eleven Sports, der die Spiele der italienischen Viertligisten Foggia und Palermo für seine Kunden live streamt. Diese Vereine haben eine Geschichte und gerade die von Palermo als Phönix-Club soll verfolgt werden.

Das Dramatische verbirgt sich nicht nur in der Champions League

Das Champions League-Halbfinale der vergangenen Saison hatte es in sich, der Meisterschaftskampf in Deutschland war spannend wie lange nicht und jener in der Premier League atemberaubend. Diese Geschichten wird man noch lange erzählen, wie Origi das 4:0 gegen den FC Barcelona erzielt, wie der FC Liverpool aber mit 97 Punkten nur Zweiter wird oder wie der furiose BVB am Ende der Saison in München untergeht und die Meisterschaft an die Münchner Abonnenten verliert. Doch all das haben die Fußballfans auch gesehen. Der Kampf um die Rechte an den Top Ligen und Wettbewerben hält an, diese Rechte sind milliardenschwer.

Aber es gibt noch zahlreiche Geschichten, die so noch nicht für ein großes Publikum erzählt sind, die aber, weil sie durchaus dramatisch sind, an die Schaulust der Fans appelieren könnten. Denn nicht alle guten Geschichten im Fußball handeln von Erfolg. Fast schon tragisch ist beispielsweise die Saison 2001/2002 für Michael Ballack und Co. verlaufen. Mit Leverkusen wurde er Vizemeister, Vizepokalsieger und verlor dann auch noch das Champions League-Finale. Als wäre das nicht genug, musste er auch im Sommer nach einer WM, bei der er zu den besten Spielern gehörte, gelbgesperrt zusehen, wie man im Finale den Brasilianern unterlag. Das Schicksal der Vizetitel teilten Ramelow, Schneider, Butt oder Neuville.

Oder schauen wir auf RB Salzburg. Der österreichische Serienmeister scheiterte elf Mal in Folge in der Champions League-Qualifikation, oft nach Führungen, manchmal gegen die gleichen Gegner. In dieser Saison sind sie erstmals in der Königsklasse dabei, nachdem Österreichs Meister aufgrund der UEFA-Fünfjahreswertung nun direkt in der CL starten darf, sofern der Sieger sich über seine Liga qualifiziert hat.

Und auch solche Geschichten faszinieren die Fans auf die eine oder andere Weise. Das machen sich Medienmarken längst zunutze. Denn der Durst der Fans nach mehr Content will gestillt werden. Was ist das nicht für eine erstaunliche Geschichte, die an das Herz der Fans in Sunderland ’Til I Die rührt. Die Serie erzählt von einer alten, gebeutelten Stadt mit einer Passion für den Fußball und ihren Verein. vom Abstieg des stolzen und ehemals erfolgreichen Clubs, von der Hoffnung auf die Rückkehr in die Premier League. Ehrlich, nah am Geschehen und mit dem nötigen Pathos.

Natürlich haben Netflix und die Produzenten die Inszenierung gut gemeistert. Wer den sportlichen Verlauf bei den Black Cats nicht verfolgt hatte, wird vom Abstieg in die Drittklassigkeit noch überrascht worden sein; ein wahrlich besonderes Ende. Dennoch rangiert die Serie bei den Fans im populären Feld von Serien überhaupt.

Die Folgen überzeugen mit Charme, aber sie erzählen auch von Träumen, dem Fall großer Vereine und verzweifelter Gefolgschaft der Fans. Ähnlich agiert übrigens auch Amazon bei Take Us Home: Leeds United. Der einstige Top Club bezauberte Anfang der 2000er noch mit einem Run ins Halbfinale der Champions League, stieg aber nicht viel später ab und ist seither zweit- und drittklassig gewesen. Mit dem weltbekannten Trainer Marcelo Bielsa sollte der Aufstieg gelingen – und Amazon begleitete die vergangene Saison.

Doch auch hier gab es kein Happy End, in den Play Offs war Schluss für Leeds United. Anders als Borussia Dortmund, Manchester City oder vor vielen Jahren die deutsche Nationalmannschaft sind Leeds United und der AFC Sunderland außerhalb Englands keine überaus populären oder gar extrem bekannten Clubs. Ihre Geschichten aber lassen sich von Medienmarken instrumentalisieren, um die Leute vor ihre Bildschirme zu locken und damit ordentlich zu verdienen. Das hilft natürlich auch den Clubs, die so Zusatzeinnahmen generieren und zugleich an Markenbekanntheit gewinnen. Beides garantiert aber, wie die tragischen Enden zeigen, keinen sportlichen Erfolg.

Das Phönix-Phänomen: Fans wollen Clubs wiedererstarken sehen

Bei Sunderland und Leeds spielt für viele Fans sicher auch eine Rolle, dass der romantische Fußballgedanke, wie ein Club, einst groß und erfolgreich, sich Stück für Stück wieder ins Rampenlicht spielt, die Grundlage für einen Plot in einer Geschicht ist, die es sich zu verfolgen lohnt. Auch der BVB war vor nicht allzu langer Zeit vor dem finanziellen Ruin, nun ist er einer von Europas stärksten Clubs. Juventus Turin war nach dem Zwangsabstieg 2006 am Boden, heute ist der Rekordmeister Seriensieger und hat den größten Superstar des Fußballs in den eigenen Reihen; und übrigens auch eine eigene Netflix-Serie, allerdings mit etwa anderem Fokus. Die Geschichte des Helden, der gebrochen ist oder Pech erfährt, nur um stärker zurückzukehren, kommt uns immer wieder unter: The Dark Knight Rises, The Wolf of Wall Street usw. Die Menschen mögen Siege von Außenseitern – Griechenlands Sieg bei der EM 2004 wird genauso in Erinnerung bleiben wie die Meisterschaft von Abstiegskandidat Leicester City 2016. Dazu gibt es diverse Bücher mit Titeln wie Hail, Claudio!: The Man, the Manager, the Miracle, 5000‑1 The Leicester City Story: How We Beat The Odds to Become Premier League Champions oder Jamie Vardy’s Having a Party: Leicester City’s Miracle Season.

Und sie mögen es, wenn Vereine aus der Asche wieder auferstehen. Das klingt dramatisiert. Aber genau das ist für Medien ein gefundenes Fressen. Juve, Sunderland oder Leeds sind keine eigentlichen Phönix-Vereine. Aber SSD Palermo wird zu solch einem (auch die Glasgow Rangers hätten eine ähnliche Geschichte zu liefern). Der italienische Verein mit den kultigen rosfarbenen Trikots spielt seit 2019 in der Serie D, nachdem wegen Bilanzfälschungen und mehr Vergehen mehrere Zwangsabstiege verhängt wurden. Zuvor hieß der Club US Palermo, er wurde aber als ein sogenannter Phönix-Club neu aufgestellt, wie zuvor schon der FC Parma (der als AC Parma vor dem Bankrott große Titel gewann und große Spieler hervorbrachte).

