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Benfica Lissabon Goes NFL: Das will der portugiesische Meister von den 49ers lernen

Benfica Lissabon geht eine strategische Partnerschaft mit den San Francisco 49ers ein. Das sorgt für professionellen Austausch – und soll Befica in den USA noch größer machen.

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Die Partnerschaft von zwei Sportvereinen wie Benfica Lissabon und den San Francisco 49ers aus der NFL soll für die Weitergabe von Know-how in den Bereichen Technologie und Business sorgen, aber auch sportliche Perspektiven für die Teams neu denken lassen. Das erklärte der Ex-Kapitän des portugiesischen Rekordmeisters, Luisão, jüngst bei der Vetragsunterzeichnung im Museum kultigen Levi’s Stadium in San Francisco. Dabei wurde deutlich, dass Benfica die USA vor allem als Wachstumsmarkt ansieht. Doch der Club hat auch viel zu geben.

Internationalisierungsstrategie der europäischen Clubs: Reichweite und Awareness aufbauen

Der Brasilianer Luisão, der mit Benfica zahlreiche nationale Titel gewann, erklärte der Presse:

Benfica and the 49ers strengthen relationships through a partnership that will cover several areas ranging from historical heritage to innovation.Both emblems share greatness based on a rich history of sporting achievements. Both clubs have a common demand, professionalism and a continuous search for innovation.

Als Teil der Partnerschaft waren die San Francisco 49ers, fünfmalige Super Bowl Champions, deren Quarterback Jimmy Garoppolo zu den bestbezahlten NFL-Spielern zählt, in die ISMA (International Sports Museums Association) aufgenommen worden. Dieser Vereinigung gehören neben Benfica auch Teams wie Arsenal London, Real Madrid, Bayern München oder Eintracht Frankfurt an. Die 49ers aber sind das erste US-amerikanische Franchise in diesem Verband.

Luisão betonte in seiner Rede weiterhin, dass der beidseitige Austausch der Teams wichtig sei, ließ dabei aber nicht unerwähnt, wie wichtig die USA als Markt für den Club sind.

We want to learn from the best practices of each institution, at a sporting, technical or technological level. The United States is a strategic market for Sport Lisboa e Benfica.

Und die 49ers haben immerhin 2,1 Millionen Follower auf Twitter, 1,5 Millionen Abonnenten auf Instagram und knapp 3,8 Millionen Facebook Fans. Diese Reichweite ist nicht zu verachten, wenn man international expandieren will. Und genau das ist das Bestreben beinah aller europäischen Vereine, insbesondere de Top Clubs. Ob China, Indien, Australien oder die USA: der Markt ist da. So ist Benfica passenderweise derzeit auf USA Tour – und hofft, neue Fans zu finden. Aber auch neue Vermarktungspotentiale zu erschließen.

Von Benficas Expertise im Jugendbereich lernen

Da es für Benfica um eine Partnerschaft geht, sollen die 49ers insbesondere aber die US-amerikanische Sportgemeinschaft im Allgemeinen natürlich auch Besonderes von Benfica Lissabon lernen und erfahren können.

In addition to the huge fan base we have in California and the East Coast, Benfica may add value especially through the know-how it has in academy football, sustained in its Academy, recognized as one of the best in the world,

meint Luisão. Recht hat er, denn von Benfica kann jeder Verein lernen, wie man junge Talente schmiedet, mit ihnen sportlich erfolgreich ist und dann sogar wirtschaftlich, weil sie für immense Summen verkauft werden. Das beste Beispiel ist der Transfer von Youngster João Félix, den Atlético Madrid für 126 Millionen Eurom vom Verein losgeeist hat. Nicht einen Cent weniger als die festgeschriebene Ablösesumme.

In den letzten 10 Jahren hat Benfica mit Spielerverkäufen 864 Millionen Pfund eingenommen, so Sport Bible. Verkauft wurden neben João Félix Spieler wie Victor Lindelöf and Manchester United, Renato Sanches an Bayern München, David Luiz oder Nemanja Matić an Chelsea, Nelson Semedo an den FC Barcelona oder Ángel Di María an Real Madrid. Und dabei waren diese Stars, als sie zu Benfica kamen, nur Talente; oder sie stammten aus der eigenen Jugend. Von der Tugend, sie zu Spitzensportlern zu formen, und das gelingt anscheinend im Akkord, können die 49ers und die US-amerikanischen Sportvereine sicher auch einiges gebrauchen.

Während Benfica in Portugal seit einigen Jahren wieder die Nase vorn und den FC Porto als größten Erfolgsclub dieses Jahrtausends abgelöst hat, möchte der Club sich weltweit weiter profilieren und damit womöglich einen Weg einschlagen, der es ermöglicht, hochqualitative Spieler eventuell noch ein wenig länger zu halten. Die Erlöse von den Verkäufen sind phänomenal, doch der Club möchte sicher seine Abverkäufe von den Trikots der Stars ankurbeln. Das funktioniert in den USA natürlich, würde aber sicher noch mehr Fahrt aufnehmen, hätte man einen João Félix noch in den eigenen Reihen. Dieses wirtschaftlich-sportliche Gleichgewicht muss Benfica jedes Jahr neu austarieren. Doch der nächste Superstar steht sicher schon in den Startlöchern. Ähnlich wie Ajax Amsterdam ist Benfica in Sachen Jugendarbeit ein Vorbild und als Unternehmen wie als Verein erfolgreich. Die Frage bleibt jedoch, ob die sportliche Entwicklung, in der Champions League etwa, nicht stagniert, wenn die Stars immerzu gehen müssen.

Doch so ist der Stand der Dinge; denn im Fußball-Business gibt es einfach noch ein paar größere Fisch und Benfica und Co. sind in der falschen Liga zuhause, um mit diesen in Sachen globaler Popularität vollendes konkurrieren zu können. Die Partnerschaft mit den 49ers zeigt uns aber auch: Benfica Lissabon ist nicht satt. Wir warten gespannt auf den kommenden Top Star aus Portugals Hauptstadt; an Rúben Dias, Rafa Silva und Co. gibt es immerhin auch schon Interesse. So werden Spieler zu Assets, die einen Verein, ein Unternehmen heutzutage, ausmachen.

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Ownership-Overview: die Top-Vereine der Ligue 1

Vor allem PSG sorgte mit seinen Millionentransfers in den letzten Jahren für Aufsehen. Aber auch andere französische Top-Vereine haben steinreiche Besitzer.

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Im vierten Teil unseres Ownership-Overview konzentrieren wir uns auf die Chefs der renomiertesten Vereine der französischen Ligue 1. Neben dem neureichen Paris sind auch die anderen Top-Klubs der Liga in den Händen gut betuchter Unternehmer. Ein Überblick der Besitzer von PSG, Marseille, Lyon und Monaco.

Paris Saint-Germain

PSG Präsident Al-Khelaifi mit Rekordeinkauf Neymar

PSG ist der Verein, der die Transfersummen in neue Sphären hiefte. Manche sagen sogar, durch die exorbitanten Summen sei der Transfermarkt aus den Fugen geraten. 2017 verpflichtete der Klub gleich zwei Spieler für weit mehr als 100 Mio. Euro: Neymar Jr. für 222 Mio. Euro von Barcelona und Kylian Mbappé für 170 Mio. Euro von Monaco. Möglich sind diese Ausgeben erst, seitdem der Verein 2011 durch den Katarischen Staatsfond, Qatar Holding, aufgekauft wurde. Nach der Übernahme wurde der katarische Geschäftsmann, Nasser Ghanim Al-Khelaifi, zum neuen Präsidenten. Der ehemalige Tennisspieler führte den Verein seit 2013 zu sechs französischen Meisterschaften. Aber trotz Transferausgaben von mehr als 1,2 Milliarden Euro seit 2011, konnte PSG den erhofften internationalen Erfolg bisher nicht erreichen. Harsche Kritik schlägt dem Verein und der UEFA entgegen, weil das Financial Fairplay systematisch umgangen wird. Die Pariser haben einen Sponsorenvertrag mit der Katarischen Tourismusbehörde, der ihnen allein 2016 knapp 600 Mio. Euro in die Kassen spülte. Solche Summen sind im Vergleich zur europäischen Konkurrenz aus England oder Spanien mehr als das 10-fache und verschaffen dem Verein einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Olympique Marseille

Marseille Präsident Jacques-Henri Eyraud

Was die Erfolge in der Vergangenheit angeht, ist Olympique Marseille definitiv einer der größten Vereine Frankreichs. Der, in der zweitgrößten Stadt des Landes ansässige, Verein konnte bereits neun Mal die Meisterschaft gewinnen und schaffte es, als bisher einzige französische Mannschaft, die Champions League zu gewinnen. Doch der letzte Meistertitel liegt nun schon neun Jahre zurück und der Klub hatte vor ein Paar Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Daraufhin wurde er 2016 vom amerikanischen Unternehmer, Frank McCourt, aufgekauft. McCourt stellte als erste Amtshandlungen seinen Partner, Jacques-Henri Eyraud, als Präsidenten ein. McCourt, der bereits einen Baseballverein in den USA besessen hat, hat nicht nur fußballerische Ideen im Kopf. Er möchte in ganz Marseille als Geschäftsmann aktiv werden und zum Beispiel im Umfeld des Stadions einen Sport- und Entertainmentkomplex errichten. Die fußballerischen Entscheidungen überlässt er hauptsächlich seinem französischen Präsidenten. Mit der Teilnahme im Euro League Finale 2018 und Top-5 Platzierungen in der Liga konnten schon erste Erfolge unter seiner Regie verzeichnet werden. Es wird spannend, wo es dieses Jahr, mit dem ehemaligen Chelsea und Tottenham Trainer, André Villas Boas, hingeht.

Olympique Lyon

Lyon Präsident Jean-Michel Aulas

Der wohl unterhaltsamste französische Klubbesitzer ist bei Olympique Lyon aktiv. Seit 1987 leitet Jean-Michel Aulas die Geschicke des damaligen Zweitligisten und hat seit dem einiges vorzuweisen. Er führte den Verein nicht nur in die erste Liga, sondern auch zu sieben (7!) aufeinanderfolgenden Meistertiteln, zwischen 2002 und 2008. Seitdem ist Lyon eine der Top-Mannschaften im französischen Fußball und der Präsident möchte, dass keiner etwas anderes behauptet. Deshalb ist er fleißig auf Twitter unterwegs, um Kritiker zu beschimpfen und Fans zu beleidigen. Seine direkte Art scheint bei den Franzosen gut anzukommen, denn 544.000 Follower hat sicherlich nicht jeder Präsident vorzuweisen. Aulas nutzt diese Plattform, damit auch der letzte Kritiker begreift, dass Olympique Lyon für ihn nicht nur ein gewinnbringendes Unternehmen ist, sondern der Verein seines Herzens.

