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Konferenz 2019

50 + 1: Veraltete Fußballromantik oder zukunftsfähiges Modell?

Die Traditionalisten gegen die Reformer. Die 50 + 1 Regelung spaltet regelrecht die Bundesliga. Doch wer hat die besseren Argumente?

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Die Diskussion um die 50 + 1 Regelung ist in der deutschen Fußballlandschaft ein Dauerthema und bei dieser Grundsatzfrage scheiden sich die Geister. Auf der einen Seite argumentieren die Fußballromantiker, dass ein Wegfall der Regelung unabhängigen Investoren die Türen öffnen, welche gar keinen Bezug zu den Vereinen haben. Auf der anderen Seite stehen die Kritiker des deutschen Fußballs, die für die Bundesliga nur eine erfolgreiche Zukunft sehen, wenn die Vereine mehr Geld investieren können.

50 + 1 ist eine in der DFB- und DFL-Satzung festgelegte Regelung, nach der Investoren nicht mehr als 49% von deutschen Fußballvereinen besitzen dürfen. Dadurch soll gesichert werden, dass stets die Vereine die Entscheidungsmacht haben. Von dieser Regelung gibt es momentan drei Ausnahmen. Bei Bayer 04 Leverkusen, dem VFL Wolfsburg und der TSG 1899 Hoffenheim besitzen jeweils Bayer, VW und SAP-Gründer Dietmar Hopp die Mehrheit des Vereins. Diese Ausnahmen wurden vom DFB mit der Begründung, dass die Investoren die Vereine seit mehr als 20 Jahren intensiv finanziell unterstützen, genehmigt. Auch Martin Kind, der Präsident von Hannover 96, möchte eine solche Ausnahme beanspruchen, seine Forderungen wurden aber bisher vom DFB abgelehnt.

Ausnahmen schwächen die Regel

An der momentanen Regelung gibt es viel Kritik. Als größtes Problem werden die Ausnahmengenehmigungen und die Möglichkeiten zur Umgehung von 50 + 1 ausgemacht. Diese Möglichkeiten demonstriert RB Leipzig. Der sächsische Verein gehört de facto Red Bull und konnte durch die finanzielle Unterstützung innerhalb kürzester Zeit starke Ergebnisse in der Bundesliga erzielen. Frank Baumann, der Geschäftsführer Sport vom SV Werder Bremen, veranschaulichte die daraus resultierenden unterschiedlichen Startvoraussetzungen mit einem Beispiel:

“Olympiafinale 110 m Hürden und auf 4 Bahnen stehen keine Hürden.”

Für dementsprechend dringend hält er Erneuerungen der aktuellen Regelung und fordert gleiche Bedingungen für alle. Ob diese Chancengleichheit durch Abschaffung von 50 + 1 hergestellt werden kann ist fraglich. Aber zumindest die Alleinherrschaft der Bayern in der Bundesliga werde dadurch beendet, führen die Befürworter an.

Dass das der Fall sein könnte, geben auch die Konservativen zu, aber sie sind nicht bereit den Preis der unberechenbaren Investoren dafür zu zahlen. Wie schon jetzt in den anderen europäischen Top-Ligen würden ausländische Investoren mit viel Geld und teilweise wenig Ahnung von Fußball in die Bundesligavereine investieren. So ist ein kurzer Erfolg vielleicht möglich, aber die Zukunft des Vereins hängt auch zu großen Teilen von den Launen des Investors ab.

Fußballklubs als Spielzeug der Superreichen

Bestes Beispiel hierfür ist der FC Málaga in Spanien. 2010 kaufte ein Scheich aus Katar den Verein auf. Infolgedessen tätigte der Klub große Investitionen in neue Spieler, Trainer und den Stadionausbau. Was im Sommer 2012 mit Platz 4 und der Teilnahme an der Champions League belohnt wurde. Kurze Zeit später jedoch wurde bekannt, dass der Scheich den Klub zum Verkauf freigegeben hatte. Er hatte offensichtlich das Interesse verloren. Der FC Málaga spielt heute in der zweiten spanischen Liga.

Die Angst vor desinteressierten oder ungeduldigen Kapitalgebern ist also durchaus berechtigt. Und auch in Deutschland war eine ähnliche sportliche Talfahrt aufgrund von unprofessionellem Handeln des Geldgebers zu beobachten. Nämlich bei 1860 München, dem einstigen Rivalen des großen FC Bayern. Der jordanische Geldgeber Hasan Ismaik traf dort viele fragwürdige Entscheidungen und war maßgeblich am Abstieg des Vereins in die vierte Liga beteiligt.

Diesen Negativbeispielen stehen aber auch einige positive Beispiele gegenüber, in denen mit den neuen finanziellen Mitteln klug gewirtschaftet und anhaltender sportlicher Erfolg gesichert wird. Zu sehen ist dies unter anderem in Deutschland, Österreich und vielen weiteren Ländern bei den Red Bull Vereinen oder in England beim Premier League-Aufsteiger Wolverhampton Wanderers.

Der Weg, den die Wolves seit dem Kauf durch das chinesiche Unternehmen Fosun eingeschlagen haben, ist möglicherweise moralisch zu hinterfragen, jedoch ist der sportliche Erfolg nicht von der Hand zu weisen. Das besondere an den Aktivitäten des neureichen Klubs aus dem Zentrum Englands, ist die enge Verbindung zu dem portugiesischen Spielerberater Jorge Mendes, der angeblich auch ein Geschäftspartner von Fosun sein soll.

Mendes vertritt Superstars wie Christiano Ronaldo oder Diego Costa und sorgte dafür, dass neben einigen hochtalentierten portugiesischen Spielern auch Nuno Espirito Santo, der Trainer der Wolves verpflichtet wurde. Unabhängig von den offensichtlichen persönlichen Interessen, die Mendes mit dieser Zusammenarbeit verfolgt, ist Wolverhampton in seiner ersten Saison nach dem Aufstieg sehr erfolgreich in der Premier League und erreichte außerdem das Halbfinale des FA Cups. Der abgestürzte Traditionsverein schafft es dank des chinesischen Investors wieder erfolgreichen Fußball zu spielen.

Portugiesisches Quartett der Wolverhampton Wanderers

Der Fußball braucht den 12. Mann

Das wohl schwerwiegendste Argument gegen eine Auflösung von 50 + 1 sind die Fans. Nicht nur, da die meisten Fans strikt gegen den Aufkauf ihrer Vereine durch Investoren sind, sondern auch, da sich für sie eine Menge ändern könnte. Wie in England zu beobachten, treffen die neuen Geldgeber ihre Entscheidungen vor allem auf Grundlage wirtschaftlicher Interessen und stoßen damit vielen Fans vor den Kopf.

Der ehemalige Arbeitersport Fußball, ist in England durch horrende Ticketpreise für die unteren Bevölkerungsschichten nahezu unerreichbar geworden. Außerdem werden bei einigen Klubs neben dem Wappen auch die Vereinsfarben geändert, was den jahrelangen Anhängern zumeist eher weniger gefällt. Diese Entwicklungen führen zu einer Abwanderung der englischen Fußballfans in die unteren Ligen und dazu, dass die Spiele der Premier League-Klubs zu immer größeren Teilen von Touristenfans besucht werden.

Bei Manchester United führten diese Entwicklungen im Jahr 2005 sogar zu einer Vereinsneugründung. Einige eingefleischte United-Fans wollten sich nicht mit der Übernahme ihres Vereins durch die Glazer-Familie abfinden und gründeten deshalb kurzerhand ihren eigenen Verein. Der FC United of Manchester nahm sich ein Beispiel am AFC Wimbledon, der seinerseits eine ähnlich Geschichte vorzuweisen hat. Seit der Saison 2015/16 spielt der FCUM in der sechsthöchsten englischen Spielklasse.