Das Interessante ist, dass die Geschichte des möglichen Wiedererstarkens des Clubs bei Eleven Sports live verfolgt werden kann. Denn laut SportsPro Media werden die Spiele des Clubs, und auch jene von Foggia Calcio, die ebenfalls neu gegründet in der Serie D starten, genauso wie Spiele der Serie C für 5,99 Euro pro Monat anzusehen sein.

Die Rechte für die Übertragung von Palermos Spielen waren auch für Sky Italia oder DAZN ein Thema. Denn der Verein hat eine Geschichte und als Phönix-Club kann diese über die ganze Saison, vielleicht sogar darüber hinaus, erzählt werden. Natürlich werden nicht plötzlich Massen von Fußballfans die Spiele von Palermo und Foggia sehen, doch in Italien sind sicher viele Fußballenthusiasten am Schicksal der Clubs interessiert und werden eventuell einmal einschalten. Wenn die Geschichte gut verkauft wird, wollen Fans auch Teil davon sein. Potential für Geschichten, die sich in Form von neuen Serien bei Streamingdiensten vermarkten lassen oder über die Rechte und die Ausstrahlung der Spiele vermittelt werden, ist überall vorhanden. Man denke nur an die dramatischen Ereignisse in England, als der Traditionsclub FC Bury vor Kurzem aus der Football League in die Niederungen des Amateurfußballs verbannt wurde. Ein Schicksal, dass die Bolton Wanderers gerade noch abwenden konnten.

Die Geschichte hinter der Solidarität mit den Clubs, zum Teil auch vergeblicher Hoffnung, könnte ebenfalls eine Story sein, die eine dokumentarische Aufnahme bei einem großen Streamingdienst rechtgertigt. Es gibt Abermillionen Fußballfans und tausende tolle Geschichten. DAZN, Eleven Sports, Sky Sports, Netflix, Amazon und und und, sie bringen sie zusammen. Es heißt schließlich, der Fußball schreibt die besten Geschichten; manchmal braucht es dafür 90 Minuten, manchmal Jahrzehnte, manchmal nur einen Augenblick.

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Content & Media

Die Tokenisierung des Fußballs? Warum Fan Influencer und Blockchain bei großen Clubs Einzug halten

Juve hat es, PSG hat es und nun auch Atlético Madrid: eine Partnerschaft mit der Fintech-Plattform Chiliz. Mit Socios.com erlaubt diese Fans ihre Stimme bei Clubs geltend zu machen. Dafür gibt es Fan Tokens, eine Währung auf Blockchain-Basis.

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Im Stadion, beim Training, in der Presse: die Stimmen der Millionen Fans sind im Fußball ein stetiges Rauschen im Hintergrund des großen Geschäfts. Aber welchen Stellenwert haben sie angesichts von fortschreitender Kommerzialisierung im Profifußball, neuer Millionendeals? Scheinbar ist das Gewicht der Meinungen nicht allzu groß, wie der Fall Wiesenhof und Werder Bremen zeigt. 2012 protestierten tausende Fans und Tierschützer gegen Werders neuen Hauptsponsor, es kam sogar zu Austritten aus dem Verein.

Die Proteste blieben erfolglos, 2017 verlängerten die Partner bis 2020, im Juli wurde dann wiederum bis Ender der Spielzeit 2021/22 verlängert. Werder hat dabei wirtschaftlich gedacht, eine Ablehnung 2012 hätte den vom Vermarkter eingefädelten Deal zwar zugunsten des guten Image platzen lassen können – aber dann hätte man sehr viel Geld verloren.

Schon vor einigen Jahren und in diesem Fall zeigte sich jedoch, wie wichtig Fan-Meinungen sind, wenn sie massenhaft über Social Media verbreitet werden. Ein junges Unternehmen setzt nun darauf, dass Fans mit ihrer Meinung bei ihren Lieblingsvereinen direkt Einfluss nehmen können, quasi zu Influencern werden. Der Clou: sie werden mit Fan Tokens entlohnt, die ihnen Zugang zu exklusivem Content, Gamification Features oder besonderen Vereinsevents geben. Die Vereine selbst hingegen können mit diesen Tokens sowohl Fan Engagement als auch direkte Einkünfte generieren. Eine innovative Geschäftsidee, die den Supportern ein gewisses Mitbestimmungsrecht zumindest vermittelt.

Socios.com: Die Tokenisierung des Fußballs oder ein neuer Weg der Monetarisierung

So sehr das Gewicht von Social Media Mananagement bei Clubs oder besser Brands zugenommen hat – Shitstorms, Echtzeitreaktionen und Co. sorgen für die Notwendigkeit einer Überprüfung und Reaktion vonseiten des Vereins –, so sehr haben sich auch die Zugänge der Fans in Sachen Fan Engagement verändert. Auf den sozialen Kanälen wollen sie bei Laune gehalten werden, doch auch die digitale Interaktion will gewährleistet sein. Immerhin muss der Supporter als Teil der Vereinskultur ernst genommen werden; da reichen Antworten auf Tweets oder Abstimmungen zum Spieler/Tor der Woche bei Clubs nicht aus.

Das junge Unternehmen Chiliz bietet eine andere Lösung. Mit der Fintech-Plattform Socios.com können die Fans ihre Meinungen so platzieren, dass sie eine Einflussnahme beim Club bedeuten (könnten). Dieses von Chiliz sogenannte „radikale Fan Engagement“ soll die Supporter im Digitalraum enger an den Club binden und diesem im Gegenzug eine innovative Monetarisierung ermöglichen. Das funktioniert dank der zugrundeliegenden Fan Tokens, die für die Interaktion zentral sind. Chiliz nutzt die Blockchain-basierte Kryptowährung $CHZ, die bei Krypto-Exchanges wie Binance verfügbar und per Kreditkarte bei entsprechenden Plattformen – wie Socios.com – zu erwerben ist.

At the core of Socios.com is a shared, internal marketplace where football clubs can run Fan Token Offerings. Subsequently, fans can buy and sell these Fan Tokens amongst themselves against Chiliz (CHZ), which serves as the exclusive currency of the Socios.com platform.

Mit den Fan Token Offerings wird es Clubs erlaubt, den Konsumenten mit Inhalten, Features und Produkten zu locken, um sich einerseits als Meinungsgeber immer wieder beim Verein zu melden, andererseits aber auch als Teil der Token-Kette im Monetarisierungsprozess mitzuwirken. Vereine wie Juventus Turin, PSG, die AS Roma, West Ham United und nun auch Atlético Madrid sind vom Konzept überzeugt.

Mehr Kryptowährungs-Nutzer dank des Commitments der Clubs?

Atlético ist der jüngste Partner von Chiliz.