AS Monaco

Monaco Präsident Dmitri Rybolowlew

Die einzige Mannschaft die in den letzten Jahren der Pariser Alleinherrschaft Paroli bieten konnte, war der Verein aus dem Fürstentum Monaco. 2017 gewannen die Monegassen überraschend ihren achten Meistertitel und verzauberten mit spektakulärem Offensivfußball die französichen Fans. Nachdem der Klub zwischen 2011 und 2013 nur in der Ligue 2 spielte, war dies der sportliche Höhepunkt seit der Übernahme durch den russischen Oligarchen, Dmitri Rybolowlew. Doch unter Rybolowlew läuft nicht alles rund. Der Präsident hatte gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit Financial Fairplay Auflagen der UEFA zu kämpfen, die dann aber, mit einer ominös geringen Strafe, ausgeräumt werden konnten. Außerdem hat er immer wieder Probleme mit der monegassischen Justiz. Vor allem aufgrund einer Affäre, in der es um Kunstgeschäfte im Milliardenbereich geht. Im Zuge dieser Affäre wurde Rybolowlew unter anderem der Bestechung beschuldigt. Konflikte mit dem Gesetz sind für den russischen und zypriotischen Staatsbürger aber nichts neues. Bereits 1996 musste er wegen Auftragmordes in Russland ins Gefängnis, durfte dieses aber bereits nach einem Jahr, aufgrund zurückgezogener Zeugenaussagen, wieder verlassen. Auch sportlich läuft es momentan nicht sonderlich gut für seinen Verein. Nach hartem Abstiegskampf in der letzten Saison war der Beginn der neuen Spielzeit, trotz einiger namenhafter Neuzugänge, erneut nur dürftig.

Hier lest ihr die Ownership-Overviews aus England, Italien und Spanien.

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Allgemein

Wer ist eigentlich Hansi Flick?

Bei den Münchenern ist man mit der Arbeit von Interimstrainer Hansi Flick bisher sehr zufrieden. Doch was hat Flick in seiner Karriere bisher erreicht?

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Trainer des FC Bayern sein, das ist für niemanden eine leichte Aufgabe. Ob Trainertalent wie Niko Kovač oder Legende wie Carlo Ancelotti. Nach Pep Guardiola sind alle an der Herkulesaufgabe gescheitert. Die Ansprüche sind seit der Amtszeit des Katalanen exorbitant hoch. Da reicht nicht einmal der Gewinn des Doubles, um die eigene Position nachhaltig zu festigen. Denn bei Bayern München wird der Trainer nicht nur an Erfolgen gemessen, sondern auch am Auftreten der Mannschaft.

Mia san mia

Unter Heynckes und Guardiola waren die Bayern unantastbar. Das eigene Motto “Mia san mia” wurde von jedem einzelnen Spieler gelebt und niemand hat in einem normalen Ligaspiel daran geglaubt, dass der FCB Punkte liegen lassen könnte. Dieses Selbstverständnis ist verloren gegangen. Einer, der es zumindest in seinen ersten Partien wieder hergestellt hat, ist Hansi Flick.

Der langjährige Co-Trainer von Joachim Löw schaffte es innerhalb kürzester Zeit den angeschlagenen Riesen wieder aufzupäppeln. Nach der Übernahme Flicks gab es nicht nur die geforderten Siege, es wurden auch Erinnerungen an alte Tage wach. Der FC Bayern begegnet seinen Gegnern nicht mehr auf Augenhöhe, sondern aus der gewohnten Machtposition. Dabei waren auch die Ausrutscher gegen Leverkusen und Gladbach keine Ausnahme. Man verlor zwar erstmals unter dem neuen Coach, aber in beiden Spielen scheiterten die Münchener nicht am Gegner, sondern an ihrem eigenen Unvermögen vor dem Tor. Mit einem Lewandowski in Normalform hätten sowohl Leverkusen als auch Gladbach kaum eine Chance gegen die Bayern gehabt.

Die Verantwortlichen reagierten prompt auf die positive Entwicklung und verlängerten die Zusammenarbeit mit Flick als Chefcoach mindestens bis zur Winterpause. Nach dem letzten Spiel des Jahres soll über das weitere Vorgehen beraten werden. Wenn es nach Jupp Heynckes geht, halten die Bayern ihren Interimscoach auch über den Winter hinaus. Der Triple-Trainer bezeichnete Flick als ein Trainer-Juwel und riet seinem alten Arbeitgeber an diesem Juwel festzuhalten.

Doch entschieden ist in der Trainerfrage noch nichts. Als sehr aussichtsreicher Kandidat auf den Posten gilt weiterhin Thomas Tuchel. Der ehemalige BVB-Coach hat in Paris noch einen Vertrag bis 2021. Seine Weiterbeschäftigung hängt jedoch vom Abschneiden in der Champions League ab. Tuchel könnte in München mit Flick zusammenarbeiten, der diesen erst kürzlich auf einer Pressekonferenz mit Lob überschüttete.

Rummenigge und Co haben auf der Suche nach einem neuen Trainer also noch einige Eventualitäten zu klären. Hansi Flick hat die Gunst der Stunde genutzt und sich erfolgreich ins Rampenlicht manövriert, aus dem er auch erstmal nicht mehr verschwinden wird. Doch wer ist eigentlich Hansi Flick? Und wie qualifiziert sich dieser Mann für den Cheftrainerposten beim FC Bayern?

Hansi Flick als Spieler

Als Spieler war Hans-Dieter Flick von Verletzungen geplagt. Deshalb absolvierte er “nur” 148 Bundesligaspiele, in denen der Mittelfeldspieler sechs Tore erzielte. Vom damals unterklassigen SV Sandhausen wechselte Flick 1985 zum FC Bayern und verbrachte fünf Saisons an der Säbener Straße. Nach seiner Zeit in München spielte er noch zwei weitere Jahre für den 1. FC Köln in der Bundesliga, ehe er 1993 mit gerade einmal 28 Jahren seine Karriere beendete.

Hansi Flick als Trainer und Sportdirektor

Seine Trainerkarriere begann der gebürtige Heidelberger nur drei Jahre später beim Oberligisten FC Bammetal. Dort stieg er mit seiner Mannschaft nach drei wenig erfolgreichen Jahren in die Verbandsliga ab und blieb noch ein Jahr Trainer. Zur neuen Saison 2000/2001 wechselte er zur TSG Hoffenheim zurück in die Oberliga. Mit Hoffenheim konnte er gleich in der ersten Saison den Regionalligaaufstieg feiern. Nach vier guten Jahren in der Regionalliga verlor Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp im Jahr 2005 aber die Geduld und entband Hansi Flick von seinen Aufgaben. Das sollte für längere Zeit sein letzter Cheftrainerposten gewesen sein.

Es folgte ein kurzes Intermezzo als Co-Trainer bei RB Salzburg, woraufhin das bisher erfolgreichste Kapitel in Flicks Karriere begann. Am 1. September 2006 trat er das Amt des Co-Trainers der Nationalmannschaft an. Als rechte Hand von Jogi Löw verbrachte er acht Jahre beim DFB. Gekrönt wurde diese Zeit vom Weltmeistertitel 2014. Nach diesem Titelgewinn wechselte Flick seine Rolle beim DFB und wurde Sportdirektor. Diese auf fünf Jahre ausgelegte Aufgabe beendete er jedoch Anfang 2017 vorzeitig, um sich verstärkt auf seine Familie zu konzentrieren.

Seine Familie musste sich aber bereits sechs Monate später wieder vom Hausmann-Flick verabschieden, da dieser im Juli 2017 den Posten des Sportdirektors bei der TSG Hoffenheim antrat. Bei seinem alten Arbeitgeber fand er aber auch diesmal nicht sein Glück. Allen Beteiligten schien unklar, wie genau Flicks Aufgabenfeld aussah, was letztlich dazu führte, dass die Zusammenarbeit schon acht Monate später wieder beendet wurde.

Diesmal nahm Flick eine ernsthafte Auszeit und war knapp anderthalb Jahre nicht auf der Fußballbühne zu sehen. Sein Comeback feierte er bei seiner alten Liebe, dem FC Bayern München. Als Co-Trainer von Nico Kovač sollte er mit Robert Kovač zusammen den jungen Trainer dabei unterstützen, eine neue Ära einzuleiten. Dieses Vorhaben ist bekanntermaßen gescheitert und Hansi Flick ist seit dem 3. November 2019 Cheftrainer beim Rekordmeister.

Hansi Flick langfristig beim FC Bayern?

Flick wird nachgesagt am WM-Titel von 2014 größeren Anteil gehabt zu haben, als die meisten wissen. Alle seine Weggefährten halten große Stücke auf den 54-jährigen und die ersten Spiele des FC Bayern unter seiner Leitung machen Mut. Jetzt muss er diese Leistungen noch bestätigen, dann könnte Bayerns Trainersuche gänzlich anders verlaufen, als alle es erwartet haben.

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Liverpool vs. Man United oder: YouTube vs. Youku

Liverpool bietet als erstes Team überhaupt eine bezahlte YouTube-Mitgliedschaft für Fans, während Man United bei Alibabas Streamingdienst Youku einen eigenen Channel erhält.

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In der Premier League klafft zwischen dem Überfliegerteam und Champions-League-Sieger FC Liverpool und Rekordmeister Manchester United derzeit eine große Kluft. Die Reds sind auf dem besten Weg ihren ersten Meistertiel nach 30 Jahren einzufahren, während United noch von vergangenen Erfolgen zehrt.

Doch abseits des Platzes sind beide Clubs ähnliche Schwergewichte. Liverpool entwickelt auch dank des jüngsten Erfolgs und der Aura von Jürgen Klopp ein Brand Image, das sich auf vielen Ebenen bezahlt macht. Man United zählt seit jeher zu den größten Marken im Fußball. Nun haben beide Vereine im Kampf um die digitale Vorherrschaft Neuland betreten. Der FC Liverpool ist der erste Club, der bei YouTube eine kostenpflichtige Mitgliedschaft für Fans anbietet – und exklusive Inhalte verspricht. United expandiert mit dem eigenen Content zur gleichen Zeit in Asien und erhält auf Alibabas riesiger Videoplattform Youku einen eigenen Kanal.