Um solche Verhältnisse zu verhindern, möchten die Fans in Deutschland ihr Mitbestimmungsrecht unbedingt behalten. Und auch die Aussicht auf die bessere internationale Konkurrenzfähigkeit wird die Anhänger vermutlich nicht umstimmen.

Reformation statt Abschaffung

Damit diese Konkurrenzfähigkeit und gleichzeitig die sehr hohen Zuschauerzahlen trotzdem gewahrt bleiben, überlegen sich die Verantwortlichen Kompromisse zur Neuregelung von 50 + 1. Diese Neuregelungen sollen einerseits verhindern, dass ausländische Investoren Bundesliagvereine als Spekulationsobjekte missbrauchen und andererseits Möglichkeiten zur stärkeren Finanzierung durch lokale Geldgeber ermöglichen.

Einer der Initiatoren dieser Ideen ist Martin Kind. Seinen Forderungen zufolge, sollen regionale Investoren mit einer Verbindung zum Verein und dessen Geschichte, die Möglichkeit haben, diesen finanziell stärker zu unterstützen. Wobei aber jeder Verein über seinen eigenen Weg entscheiden dürfe. Der FC Bayern beispielsweise lässt schon jetzt verlauten, dass die zu verkaufenden Anteile auch bei einer Regeländerung, nicht mehr werden würden.

96 Präsident Martin Kind beim gemeinsamen Jubel mit Gerhard Schröder

Kind ist der Meinung der ligainterne Wettbewerb könne durch die Reformen wieder spannender werden und er möchte so die Entwicklung der Bundesliga in einer Mehrklassengesellschaft stoppen. Somit wäre der Weg für unabhängige ausländische Investoren dicht und die Konkurrenzfähigkeit der Vereine in Deutschland und Europa wiederhergestellt.

Über diese Zukunftsmusik und vieles mehr wird bei “Public Enemy No. 1: Why Football Investors will make the Bundesliga Stronger” auf der Spielmacher Konferenz 2019 diskutiert. Die Bundesliga hat als einzige Top-Liga in Europa noch die Chance selbst über ihre Zukunft zu entscheiden und diese Entscheidung sollte wohlüberlegt sein.

Ein spannendes Thema, das den deutschen Fußball noch lange beschäftigen wird.

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Täglich grüßt das Murmeltier – und schon wieder eine Handball EM

Schon wieder Handball EM, war das nicht letztes Jahr erst? Das ist eine berechtigte Frage bei der Taktung, in der die Handballer ihre Turniere bestreiten.

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Während auf der Insel mal wieder die Rufe der Trainer laut werden, dass ihre Mannschaften einfach zu viel Fußball spielen müssen, finden sich die deutschen Handballer beim dritten Großturnier in den vergangen drei Jahren wieder. EM 2018, WM 2019, EM 2020 und im Sommer dann Olympia 2020. Die Belastung im Profihandball ist noch weiter übersteigert als im Fußball und die diesjährige EM weist noch weitere Parallelen zum Fußball auf.

Viele Mannschaften nicht gleich viel Spannung

Erstmals nehmen in diesem Jahr 24 Mannschaften an der Europameisterschaft teil. Beim letzten Turnier waren es noch 16 und bis 2000 waren es sogar nur 12. Es ist klar, dass die vermeintlich kleinen Handballnationen immer besser werden, aber muss es wirklich 24 Teilnehmer geben, wenn dem Verband doch nur 52 Nationen angehören? Auf diese Weise soll die Handballbegeisterung in den neuen Teilnehmerländern gesteigert werden. Doch durch die Fußball EM 2016 hat man gesehen, wie die unmittelbare sportliche Folge der Vergrößerung aussehen kann.

Im Fußball waren vor allem in der Vorrunde zahlreiche Abwehrschlachten zu beobachten. Die Außenseiter versuchten so den dritten Platz in der Gruppe zu sichern, der ausreichen konnte, um weiterzukommen. Bei der Handball EM kommen nur die beiden Gruppenersten weiter. Trotzdem gab es einige Spiele, in denen der Favorit ohne große Problem den Sieg einfährt. Im ersten Gruppenspiel zeigte Deutschland beispielsweise keine überragende Leistung und besiegte die Niederlande deutlich mit 34:23. Problematisch ist das, weil klare Spielausgänge der Sportart ihre größte Stärke nehmen – die Spannung.

Heute hier, morgen dort

Ein weitere Ähnlichkeit zwischen der Handball EM 2020 und der bevorstehenden Fußball EM 2020 ist der Austragungsort oder besser gesagt die Austragungsorte. Die Fußball EM findet bekanntermaßen erstmals in 12 Ländern in ganz Europa statt. Die Handballer beschränken sich zwar auf drei Austräger, aber diese scheinen trotzdem etwas ungewöhnlich. Wenn mehrere Länder ein Turnier gemeinsam austragen, handelt es sich zumeist um Nachbarländer. Die Handball EM 2020 findet aber in Schweden, Norwegen und Österreich statt.

Diese Kombination kam zustande, weil die drei Länder alleine mit ihrer Bewerbung wenig Erfolgschancen sahen und sich deshalb zusammentaten. Die Ticketverkäufe geben den Veranstaltern Recht. Die Spiele der Vorrunde sind an allen Standorten ausverkauft. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Aufteilung sei dennoch erlaubt. Nicht nur, dass die Mannschaften in Zeiten des Bewusstseins über den Klimawandel tausende Kilometer im Flugzeug zurücklegen. Auch die Strapazen für die Spieler werden unnötig erhöht.

Die deutsche Nationalmannschaft müsste im besten Falle ihre Vorrundenspiele in Norwegen, die Hauptrunde in Österreich und die Halbfinals und das Finale in Schweden bestreiten. Mit kaum Ruhetagen dazwischen käme die Mannschaft auf neun Spiele in 18 Tagen – und in drei Ländern. Der Kieler Kreisläufer Patrick Wiencek beschreibt die Situation so:

Irgendwie fühlt es sich so an, dass wir quer durch Europa fliegen und zwischendurch ein bisschen Handball spielen.

Patrick Wincek

Don’t play the players

Die Beweggründe der Funktionäre, die zur Aufblähung des Turniers führten sind klar – mehr Geld und neue Märkte. Dass die Spieler die Entwicklungen zu großen Teilen kritisch beäugen, scheint indes nicht ernst genommen zu werden. Unter dem Hashtag #Don’tPlayThePlayers starteten sie einen Aufruf an die Verantwortlichen mit dem Ziel, ein Umdenken zu bewirken und die Überbelastung, die seit Jahren in ihrer Sportart herrscht, zu stoppen. Offensichtlich ohne Erfolg.

Der deutsche Bundestrainer Christian Prokop muss auch in diesem Turnier wieder auf viele Stammspieler verletzungsbedingt verzichten. Die Sportart Handball bietet immer schon beste Voraussetzungen, um sich zu verletzen. Doch bei 40 Spielen in einem halben Jahr steigt dieses Risiko nochmal immens an. Wenn dazu dann noch unzureichende Regenerationsphasen und ständiges Spielen auf Schmerzmitteln kommt, haben Profihandballer in Zukunft keine lange Halbwertszeit.