Am Beispiel des spanischen Top Clubs lässt sich das grundsätzlich einfache Prinzip hinter Socios.com erklären. Angepriesen als neue Form, um mit dem Team zu interagieren, wird die App zu Socios.com in den kommenden Wochen im App Store und im Google Play Store verfügbar gemacht. Erst dann können die Fans darauf zurückgreifen. Vorstandsmitglied bei Atlético, Clemente Villaverde, erklärt:

We are a club that is constantly committed to technological innovation and in this sense, we see it as very positive to join the Socios.com community.

Die Innovation besteht darin, dass Fans über die App beispielsweise den Altético Fan Token erwerben können, für 2 Euro pro Token. Dann sind sie Teil der Supporter-Gruppe auf der Plattform. So könnte der Verein schon eine gute Summe einnehmen, wenn sich nur zahlreiche Fans einmal dieser Gruppe anschließen oder die Plattform bloß testen wollten. Im Kontext der Plattform können die Fans dann bei Abstimmungen ihre Stimme als „Influencer“ wirken lassen, gegeneinander in Games antreten und bei diversen weiteren Aktivitäten dabei sein. Bei allem können sie Punkte erwerben, auch neue Tokens. All das führt schließlich dazu, dass exklusive Preise eingefahren werden können, wie besondere Club Wear oder Tickets für Spiele, in diesem Fall im neuen Wanda Metropolitano. Dort hat Chiliz inzwischen übrigens auch eine eigene VIP Skybox.

Socios.com soll also auf eine Weise, für den die Digitalisierung den Weg geebnet hat, das Fan Engagement optimieren. So können die Supporter sich auch digital mehr als Teil eines Vereins identifizieren und (inter)aktiv als Mitglied der Community immer neue Features testen und auf die besten Belohnungen hinarbeiten. Im Kern des Ganzen steht aber natürlich das Einnahmepotential des Vereins, der Marke, sowie der Plattform selbst. Vielleicht werden mehr Menschen im digitalen Sportkontext zu Kryptowährungsnutzern; immerhin bieten auch andere Clubs Crypto Goods an, zum Beispiel mit Fantastecs SWAP.

Chiliz möchte Fans via Socios.com eine Stimme geben, das wird im Video zur Erklärung der auf Blockchain basierenden Interaktionsplattform besonders betont.

Die exklusiven Preise dürften dabei für viele Fans ein großer Anreiz sein, um sich auf den digitalen Handel mit den Fan Tokens einzulassen. Schließlich stehen hier Möglichkeiten im Raum, die man nicht alle Tage erhält.

Dass solche VIP Tickets, Special Fan Wear usw. für den Verein marketingwirksam sind, während dieser zugleich von dem realen Investment der Fans in die einigermaßen kostspieligen Tokens profitiert, kann angesichts des allgemein noch nicht vollständig etablierten Kryptokontexts für den einzelnen Fan schnell in den Hintergrund geraten – die Monetarisierung wirkt beinah gamifiziert. Die Clubs und Chiliz wird das kaum stören, sie sind an der Wirkung des Konzepts interessiert.

Noch ist Socios.com nicht besonders bekannt (21.100 Follower bei Instagram zeigen beispielsweise Luft nach oben). Doch bei Vereinen und Marken wie Juve, PSG und Atlético dürfte die Popularität der Plattform noch wachsen. Womöglich könnte sich zu West Ham auch bald ein weiterer Premier League Club gesellen oder die Bundesliga-Vereine mischen mit. Zumindest sind Crypto Features in unserer digitalen Kultur längst angekommen. Und während die Fans nach immer mehr Interaktionen und Zugang zu ihren favorisierten Vereinen suchen, können diese sich als Marke mithilfe von innovativen Tech-Anbietern nicht nur profilieren, sondern auch neue Wege für Einnahmen erschließen. Die Tokenisierung des Fußballs schreitet also voran.

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Allgemein

DAZN: Von italienischen Subscription-Paketen und dem Angriff auf die Bundesliga

DAZNs Vormarsch als wichtigstes Medium zur Fußballausstrahlung geht weiter. Ronaldo ist Global Ambassador, mit Sky ringt man um die Bundesligarechte und für Nutzer in Italien wurde ein in All In Suscription-Paket entwickelt.

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Samstag, 15.30 Uhr, damit verbinden Millionen Menschen hierzulande vor allem eins, die Fußball-Bundesliga. Doch vielleicht wird im gleichen Atemzug künftig noch ein anderes Schlagwort fallen. Samstag, 15.30 Uhr, DAZN. Die Exklusivrechte für die Bundesliga hätte der OTT Service gerne – für diese Saison begnügt man sich mit den Freitagsspielen, die zuvor über den Eurosport Player zu sehen waren. Während man mit der Premier League ein wichtiges Zugpferd eingebüßt hat, deuten innovative Entwicklungen andernorts darauf hin, dass DAZN gekommen ist, um zu bleiben.

DAZN: Zeit sich langfristig zu etablieren

Dass die Premier League diese Saison nicht mehr live auf DAZN zu sehen ist, dürfte für die Marke einen herben Schlag bedeutet haben. Immerhin ist Englands höchste Spielklasse weltweit die populärste Fußballliga. Und allein die Views, die über YouTube verloren gehen, wo DAZN schon wenige Stunden nach Spielschluss Highlight-Videos hochlädt, sollte sich bei den Social Media KPIs bemerkbar machen. Den englischen Fußball müssen DAZN-Abonnenten jedoch nicht ganz missen, schließlich werden einige Spiele aus der Championship, dem Carabao Cup und dem FA Cup gezeigt.

Doch in anderen Sportarten hat DAZN inzwischen ordentlich Boden gut gemacht. Und im Fußball ist der Service eine Adresse, um die die Fans kaum herumkommen, wenn sie alle Spiele sehen wollen. In der Champions League bringt man diese Saison über 100 Spiele live.

Die Marke DAZN hat sich bereits etabliert, muss aber weiter wachsen und sich auf lange Sicht beweisen. Ein Gesicht, dass nun offiziell für diese Marke steht, ist eines der populärsten, das der Fußball je gesehen hat. Cristiano Ronaldo wurde jüngst zum Brand Ambassador für DAZN. Ronaldo soll die Marke und der Service in aktuellen Live-Märkten promoten, in Deutschland, Italien, Kanada, Japan, aber auch in künftigen Märkten. Er selbst erklärt in der Pressemitteilung:

The world is changing and thanks to an innovative approach, DAZN is breaking down barriers for sports fans. Now we can watch sport however and whenever we want, which is why, for me, being part of DAZN’s journey was an easy decision to make.

Der portugiesische Superstar erkennt an, dass DAZN disruptiv ist und dabei den Komfort des einzelnen Kunden im Auge hat. Elemente, die im aktuellen digitalen Medienmarkt äußerst wertvoll sind. Doch mindestens genauso relevant sind die richtigen Inhalte. Und da Fans zum einen ihre Lieblingsligen oder Wettbewerbe sehen wollen, zum anderen aber auch jeden Tag mit idealerweise exklusiven Serien versorgt werden wollen, schlägt DAZN auch in diese Kerbe. So können Abonnenten in The Making Of ganz neue Insights von Cristiano Ronaldo erfahren.