Das Duell im Videobereich: Popularität in Social Media stärken

Liverpool und Manchester United sind die beiden erfolgreichsten englischen Vereine; und aufgrund der Popularität der Premier League auch weltweit extrem beliebt. Diesen Status wollen Vereine heutzutage digital festigen, indem den Social-Media-Nutzern, die immerzu neuen Content erwarten, möglichst viele Inhalte geliefert werden.

Gerade im Video-Bereich funktioniert das sehr gut. Bei YouTube finden Fans inzwischen oft schon wenige Stunden nach Abpfiff Highlight-Videos von Spielen aus der Premier League oder anderen Wettbewerben. Und die Vereine legen auf ihren eignen Channels mit diversen Clips nach.

Bei YouTube sind Man United und Liverpool sehr populär. United hatte als erster Premier-League-Verein einen eigenen Channel und inzwischen 2,3 Millionen Follower. Liverpool hingegen hat sogar schon knapp 3,5 Millionen Follower. Und ist laut SportsPro Media der Verein, der mit seinem Channel auf der Plattform am meisten Geld einnimmt: Über 660.000 US-Dollar pro Monat, wie eine Studie von Livefootballtickets.com aus dem Oktober zeigt. Zum Vergleich: Der FC Barcelona, der mit über acht Millionen YouTube-Followern besticht, soll demnach nur etwas mehr als 400.000 US-Dollar monatlich über YouTube generieren.

Um diesen Status der Popularität und Wirtschaftlichkeit bei einem der für den Fußball wichtigsten sozialen Medien aufrechtzuerhalten, geht der FC Liverpool nun ganz neue Wege.

Bezahlmodell der Reds auf YouTube

Wie der Verein jüngst bekanntgab, wird es für Fans bei YouTube eine Mitgliedschaft geben, die diesen exklusive Inhalte bereitstellt. Dabei sollen auf dem besonderen Bezahlkanal neue Features und Formate zu sehen sein, während die Fans zugleich Badges und Emojis des Vereins nutzen können, um bei YouTube ihre Liebe zu Verein auszudrücken. Wöchentliche Shows oder Live-Reaktionen zu den Spielen erwarten jene, die für den Content zu zahlen bereit sind.

Fans können entweder ein Basispaket für 99 Cent pro Monat erhalten oder für 2,99 Euro alle Inhalte sehen und nutzen.

Drew Crisp, Senior Vice President im Bereich Digital, Media und Marketing beim FC Liverpool erklärt:

YouTube is the biggest global online video community and is an incredibly important channel for us, as we find that a large percentage of our social followers interact with us here on this platform. We understand just how important content like this is to our supporters to help them relive their favourite moments and get closer to their team wherever they live in the world. With the YouTube Memberships launch, we are giving fans a more flexible opportunity to access premium content, while also helping us to serve them our award-winning videos on the platform they love.

Der FC Liverpool ist der erste Sportclub überhaupt, der diese Membership-Option bei YouTube für sich nutzt. Damit wird der Verein seine digitale Internationalisierungsstrategie stärken und ausbauen. In der Form, in der das Team von Jürgen Klopp ist, dürfte die Nachfrage nach den Inhalten weltweit weiterhin groß sein.

Zusätzlich zur Markenbildung wird sich der Verein aber auch ordentliche Zusatzeinnahmen erhoffen. Nach Angaben von YouTube erhalten die Creator bei Membership-Kanälen 70 Prozent der Einnahmen. Wenn der Club also nur gut zehn Prozent der Kanal-Follower (350.000) zur Mitgliedschaft bewegt, die im Schnitt dann bei knapp zwei Eurp pro Monat an Kosten liegt, würden 700.000 Euro pro Monat verdient, von denen dem Verein dann fast 500.000 Euro bleiben würden. Diese Einnahmen sind im Vergleich mit den hohen Spielergehältern kaum der Rede wert. Aber sie würden dafür sorgen, dass die Digitalstrategie weiter optimiert werden kann; was dann wiederum für die Markenbindung auf der ganzen Welt von Belang ist. Und die trägt bekanntlich auch zum Verkauf von Trikots, Tickets und Co. bei.

Man United setzt auf die Fans in Asien

Auch Liverpools Erzrivale Manchester United hat kürzlich Neuigkeiten zur eigenen Strategie im digitalen Videobereich bekanntgegeben. Der englische Rekordmeister hat eine exklusive Partnerschaft mit dem chinesischen Megaunternehmen Alibaba verkündet.

In Asien ist United schon seit vielen Jahren extrem populär. Publikumsliebling David Beckham, der in Japan und Südkorea bei der WM 2002 die Fans verzückte, dürfte seinen Teil dazu beigetragen haben. Verschiedene Touren nach Fernost und die starke Karriere von Park Ji-Sung, der als erster Asiat im Champions-League-Finale in der Startelf stand, haben ihr Übriges getan.

Der Bezug besonders zu China ist klar zu erkennen. Die Financial Times berichtete Anfang des Jahres, dass die Red Devils bis 2020 drei Experience Center in China eröffnen werden. Restaurants und Fanshops sollen Fans den Spieltag im Old Trafford nahebringen und die Geschichte des Clubs vermittel. Außerdem sollen sie Geld einnehmen. Zuletzt waren auch Gerüchte aufgekommen, dass das milliardenschwere chinesische Unternehmen Haier neuer Hauptsponsor bei Manchester United werden könnte; für eine Rekordsumme im United-Kontext. Allerdings dementierte das Unternehmen kürzlich – was auf lange Sicht nichts ausschließt. Uniteds Börsenkurs erlebte während der Berichte sogar ein ungeahntes Hoch.

Mit der Partnerschaft mit Alibaba versucht United die über 700 Millionen Kunden des Unternehmens in Asien zu erreichen. Teil des Deals ist ein exklusiver Zugriff für die Fans auf ausgewählte Live-Spiele, Highlights und extra für den asiatischen Markt produzierte Inhalte. Dazu wird es einen First-of-its-Kind-Kanal für Man United auf Youku, der Videoplattform der Alibaba Group mit 500 Millionen monatlich aktiven Nutzern, geben.

Spiele des ersten Teams werden dort On-Demand verfügbar sein, während die Partien der Jugendmannschaften und der Frauenmannschaft alle ausgestrahlt werden.

Auf Tmall, einem B2C-Marktplatz der Alibaba Group, wird zusätzlich ein United-Fanshop eingerichtet. Er soll als offizieller Shop für Man United-Merchandise in China fungieren. Manchester United Group Managing Director Richard Arnold sagt:

We’re proud of our passionate and loyal following around the world and our Chinese fans are a huge part of that. We are always looking for new ways to engage with fans there and this partnership with Alibaba enables them to connect with the club directly through one of China’s most popular video streaming platforms. We’re looking forward to working with Alibaba to further grow our fan base in China and building on other areas of the partnership in the near future.

Gelingt es United, in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt das eigene Profil zu stärken und weitere – zahlende – Fans zu gewinnen, sollten die Einnahmen, die sich aus Verkäufen und Abos über die Plattformen von Alibaba ergeben, schnell in die Millionen gehen. Das ist wirtschaftlich ein guter Schachzug; in diesem Bereich ist United seit Jahrzehnten extrem stark.

Allerdings ist der Faktor der Markenbindung ebenso wichtig, da der Club seit Jahren dem eigenen Anspruch hinterherläuft. Hier wird der große Unterschied zum FC Liverpool deutlich. Der Club hat aufgrund seines aktuellen Erfolgs in Sachen Trikotverkäufe den Rivalen aus Manchester abgehängt, ist bei YouTube populärer und kann vielmehr diesen unmittelbaren Erfolg vermarkten als die glorreichen letzten Jahre. Doch beides funktioniert.

Und mit Plattformen wie Youku oder YouTube, die Abo-Modelle anbieten, können Vereine ihre Popularität mit entsprechenden digitalen Content-Angeboten künftig monetarisieren und zur Fan-Bindung nutzen. Es geht um Geld; und es geht um Views. Denn die Sichtbarkeit im Digitalraum ist schließlich für potentielle neue Partner extrem relevant. Nike zum Beispiel, der kommende neue Ausrüster des FC Liverpool, soll dem Verein kolportierte 80 Millionen Euro pro Saison zahlen. Und die Gerüchte um Haier hatten eine ähnliche Summe für ein Sponsoring der Red Devils in den Raum gestellt. Es geht also um mehr als den Klick eines Fans bei YouTube oder Youku. Aber in der Summe sind all diese Klicks und das Engagement in Social Media so viel mehr wert.

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Allgemein

Hoffenheim unterstützt Afrika – neue Lifestyle-Marke umoja geht an den Start

Kleidung gemacht in Uganda, erdacht in Hoffenheim. Diesem Motto folgt die TSG ab sofort mit der neuen Marke umoja, die das ostafrikanische Land unterstützt.

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Wenn ein Fußballbundesligist neue Kleidungsstücke vorstellt, handelt es sich zumeist um die Trikots der kommenden Saison oder die neuesten Merchandise-Produkte. Eine eigene Modemarke, wie sie die TSG 1899 Hoffenheim nun vorgestellt hat, ist dagegen eher ungewöhnlich. Die neue Marke trägt den Namen umoja (gesprochen umodscha) und beinhaltet Freizeitkleidung für jedermann. Das Ganze ist aber keine stumpfe Werbekampagne, sondern ein ernst gemeintes Zukunftsprojekt.

Hoffenheim ist schon länger in Afrika engagiert

Umoja ist Teil der Hoffenheimer Initiative TSG in Bewegung. In Dieser hat der Verein seine Zukunftspläne definiert und fünf zentrale Handlungsfelder festgelegt: Innovationen, Mitarbeiter und Spieler, Jugend und Fans, Ökologie, Afrika. Dieses letzte Handlungsfeld Afrika ist das entscheidende bei der Entstehung von umoja. Schon in der Vergangenheit engagierte sich der Verein auf dem am schnellsten wachsenden Kontinent der Erde. Unter anderem brachte man Jugendlichen in Namibia die Themen Bildung, Ernährung und Klimawandel näher und bildete die dortigen Lehrer fort.

Die Arbeit, die die TSG in Afrika leistet, geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Bereits vor mehr als einem Jahr unterzeichneten der zuständige Entwicklungsminister Müller und TSG Geschäftsführer Görlich einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Jetzt geht die Kooperation also in die nächste Runde.