#DontPlayThePlayersEuropean Handball Players Union – EHPUEuropean Handball FederationInternational Handball Federation – IHF

Gepostet von Uwe Gensheimer am Mittwoch, 3. April 2019

Auch hier ist eine Parallele zum Fußball zu erkennen, die wir im Artikel Zum Auskurieren bleibt keine Zeit – morgen bist du spielbereit! beleuchtet haben. In beiden Sportarten versuchen die Verantwortlichen stets den maximalen Gewinn zu erzielen. Dabei bleiben immer häufiger die Befindlichkeiten der Spieler auf der Strecke. Da die Begeisterung der Fans aber weiterhin ungebrochen ist, wird sich in naher Zukunft wahrscheinlich nichts an der Situation verändern. Zum Leidwesen der Spieler.

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Don’t stop the Party – Darts WM 2020 ein einzigartiges Event

Die Darts WM begeisterte einmal mehr millionen von Zuschauern. So stumpf die Sportart im ersten Moment erscheinen mag, so viel mehr steckt doch in ihr.

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Darts – der Kneipensport schlechthin – zwei verschwitzte, übergewichtige, unsportlich anmutende, zumeist englische Männer werfen nacheinander ihre Pfeile auf die Scheibe und werden dabei von einer betrunkenen Menge angefeuert. Wenn man nur mal eben bei der Darts WM 2020 reingezappt hat, dann wird man wahrscheinlich auch dieses Jahr etwa so ein Bild zu sehen bekommen haben. Doch die Darts WM 2020 war mehr. Die gesamte Sportart Darts ist mehr und einige andere Sportarten könnten noch etwas von ihr lernen.

Mehr Zuschauer, mehr Spieler, mehr Qualität, mehr Geld

In den letzten Jahren hat der Darts Sport eine enorme Wandlung durchgemacht. Gerade in Deutschland kommt Darts eine immer höhere Aufmerksamkeit zu. Das führt nicht nur dazu, dass es immer mehr Turniere außerhalb Englands gibt, sondern auch immer mehr Spieler überall auf der Welt. Man wirft nicht mal eben ein paar Pfeile auf die Scheibe und darf dann gleich an Turnieren teilnehmen. Die Konkurrenz wird immer größer und dadurch steigt logischerweise die Qualität.

Außerdem fließt durch mehr Ticketverkäufe und höhere Werbeeinnahmen immer mehr Geld in die Sportart. Das führt zu einer zunehmenden Professionalisierung, die noch lange nicht ihren Höhepunkt erreicht hat. Heute haben einzelne Darts Profis Mentalcoaches an ihrer Seite, die sie bei ihren Spielen unterstützen. Gerade im Mentalsport Darts ist es aber erschreckend, wie wenige Profis noch mit solchen Coaches arbeiten.

Mit der Professionalisierung nimmt auch der Anteil ausländischer Spieler zu. Es sind zwar immer noch mit Abstand am meisten Engländer unter den Top-Spielern zu finden, doch andere Nationen holen auf. Die Niederlande ist hier an erster Stelle zu nennen. Nicht nur die Nummer eins der Weltrangliste Michael van Gerwen, sondern auch noch einige weitere Stars kommen aus den Niederlanden. Aber auch Deutsche, Japaner und Belgier drängen nach und nach auf die große Bühne.

Women rule the world

Neben den neuen Nationalitäten gab es dieses Jahr bei der WM eine noch größere Veränderung. Denn mit Fallon Sherrock gelang es erstmals einer Frau ein Spiel bei der Darts WM zu gewinnen. Die 25-jährige Engländerin wurde zum Shootingstar des Turniers und schaffte es auch ihr zweites Spiel zu gewinnen. Dieser zweite Sieg war eine noch viel größere Überraschung, da es ihr gelang den Österreicher Mensur Suljovic zu bezwingen, der zu diesem Zeitpunkt in den Top-10 der Weltrangliste stand. In der dritten Runde war für Sherrock gegen Chris Dobey Schluss, aber die Darts-Welt hatte sie trotzdem erschüttert.

Während im Fußball die Übernahme eines Oberligisten durch eine Frau als Trainerin eine kleine Sensation darstellt, ist Darts in Bezug auf Gleichberechtigung Meilen weit voraus. Natürlich bietet die Sportart gänzlich andere Voraussetzungen und Männer und Frauen können sich glücklicherweise auf höchstem Niveau miteinander messen. Doch der Umgang der Spieler und Fans mit den Frauen auf der Bühne zeigte das große Potenzial dieser Sportart auf. Alle feierten miteinander ein Fest. Natürlich wollten die Männer auch gegen die Frauen unbedingt gewinnen, aber alle Beteiligten schienen froh darüber, dass ihre Sportart in dieser neuen Zeit angekommen ist.

Ein alter Hase holt den Titel

Trotz des Wandels, den die junge Sportart momentan durchmacht, ist es am Ende einem Mann gelungen den Titel zu gewinnen, der schon seit vielen Jahren zur Weltelite gehört – Peter Wright. Im Laufe des Turniers schieden immer mehr Favoriten aus und es stellte sich sowieso von Anfang an die Frage, wer Michael van Gerwen überhaupt bezwingen soll. Vor dem Turnier wurde Gerwyn Price für diese Aufgabe auserkoren. Der ehemalige Rugbyspieler hatte 2019 ein herausragendes Jahr gespielt und schaffte es sogar einmal, MvG zu besiegen. Doch zum erneuten Duell gegen den Niederländer kam es nicht, da Price bereits im Halbfinale an Wright scheiterte.

Peter “Snakebite” Wright hat eine lange, erfolglose Geschichte mit großen TV-Finals hinter sich. Ihm gelang es nur einmal ein TV-Turnier zu gewinnen und ausgerechnet bei diesem Turnier fehlte van Gerwen verletzt. Deshalb war MvG auch im diesjährigen WM-Finale der Favorit. Doch diese Darts WM hatte scheinbar noch nicht genug eindrucksvolle Geschichten geschrieben. Der wie immer extravagant gestylte Peter Wright dominierte das Spiel von Anfang bis Ende. Nicht einmal ein Satz, in dem MvG ihn klar mit 3-0 schlug, brachte den Schotten aus der Ruhe. Es schien als habe Wright nichts anderes im Kopf als den nächsten Pfeil in die Triple 20 zu werfen.

Mit stoischer Ruhe spielte er seinen Angstgegner immer weiter an die Wand und dieser wurde mehr und mehr wütend. Van Gerwen versuchte gute Würfe zu erzwingen, doch seine fast schon verzweifelten Versuche verfehlten immer wieder das Triple und – noch wichtiger – das Doppel . Mit dem Rücken zur Wand kam dann plötzlich noch einmal der wahre Michael van Gerwen zum Vorschein. Er spielte acht perfekte Darts und verfehlte das Doppel nur knapp, das ihm zum 9-Darter verholfen hätte. (Neun Darts sind die Mindestanzahl, um 501 Punkte abzuräumen und ein Leg zu gewinnen.)

Wright ließ auch das kalt und so erarbeitete er sich im übernächsten Leg drei Matchdarts. Die ersten beiden landeten denkbar knapp neben der Doppel 10 – der Dritte war drin. Ein Spiel auf hohem Niveau hatte einen absolut verdienten Sieger gefunden und Peter Wright vergoss Tränen der Freude. Michael van Gerwen indes ist Respekt dafür zu zollen, wie er sich im Moment der Niederlage verhalten hat. Er war ein sehr fairer Verlierer und beglückwünschte seinen Kontrahenten zum Sieg.

Fairplay ein ungeschriebenes Gesetz

Fairness auf der Bühne wurde zwar nicht von jedem Spieler bei dieser WM gleichermaßen gelebt, doch insgesamt sind die Profis sehr gut miteinander umgegangen. Häufig war zu sehen, wie der Sieger eines Spiels das Publikum aufforderte dem Verlierer zu applaudieren und innige Umarmungen waren keine Seltenheit. Dieser Sportsgeist wäre auch in anderen Sportarten schön anzuschauen. Sowohl im Moment des Triumphs, als auch der Niederlage sollten sportliche Kontrahenten respektiert und Leistungen gewürdigt werden.