Diese Ansätze zeigen, dass DAZN sich auf lange Sicht als Big Player im Sport- und Fußballmarkt etablieren will. Deutschlandchef Thomas de Buhr erklärte dem Sportbuzzer unlängst:

Man sieht, dass wir es ernst meinen. Man sieht auch, dass wir es können.

Damit nahm er Bezug auf die Bundesligarechte, die im Januar für die Spielzeiten von 2021 bis 2024 neu vergeben werden. Hier möchte DAZN Sky angreifen und auf deutlich mehr Spiele bieten. Ein Investment, dass sich lohnen könnte.

Die Unterstützung für DAZN ist da, auch finanziell

Seit 2016 gehört DAZN zur Perform Group; und die ist bekanntlich riesig. Damit sind auch finanzielle Risiken leichter abzusegnen, scheint es. Tatsächlich hat DAZN aber nach Informationen von SportsPro Media die Nettoverluste von 2017 bis Ende 2018 von 726 Millionen auf 50 Millionen US-Dollar gesenkt. Zwar sind die Ausgaben auf 336,6 Millionen angestiegen – Rechte haben ihren Preis –, doch die Umsätze in großen Märkten wie Asien (42 Prozent) stiegen deutlich, dort sogar um über 65 Millionen. Und mit mehr Einkünften und den seit diesem Jahr bestehenden Werbeoptionen bei der Plattform sollten die Umsätze nur weiter steigen. Insbesondere bei dem guten Angebot der Champions League oder auch Europa League-Spiele. Die Bundesliga-Rechte würden, vor allem nach dem Verlust der Premier League, einen besonderen Schub bedeuten. Derzeit ist die Rede von etwas über vier Millionen Abonnenten.

Innovative Einbindung des Angebots sorgt für neue Kunden

In Sachen Disruption und Innovation ist DAZN eines der Vorzeigemedien der letzten Jahre. Das beweist der OTT Service auch in Italien. Dort wurde mit dem Breitband- und Internetanbieter Fastweb eine Kooperation vereinbart, wie wiederum SportsPro Media berichtet. Demnach bieten die Anbieter ein Subscription Package namens „Fastweb Casa e DAZN“, bei dem die Nutzer unbegrenzten Zugang zum Internet und einen Telefonanschluss in Italien erhalten, außerdem noch Zugang zu einem optimierten Kundenservice, der über Connected Devices in Anspruch genommen werden kann. Als Highlight aber ist für die Nutzer das für Italien geltende Rechtepaket von DAZN integriert. Dieses bietet drei Serie A-Spiele pro Woche sowie Spiele aus La Liga, der Ligue 1, den englischen Pokalwettbewerben oder auch aus der Serie B.

Das Ganze kostet 40.95 Euro und ist damit schon eine Investition für den Einzelverbraucher. Allerdings ist es auch ein cleverer Schachzug DAZNs sich in alltägliche Serviceleistungen zu integrieren. Denn solch ein Rundumpaket verspricht für die User Komfort, da alles aus einer Hand kommt. Zudem zeugt die Anbindung des Streamingdiensts an Everyday Life-Kontexte vom Vorhaben, DAZN als Standard für die Fußballausstrahlung zu etablieren. Auch als Marke. Roberto Chieppa, Fastwebs Marketing und Customer Experience Officer, erklärt:

Fastweb has always been close to the world of sport. Through the agreement with DAZN, it intends to satisfy the desire of its customers to experience the best sporting events at the forefront by accessing all the contents of the platform simply and quickly, from home or in mobility. With the launch of the new offer we combine the reliability and speed of our network with all the thrills of sports live and on demand to offer all our customers the best possible experience.

DAZN hat ein breit gefächertes Angebot, das zwar noch bei weitem nicht alle Ansprüche der Fans erfüllen kann, aber doch schon recht viele bedient. Und besonders die Ausstrahlung der Champions League trägt zum Markenwachstum bei. Dieses treibt das Unternehmen auf diversen Ebenen rigoros voran – und mit einer attraktiven Marke kann der Streamingdienst womöglich künftig noch mehr Nutzer von sich überzeugen. Vielleicht ist es in wenigen Jahren ganz normal zu sagen, dass man am Abend DAZN schauen wird. Warum? Weil Fußball läuft. Doch Sky und etwaige neue Player schlafen derweil nicht; und so wird der Kampf um die Rechte und die Ausstrahlung der Spiele der Ligen, die wir so lieben vielleicht sogar ähnlich spannend wie die Spiele selbst. Zu hoffen bleibt, dass dem Kunden ermöglicht wird, seine favorisierten Spiele über einen Anbieter zu sehen. Doch das Zeitalter der digitalen Personalisierung könnte dafür sorgen. On Demand ist und bleibt en vogue.

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Strategische Partnerschaft: Wie der FC Barcelona und Sony Musik und Fußball mischen

Engaging Entertainment Experiences, das möchten Barça und Sony Music mit ihrem neuen Joint Venture liefern. Musiker werden im Club-Kontext auftreten, Spieler und Musiker gemeinsam Inhalte für die diversen Kanäle erstellen.

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Die jüngste Partnerschaft des FC Barcelona wirkt wie die globale Fortführung der Beziehung von Gerard Piqué und Shakira. Die Barça-Ikone und die Star-Musikerin verbinden zwei extrem wichtige Entertainment-Welten. Und genau das möchten der FC Barcelona und Sony Music, bei dem Shakira ihr letztes Album veröffentlichte, auch tun und die kommenden zwei Spielzeiten auf Erlebnisse setzen, die das verbindende Element, das dem Fußball und der Musik gleich ist, in einer medienwirksamen Kooperation zum Ausdruck bringen. Konkret bedeutet das Auftritte von Musikern wie Becky G, Nicky Jam und Co. bei Veranstaltungen des FC Barcelona, aber auch eine Kollaboration bei Inhalten für Social Media oder Streamingportale. Ob Shakira und Piqué an diesem Deal mitgewirkt haben?

Für Barça Fans und Menschen jedes Alters: Sport und Musik

Die Musik und der Sport, in diesem Fall Fußball, gehören auch ein Stück weit zusammen. Es gibt Vereinshymnen, Playlists, die für bestimmte Stadien bekannt sind oder Bands, die häufig mit vereinen verknüpft werden. Wer kann You’ll Never Walk Alone an der Anfield Road widerstehen, einem Stück, das eigentlich dem Musical Carousel entstammt, aber auch in der Version von Gerry & the Pacemakers weltberühmt wurde?

Und die Kultband Stone Roses aus Manchester ist eng mit Manchester United verbunden.

Bei Toren in der Bundesliga hören wir Melodien von Seven Nation Army über I Feel Good bis hin zu Rockin’ All Over the World.