Aus Uganda für Uganda

Mit Umoja wird nämlich eine Marke ins Leben gerufen, die den Wirtschaftsstandort Afrika – genauer gesagt Uganda – stärken soll. Einige Mitarbeiter der TSG reisten in das ostafrikanische Land, um sich ein Bild von den dortigen Verhältnissen zu machen. Dabei fiel ihnen auf, dass in Uganda fast ausschließlich Second-Hand-Artikel aus Amerika und Europa und Billigware aus Asien verkauft werden. Unter diesen Umständen, ist ein Wachstum der lokalen Textilindustrie nicht möglich, weshalb der Großteil der aus Uganda stammenden Baumwolle exportiert wird und somit nur eine geringe Wertschöpfung stattfindet.

Um den Menschen in Uganda, die mit durchschnittlich knapp 15 Jahren die jüngsten der Welt sind, eine bessere Zukunftsperspektive zu bieten, lässt Hoffenheim die Kleidungsstücke von umoja zu 100% in Uganda produzieren. Von der Baumwolle bis zum fertigen Pullover findet jeder Arbeitsschritt vor Ort statt. Dadurch werden Arbeitsplätze geschaffen und lokale Betriebe unterstützt.

Doch es werden nur bestimmte Bauern mit der Bereitstellung der Baumwolle beauftragt. Nämlich nur Kleinbauern, die über wenig Land verfügen und ihre Felder nicht künstlich bewässern. Außerdem wurde eine Firma aus der Hauptstadt Kampala mit der weiteren Bearbeitung der Wolle betraut. In diesem Unternehmen finden alle weiteren Arbeitsschritte statt, bis zum fertigen Produkt. Auch hier wird darauf geachtet, dass die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung verhältnismäßig gut sind.

Hinzukommt, dass der Verein 10% der Bruttoerlöse von umoja als weitere Unterstützung nach Uganda zurückgibt. Dadurch werden Projekte finanziert, die den Menschen ein besseres Leben ermöglichen. Erst kürzlich finanzierte die TSG mit knapp 5.000 Dollar den Ausbau einer Wasserleitung, die die Schüler einer kleinen Schule im Baumwollanbaugebiet auch in der Trockenzeit mit Wasser versorgt.

Gemeinsam in die Zukunft

Umoja besteht bisher aus einer Kollektion mit T-Shirts, Longsleeves und Hoodies für Frauen, Männer und Kinder. Die Designs der einzelnen Stücke orientieren sich an afrikanischen Mustern und es sollen in Zukunft noch weitere Kollektionen folgen. Die TSG möchte durch umoja nicht ihr Kerngeschäft in die Modebranche verlagern. Viel mehr trägt der Verein zur Stärkung eines Landes bei, das zweifelsohne über jede Menge Potenzial verfügt. Auch der Name der Marke zeigt schon, was der Verein erreichen möchte. Umoja ist Suaheli und bedeutet “Einheit”.

Hoffenheim möchte mit den Menschen in Uganda zusammenarbeiten, um eine bessere Zukunft zu erreichen. Dabei achtet der Verein auch darauf, dass der ökologische Aspekt nicht außer acht gelassen wird. Durch die Produktion der Kleidungsstücke an möglichst wenigen Standorten werden lange Transportwege vermieden. Ein Zukunftsorientiertes Projekt, dass momentan zurecht einige Aufmerksamkeit bekommt. Am Ende werden wahrscheinlich alle Beteiligten von umoja profitieren.

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Data & Tech

Nach Hoeneß Abgang – FC Bayern bald im eSport?

Der größte Fußballverein Deutschlands streubte sich lange Zeit, die Potenziale des eSport zu erkennen. Doch nun scheint eine neue Zeit angebrochen zu sein.

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Unter der Führung von Uli Hoeneß hatte der FC Bayern eine ganz klare Haltung, was das Mitmischen im eSport angeht. Eine eSport Mannschaft seines Vereins kam für den 67-jährigen überhaupt nicht in Frage. Für ihn ist eSport kein richtiger Sport und die junge Generation sollte ihre Zeit nicht vor den Bildschirmen verschwenden, sondern lieber draußen spielen. Das ist sicherlich keine ungewöhnliche Haltung für einen Mann seines Alters, aber für den Boss eines Fußballbundesligisten ist es doch sehr kurz gedacht.

Das macht sich allein daran bemerkbar, dass der FC Bayern momentan einer von nur fünf Bundesligisten ist, der keine eSport-Sparte betreibt. In Freiburg, Düsseldorf, Hoffenheim und Dortmund hält man sich ebenfalls zurück, was dieses Thema betrifft. Nur sollte eigentlich allen Verantwortlichen dieser Vereine das Potenzial des eSports bewusst sein. Keine andere Sportart auf der Welt hat einen derart rasanten Aufstieg genommen. Während es normalerweise Jahrzehnte dauert, bis eine Sportart in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, hat der eSport nur wenige Jahre gebraucht, um unzählige Menschen überall auf der Welt zu begeistern.

Sport oder kein Sport? Das ist hier nicht die Frage.

Dabei ist es völlig irrelevant, ob Herr Hoeneß oder der Deutsche Olympische Sportbund oder wer auch immer eSport nicht als richtigen Sport anerkennt. Worauf es ankommt, sind die Zuschauer und die gibt es zuhauf. Viele Zuschauer bedeuten, dass eine Menge Geld im Spiel ist. Was wiederum dazu führt, dass möglichst viele etwas von diesem Geld abhaben möchten. Doch der FC Bayern wollte dies bisher, aus welchen Gründen auch immer, nicht. Nun hat sich jedoch eine entscheidende Komponente verändert: Uli Hoeneß ist nicht mehr Präsident des FC Bayern.

Hoeneß und Rummenigge blicken beim Thema eSport in unterschiedliche Richtungen.

Es scheint so, als hätten einige Verantwortliche der Münchener nur auf den Abgang von Hoeneß gewartet, um dann zukunftsfähige Planungen voranzutreiben, die dem eigenwilligen Präsidenten nicht gefallen hätten. Nun, nicht einmal drei Wochen nach der Ära-Hoeneß, hat Karl-Heinz Rummenigge erstmals bestätigt, sich intensiv mit dem Thema eSport auseinanderzusetzen.

PES statt FIFA

Interessanterweise strebt der Verein ein Engagement im Spiel Pro Evolution Soccer an. Dieses steht seit jeher im Schatten der großen Fußballsimulation FIFA. Auch im eSport hat FIFA aktuell klar die Nase vorn. Dabei werden momentan im Fußballbereich des eSport Weltmeisterschaften und auch einzelne Ligen, wie die eSport Liga der DFL, in FIFA ausgetragen. Doch die Entscheidung für PES und gegen FIFA hat einen einfachen Grund.

Den FC Bayern verbindet eine enge Partnerschaft mit dem Spiel von Konami. In diesem Jahr ist die Allianz Arena sogar erstmals exklusiv in PES enthalten und nicht mehr in FIFA. Die Partnerschaft soll durch den Einstieg in den eSport intensiviert werden. Wenngleich dabei definitiv das Potenzial, das von einem Einstieg in FIFA ausgeht, missachtet wird.

Fußball ist nur die Spitze des Eisbergs

Andere Vereine wie der FC Schalke sind schon lange einen Schritt weiter. Für Schalke endet der eSport nicht mit Fußballsimulationen. Der Verein kaufte sich auch einen Startplatz in der europäischen Top-Liga von League of Legends. Das MOBA-Game ist eines der erfolgreichsten eSport-Spiele überhaupt. Deshalb ist ein Einstieg in ein derartiges Spiel nur die logische Konsequenz, wenn man wirklich im eSport mitmischen möchte.

Der Einstieg des FC Bayern in dieses Feld lässt wahrscheinlich noch etwas auf sich warten. Aber durch den Vorstoß in Pro Evolution Soccer ist ein erster Schritt getan. Der Branchenprimus der Bundesliga scheint offener für innovative Ideen zu sein, seitdem ein alter, weißer Mann weniger an der Spitze ist. Uli Hoeneß hat den FC Bayern zu dem gemacht, was er heute ist, sein Rückzug ist zum jetzigen Zeitpunkt ein wichtiger Schritt für den Verein.

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Allgemein

Zlatan Meets Hammarby IF – Boost für Schwedens Nummer 3?

Zlatan Ibrahimović wird überraschend Miteigentürmer des Stockholmer Clubs Hammarby IF. Taucht der Hauptstadtclub jetzt deutlich prominenter auf Europas Fußballlandkarte auf?

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Denken Fußball-Fans an Zlatan Ibrahimović, kommen ihnen sicher viele Assoziationen: Ein Fallrückzieher-Tor für die Ewigkeit gegen England, Meisterschaften in Italien mit Juve, Inter und dem AC Mailand, eine Fehde mit Guardiola, ein zweiter Frühling bei Man United, und eine Blockbuster-Karriere bei LA Galaxy. Seine charakteristische Arroganz zeigte Zlatan auch bei seinen Abschiedsworten an die Galaxy-Fans, nachdem er zuletzt seinen Abgang verkündet hatte: “Now go back to watch baseball”.

Noch ist unklar, wohin es den selbsternannten (Fußball-)Gott mit seinen 38 Jahren nun zieht. AC Mailand ist ein Kandidat; viele Fans in der Heimat dürften sich eine Rückkehr zum Heimatclub Malmö FF sehnlichst wünschen. Immerhin wurde in der Hafenstadt erst im Herbst eine drei Meter große Zlatan-Statue enthüllt.

Während das Rätselraten um seine nächste Station als Spieler weitergeht, hat sich Zlatan allerdings bei einem schwedischen Club als Miteigentümer eingekauft. Nicht bei Malmö, sondern bei Hammarby IF aus Stockholm.

Zlatan als Teil von Hammarby IF: Wut in Malmö, Hoffnung in Stockholm

Ibrahimović hat 50 Prozent des Sportunterhaltungsunternehmens Anschutz Entertainment Group (AEG) gekauft, wie der Verein Hammarby IF auf der eigenen Website angab. Damit übernimmt der schwedische Superstar gleichzeitig fast 25 Prozent der Anteile am Verein, da der AEG 45 Prozent des Clubs gehören. So wird Ibrahimović offiziell zum Partner des Vereins.

Die ersten starken Reaktionen erreichen die Welt jedoch nicht nur aus Stockholm, sondern vor allem aus Malmö. Dort hatten Vandalen die Zlatan-Statue verhängt, mit einer Klobrille belegt, rassistisch bekritzelt und sogar anzuzünden versucht, wie der Tagesspiegel berichtet. Sogar das Wort “Judas” wurde an die Tür von Ibrahimovićs Stockholmer Wohnsitz gesprüht. Der Fußball-Star hat inzwischen Anzeige erstattet.