Nicht zuletzt seien bei dieser Darts WM einmal mehr die herausragenden Fans positiv zu erwähnen. Die Stimmung im Ally Pally in London war wie jedes Jahr überragend und die Fans schaffen es perfekt den schmalen Grad zu wandern, sich selbst und eine große Party zu feiern und das Spiel auf der Bühne nicht aus den Augen zu verlieren. So hört man zwar des öfteren Jubelschreie und Buhrufe, die überhaupt nicht zum Spielgeschehen passen, weil im Publikum mal wieder ein Bier geext wurde, aber sobald wichtige Würfe auf er Bühne zu bestaunen sind, passen alle wieder auf.

Darts ist eine einzigartige Sportart und jeder, der der Meinung ist, es wäre langweilig, sollte sich einfach mal das Drittrundenspiel Adrian Lewis gegen Darren Webster anschauen. Diese Sportart bietet hochspannende Duelle auf Top-Niveau mit durchgehender Party im Hintergrund. So etwas findet man nur beim Darts.

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Zum Auskurieren bleibt keine Zeit – morgen bist du spielbereit!

Fußballer auf Schmerzmitteln sind alles andere als eine Ausnahme. Was zunächst wenig schlimm anmutet, kann für die Spieler langfristige Folgen haben.

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Ishak Belfodil sorgte zum Ende des Jahres nochmal für ordentlich Zündstoff bei der TSG Hoffenheim. Der seit dem 5. Spieltag verletzte Angreifer beschuldigte seinen Arbeitgeber öffentlich, eine Gefährdung seiner Gesundheit in Kauf genommen zu haben. Grund für diese Anschuldigung ist ein zu spät diagnostizierter Kreuzbandriss.

Kreuzbandriss erkannt und gegen eine OP entschieden?

Bereits am letzten Spieltag der vergangen Saison ist es zu der Verletzung gekommen, doch die Hoffenheimer Ärzte waren nach ansicht der MRT-Bilder der Meinung, dass eine Operation nicht notwendig sei. Belfodil verpasste aufgrund der Verletzung den Afrika Cup im Sommer, aber stand seinem Verein zur neuen Saison wieder zur Verfügung. Nach dem 5. Spieltag und deutlich schlechteren Leistungen als in der Vorsaison entschied sich der Algerier doch zu einer OP.

Nun macht er den Verein dafür verantwortlich, dass diese OP erst so spät zustande kam und er vorher mit einer derart schweren Verletzung weiterspielte. Die TSG wehrt sich gegen die Vorwürfe und gibt an, dass jegliches Vorgehen in enger Absprache mit Belfodil stattfand und die Ärzte auf Grundlage höchster medizinischer Standards gearbeitet haben. Für den Stürmer reichen diese Standards offensichtlich nicht aus. Er verkündete nämlich außerdem seinen baldigen Abschied aus Hoffenheim, da er kein Vertrauen mehr in den Verein habe.

Inwieweit wirklich medizinisches Fehlverhalten der Ärzte vorlag, lässt sich von außen nicht beurteilen. Nichtsdestotrotz ist die operative Behandlung eines Kreuzband- und Meniskusrisses im Profifußball eigentlich die Methode der Wahl. Zwar kann die fehlende Stabilität im Knie durch ausreichende Obeschenkelmuskulatur kompensiert werden, aber auf lange Sicht ist ein intaktes Kreuzband, gerade für einen Profisportler, essenziell wichtig.

Kurzfristiger Erfolg vs. langfristige Schäden

Dieses Beispiel macht ein großes Problem deutlich, das momentan im Profifußball herrscht. Verletzungen werden häufig nicht adäquat auskuriert und Spieler viel zu früh wieder auf den Platz gestellt. Begründet ist diese Problematik in dem Druck, der vor allem auf den Trainern lastet. So schnell, wie heutzutage ein Trainer seinen Job verliert, kann es sich niemand leisten, dass ein Führungsspieler lange ausfällt. Für die Trainer ist häufig nur das nächste Spiel und der Fitnesszustand eines Spielers am nächsten Samstag wichtig. Was in sechs Monaten, zwei Jahren oder gar 20 Jahren ist, interessiert sie nicht.

Beim FC Bayern führte diese Ignoranz vor einigen Jahren zu einem handfesten Streit zwischen dem langjährigen Teamarzt Dr. Müller-Wolfahrt und Pep Guardiola. Der Spanier machte immer wieder deutlich, dass er seine verletzten Spieler so schnell wie möglich wieder auf dem Platz haben möchte. Müller-Wolfahrt sah sich letztendlich nicht in der Lage, weiter in diesem Umfeld zu arbeiten und verließ den Verein.

In einer derart schwierigen Situation finden sich die Teamärzte der Fußballbundesliga immer häufiger, da die Gesamtzahl der Verletzung in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Gleichzeitig nahm die Dauer der Verletzungszeit aber ab, wie die Daten der Website fußballverletzungen.com belegen. Die Ärzte haben also immer mehr Verletzte, die bestenfalls immer schneller wieder fit werden.

Ein weiteres Problem dabei ist, dass ein Spieler logischerweise auch schnellstmöglich wieder spielen möchte. In Verbindung mit dem Trainer, der das gleiche Anliegen verfolgt, muss der Arzt häufig gegen seinen Patienten und seinen Arbeitgeber anarbeiten.

Schmerzmittel sind nicht die Lösung

Größter Profiteur der ganzen Problematik sind wahrscheinlich die Pharmakonzerne. Denn im Profifußball ist es keine Seltenheit, monatelang auf Schmerzmitteln zu spielen. So tat es auch Stefan Reinartz, der aufgrund zahlreicher Verletzungen bereits mit 27 Jahren seine Karriere beendete. Auch sein ehemaliger Teamkollege Stefan Kießling kennt die Schmerzmittel im Fußball nur zu gut. Er hat sogar heute, nach seinem Karriereende, noch mit chronischen Schmerzen zu kämpfen, die durch nicht richtig auskurierte Verletzungen während seiner aktiven Zeit ausgelöst werden.

Viele Fußballer zahlen nach ihrem Karriereende einen hohen Preis für ihre Profilaufbahn. Zum Beispiel bei Meniskusschäden wird, aufgrund der schnelleren Regeneration, häufig auf die Entfernung von Teilen des Meniskus gesetzt, anstatt diese zu nähen. Kurzfristig ist diese Lösung vielleicht nachvollziehbar, aber in nicht allzu ferner Zukunft haben betroffene Menschen mit chronischen Knieproblemen zu kämpfen.

Nicht nur in Bezug auf Transfers, sondern auch auf die körperliche Fitness werden Fußballprofis heutzutage mehr und mehr wie Objekte behandelt, die für den Gewinn des Unternehmens entscheidend sind. Dass jedoch jeder Profi auch immer noch ein Mensch ist, scheint langsam in Vergessenheit zu geraten. Diese ungesunde Dynamik sollte schnellstmöglich gestoppt werden, damit die wichtigsten Bestandteile des Fußballs, die Spieler, nicht physisch und psychisch kaputt gehen.

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Drone Racing – der reale eSport

Eine neue Sportart bekommt immer mehr Aufmerksamkeit. Im Schatten des eSports hat sich Drone Racing entwickelt, das virtuellen mit realem Sport verbindet.