Der FC Barcelona geht soweit zu sagen, dass Menschen, egal wie alt, Musik toll finden – und meistens auch den Sport. Um diese zwei Leidenschaften sinnvoll, und gewinnbringend, zu vereinen, kooperieren die Katalanen mindestens für die kommenden zwei Saisons mit Sony Music. Das Ziel dieser neuen strategischen Partnerschaft sind neuartige Entertainment Experiences. In Rahmen dieses Betrebens hatte der Verein erst kürzlich bekanntgegeben, dass man ein Hauptpartner für Konamis eFootball PES 2019 bleiben werde und dass man mit Gaming-Plattform Roblox kooperiert. Letzteres bedeutet, dass Mobile Gamer ihre Avatare im neuen, noch gewähnungsbedürftigen, da Croatia-esquen, Trikot auf Mission schicken können.

Zum Start der Zusammenarbeit mit Sony Music gab es in den USA, wo der Club zur Sommertour weilt, einen Empfang mit populären Spielern wie Neuzugang Griezmann, Busquets, Rakitić , Jordi Alba und Co. sowie einigen Musikern, darunter zum Beispiel Pedro Capó, der bei Instagram immerhin 1,1 Millionen Abonnenten hat, die man auf den Verein aufmerksam machen könnte. Der Wert des Zusammenspiels von Musik und Sport bei solchen Events ist nicht nur der unmittelbare Branding-Effekt, sondern auch ein Markenwert, der in den sozialen Medien über den Verein und das Label, aber auch über die Einzelpersonen vermittelt wird.

Bislang gab es bereits musikalische Performances beim Joan Gamper Trophy-Spiel und beim Barça Fest Miami in den USA.

Mehr musikalisches Entertainment im Barça-Kontext in der Zukunft

In den kommenden Monaten und Jahren, so heißt es vonseiten des FC Barcelona, sollen Künstler, die bei Sony Music unter Vertrag stehen, bei diversen Events des Vereins auftreten. Zudem kann der Club auf den Musikkatalog von Sony zurückgreifen, um Content für die Social Channels zu erstellen. Und gerade beim Content könnte sich die Co-Produktion auszahlen, weil eine musikalische Unterlegung von Szenen aus dem Fußball bekanntlich immer gut funktioniert; man schaue sich nur die zahllosen YouTube Videos an, die Tag für Tag von Millionen rezipiert werden. Barça-Präsident Josep Maria Bartomeu glaubt, dass man mit der Partnerschaft das Fan-Erlebnis auf sämtlichen Kanälen optimieren kann. Und Afo Verde, Chairman und CEO von Sony Music Latin Iberia, erklärt:

We are very excited and looking forward to our prestigious partnership with the FC Barcelona organization. It gives both parties a unique platform to tell stories by combining music and sports. I’m sure that music and Barça fans will enjoy this amazing collaboration.

Geschichten zu erzählen und sie wortreich, mit Klängen und unvergesslichen Melodien, anzureichern, das vermag die Musik. Der Fußball aber schreibt manchmal die besten Geschichten. Zuletzt, beim glorreichen Sieg des FC Liverpool im Champions League-Halbfinale, war der FC Barcelona noch auf der falschen Seite der Emotionen. Doch all diese Momente, die guten wie die schlechten, gehören zu einem Verein und seiner Geschichte. Da aber ein solcher heutzutage eine Brand ist, kann die Verbindung der Vereinsgeschichte mit populärer Musik als cleveres und medienwirksames Entertainment gelten, das letztlich Awareness für beide Partner fördert – und damit im Bestfall auch den Umsatz weiter ankurbelt.

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Joint Venture mit Athletia: Die DFL checkt das Netz auf Piraterie

In Zusammenarbeit mit Athletia wird die DFL die Medienrechte im deutschen Fußball schützen. Das Joint Venture ryghts wird in Social Media, Web und IPTV Piraterie verfolgen.

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Sky ist dir zu teuer, DAZN ist nicht dein Ding? Wer digital auf illegale Streams der Bundesliga zurückgreift, dürfte künftig mehr Probleme mit dem Zugriff auf die Spiele haben. Denn die DFL hat mit Athletia ein Joint Venture geschaffen, dass sich gezielt für die Medienrechtehalter einsetzt – und die Piraterie verfolgt. ryghts wird im Rahmen von „DFL for Equity“ dafür sorgen, dass man die Rechtsverstöße in die eigene Hand nimmt.

Medienrechtspiraterie wird der Kampf angesagt

Während immer mehr Nutzer auf DAZN, Sky und Co. setzen, um sich Fußballspiele im Livestream anzusehen, sind ebenso viele User auch mit illegalen Streams zufrieden, die die Partien im Internet ausstrahlen. Durch das Ansehen dieser gehen den Rechtehaltern natürlich Einnahmen in Millionenhöhe verloren; denn wer nicht auf die illegalen Streams zurückgreifen könnte, würde entweder gar nicht schauen oder aber ein Abonnement bei einem offiziellen Anbieter abschließen. Immerhin ist seit einem Grundsatzurteil des EuGH von 2017 nicht mehr nur das Hosten, sondern auch das Rezipieren von illegalen Streams klar rechtswidrig. Dazu erklärte der Medienrechtsanwalt Christian Solmecke seinerzeit:

Das Urteil kam überraschend. In der Sache ging es zwar zunächst nur um einen externen Streamingplayer, schaut man sich die Urteilsgründe aber an, so lässt sich die Entscheidung auch den Abruf von Seiten wie kinox.to übertragen. Im Kern gehen die Richter davon aus, dass sich Nutzer immer dann illegal verhalten, wenn sie beim Streaming von der Rechtswidrigkeit des verbreiteten Streams Kenntnis hatten oder diese hätten haben müssen. Davon dürfte allerdings immer auszugehen sein, wenn aktuelle Kinofilme, die nicht legal abrufbar sind, im Internet im Wege des Streamings verfügbar gemacht werden. Zudem sind neben weiteren zahlreichen Film- und Serien-Streamingportalen wie etwa Burning series (bs.to) auch die Konsumenten von illegalen Bundesliga-Streams betroffen.

Das scheint die Nutzer jedoch wenig zu stören. Denn meist werden auch ihre IP-Adressen bei illegalen Portalen nicht gespeichert, sodass sie kaum verfolgt werden können.

Gegen die Hosts illegaler Bundesliga-Streams geht die DFL nun jedoch aus eigener Kraft vor. Im zusammen mit Athletia gestarteten Join Venture ryghts stehen dem Namen nach bereits die Rechte an erster Stelle. Die DFL hält an ryghts einen Anteil im unteren zweistelligen Prozentbereich. Und DFL-Geschäftsführer Christian Seifert betont:

Die Beteiligung an einer Firma zum besseren Schutz von Medienrechten ist eine stringente Fortschreibung unserer Strategie. Wir möchten weite Teile der medialen Wertschöpfungskette rund um den Profifußball abdecken und daraus auch Dienstleistungen für andere Sportligen entwickeln. Der Schutz vor illegaler Verbreitung wertvoller Inhalte ist mitentscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg einer Sportorganisation und ihrer Medienpartner. Deshalb besitzt ryghts enormes Zukunftspotenzial.