Während die Malmö-Fans frustriert sind und sich fragen dürften, warum ihr Idol sich an einem anderen schwedischen Club beteiligt, hegt dieser, Hammarby IF, große Hoffnungen für die Zukunft.

Richard von Yxkull,Vorsitzende des Vereins, erklärt:

This is still very new to us, but of course it feels exciting. This is a well timed deal, since we’ve had a strong development over the last few years and next year we will play Europa League. So to get a person like Zlatan Ibrahimović involved in our club, with his winning mentality feels perfect. It is too early to go into detail concerning what Zlatan’s contribution to Hammarby will look like, but of course we see great potential in his partnership.

Warum Hammarby?

Diese Frage dürften sich viele Malmö-Fans, aber auch andere Fußball-Interessierte nach der Meldung gestellt haben. Eine Antwort mag darin liegen, dass Zlatans letzter Club, LA Galaxy, seit 1998 der AEG gehört. Ein Business-Kontakt könnte also in diesem Zusammenhang unmittelbar zustande gekommen sein. Der Galaxy-Präsident und frühere US-Nationalspieler Chris Klein sitzt schließlich ebenfalls im Aufsichtsrat bei Hammarby IF.

Zlatan selbst gab zu seinem Engagement bekannt:

Hammarby is a fantastic club with passionate supporters and is well respected in both Stockholm and Sweden. I have always liked the club and its fans, and I’m also impressed with the club’s achievements over the last years, both on and off the pitch. To be part of and to assist Hammarby in its progress feels both fun and exciting.

Das dürfte Malmö-Fans schmerzen; vor allem, da der Stockholmer Verein vergangene Saison punktgleich mit dem Rekordmeister auf Platz drei landete. Beide verpassten die Meisterschaft nur knapp. Vielleicht fürchten die Malmö-Anhänger nun, dass Hammarby IF sportlich und als Marke einen weiteren Schritt machen kann – und Zlatans Jugendclub damit ins Hintertreffen gerät.

Steht Hammarby IF vor einer großen Zukunft?

Die Erfolge, die Ibrahimović in Bezug auf Hammarby IF anspricht, sind keine großen Siege. Die jüngste und einzige Meisterschaft feierte der Club 2001. Doch in den vergangenen Spielzeiten stellte man mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von über 20.000 die Bestmarke in ganz Skandinavien. Davon berichtete Den nordiska publikan schon 2016.

Den nordiska publikligan 2016
Hammarby IF ist die Nummer eins der bestbesuchten Clubs in Skandinavien (2016), © ects.se

Auch 2018 war die Zahl die stärkste in Schweden. Und das, obwohl in der Tele2 Arena 32.000 Menschen Platz finden, in AIK Solnas Friends Arena aber sogar mehr als 54.000. Malmö FF hingegen hatte im Jahr 2018 einen Zuschauerschnitt von knapp 15.000, so Transfermarkt.

Der Fußball unter Trainer Stefan Billborn lockt also schon jetzt viele Stockholmer und andere Fußball-Fans ins Stadion. Vielleicht werden es in Zukunft noch mehr. Einmal, weil der Verein erstmals seit über zehn Jahren wieder international spielt. Aber auch, weil er durch Zlatans Beteiligung ebenso international wahrgenommen wird. Das kann der Marke Hammarby IF nur zuträglich sein. Vor einigen Jahren brachte Fußballmedienunternehmen Cop90 eine Kurzdoku auf YouTube heraus, die die besondere Fankultur bei Hammarby IF beleuchtet.

Heute gehen die Dauerkarten für die nächste Saison bereits im Rekordtempo weg, berichtet der Verein.

Vielleicht kann Zlatans Engagement – worin es genau bestehen wird, ist noch unklar – schon durch die Ankündigung Auftrieb geben. Für den einen oder anderen skandinavischen Spieler könnte es ein Anreiz sein, in Zlatans Club zu spielen. Kann Hammarby sich das zunutze machen und nächstes Jahr angreifen, um die Allsvenskan erneut zu gewinnen? Möglich wäre es. Für den Nachwuchs ist übrigens auch gesorgt. Denn Hammarby IF mag den meisten Europäern unbekannt sein, ist aber als Sportorganisation riesig; über 3.000 Spieler und Spielerinnen aller Altersklassen gehörten schon 2018 zum Verein.

Und wer weiß, vielleicht wird auch der große Zlatan künftig noch für die Stockholmer in Grün und Weiß antreten. Dann wäre die Hauptstadt verzückt, die Marke Hammarby IF plötzlich ein wichtiger Punkt auf Europas Fußballlandkarte – und Malmö FF richtig sauer. Aber wenn es einer machen kann, dann Zlatan Ibrahimović; der ist schon immer seinen eigenen, oft krassen Weg gegangen. “Jag har väntat så länge på just den här dan – Ich habe so lange auf diese Sache gewartet”, heißt es in der Hymne von Hammarby IF. Zlatan könnte eine Antwort darauf sein.

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Buddhas in Berlin – Jürgen Klinsmann neuer Trainer bei Hertha BSC

Beim FC Bayern sorgte Klinsmann vor allem für aufsehen, weil er angeblich Buddha Statuen aufstellen ließ. Mit Hertha möchte er durch Erfolge überzeugen.

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Vor der Saison waren die Verheißung groß in der Hauptstadt. Hertha BSC hatte mit Union nicht nur endlich wieder einen Stadtrivalen im Oberhaus, es kaufte sich außerdem ein neuer Investor in den Verein ein. Lars Windhorst übernahm mit seiner Tennor Holding 49,9% der Anteile der alten Dame. Windhorst versprach, in Zukunft Geld zur Verfügung zu stellen, das für namenhafte Transfers verwendet werden sollte. Dieser Ankündigung folgten im Sommer Taten. Die Hertha kaufte mit Dodi Lukébakio einen der Shootingsstars der Vorsaison für rund 20 Millionen Euro vom FC Watford. Außerdem lieh man Marius Wolf vom BVB aus und vereinbarte eine mögliche Kaufoption über die gleiche Summe.

Die Erwartungen waren dementsprechend hoch und man scheute sich auch nicht davor, diese zu formulieren. In Zukunft sollte die Hertha um die europäischen Plätze mitspielen. Dass dies direkt in der ersten Saison klappt, war sicherlich nicht fest eingeplant, aber man hatte zumindest mit einer Verbesserung gerechnet und diese wurde nicht nur in der Tabelle angestrebt. Die Zukunftspläne des Hauptstadtklubs sahen auch vor, dass Erfolge durch schönen offensiv Fußball erreicht werden. Eine Neuerfindung des Vereins also.

Neue Hertha, neuer Trainer

Der langjährige Trainer Pál Dárdai und der Verein beendeten in diesem Zuge die Zusammenarbeit. Dárdai bezeichnete sich selbst schon im vorigen Sommer als müde und einigte sich mit den Verantwortlichen darauf, sein Amt zum Saisonende niederzulegen. Ein Nachfolger wurde in den eigenen Reihen gefunden. Ante Čović, bis dahin Trainer der zweiten Mannschaft, übernahm das Profiteam zur neuen Saison. Mit ihm sollte sich der Verein vom Sicherheitsfußball verabschieden. Unter Dárdai hatte man sich in der ersten Liga etabliert und im Tabellenmittelfeld stabilisiert. Zweimal reichte es sogar für die Euro League Qualifikation. Doch zuletzt stagnierte die Entwicklung ein wenig. Eines hatte man unter der Regie des Ungarn in Berlin jedoch höchst selten: Abstiegsangst.

Ex-Coach Dárdai kehrt nach einem Sabbatjahr zurück zur Hertha und arbeitet in der Jugendakademie.

Nun wurde das Kapitel Ante Čović bei Hertha BSC nach gerade einmal 12 Spieltagen schon wieder geschlossen. In einem zwischenzeitlichen Hoch vom 5. bis zum 8. Spieltag holten die Berliner zwar zehn von 12 möglichen Punkten, aber am Ende des Tages waren sieben Niederlagen nach 12 Spielen zu viel. Offensiv war ansatzweise zu erkennen, warum Ante Čović für die ambitionierten Aufgaben auserkoren wurde, doch war von der eigentlichen Stärke der Hertha, ihrer defensiven Stabilität, nichts mehr zu spüren. Die frühe Entlassung zeugt trotzdem von einer Ungeduld, wie sie im Profifußball häufig zu finden ist.

Verglichen mit den Ligakonkurrenten aus Bremen und Düsseldorf steht die Hertha nicht übermäßig schlecht da. Man ist punktgleich und hat ein sehr ähnliches Torverhältnis. Doch in Bremen und Düsseldorf halten die Verantwortlichen die Füße still und auch die Medien lassen die Trainer weitestgehend in Ruhe. Düsseldorf hat natürlich einen gänzlich anderen Anspruch als die Hertha und niemand stellt dort Friedhelm Funkels Fähigkeiten in Frage. Und auch Kohfeldt hat für die Bremer schon einiges geleistet und genießt ein hohes Ansehen, aber den eigenen Ansprüchen hinkt man dort ebenfalls weit hinterher. Doch den Trainer deshalb gleich zu entlassen, kommt an der Weser nicht in Frage. In Berlin hingegen scheint man derzeit nicht bereit, jungen, unerfahrenen Trainern die nötige Zeit zu geben, um sich zu beweisen.

Große Namen in der Hauptstadt

Nun soll es also einer richten, der reichlich Erfahrung mitbringt. Jürgen Klinsmann, erst kürzlich in den Aufsichtsrat der Hertha berufen, übernimmt mindestens bis zum Saisonende und der ehemalige Nationaltrainer kommt nicht allein. Er bringt einige bekannte Namen in seinem Trainerteam mit. Neuer Co-Trainer ist der ehemalige Werder Coach Alexander Nouri und Torwarttrainer wird Andreas Köpke, der lange Jahre die Torhüter der Nationalmannschaft trainierte.

Das kurzfristige Ziel für den Wahl-Amerikaner ist klar: die Hertha aus dem Tabellenkeller führen. Ob es noch in diesem Jahr zu höheren Gefühlen reichen könnte, bleibt abzuwarten. Doch was passiert in Berlin, wenn es auch unter Klinsmann nicht besser läuft? Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, liegt der Vergleich zu einem anderen Fußballverein, dessen Wappen ebenfalls die Farben blau und weiß enthält, sehr nahe.