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In den letzten Jahren hat eSport immer mehr an Bedeutung gewonnen. Neue Sponsoren sind eingestiegen, Übertragungsrechte werden immer teurer und die Sportler sind echte Stars. Die Fanbase wächst von Tag zu Tag und eSport-Turniere werden zu internationalen Großevents. Die Hauptzielgruppe ist eine, die durch traditionelle Werbung immer schwieriger zu erreichen ist und genau deshalb wird immer mehr Geld in das Phänomen eSport gesteckt.

Seit einigen Jahren entwickelt sich nun parallel zum eSport eine ganz neue Sportart: Drone Racing. Das Drone Racing verbindet den virtuellen und den realen Sport. Die Fahrer tragen VR-Brillen, auf denen sie live das Bild aus dem “Cockpit” der Drohne sehen. Bei den Rennen müssen die Fahrer ihre Drohnen möglichst schnell durch einen Parcour navigieren.

Schnell ist bei diesem Sport das richtige Stichwort. Von 0 auf 100 beschleunigen die Drohnen in 1,6 Sekunden und erreichen Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern. Bei diesen unglaublichen Geschwindigkeiten noch den Überblick zu behalten und perfekt durch den Parcour zu navigieren, erfordert höchste Konzentration und enormes Fingerspitzengefühl.

Drone Champions League

Seit einiger Zeit werden die Turniere der neuen Sportart immer professioneller. Mithilfe namenhafter Sponsoren wie Red Bull, BMW oder Allianz werden Wettkämpfe überall auf der Welt veranstaltet. 2019 fand die Drone Champions League bereits in Cannes, Laax (Schweiz), Turin, Lichtenstein und Turda (Rumänien) statt. Diese professionelle Liga organisiert bereits die vierte Saison und ist einer der wichtigsten Wettkämpfe im Drone Racing.

Das Turniersystem sieht wie folgt aus: Die Teilnehmer treten in 4er-Teams gegeneinander an. Zunächst geht es in Qualifikationsrunden darum, sich durch möglichst gute Zeiten, weit vorne in den Finalrunden zu platzieren. Dann im Viertelfinale, Halbfinale und Finale gibt es 5 Runden. Zunächst 4 Runden, in denen im 1 gegen 1 gegeneinander geflogen wird, genannt “Single Heat”, der Gewinner erhält einen Punkt. Und am Ende, im sogenannten “Big Heat”, starten alle 8 Fahrer gleichzeitig in den Parcour. Hier erhält das Siegerteam einen weiteren Punkt und durch Platzierungen auf den vorderen Plätzen gibt es Extrapunkte.

Begleitet wird das Ganze von tausenden Zuschauern vor Ort und vielen weiteren im Live-Stream. Beispielsweise das Renn am historische Standort direkt am Wasser in Turin bot eine atemberaubende Atmosphäre und die Zuschauer waren begeistert. Im Finale konnte sich Apex Racing aus Dänemark gegen das Team XBlades aus Großbritannien durchsetzen.

Ausnahmetalent Luke Bannister

Die Briten um ihren Shootingstar Luke Bannister, crashten im “Big Heat” mit 3 ihrer 4 Drohnen und konnten deshalb den 3-1 Rückstand aus den vorigen Runden nicht mehr aufholen. Luke Bannister schaffte es jedoch, einmal mehr als erster ins Ziel zu kommen. Der mittlerweile 19-jährige ist schon seit einigen Jahren ein Star der Szene. Bereits mit 15 gewann er seine ersten Rennen und ist nun sogar hauptberuflich Drohnenpilot.

Neben den Rennen treten viele Piloten auch als YouTuber in Erscheinung und generieren so, neben einem kleinen weiteren Einkommen, noch weitere Aufmerksamkeit für sich und ihre Sportart. In ihren Videos beeindrucken sie mit spektakulären Flugmanövern in atemberaubenden Landschaften. Das Ganz gefilmt aus der Cockpit-Perspektive und mit der richtigen Musik unterlegt, macht richtig Lust auf Drohnen fliegen.

Auch in Deutschland gibt es schon erfolgreiche Drohnenpiloten. Diese können sich zwar bisher noch nicht durch den Sport ihr Leben finanzieren, aber auch die Hobbypiloten nehmen schon an den DCL Wettkämpfen teil. Durch das stetig wachsende Interesse der Sponsoren, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch deutsche Profi-Drone-Racer in der Weltspitze mitmischen.

Die Drone Racing League zum Beispiel veranstaltete 2017 ein Drohnenrennen in der BMW Welt in München. Futuristische Atmosphäre, extrem schnelle Drohnen und auf Hochglanz polierte Autos; der perfekte Standort für Fans, Fahrer und Sponsoren. Durch solche Events steigt die Aufmerksamkeit für Drohnenrennen immer weiter an. Die Sponsoren erkennen das Potenzial der neuen Sportart.

So wie eSport mehr und mehr non-endemic Sponsoren für sich gewinnt, wird auch Drone Racing demnächst im Mainstream ankommen. Angesichts der rasanten Geschwindigkeit mit der sich nicht nur die Drohnen bewegen, sondern die gesamte Sportart entwickelt, ist davon auszugehen, dass Drone Racing bald jedem ein Begriff ist. Schon jetzt übertragen kleinere TV-Sender wie ProSieben MAXX die Sportart im Fernsehen und in Zukunft werden auch andere auf diesen Zug aufspringen. Drone Racing ist die Sportart der Zukunft.

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Geld regiert die Welt! Champions League Achtelfinale: Klub der Reichen

In der Champions League setzen sich die reichen Vereine immer weiter von den anderen ab. Diese Eintönigkeit wird in Zukunft wahrscheinlich nicht abnehmen.

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Fußballromantiker haben es in diesen Tagen schwer. Nicht nur in den nationalen Ligen geht die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander, sondern auch in der Champions League. In der diesjährigen Gruppenphase kamen erstmals die 16 Teams mit den höchsten Marktwerten weiter. Keine Überraschung, kein Märchen nur die bittere Realität, dass am Ende das Geld gewinnt.

Schon in den Jahren zuvor war ein eindeutiger Trend zu erkennen. Immer seltener gelang es den kleineren Mannschaften, in die K.o.-Phase einzuziehen. Nun lässt es sich nicht mehr leugnen. Nicht einmal die Vorjahreshelden aus Amsterdam konnten den Wahrscheinlichkeiten trotzen. Die Römer haben nun auch Gallien erobert.

Gruppenphase in Zukunft eine Farce?

Doch bedeutet diese Tatsache, dass der Fußball immer vorhersagbarer wird? Müssen wir uns darauf einstellen, in Zukunft schon vor der Gruppenphase zu wissen, wer ins Achtelfinale einzieht? Die Antwort auf diese Fragen wird keinem Fußballromantiker gefallen. Es ist nämlich ein eindeutiges Ja. Der Grund dafür ist ganz einfach: Die UEFA sorgt mit der Verteilung der Champions League Gelder dafür, dass der Abstand zwischen den Vereinen immer weiter anwächst.

Wie genau die Gelder verteilt werden, erläutert die UEFA auf ihrer Website. Am Beispiel vom SSC Neapel zeigen wir auf, wie viel Geld ein Verein so in der Champions League einnimmt. Neapel ist ein gutes Beispiel, weil die Süditaliener seit einigen Jahren die zweitbeste Mannschaft ihres Landes sind, aber dieses Jahr in der Liga weit hinter den Erwartungen liegen. Doch eine Schwächephase ist heutzutage kein ernsthaftes Problem mehr für einen Top-Verein, da die Champions League über viele Jahre unverhältnismäßig viel Geld in die Kassen gespült hat.