Von jetzt an ist ryghts für die „gesamte internationale Piraterie-Überwachung rund um die Ausstrahlung von Bundesliga-Begegnungen“ zuständig, das heißt im Kontext von Social Media, Web oder IPTV. Damit schlägt die DFL zusammen mit dem renommierten Partner Athletia einen anderen Weg ein als vor kurzem noch die spanische Organisation La Liga. Dort wurde die offizielle La Liga App dazu genutzt, um schlichtweg über die Mikrofone der Nutzer auszuspionieren, ob in Restaurants, Kneipen usw. Livetreams zu den Ligaspielen liefen; wenn die Lokalitäten keine Lizenz dafür hatten, konnte der Verband ihnen so zu Leibe rücken. In Kooperation mit Google versucht man auch, mithilfe sogenannter DMCA (Digital Millennium Copyright Act) Notices zu erreichen, dass die Websites, die illegale Streams anbieten, bei der Suchmaschine de-indexiert werden. Auch auf diese Maßnahme könnten sich andere Ligen verlegen, sofern nicht bereits geschehen. Mit ryghts geht die DFL nun jedoch deutlich in die Offensive – und könnte damit letztlich den Rechtehaltern zu mehr Einnahmen verhelfen.

Die DFL baut Portfolio mit Unternehmensbeteiligungen aus

Das Joint Venture ryghts ist nicht das erste Unternehmen, bei dem die DFL eine starke Beteiligung hat. Hauptverantwortlich für ryghts ist Athletia, die Expertise im Bereich der Bearbeitung von Fällen nicht-autorisierter Verbreitung geschützter Inhalte aufweisen.

Für uns ist ryghts in zweierlei Hinsicht die logische Erweiterung von Athletia – zum einen passt das neue Produkt perfekt in unser Portfolio aus individuellen Dienstleistungen auf Basis von eigener Technologie, zum anderen freuen wir uns, die langjährige Zusammenarbeit mit der DFL auf ein neues Level zu heben und dieses für die Industrie essenzielle Thema nun gemeinsam zu entwickeln,

so Athletia-Geschäftsführer Lukas Klumpe. Im Rahmen des Programms „DFL for Equity“ hatte die Liga letztes Jahr bereits einen Einstieg beim israelischen Startup Track160 bekanntgegeben. Im vergangenen Jahr konnte das Startup, welches eine 3D-Erfassung von Spielerbewegungen auf KI- und Machine Learning-Basis ermöglicht, bei der Spielmacher Konferenz den ersten European SportsTech Award gewinnen. Das Konzept überzeugte auch die DFL. Track160 wurde somit zur „DFL invested company“. Nach eigenen Angaben möchte die DFL die „digitale Wertschöpfungskette des deutschen Profifußballs“ eigenständig bedienen. Daher sollen neben Track160 und ryghts künftig weitere Startups und Tech-Unternehmen zum Portfolio dazustoßen.

Gerade mit ryghts lässt sich die Wertschöpfung womöglich besonders hervorheben, wenn das Joint Venture erfolgreich die Medienrechtspiraterie unterbinden oder zumindest eindämmen kann. Wer den Komfort von zahlreichen Livestreams genießen möchte, sollte auch bereit sein, etwas dafür zu zahlen. Schließlich helfen OTT-Anbieter inzwischen auch, die Preise für umfassende Angebote etwas zu drücken. Die meist etwas zerstückelten Angebote schrecken Kunden dann aber doch ab; vielleicht wird ihnen die Option, illegal Streams zu sehen, aber in Zukunft doch erschwert.

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Die Bundesliga und Disney: ESPN+ könnte die Liga in den USA nach ganz vorn bringen

Die Auslandswahrnehmung der Bundesliga ist bereits äußerst positiv. In den USA könnte die Liga dank der Ausstrahlung über ESPN+ gerade bei jüngeren Fans zur wichtigsten werden.

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Im internationalen Vergleich muss die Bundesliga, was ihre Popularität angeht, wohl nur den Vergleich mit der Premier League scheuen. Diese ist beinah überall die beliebteste Liga. Gespickt mit Superstars, Star-Trainern, den aktuellen Europacup-Siegern aus Liverpool und London, einer Menge Geld und einem meist spannenden Titelkampf ist die englische Liga für viele Fans von größtem Interesse. Doch die Bundesliga setzt schon lange auf Internationalisierung, in Indien, China, aber vor allem auch in den USA. Dort könnte die kolportierte Ausstrahlung über den Abo-Dienst ESPN+, der zur Walt Disney Company gehört, die Bundesliga für eine junge, in Sachen Fußball-Tradition weniger vorbelastete und interessierte Zielgruppe zu einem der wichtigsten Fokuspunkte im Fußball machen. So könnte das globale und digitale Interesse an der Bundesliga und dem deutschen Fußball weiter steigen.

Bald noch mehr Zuspruch aus den USA? Schon jetzt großes Interesse am deutschen Fußball

Der Supercup, ausgetragen zwischen dem BVB und Bayern München am letzten Wochenende, wurde in 200 der 211 in der FIFA registrierten Länder ausgestrahlt, wie die DFL selbst angab. Ob FOX Sports (South America), Sky Perfect TV (Japan), Eleven Sports Poland, Eleven Sports Belgium, beIN France oder andere, das Interesse am eher unwichtigen Curtain Raiser zur neuen Saison war immens; immerhin war der Klassiker des deutschen Fußballs zu erwarten. Entschieden wurde dieser mehr oder minder durch Jadon Sancho, der für die Borussia beim 2:0-Erfolg ein Tor vorlegte und eins erzielte.

Sancho ist ein Sinnbild für die junge, attraktive Bundesliga und für den Angriff. Einerseits möchte er mit dem BVB nach dem von den Bayern abonnierten Titel greifen. Andererseits sollen gerade Teams wie der BVB, aber auch Leipzig oder Leverkusen die Bayern dabei unterstützen, die Bundesliga auch im Ausland bestmöglich zu verkaufen. Die Eintracht aus Frankfurt hatte das in der vergangenen Saison mit dem Lauf in der Europa League bestens vorgemacht, muss nun aber auf Star-Spieler wie Haller oder Jovic verzichten, die es nach England und Spanien trieb.

In den USA ist die Eintracht bereits im Januar unterwegs gewesen, um das eigene Engagement vor Ort zu unterstreichen. Im Sommer waren aber auch die Prestige Teams aus München und Dortmund in den Vereinigten Staaten unterwegs. Unter dem Motto 1909% Football wollten die Dortmunder die Fans in den Staaten begeistern, vor allem aber auch neue gewinnen.

Spiele gegen Seattle oder auch CL-Sieger FC Liverpool mit Ex-Trainer Klopp zogen die Massen in die Stadien.