Hertha bekommt einen neuen Investor, der Geld in den Verein pumpt, um teure Transfers zu ermöglichen. Ein neuer Trainer wird installiert, um die Spielphilosophie zu revolutionieren und den Verein nach Europa zu führen. Nach wenigen Monaten wird dem neuen Trainer das Vertrauen wieder entzogen und man übergibt die Verantwortung an einen großen Namen im Fußballgeschäft, der in der Bundesliga als Trainer bisher wenig erreicht hat. Das alles geschieht auf der Grundlage von sechs einigermaßen erfolgreichen Bundesligasaisons, in denen in den letzten viereinhalb Jahren Pál Dárdai ,ein Hertha-Urgestein, den Verein souverän als Trainer geführt hat. Man hat sich also bewusst abgewandt, von kontinuierlicher Sicherheit und sucht nun den schnellen Erfolg, ohne dabei Rückschläge einzuplanen.

Der HSV als Mahnmal

Man sollte eigentlich denken, die Verantwortlichen hätten in den letzten Jahren den Werdegang des HSV aufmerksam verfolgt. Dieser war ein denkbar schlechtes Vorbild, was unüberlegte Entscheidungen und schnelle Trainerentlassungen angeht. Auch beim HSV steht ein Investor im Hintergrund, der es dem Verein immer wieder ermöglicht, teure Transfers zu tätigen. Doch die Mannschaft bleibt Jahr für Jahr hinter den Erwartungen zurück und endete letztendlich in der Zweitklassigkeit. Aufgrund der individuellen Klasse hätte der Verein eigentlich nie, etwas mit dem Abstieg zu tun haben dürfen. Doch kein Trainer bekam die nötige Ruhe, Zeit und Rückendeckung, um seine Ideen zu verwirklichen.

Es ist noch zu früh, um bei der Hertha von einer annähernd vergleichbaren Situation zu sprechen. Nur sei den Verantwortlichen dringend empfohlen, die eigenen Ansprüche etwas zu minimieren und dadurch den Trainern und Spielern, den Druck zu nehmen. Als langfristiges Ziel die europäischen Plätze auszugeben, ist überhaupt kein Problem. Jedoch sollte allen Beteiligten bewusst sein, dass ein langfristiges Ziel nicht innerhalb einer Saison erreicht werden muss. Ein neuer Trainer benötigt Zeit, um der Mannschaft seine Ideen zu vermitteln. Nicht überall beginnen Amtsperioden derart rosig, wie momentan in Gladbach.

Düsseldorf und Friedhelm Funkel standen letzte Saison als Aufsteiger nach 14 Spielen mit nur neun Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Niemand hätte erwartet, dass sich der Verein derartig in der ersten Liga etablieren würde. Doch der Trainer konnte in Ruhe weiterarbeiten und brauchte sich nicht nach jeder Niederlage davor fürchten, seinen Job zu verlieren. Ähnlich sieht es beim SC Freiburg aus. Christian Streich ist dort über jeden Zweifel erhaben und ihm ist es sogar erlaubt, mit dem Verein abzusteigen. Nur in einer solchen Atmosphäre sind Leistungen, wie sie der Sportclub momentan darbietet, möglich.

In den Trainer vertrauen

Die Devise sollte also lauten: Ruhe bewahren und Vertrauen haben. Wer einen Trainer einstellt, tut dies nicht, weil er ihn gerne nach zwei Monaten wieder entlassen möchte. Jeder Trainer und jeder Verein hat eine Vision und, um diese gemeinsam zu erreichen, ist es nötig, ineinander zu vertrauen. Jürgen Klinsmann wird dieses Vertrauen zunächst einmal genießen. Wie sich das Verhältnis zum Trainer entwickelt, sollten die gewünschten Ergebnisse ausbleiben, muss er hoffentlich niemals erfahren.

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Allgemein

Club Internacional de Fútbol Miami – Beckhams lange geplanter Traum

David Beckham hat in seiner Karriere so ziemlich alles erreicht und bei den größten Vereinen Europas gespielt. Nun beginnt für den Briten ein neues Kapitel.

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Ein neues Franchise wird ab Februar 2020 in der MLS an den Start gehen. Der 26. Verein der nordamerikanischen Major League Soccer heißt Inter Miami CF und ist beheimatet in der gleichnamigen Millionenstadt im Staate Florida. Der Grund, warum gerade diesem neuen Franchise so viel Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, liegt auf der Hand: David Beckham ist Miteigentümer und Präsident.

Beckham zu LA – kein normaler Transfer

Dass der englische Fußballstar einen Fußballverein in der MLS anführt, kommt dabei wenig überraschend. Genauer gesagt ist dieses Vorhaben schon seit 2007 in Planung – also seit mehr als 12 Jahren. Damals sorgte Beckham mit seinem Wechsel zu LA Galaxy für Schlagzeilen. Der damals 32-jährige wurde zum großen Aushängeschild der MLS und für ihn wurde sogar eine neue Regel eingeführt. Seit Beckham in den USA spielt, ist es den Vereinen erlaubt, bis zu drei Spieler auf ihrer Gehaltsliste zu haben, die über die eigentliche Gehaltsdeckelung der Liga hinausgehen. Diese Disignated Player Rule ist auch unter dem Namen Beckham Rule bekannt.

Neben seinem Gehalt von insgesamt 6,5 Millionen Dollar pro Jahr ließ sich Beckham damals eine interessante Klausel in den Vertrag schreiben. Diese Klausel erlaubte es ihm, nach seiner aktiven Zeit in der MLS, ein MLS Expansion Franchise für 25 Millionen Dollar zu kaufen. Die einzigen Einschränkungen bestanden darin, dass das Franchise nicht in New York sitzen durfte und dass Beckham die Option bis zum 31.12.2013 ziehen musste.

Im Februar 2014 gab er auf einer Pressekonferenz bekannt, dass er die Option gezogen hat. Es gab zwar noch keinen Namen und keine richtigen Investoren, aber schon damals stand fest: Beckham würde Besitzer eines Vereins in der MLS sein. Doch wann und wie genau das alles ablaufen würde, stand noch in den Sternen. Es sollte weitere vier Jahre dauern, bis die Sache richtig Fahrt aufnahm.

Im Januar 2018 gab die Major League Soccer offiziell bekannt, dass David Beckham und einige weitere Eigentümer ab 2020 mit einem Verein aus Miami an der MLS teilnehmen werden. Das war der Startschuss für die eigentliche Entstehung von Inter Miami. Von da an begannen die Verantwortlichen, den Verein nach ihren Vorstellungen zu entwerfen. Bei ihren Überlegungen versuchten sie dabei stets darauf zu achten, Miami und seine Einwohner möglichst gut wiederzuspiegeln.

La gente de Miami

Deutlich wird dieser Bezug auf die Stadt schon im Namen und im Wappen des neuen Vereins. Der Name hört sich erstmal nicht nach einem englischsprachigen Fußballverein an und das hat auch einen guten Grund: Ungefähr 70%, der in Miami lebenden Menschen haben einen hispanischen Hintergrund. Bei einer Stadt mit 2,5 Millionen Einwohnern macht das ca. 1,75 Millionen Menschen. In Miami ist Spanisch keine Minderheitensprache, die nur von den Tellerwäschern und Kellnern gesprochen wird. Hier ist Spanisch quasi Amtssprache.

Das Wappen von Inter Miami zeigt zwei Flamingos auf schwarzem Grund. Diese Vögel sind so etwas wie die Nationaltiere der Stadt und, dass sie von Natur aus pink sind, passt perfekt ins Konzept. Das Motto des Vereins lautet Libertad. Unidad. Fortuna. (Freiheit. Gleichheit. Glück.) und die Farbe pink steht wie kaum eine andere für Toleranz und Offenheit. Ebenso steht die gesamte Stadt Miami für diese Werte und der neue Verein möchte dies auch tun.

Der Versuch der Verantwortlichen vorrangig die aus Südamerika stammende Bevölkerung der Stadt anzusprechen, ist nicht nur aufgrund der hohen Anzahl logisch. Dazu kommt noch, dass in nahezu jedem südamerikanischen Land Fußball die beliebteste Sportart ist. Südamerikaner lieben Fußball und deshalb wird ein Verein in Miami bitter benötigt. Die Fokussierung auf diese Menschen wird nicht nur im Namen und im Motto des Vereins deutlich, sondern auch in der Transferpolitik.

Die ersten beiden Spieler, die überhaupt in der Vereinsgeschichte verpflichtet wurden, waren zwei 19-jährige Argentinier, die zunächst wieder an ihre argentinischen Klubs zurück verliehen wurden, da Miami noch nicht in den Spielbetrieb eingestiegen ist. Außerdem kursieren im Vereinsumfeld unzählige Namen von in die Jahre gekommenen südamerikanischen Fußballstars, die zur Zeit in Europa ihr Geld verdienen.

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Julián Carranza. Welcome to #LaFamilia

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Vor der Rente in die MLS

Während eine Verpflichtung von Lionel Messi zum jetzigen Zeitpunkt eher utopisch erscheint, gibt es auch Gerüchte über ein paar Spieler, deren Wechsel gar nicht so weit hergeholt wäre. An vorderste Stelle werden meistens der Uruguayer Edinson Cavani und der Spanier David Silva genannt. Cavani, der Rekordtorschütze und Publikumsliebling von Paris Saint Germain, spielt bei den Franzosen momentan nur die zweite Geige. Seit der Verpflichtung von Mauro Icardi setzt Thomas Tuchel eher auf den treffsicheren Argentinier. Hinzukommt, dass Cavanis Vertrag im Sommer ausläuft. Er wäre also vergleichsweise günstig zu haben.

David Silva ist zugegebenermaßen kein Südamerikaner, aber er ist zumindest spanischsprachig. Der Kapitän von Manchester City hat vor der Saison bekannt gegeben, dass er nach dem Ablauf seines Aktuellen Vertrags im Sommer 2020 wechseln würde. Mit dann 34 Jahren scheint der Schritt in die USA, um seine Karriere ausklingen zu lassen, logisch und trotz seines fortgeschrittenen Alters kann der feine Techniker noch immer jedem Verein weiterhelfen.

Ein weiterer Weltstar, den man gerne nächstes Jahr in Florida Fußballspielen sehen würde, ist Luis Suárez. Der Landsmann Cavanis wird im Januar auch schon 33 Jahre alt und ist immer häufiger von Verletzungssorgen geplagt. Mit seiner unbestrittenen Klasse kann er zwar das Spiel des FC Barcelona noch immer auf ein anderes Niveau heben, doch für drei Spiele in der Woche reicht es in der Regel nicht mehr. Sein Vertrag läuft noch bis 2021, also ist ein Wechsel im nächsten Sommer eher unwahrscheinlich, aber in Zukunft könnte Inter Miami eine Alternative für den Pistolero darstellen.