Napolis Geldregen

Neapel wurde zweiter der Gruppe E hinter dem FC Liverpool. Der Verein holte durch drei Siege und drei Unentschieden 12 Punkte und erreichte das Achtelfinale, in welchem er im Februar gegen den FC Barcelona antritt.

Für die Teilnahme an der Champions League erhielt Neapel einen Startprämie von 15,25 Mio. Euro. Jeder Sieg bedeutete weitere 2,7 Mio. Euro und jedes Unentschieden 900.000 Euro. Für die sechs Spiele der Gruppenphase erhielt der Verein also 10,8 Mio. Euro und die Qualifikation für das Achtelfinale wurde mit 9,5 Mio. Euro belohnt. Macht also insgesamt 35,55 Mio. Euro.

Das war aber noch nicht alles. Die UEFA verteilt noch mehr Geld aufgrund einer Rangliste der letzten zehn Jahre. In dieser Rangliste liegt Neapel auf Rang 21 von allen Vereinen – auf Platz 16 der diesjährigen Champions League Teilnehmer. Der am niedrigsten platzierte Teilnehmer erhält 1,1 Mio. Euro. Jeder Platz weiter oben beutet zusätzliche 1,1 Mio. Euro. Für Neapel bedeutet das 16,5 Mio. Euro. Außerdem kommt noch ein noch unbekannter Betrag für die Fernsehvermaktung hinzu. Dieser hängt vom Wert des Vereins für den Fernsehmarkt ab.

Auch ohne diesen Betrag kommt Neapel schon nach der Gruppenphase auf Einnahmen von 52 Mio. Euro.

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Grazie Mister! 💙 #ForzaNapoliSempre

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Carlo Ancelotti musste trotz des Achtelfinaleinzugs seinen Hut nehmen.

Solidarität ein Lippenbekenntnis

Die Bedeutung dieser Summe wird erst deutlich, wenn man sie mit den Solidaritätszahlungen der UEFA vergleicht. Solidaritätszahlungen richtet die UEFA an Vereine, die nicht an der Champions League teilnehmen, mit dem Ziel, die Diskrepanz nicht zu groß werden zu lassen. Doch die Umsetzung dieses guten Konzepts lässt die Zahlungen zu einem Tropfen auf dem heißen Stein werden. Die Solidaritätszahlungen müssten einen viel höheren Anteil ausmachen, um etwas zu bewirken, wie auch Georg Pangl, der Vorsitzende der Association of European Professional Football Leagues und letztjährige Sepeaker auf der Spielmacher’ 19, seit jahren predigt. (Artikel zu Georg Pangl)

Alle Vereine, die nicht an der Champions League teilnehmen, also 90% aller europäischer Erstligisten, bekommen 130 Mio. Euro – INSGESAMT! Wenn dieses Geld gleichmäßig auf die Vereine verteilt werden würde, bekäme jeder Verein 210.000 Euro. Das entspricht ca. 0,4% von dem, was der SSC Neapel bisher durch seine Teilnahme an der Champions League eingenommen hat. Die tatsächliche Verteilung dieser Gelder übernehmen die Nationalverbände.

Aber wie auch immer die Verteilung am Ende aussieht, die Schere zwischen arm und reich geht zwangsläufig weiter auseinander. Die Solidaritätszahlungen sind ein wirklich schlechter Scherz der UEFA. Ein Versuch den Anschein zu erwecken, man kümmere sich um alle Mitgliedsvereine. In Wahrheit interessiert sich die UEFA hauptsächlich für diejenigen, die das meiste Geld in die Kassen spülen und das sind nunmal keine Teams aus Bulgarien, Polen oder Irland und es ist auch kein MIttelklasseverein aus Deutschland.

Champions League = Super League?

So sträuben sich zwar die nationalen Ligen gegen die Idee der europäischen Super League, aber in der Champions League ist diese längst Realität. Die Vereine sind quasi gesetzt und spülen so immer mehr Geld in ihre Kassen. Durch das Druckmittel der Super League zwingen die Verantwortlichen die UEFA dazu, die Solidaritätszahlungen niedrig zu halten und die Gelder möglichst gut auf die Top-Vereine zu verteilen. Auch die neue 10-Jahres-Rangliste, über die genauso viel Geld verteilt wird wie durch leistungsbezogene Prämien, ist ein weiterer Weg, Geld an die Großen zu geben. Denn durch diese Rangliste bekäme beispielsweise Real Madrid mehr als 30 Mio. Euro, selbst wenn der Verein in der Champions League alles verliert.

Seit den Football-Leaks besteht zwar ein Bewusstsein bezüglich dieser Problematik, doch es hat sich nichts verändert. Der Kampf von Menschen wie Georg Pangl, die den Fußball wieder fairer machen wollen, scheint immer aussichtsloser zu werden. Solange bei den großen Vereinen Europas kein Umdenken stattfindet, geht der Teufelskreis immer weiter und schlussendlich wird die Champions League K.o.-Phase zur Super League und die nationalen Ligen zu langweiligen, vorhersagbaren Angelegenheiten.

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Allgemein

Kickbase Bundesliga Managerspiel – das bessere Comunio

Kickbase hat den Bundesliga Manager zwar nicht erfunden, aber bietet einige Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Comunio wird es in Zukunft schwer haben.

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Fast jeder Fan der Bundesliga hat schon einmal versucht, eine Saison lang Comunio zu spielen – ein Managerspiel, bei dem man echte Bundesligaspieler in einem Team zusammenstellt und dann Punkte entsprechend der Leistungen der Spieler in der Realität bekommt. Doch die meisten werden keine ganze Saison durchgehalten haben. Mit der Zeit wird das Spiel eher zu einer Last, als dass es wirklich Spaß bringt. Das liegt unter anderem an der technischen Umsetzung, die das Spielen am Smartphone zu einem Krampf werden lässt.

Nun gibt es seit einigen Jahren eine Alternative zu Comunio. Kickbase – seit 2017 offiziell von Sky gesponsert – erobert den Markt. Die Vorteile von Kickbase sind dabei nicht nur technischer Natur. Auch in der Punktevergabe geht das Münchener Unternehmen neue Wege. Während Comunio die Punkte einfach am Ende des Spieltags an die Spieler vergibt, arbeitet Kickbase mit Echtzeitdaten, die vom Marktführer Opta zur Verfügung gestellt werden. So entsteht ein komplett neues Spielerlebnis.

Immer und überall

Kickbase ist eindeutig auf Smartphones ausgelegt. Man könnte es theoretisch auch auf dem Computer spielen, aber am besten funktioniert es auf dem Smartphone. Dieser Umstand ist für das regelmäßige Spielen des Spiels von großer Bedeutung. Fast jeder schaut täglich mehrere Stunden auf sein Smartphone. Da ist es sehr einfach, mal eben schnell bei Kickbase auf dem Transfermarkt vorbeizuschauen und auf einen Spieler zu bieten. Müsste man stattdessen jedesmal den Computer hochfahren, um Kickbase zu spielen, wäre die Spielzeit wahrscheinlich um einiges geringer.

Gepostet von Kickbase – Der Bundesliga Manager am Donnerstag, 17. August 2017

Die Aufmachung führt also schon zu einer höheren Motivation, das Spiel überhaupt zu spielen. Hinzukommt die Echtzeitpunktevergabe. Wenn ein Spiel läuft, können die Spieler live mitverfolgen, wie viele Punkte ein Spieler für welche Aktionen erhalten hat. Das macht nicht nur die Punktevergabe sehr transparent, sondern führt auch dazu, dass die Spieler an einem Spieltag ständig in der App unterwegs sind, um den derzeitigen Punktestand zu überprüfen.