Womöglich werden in Zukunft noch mehr US-Fans incentiviert, die Bundesliga zu verfolgen. Dafür könnte ein Deal mit Disney sorgen.

Die Bundesliga bei ESPN+? Kann der Streamingdienst Zuschauer dank Abos halten?

Während die MLS in den USA weiter boomt, nimmt das Interesse am Fußball im Land von NBA, NFL und MLB gerade wieder Fahrt auf. Mit neuen Franchises wie Inter Miami von David Beckham wird die Fußballlandschaft in den Staaten noch interessanter. Die Fußballerinnen, in den USA ohnehin sehr populär, haben mit ihrem WM-Triumph um Superstar Megan Rapinoe die Leidenschaft nur weiter angefacht. CNN berichtet, dass in den USA über FOX gut 14,3 Millionen das Finale gegen die Niederlande sahen, wohingegen nur 11,4 Millionen im Vorjahr bei den Männern eingeschaltet hatten; ein 22-prozentiger Boost beim Fußballpublikum in den USA. FOX Sports ist noch der Sender, über den man in den USA die Bundesliga verfolgen kann. Doch demnächst soll sich das ändern.

Die New York Post berichtet davon, dass ESPN+ die Rechte an der Liga erhalten soll. Demnach könnte die Bundesliga ab 2020 zum immer größeren Fußball-Portfolio des Anbieters stoßen, der zur Walt Disney Company gehört. Bei ESPN+ lassen sich schon heute die MLS-Spiele oder andere Partien, wie der Community Shield in England, verfolgen.

In Deutschland kann man auf den umfassenden Service des Streamingdienstes nicht zugreifen, wie beim Besuch der Seite humorvoll mitgeteilt wird.

Kein Zugriff auf ESPN+ in Deutschland, Screenshot ESPN+

Doch der OTT Service dürfte, sollte die Bundesliga ab nächstem Jahr tatsächlich in den USA exklusiv dort ausgestrahlt werden, für die Sportfans an Bedeutung gewinnen. So würde ESPN+ für Disney sehr wahrscheinlich viele neue Abonnenten gewinnen können; dass einige Spiele auch linear im TV über ESPN-Kanäle ausgestrahlt werden, steht noch zur Verhandlung. Disney ist auf der Jagd nach Abonnenten und wird solche mit Disney+, das am 12. November an den Start geht und Netflix große Sorgen bereiten dürfte, zahlreich erhalten.

Die Zuschauerschaft, gerade die jüngere, ist an das Streaming gewöhnt. Auch Sport will im Abo auf einer Plattform rezipiert werden. Der Erfolg von DAZN zeigt das deutlich. Einer Studie von Deltare und Massive zufolge sollen in den USA 2021 knapp 6,8 Milliarden US-Dollar in OTT-Dienste für die Sportberichterstattung fließen. Die gleich Studie gibt an, dass 2018 ein Wachstum von 32 Prozent bei Geräten verzeichnet wurde, die weltweit erstmalig auf OTT Sport Content zugegriffen haben. Ein Entscheider der Industrie verrät, wie das Streamingpotential auch für den Sport genutzt werden kann.

Netflix has seen huge success because its pricing is widely affordable. But what the sports industry has seen is that a premium price product creates a barrier to entry – and also to fandom. Putting out highlights and original content as freemium is a great way to bring people into the product with something that can be enjoyed year-round, 24/7. From there, we can encourage them deeper into the ecosystem and ladder them to a fully paid-up subscriber over time.

Relevant werden nach diesen Erkenntnissen besonders Original Content und die Möglichkeiten, einzelne Angebote wahrzunehmen, nicht ein Spiel über 90 Minuten und sonst nichts. Dazu ist das Smartphone mit 49 Prozent nur knapp hinter dem Fernseher (64 Prozent), wenn es um das Rezipieren von Sport Content geht, so Deltare. Das dürfte sich weiter gen mobile Geräte verschieben.

Über OTT können junge Generationen bestens erreicht werden, und nicht nur diese. Die Bundesliga könnte zu einem zentralen Entertainment-Programm in den USA aufsteigen, wenn ESPN+ sich die Exklusivrechte sichert und die Liga – die mit dem Claim „Football As It’s Meant To Be“ bereits eine internationale Marke aufbaut – optimal in Szene setzt. Zusätzlich zu all diesem Potential für Rechtehalter und Fans muss die Liga nun auch zeigen, dass sie als Entertainment Provider mit allen Ligen mithalten kann. Jadon Sancho, Kai Havertz, Serge Gnabry, oder Lucas Hernández, vielleicht auch Youngster wie Ademola Lookman oder Dodi Lukebakio versprechen einiges. Allerdings muss die Bundesliga sich nicht nur um einen spannenden Titelkampf wie in der letzten Saison bemühen, sondern auch darum, Stars aufzubauen und in der Liga zu halten, um diese für das internationale Publikum langfristig zur Erlebnisarena zu machen.

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This Is Football: Amazon Prime Lures Fans With New Blockbuster Series

Amazon Prime will show This Is Football from August 2nd, a six-part series produced by the best in business, showing the power of football – and its financial appeal, too.

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The football streaming repertoire will be augmented come the start of August. Amazon Prime will offer all fans and interested viewers another series, following the success of All Or Nothing: Manchester City. The six-part experience This Is Football is about to lure many more people to the service and will entertain by reproducing stunning moments and heartwarming stories from the world of football. The sport has always been a big part of the entertainment industry, but is merging increasingly with digital experiences like streaming, social media or even podcasts. Users and consumers want stories – and football tells the best of them sometimes.

This Is Football: Allusion and Promise

From August 2nd, fans across the world will be able to watch Amazon’s new series that, as the title suggests, is solely focused on football. There will be six one hour episodes of This Is Football – for the start. Because that series is bound to be successful and should get another season rather sooner than later. Amazon have understood that this sport is so all-embracing, it’s a source for engagement and consumption in the media world. Especially in our new, nearly totally digitised media world. For even if you’re not an Amazon Prime member, but really want to see the series, it’s only a few clicks and you’ll be able to watch, once you subscribed. Football fans want to be entertained, but since their teams are only playing once or twice a week, they need to look elsewhere for more and more content. That’s why social media accounts of all the clubs are producing content without a break. And it might be one reason why entities like 433 or Copa90 have risen meteorically.

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Particularly in the summer, when the season is only about to restart soon, football fans are craving some new content. And if it’s of outstanding quality, it’s only going to get a lot of viewers. This Is Football from Amazon promises a lot.

The trailer tells you that it’s about the bigger picture of the sports. For the voice from the off says:

Football is emotion, it comes from the heart. It crosses all barriers, you play football anywhere. Football can actually help bring communities together.

And so the series focuses on the linking element of the sports. Therefore, not only big moments or developments in football will be portrayed, but also the meaning of it. Take for example Iceland’s incredible European Championship campaign in 2016 and how it united the country in joy and expectation, how it brought all those players and their everyday life to the attention of millions of people watching. And how it introduced the Viking Clap in football forever.