Neben diesen Topstars, von denen Vereine in den USA dank der Beckham Rule drei im Aufgebot haben dürfen, setzt Inter Miami hauptsächlich auf eine gute Jugendarbeit. Es wurde bereits eine Akademie errichtet und die Jugendmannschaften warne die ersten, die im Trikot des neuen Vereins auflaufen durften. Man möchte junge Spieler in den eigenen Reihen haben, die das Potenzial haben zu echten Stars zu werden. Ein perfektes Vorbild haben die Jungs ohne Frage in ihrem Vereinspräsidenten.

Der passende Trainer für dieses spannende Projekt scheint indes auch schon gefunden zu sein. Es heißt, dass Santiago Solari diesen Posten übernehmen wird. Der ehemalige Mitspieler David Beckhams war zuletzt kurzzeitig Trainer von Real Madrid, ehe er von Zinédine Zidane abeglöst wurde. Neben seiner fachlichen Qualifikation gibt es ein weiteres starkes Argument für Solari: er ist Argentinier. Es würde also alles passen, doch in trockenen Tüchern ist momentan noch nichts.

Ein neues Zuhause

Um dem aufstrebenden Team ein angemessenes Zuhause zu bieten, errichtet der Verein sein eigenes neues Stadion. Der Miami Freedom Park soll 28.000 Menschen Platz bieten und drumherum entsteht ein Freizeitgelände, auf dem die Einwohner Miamis Fußball spielen oder sich entspannt ins Gras legen können. Bis diese Planungen verwirklicht sind, wird es noch einige Zeit dauert, weshalb man zunächst für zwei Saisons in das Lockhart Stadium ausweicht. Das etwas kleinere Stadion wird extra modernisiert und soll in Zukunft als Heimstätte des Farmteams dienen, das in der dritten Liga antritt.

In Miami entsteht etwas großes. Der Club Internacional de Fútbol Miami ist keine Langeweiletherapie eines superreichen Oligarchen. Hier möchte ein Fußballfachmann mit seinen Partnern zusammen seinen Traum verwirklichen und dieser Traum wird nicht mit dem Ligastart im Februar vollendet sein. Der ehemalige Profisportler Beckham wird mehr als genug Ehrgeiz in sich tragen, um mit dem Verein auch Titel gewinnen zu wollen. Man darf gespannt sein, welche internationalen Stars in Zukunft den Schritt nach Florida wagen und an diesem Prestigeprojekt mitwirken werden.

In diesem Sinne…

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Sponsoring & Marketing

Der Pukki-Effekt: Wie Clubs mit Legionären Nischen-Märkte erschließen

Teemu Pukkis Popularität hat Norwich City einen Deal mit einer finnischen Werbeagentur und einen Zugang zu einem weiteren Markt eingebracht. Das erhöht den Wert von Spielern aus kleinen Fußballnationen – wenn sie zuhause denn Stars sind.

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Dank Finnlands Star-Stürmer Teemu Pukki ist der kleine Premier-League-Club Norwich City für viele Finnen von Interesse. Das möchte man nun mit der Marketing-Agentur i2 Ltd. vor Ort nutzen – und Kapital daraus schlagen. Und Norwich City ist nicht der einzige Verein, der von Star-Spielern aus kleineren Fußballnationen profitiert, wenn es darum geht, neue, meist kleinere Märkte für den Club und die Marke zu erschließen.

Norwich City sucht den direkten Kontakt zu den Fans – jetzt auch in Finnland

Norwich City ist ein kleiner Verein aus Englands Osten. Nur 190.000 Einwohner zählt die Stadt, in die Carrow Road, das Stadion der Canaries, die wegen ihrer Trikotfarbe Gelb so genannt werden, passen gerade mal knapp über 27.000 Zuschauer. Und bislang hat sich der Club nicht durch große Titelgewinne auszeichnen können; immerhin zwei Ligapokalsiege stehen zu Buche. Der letzte 1985.

Der Verein liegt in einem Gebiet, das von den Ballungszentren der englischen Fußballmächte – London, Manchester, Liverpool – und auch von der Südküste oder den Midlands, wo inzwischen je drei Premier-League-Clubs spielen, weit entfernt. Daher ist die Bindung zu den Fans aus der Umgebung für den Verein sehr wichtig. Aus diesem Grund hat man beispielsweise Lotus, den Autohersteller, der in der Umgebung seinen Hauptsitz hat, als wichtigen Sponsor gewonnen. Das Trainingszentrum wurde sogar nach diesem benannt.

Doch auch international möchte der Verein auf sich aufmerksam machen. Nicht zuletzt, um die Umsätze ankurbeln zu können, vor allem aber, um die Marke auch die Marke zu stärken. In Deutschland hat der Club schon einige Aufmerksamkeit erhalten, weil neben Trainer Daniel Farke noch sieben deutsche Akteure im Kader stehen.

Doch vor allem in Finnland entwickelt sich der Verein, der es in dieser Spielzeit noch sehr schwer in der Premier League hat, zu einer Attraktion. Hauptgrund dafür ist Stürmer-Star Teemuk Pukki. Letzte Saison wurde er in der englischen League Championship mit 29 Toren Torschützenkönig. Und diese Saison liegt er in der Liga immerhin bei sechs Toren. Zudem erzielte der frühere Schalke-Spieler zehn Tore in der EM-Quali und verhalf seinem Land damit zur ersten Turnierteilnahme überhaupt. Daher ist das Land euphorisch – und Pukki-verrückt.

Diesen Umstand möchte der Arbeitgeber Norwich City nun für sich nutzen. Citys Head of Commercial Development Ben Tunnell erklärt im Zuge einer Partnerschaft mit der finnischen Marketingagentur i2 Ltd:

When we set out on our journey of support for Teemu Pukki and the Finnish national team, it was clear that for us to be commercially successful we would need to partner with Finland’s premier marketing agency for us to achieve our commercial objectives.

Dabei möchte Norwich weiterhin lokal Bindung erreichen, bloß bei den finnischen Fans. Und hat sich hierfür Unterstützung geholt. i2 ltd.s Director Jari-Pekka Jouppi sagt:

The people of Finland are now extremely interested in Teemu Pukki and Norwich City. During the current season, the team’s games have had an average of 400 Finnish spectators. We wish to make using the team in marketing communications both in the English and Finnish markets as easy as possible.

Zwar sind 400 Zuschauer keine große Menge. Aber ein Anfang. Zu Norwichs YouTube-Kanal soll ein Behind-the-Scenes-Feature zum finnischen Erfolg kommen. Das Motto ” We Believe in the Huuhkajat” wird in Finnland unter Norwichs “Flagge” promotet. Club-Merchandise wurde bereits in einem Pop-up Store in Finnland verkauft.

Finland is an important market for a lot of our work across a number of departments at our club and we’re confident that this will be something our supporters across the world can be extremely proud of,

erklärt der Head of Commercial Operations des Vereins, Sam Jeffery, auf der eigenen Website.

Kleine Märkte erschließen mit dem besonderen Legionär

Dass auch vermeintliche Fußball-Zwerge große Spieler hervorbringen können, ist nicht neu. George Weah spielte für Liberia, Aubameyang für Gabun. Ein weiterer Spieler aus einer kleinen Fußballnation ist Nahki Wells aus Bermuda. Er spielt derzeit für die Queens Park Rangers (und gehört dem FC Burnley). Acht Tore in 15 Zweitliga-Partien sind keine schlechte Ausbeute. Interessant ist bei Wells jedoch, dass er in seiner Heimat gern einen Trikotverkaufs-Boom auslöst. Als er 2014 zu Huddersfield Town wechselte und zu jener Zeit deren Rekordtransfer war, wollten auf den Bermudas plötzlich sehr viele Leute ein Town-Trikot mit Wells’ Nummer 21, berichtete Examiner Live. Ein Insulaner erklärte:

I am not a Huddersfield fan but due to Nahki’s arrival I will be following every game and, when I can, watching them when streams are available.

Die Steigerung der Popularität in kleinen und großen, weiter entfernten Märkten kann oft durch einen besonderen Legionär gefördert werden. Park-Ji Sung aus Südkorea hat Manchester Uniteds Markenwert in genau dem Land extrem gesteigert. Auch weil er 2009 als erster Landsmann ein Champions-League-Finale von Beginn an bestritt. In der Daily Mail erklärt Heung-Min Son:

This was so big in South Korea because he was the first [Asian] player to do it. I was doing it as a football fan. Of course I was dreaming about doing the same.

Son, der derzeit womöglich beste Asiat der Welt, ist in Parks Fußstapfen getreten. Beide dürften ihren Clubs, von PSV bis ManUtd, vom HSV bis zu den Spurs, Aufmerksamkeit und Trikotverkäufe in Südkorea und Asien überhaupt beschert haben. Ähnliches dürfte für Henrikh Mkhitaryan gelten. Er ist wohl der populärste armenische Fußballer aller Zeiten, hat schon für den BVB, Manchester United, die AS Roma und Arsenal London gespielt. Laut Armen Press kommt bald sogar eine Briefmarke mit seinem Konterfei auf den Markt.

Erfolg zahlt sich aus

Natürlich verkaufen sich Trikots in größeren Mengen nicht allein, weil ein Spieler aus einem bestimmten Land kommt. Auch der Erfolg – des Teams oder des individuellen Spielers – spielt eine Rolle. Bei Norwich läuft es nicht besonders rund, bei Pukki hingegen, insbesondere für Finnland, schon. Und nun, da er das Land zur ersten EM-Teilnahme geführt hat, dürfte er bei den heimischen Fans noch mehr als Pionier gelten.

Erfolg steigert aber die Nachfrage nach Trikots im Allgemeinen. Der CL-Sieger FC Liverpool, der seit Jahren attraktiven Fußball spielt und auch für das Trikotdesign großen Zuspruch erhält, ist laut einer Erhebung von Love the Sales die Nummer eins bei den Trikotverkäufen in England diese Saison. Dabei habe sich die Nachfrage seit der vergangenen Spielzeit fast verdoppelt. Sogar das Torwarttrikot des Clubs getragen von Allison Becker und auch Adrián, ist auf Platz elf auf der Beliebtheitsskala vor Newcastles Kit beispielsweise.