Ein weiterer Antrieb, häufig Kickbase zu spielen, ist der sehr variable Transfermarkt. Die Marktwerte verändern sich jeden Tag, je nachdem, wie ein Spieler performt hat, ob er fit ist und wie seine Aussichten sind, am nächsten Spieltag auf dem Platz zu stehen. Festgehalten wird die Marktwertentwicklung in einer Fieberkurve, die deutlich zeigt, welche Spieler gerade ein guter Deal wären und von wem man lieber die Finger lassen sollte. Außerdem lassen sich noch die Punktewerte der vergangen Spiele und sogar der vergangen Saisons für jedes einzelne Spiel einsehen. So lässt sich noch besser abschätzen, wie gut ein Spieler wirklich ist.

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Gestern der MVP, heute folgerichtig die Top11.
Die Mische macht’s, ihr wisst bescheid!

Im Sturm stehen gleich vier Kicker.
Darunter Robert Lewandowski, der in elf Spieltagen genau so viele Tore geschossen hat wie die komplette Mannschaft der TSG 1899 Hoffenheim.
Geil auch: mit 301 Punkten ist Unions Andersson nicht weit vom MVP-Titel entfernt gewesen. 
Im Gegensatz zu ihren Nachnamen ist die Leistung der Mittelfeldakteure alles andere als üblich.
Patrick Herrmann betitelt seine letzte Woche als die beste seines Lebens.
Am Freitag ist „Flaco“ Vater geworden und am Sonntag schnürt er seinen zweiten Doppelpack in dieser Saison.
Wir wünschen ihm an dieser Stelle – auf und neben dem Platz – nur das Beste <3 
Kommen wir zur Abwehr:
Der Gladbacher Linksverteidiger machte eine bockstarke Partie.
Allerdings verwandelte er sich zwischenzeitlich von Bensebaini zu Sensebeini, als er Bittencourt in der 87. Minute in Kreisligamanier zur gelb-roten Karte wegflexte. Dazu verschuldete er auch noch einen Elfmeter.
Trotz den Minuspunkten in der Top11, was für eine Wahnsinnsleistung. 
Auch hier ist wieder ein Unioner dabei.
Je höher die Punktzahl beim Trimmel, desto länger auch sein… grüner Balken im Spielerprofil natürlich!

In der Vergangenheit war Benjamin Pavard einiger Kritik ausgesetzt.
Doch jetzt schnappt er sich seinen persönlichen Pavard-Award und steht weiterhin auf Platz 1 der punktestärksten Verteidiger. Gegen Pavard hat’s in der Gegenwart jeder Gegner hart.

Beim Torwart werden diejenigen belohnt, die die Hoffnung an den Tschechen nicht aufgegeben haben.
Koubekstreet Boys macht mal Lärm, euer Keeper hat nur um einen mickrigen Punkt den MVP Titel verpasst!!! Lediglich ein Manager hat es geschafft 6 Spieler aus der Top11 aufzustellen.
Wieviele waren es bei euch?
Hämmert’s in die Kommentare!
. #kickbase #bundesliga #manager #live #spieltag #top11 #punkteparty #geisteskrank

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Leider nur ein Probemonat

Trotz dieser Vielzahl von Vorteilen hat Kickbase auch einen großen Haken. Wer das komplette Spielerlebnis haben möchte, muss Geld bezahlen. Nach einem Probemonat, in dem alle Funktionen zur Verfügung stehen, wird der Spieler auf die Lite-Version zurückgesetzt. Das heißt: Werbung im Spiel, keine Echtzeitdaten und keine Bilder der Fußballer mehr. Der Unterschied im Spielerlebnis ist enorm. Um wieder das komplette Spiel freizuschalten, muss nun ein Abonnement abgeschlossen werden, das vier Euro im Monat kostet. Außerdem gibt es noch eine etwas abgespeckte Version für einen Euro im Monat.

Aber auch kostenlos lässt sich das Spiel weiterhin spielen. Für die meisten ist das Problem, dass sie sich an den Luxus des Probemonats gewöhnt haben und das runtergebrochene Spielerlebnis danach nicht mehr genießen können. Die Strategie hinter dem Probemonat geht in diesen Fällen voll auf. Trotzdem ist der Kostenfaktor natürlich ein riesiger Nachteil im Gegensatz zur Konkurrenz auf dem Markt.

Players Guide

Falls ihr euch in Zukunft dazu entscheiden solltet, Kickbase zu spielen oder bereits eine Runde am Laufen habt, möchte ich hier nochmal ein paar Tipps und Tricks bereitstellen, die euch zum neuen Kickbase-Meister machen könnten.

Im Fußball heißt es ja immer wieder, dass Geld Tore schießt. Diese Aussage lässt sich ganz einfach auf Kickbase umwandeln, denn hier macht Geld auf jeden Fall Punkte. Wer die wertvollste Mannschaft hat, hat am Ende wahrscheinlich auch die meisten Punkte. Ein Robert Lewandowski kostet zwar 65 Mio. Euro punktet dafür aber auch mehr als doppelt so viel, wie beispielsweise ein Bas Dost für 24 Mio. Euro. Das oberste Ziel sollte also immer die Wertsteigerung der eigenen Mannschaft sein. Doch wie gelingt das am besten?

Die Antwort ist eigentlich ganz simpel: durch regelmäßiges Spielen. Wer aktiv ist auf dem Transfermarkt, wird schnell an Geld kommen, wenn er denn die richtigen Spieler kauft. Die richtigen Spieler sind an ihrer Wertsteigerung zu erkennen. Das heißt, es bedarf nicht einmal eines großen Wissens über die Fußball Bundesliga. Jeder kann sich die Fieberkurve der Spieler anschauen und danach entscheiden, in welche Spieler er investieren möchte.

Wichtig zu wissen ist noch, dass der aktuelle Kontostand immer nur zu Beginn eines Spieltages relevant ist – also in der Regel Freitags um 20:30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt darf man nicht im Minus sein, sonst bekommt man keine Punkte für den entsprechend Spieltag. Aber hat der Spieltag erstmal begonnen, darf man sich bis zum nächsten Spieltag tief in die Schulden stürzen und sollte dies auch tun. Alle Spieler, von denen eine Wertsteigerung zu erwarten ist, sollten gekauft werden, um Gewinn zu verzeichnen. So kann man Woche für Woche ein paar Millionen einstreichen.

Noch gewinnbringender ist es, Spieler zu kaufen, von denen eine enorme Wertsteigerung zu erwarten ist. Das sind zumeist langzeitverletzte Führungsspieler, die demnächst wieder in die Mannschaft rücken. Ab und zu ist es zwar nötig sein Kapital einen Spieltag lang zu binden, wenn ein entsprechender Spieler noch nicht ganz wieder fit ist und noch eine weitere Steigerung des Wertes zu erwarten ist, doch letztendlich lohnt es sich. Gewinne von über 10 Mio. Euro sind mit den richtigen Investitionen keine Seltenheit.

Beispiel Wertsteigerung Amine Harit

Hat man erst einmal genügend Geld zusammen, ist es wichtig, die Mannschaft auf allen Positionen mit Stammspielern zu besetzen. Denn das schlimmste, was einem Kickbase-Manager passieren kann, ist, das seine Spieler nicht spielen. Alles Weitere ist Spielglück.

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Content & Media

Statt Kneipe: Schauen wir Fußball bald in digitalen Watch Groups zusammen?

La Liga und Co. ermöglichen Social Viewing über OTT-Plattformen, sodass Zuschauer direkt zusammen online schauen, reagieren und feiern können.