But the series will also show the phenomenon Messi or the ‘shocking’ moment of Brandi Chastain in 1999. Central topics will be:

  • redemption
  • faith
  • chances
  • love
  • pride
  • miracles

It’s also important to mention that This Is Football tells about men and women in football. Sports Author John Carlin (Invictus) wrote the series, which will directed by reknowned directors like James Erskine. Lorne Balfe, who has won Grammys and Emmys and has worked on Mission Impossible: Fallout, The Queen or Chirchill, will produce the music. That’s a reminder of how much Amazon is turning this series into entertainment. The title alone is an allusion to media: remember the movie 300 by Zack Snyder and Gerard Butler’s cry: This is Sparta? It was a movie made from a comic strip and very much about aesthetics; the football series on Amazon might be as well. Incidentally, there also was a computer game called This Is Football in the early 2000s.

Football as the most popular sport in the world?

If you look at all the countries, football could easily be the most popular sports globally. That’s what the executive producer of the series, Joe Roth, thinks:

The series is a fantastic collection of stories that provide first explanations why football is the most popular sport in the world.

Well, apart from that, it certainly is a profitable sport and one that provides stories, which can successfully be monetised if put in the right high-quality context. Amazon didn’t need something new, but they put it into a new context, a new world. The best evidence might be that This Is Football is a Starbucks Production in cooperation with Amazon Studios. Adam Bullmore, managing director of executive October Films und executive producer for This Is Football, mentions:

Football is a universal language. Everywhere you look, this sport touches lives and inspires people in a remarkable way. We are excited to partner with Amazon Studios and Starbucks to tell these stories to a worldwide audience.

The worldwide audience is there to watch. We are excited and will see whether it is as good as its word.

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Content & Media

User Spend in DAZN App Grows 9.5 Times Year-over-Year

The DAZN app was the top grossing sports app in the world in May 2019. More importantly for the OTT platform, user spend grew to 11.5 million US dollars.

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DAZN has developed into the go to-provider of sports for many a fan. The OTT service is easy to access and offers a wide range of sports in a growing global network. In May 2019, the DAZN app was the top grossing sports app in the whole world, edging out ESPN or Tencent Sports, for instance. Revenue had grown 9.5 times in comparison to May 2018. And the expansion to more countries is only gathering pace.

DAZN is driving up revenue

Ever since the OTT service DAZN entered the sports media stage, it was going to become big, since it disrupted traditional sports coverage and operated contemporarily. For the ability to access their sports package, which you can get for 9.99 Euro a month and which you can unsubscribe from on a monthly basis, is important for the mobile-driven user. That’s why the reception via the app is essential for DAZN, which is owned by the Perform Group. Now, data from Sensor Tower show how much that very app has risen in prominence – and how valuable such a development is for DAZN. According to Sensor Tower, DAZN has been the top grossing sports app, globally, in May 2019 in App Store and Google Play Store revenue. They’ve put ESPN, MLB At Bat, NBA, onX Hunt etc. in their places.

Sensor Tower, top grossing sports app worldwide, May 2019, © Sensor Tower

The App Store from Apple says it’s the number three app in sports, while the Google Play Store states that there are more than five million downloads. DAZN was able to generate close to 11.5 million US dollars in user spending, which is massive and even more impressive looking at the 4.7 million amassed by second-placed ESPN. Compared to May 2018, it represents a growth of 9.5 times for DAZN. The whole Perform Group’s revenue, by the way, had grown to 93 million US dollars for the three months ended 31 March 2019. Interestingly, 37 per cent of the DAZN app revenue came from the US, with also 6.5 percent being generated in Japan. Whilst DAZN has been present in Japan since 2016, the service only launched in the US – with a focus on boxing – last year.

Regarding the revenue numbers, it has been a big success on mobile. And if 6.5 per cent of that revenue come from Japan, the popularity there must be big as well. DAZN are actually the host of the J-League, showing all the games. And indeed, DAZN is kind of a different offer in every market, as trailers tend to show.

New markets, more income

In the last year, DAZN has ramped up their market reach. Currently, they operate in nine markets, with Spain and Brazil the last newcomers. In February, the service announced that the offering was available for just 4.99 Euro in Spain. Apart from a diverse sports offering, ranging from football to MotoGP, fans and viewers will be offered original content, created in cooperation with Neymar Jr. and José Mourinho. Veronica Diquattro, EVP, Southern Europe, DAZN, said:

This is just the start of our journey so our compelling price point reflects that. We will continue to build our portfolio of sports and when we add significant premium content fans should expect that to be reflected in our price, whilst always maintaining our approach of making sport more affordable and accessible. DAZN continues to work with the biggest stars, so I’m also delighted to announce two new ambassadors, megastars of sport: Neymar Jr. and José Mourinho who will also feature in original content on the platform. This is a euphoric moment and we can’t wait to get started.

Mourinho himself, a loved and loathed figure in the football world, commented:

DAZN is giving football fans a new way to enjoy the sport and players they love. Their style of live football coverage is different from what I’ve experienced before. I like their authenticity and pushing the boundaries of sports broadcasting. I’m excited to join DAZN as a global ambassador and connect with football fans around the world with this platform.

All those existing markets, and especially the new ones, will help DAZN further grow revenue. Not least because they give those viewers across the world, who often watch via the app on their smartphone or any other mobile device, always more access to fascinating sports. For example, the MLS, which is generating more attention, due to star players like Zlatan or old heroes like Schweinsteiger and Rooney, will be shown exclusively on DAZN in five markets, including Germany, Switzerland, Austria, Italy and Spain, while it will be shown in Brazil, too, albeit non-exclusively from 2019 to 2022. The service is that prominent, for it often gets important rights for special games such as last month’s Copa del Rey final. And the Champions League lures many viewers as well, of course.

Something DAZN also has to offer, since the end of April 2019, is their global live sports content distribution service for rights holders, called DAZN CONNECT. With that service, DAZN offers clients the opportunity to acquire and distribute the sports they need for their own offering. Gareth Rees, SVP Business Development, said:

We now have more sports content on our network than anyone else in the industry. Combine this with our technological innovation and with customer satisfaction at the core of our service, DAZN CONNECT is well positioned to take some big steps in the coming months. Driven by the demands of sports broadcasting and fans’ viewing habits, DAZN CONNECT offers a faster, more intelligent way of receiving live sport. DAZN CONNECT is built in the cloud to deliver the lowest latency, highest quality and the most secure sports distribution service. With an innovative contribution service, clients can supply live sports back onto the DAZN network, so local coverage can be made available globally, offering up further exposure and coverage for rights owners.

The cloud-native and AWS-integrated DAZN CONNECT is another step, meaning we will only see more content being brought to us by DAZN, in one way or another, in the near future. And their very own app is only going to gain even more revenue, which will probably show, when new statistics are out. Their motto “We’ve got more” is certainly not a mere empty shell for branding.

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