Auch andere Marketing-Clous zeigen Wirkung

Während die Top-Plätze der verkauften Trikots von Liverpool, Arsenal, ManUtd, ManCity und Chelsea besetzt werden, hat sich überraschenderweise Absteiger Huddersfield Town auf Platz sechs geschoben. Die Nachfrage nach Terriers-Trikots ist trotz schwacher Leistungen um 1.904 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Grund dürfte in einer besonderen Marketing-Aktion liegen, die der Club zusammen mit Sponsor Paddy Powers durchgeführt hat (lest hier alles darüber). Aufmerksamkeit erhielt das Kit, weil im ersten Testspiel ein Scherpen-gleicher Schriftzug zu sehen war. Das quittierten Fans mit Missbilligung.

Kurz darauf wurde klar, dass Paddy Power nur einen Marketing-Stunt geplant hatte und das Trikot des Clubs von Werbung befreien und “den Fans zurückgeben” wollte. Das hat allem Anschein nach Wirkung hinterlassen. Vielleicht ist es nur das Trikot ohne großen Sponsor auf der Brust. Doch für Huddersfield Town hat sich diese Aktion gelohnt. Auch so können die kleineren Clubs ihre Marke profilieren; und den Trikotabsatz steigern.

Dennoch sollten Vereine ihre Spieler oder Partner natürlich nicht nur nach Marketing-Gesichtspunkten wählen. Ein großartiger Spieler kann etwa an Ablöseeinnahmen viel mehr Geld generieren als ein Legionär über den Trikotabsatz im Ausland. Trotzdem helfen Spieler wie Son oder Pukki, Vereine n im Ausland zu einem besonderen Stand in zu verhelfen. Und womöglich sogar zu Fanclubs. Und auch, wenn Norwich City in Finnland nur ein paar Hundert oder Tausend Fans erreicht und keine Summen einnimmt wie etwa beim Verkauf von James Maddison vergangenes Jahr (25 Millionen Euro), wird doch die Vereinskultur weitergegeben. Das ist Marketing, das ist aber auch ein wichtiger Schritt für eine global geprägte und diverse Fußballkultur.

Schon die kleinsten Länder haben übrigens einige Premier-League-Spieler hervorgebracht: Montserrat, Gibraltar, die Färöer Inseln. Wer einen Spieler aus einem solchen Land in seinen Reihen hat, kann zumindest darüber nachdenken, das für die Markenbildung vor Ort zu nutzen. Social Media wie Youtube können dabei besonders gut Emotionen und Hintergründe transportieren. Schaut bloß einmal nach Norwich.

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Sponsoring & Marketing

DFB und VW – erste Schritte in die richtige Richtung

VW ist seit 2019 Hauptsponsor des DFB. Diese neue Beziehung beginnt unter schwierigen Voraussetzungen, da beide mit enormen Imageproblemen zu kämpfen haben.

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Den größten Automobilhersteller Deutschlands und den größten Sportfachverband der Welt eint in letzter Zeit vor allem, dass sie sich fast durchgängig in einer Krise befinden. Das Image von VW hat im Zuge der Abgasaffäre massiv gelitten und der deutsche Fußball Bund erreichte seinen neuerlichen Tiefpunkt durch den Rücktritt des mehr als umstrittenen Präsidenten, Reinhard Grindel. Nun ist es für den DFB und für VW höchste Zeit Wiedergutmachung zu betreiben. Und, da geteiltes Leid ja bekanntlich halbes Leid ist, versuchen die beiden, diese Herkulesaufgabe gemeinsam zu bewältigen. Seit Anfang 2019 ist VW Hauptsponsor des DFB.

Die letzten vier Jahrzehnte war dieser Posten Mercedes vorbehalten. Doch als sich 2017 der Vertrag mit den Stuttgartern dem Ende neigte, entschied der DFB erstmals ein Wettbieten um das Sponsoring zu eröffnen. Zuvor wurde die Zusammenarbeit mit Mercedes immer einfach verlängert ohne, dass andere Unternehmen die Möglichkeit hatten, höhere Angebote zu unterbreiten. VW entschied dieses Wettbieten, trotz eines ebenfalls gesteigerten Mercedes Angebots, für sich und ist somit mindestens bis zum 31. Juli 2024 Hauptsponsor des DFB.

Nicht nur ein Motto

Im Zuge des neuen Sponsorings hat sich VW das Motto “Fußball, das sind wir alle.” auf die Fahnen geschrieben. Dieses Motto soll verdeutlichen, dass es dem Konzern in dieser Zusammenarbeit nicht nur um die Nationalmannschaft geht, sondern alle Fußballer unterstützt werden. Von der Kreisliga bis zur Bundesliga und egal welchen Geschlechts. Schwieriger, als einen wohlklingenden Leitspruch aufzustellen, ist aber zweifelsohne, diesen auch in die Tat umzusetzen.

Vor der WM 2018 beispielsweise wollte Mercedes mit dem Hashtag #ZSMMN einen Trend setzen. Damit ist man bekanntermaßen krachend gescheitert. Die deutsche Nationalmannschaft schied nicht nur bereits in der Gruppenphase aus dem Turnier aus, sondern verlor dazu noch die Sympathie unzähliger Anhänger aufgrund des lieblosen Marketingbrimboriums, das Mercedes auffuhr. Diese Marketingstrategie scheiterte nicht alleine an dem grausamen Hashtag. Ihr fehlte überdies jegliche Glaubwürdigkeit. Es sollte der Zusammenhalt zwischen den Fans und der Mannschaft gestärkt werden und heraus kam das genaue Gegenteil.

Mehr als “Die Mannschaft”

VW versucht es nun mit einem ähnlichen Ansatz, aber einer gänzlich anderen Umsetzung. Die Fans fühlen sich nicht mehr durch die Nationalmannschaft repräsentiert und die Amateurvereine durch den DFB im Stich gelassen. Diese Probleme haben der DFB und Volkswagen erkannt und versuchen gegen zu steuern. Die neue Marketingstrategie stellt die Männer Nationalmannschaft etwas in den Hintergrund und thematisiert bisher weniger beachtete Akteure, die von ähnlich hoher Wichtigkeit sind.

Unter dem Hauptmotto “Fußball, das sind wir alle.” veröffentlichte VW mehrere kurze Videos, in denen verschiedene Menschen erzählen, was Fußball für sie ist. Dabei kommt unter anderem Imke Wübbenhorst zu Wort, die als erste Frau in Deutschland ein Männerteam in der Oberliga trainierte. Ein weiteres Video zeigt den jungen, ambitionierten Schiedsrichter Jonah Besong, dessen Ziel es ist, irgendwann einmal Bundesliga zu pfeifen. Das sind nur zwei Beispiele von Menschen, denen VW mit der Kampagne eine größere Bühne bieten möchte. So soll anderen Menschen, die sich mit den Geschichten der Videos identifizieren können, gezeigt werden, dass auch sie dem DFB nicht egal sind.

Im Vorfeld der Frauen WM 2019 startete VW eine weitere Kampagne. Unter dem Motto “The future is watching.” wurde versucht, den Frauenfußball in Deutschland populärer zu machen. In einem ca. einminütigen Video stellte man die Vorbildfunktionen der Frauen Nationalmannschaft heraus und zeigte auf, dass die Frauen durch ihre Leistungen mehr gewinnen können, als nur Titel. Sie inspirieren junge Mädchen und Frauen in Deutschland, an sich zu glauben und selbstbewusst in die Zukunft zu gehen.

Endlich Unterstützung für die Amateure

Neben dem Frauenfußball möchten der DFB und VW im Laufe ihrer Zusammenarbeit deutlich mehr in den Amateurfußball investieren. Deshalb startete vor kurzem die Volkswagen Trikot-Aktion. VW stattet durch diese Aktion 3000 Fußballmannschaften mit einem neuen Trikotsatz aus. Die Mannschaften müssen sich lediglich bei einer teilnehmenden VW Niederlassung in ihrer Nähe mit einem Aktionscode melden und bekommen dafür einen 14-teiligen Trikotsatz in ihren Wunschfarben. Gerade für oftmals klamme Dorfvereine ist diese Aktion eine tolle Möglichkeit, neue Trikots zu bekommen, ohne sich auf langwierige Sponsorensuche zu begeben.

Weniger massentauglich, aber dafür umso rührender war das Sponsoring eines neuen Vereinsbusses für den VfB Peine. Die C-Jugend des Vereins hatte auf dem Rückweg eines Auswärtsspiels einen schweren Unfall mit dem alten Bus. Es kam glücklicherweise niemand ums Leben, aber der Bus war komplett hinüber und die Insassen teilweise schwer verletzt. Der Verein erfuhr sehr viel Solidarität ihrer Gegner in der Landesliga und die C-Jugend, die vor dem Unfall die Tabelle anführte, gewann letztendlich trotzdem die Meisterschaft, weil die anderen Vereine ihnen teilweise Punkte schenkten. Woraufhin VW dem Verein für die folgende Saison einen neuen Bus zur Verfügung stellte. Dieser war nicht nur für die C-Jugend, aufgrund der langen Auswärtsfahrten, existenziell wichtig.

Dieses Beispiel zeigt, dass VW versucht sowohl durch breit angelegte Aktionen, als auch durch bewegende Einzelfälle, das Image der eigenen Marke und des DFB wieder aufzupolieren. Wie erfolgreich diese Methodik sein wird, muss sich noch zeigen, doch die ersten Ansätze sind vielversprechend. Volkswagen führt Aktionen durch, die den Amateuren direkt zugute kommen. Es wird nicht nur versucht, durch aufwendig produzierte Werbefilme Eindruck bei den Fans zu machen. Das Sponsoring soll möglichst nah an der realen Wirklichkeit der Menschen dran sein.

Ein guter Anfang reicht nicht aus

Ebenso verhält es sich mit den kurzen Videos unter dem Motto “Fußball, das sind wir alle.”. Diese sind keine Heldendarstellung der Nationalmannschaft. Sie zeigen viel mehr ganz normale Menschen und ihre persönlichen Geschichten im Fußball. Dadurch fühlen sich wahrscheinlich wesentlich mehr Menschen angesprochen, als durch die Marketingmaschinerie vor der WM 2018. So könnte wieder eine echte Verbindung zwischen Verband und Basis aufgebaut werden. Nur stehen einem echten Neuanfang nach wie vor horrende Ticketpreise bei Länderspielen, erzwungen “coole” Tormusik und viele weitere Imageprobleme im Weg. Auf den DFB und VW kommt noch jede Menge arbeit zu, aber erste Schritte in die richtige Richtung sind zumindest getan.

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