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Das gesellige Zusammensitzen gehört für den Fußball-Fan fast zur Tradition. Ob samstags um 15.30 zur Bundesliga, im Pub während der Premier-League-Partien oder abends um neun in der Kneipe, um die Champions League zu sehen. Doch Traditionen im Fußball unterliegen einem Wandel; vor allem dank ganz neuer digitaler Möglichkeiten.

Während der Second Screen für die meisten bereits zum Seherlebnis gehört – und mancher Sport-Fan gar nicht mehr die 90 Minuten ohne Unterbrechungen ansieht –, haben diverse Streaming-Angebote über OTT-Plattformen oder Social Media etabliert. Bei einigen sind künftig digitale Zusammenkünfte möglich, die es Fans erlauben, über ihre jeweiligen Screens vernetzt ein Spiel zusammen zu schauen. La Liga testet es ab 2020 in Kooperation mit Scenic – und könnte zum Vorreiter einer ganz neuen Fußball-Erfahrung werden.

Sceenics Software für den digitalen Fußball-Treff

Der spanische Fußballverband hat für die erste und zweite Liga eine Testperiode ausgerufen, in der User über bei der OTT-Streaming-Lösung des Verbands, LaLigaSportsTV, dank der Software von Sceenic digital Spiele gemeinsam schauen können. Von der Kooperation berichtete unter anderem Sportspro Media. Konkret heißt das, dass die Nutzer Spiele ansehen und in Echtzeit darauf reagieren können; und zwar nicht allein über eine Chat-Funktion oder per Tweet – wie es viele ohnehin beim Fußball-Gucken parallel auf ihrem Smartphone tun dürften –, sondern in einem Skype-ähnlichen Austausch über den Screen.

Das britische Software-Unternehmen Sceenic stellt die entsprechende Infrastruktur dafür bereit. So können beispielsweise Freundesgruppen eine Gruppe bei Sceenic bilden, mit der sie, auch an verschiedenen Orten, ein Spiel gemeinsam verfolgen können. Auf dem Bildschirm kann ein einzelner User dann das Spiel sehen, während in kleineren Split Screens die Freunde zu sehen sind. Auf diese Weise kann unmittelbar miteinander gefeiert werden, wenn das favorisierte Team trifft oder gewinnt.

Nutzer haben die Option, ihre Freunde aus der Watch-Gruppe per Push-Nachricht zum digitalen Fußball-Gucken einzuladen.

Sceenics COO Jonathan Williams erklärt:

Working with La Liga is taking Sceenic to a whole new level. As the potential reaches a global scale, we are talking about billions of potential users for our technology. This certainly is a big challenge for us as a company, as we will be enabling people all over the world to come together around their biggest passions.

Mit Sceenic und Co. an Daten kommen und sich einem neuen Nutzungsverhalten anpassen

Die nach eigenen Angaben DSGVO-konforme Lösung von Sceenic hat für Organisationen wie La Liga diverse Vorteile. Zum einen können Fans, die lieber zuhause oder digital Fußball konsumieren, trotzdem das gemeinsame Fan-Erlebnis wahrnehmen und bleiben sportlich-sozial aktiv. Zum anderen liefert Sceenic ausführliche Insights zu den Watch-Gruppen: Wie viele Gruppen schauen ein Spiel, wie viele Personen sind vor einem Bildschirm und wie viel Zeit wird in diesen Räumen vor dem Screen verbracht. Derlei Angaben sind für potentielle Werbe-Deals und das entsprechende Targeting durchaus wertvoll.

Für Broadcaster, Verbände und Co. sind Optionen wie das Watch-Together-Feature von Sceenic aber auch wichtig, um veränderten Nutzungsbedingungen zu entsprechen. Immerhin hat die digitale Interaktion für viele Sport-Fans heute einen immens hohen Stellenwert. Jamie Hindhaugh, COO von BT Sport, einem Kunden von Sceenic, meint etwa:

Sceenic reflects what BT Sport is all about – which is bringing our audiences into our content, driving engagement and being a broadcaster that speaks with our fans.

Der direkte Kontakt unter den Fans ist womöglich nur ein erster Schritt. Denkbar wäre schließlich auch, dass in solchen Watch-Gruppen Experten oder andere populäre Personen zugeschaltet werden, um eine unmittelbare Interaktion mit den Fans zu ermöglichen. So können mit derlei Lösungen womöglich sogar ganz neue Zielgruppen für das digital-soziale Fußball-Gucken begeistert werden.

Eleven Sports hat daher beispielsweise eine ähnliche Partnerschaft mit Reactoo geschlossen.

Und dort wurden die ehemaligen belgischen Spieler Filip Daems und Karel Geraerts Watch-Gruppen zugeschaltet, die in Belgien das Spiel der Bayern gegen den BVB verfolgt hatten, berichtet Digital Sport.

Wird der gemeinsame Fußball-Abend also zur digitalen Veranstaltung?

Die Lösungen von Sceenic und Reactoo sind noch nicht allzu weit verbreitet, versprechen aber eine neue Form des Fußball-Erlebnisses. Wie viele Fans tatsächlich darauf zurückgreifen werden, bleibt vorerst Spekulation und Schätzung. Allerdings sind digitale Lösungen, die das gemeinsame Verfolgen von Events ermöglichen, schon länger populär bei den digitalaffinen Nutzern. So zum Beispiel Facebooks Feature der Watch Party, bei dem diverse Nutzer zusammen eine Show oder ähnliches Anschauen könne, während sie via Chat, Sticker usw. im direkten Reaktionsaustausch bleiben.

Und etwa die Champions League, für die Facebook in Lateinamerika und den USA Streaming-Rechte besitzt, soll auch über Watch Parties für Nutzer erlebbar gemacht werden. So heißt es im Blogpost:

To start, we’ll test this globally in Facebook Groups during live sports events like UEFA Champions League soccer matches, giving sports fans the chance to cheer, debate and commiserate on Facebook while watching their favorite match-ups.

Im Modern Fan Report von 2019 hatte das Sport-Entertainment-Unternehmen Copa90 angegeben, dass sich 50 Prozent der “modernen” Fans mehr Immersion beim Fußball-Gucken wünschen, 33 Prozent mehr Interaktivität und 17 Prozent mehr Geselligkeit. Mit Sceenic, Reactoo, Facebook und Co. dürfte das im Digitalraum möglich sein. Daher sollten diverse Organisationen darüber nachdenken, ob solche Optionen nicht sinnvoll sind, um noch mehr Menschen digital abzuholen und von der Experience der eigenen Liga etc. zu überzeugen.

Schließlich werden immer mehr Fans auf OTT-Plattformen oder Streams zurückgreifen müssen, denn traditionelle Anbieter verlieren immer mehr Rechte (siehe Sky und die Champions League). Dass die Watch-Gruppen im Digitalraum aber den Fußball-Abend in der Kneipe oder zuhause bei Freunden komplett ablösen, liegt, wenn überhaupt, dann noch weit in der Ferne. Dafür sind viele Fußball-Fans dann doch zu traditionell. Allerdings gilt es für die Unternehmen im modernen Fußball-Business, neue Fans zu binden und die jungen Zielgruppen, Digital Natives, zeitgemäß an das gesellige Fußball-Erlebnis heranzuführen. Und so könnte es schon in wenigen Jahren heißen: Stadion, Kneipe oder Watch Group.

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Ownership-Overview: die Top-Vereine der Ligue 1

Vor allem PSG sorgte mit seinen Millionentransfers in den letzten Jahren für Aufsehen. Aber auch andere französische Top-Vereine haben steinreiche Besitzer.

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Im vierten Teil unseres Ownership-Overview konzentrieren wir uns auf die Chefs der renomiertesten Vereine der französischen Ligue 1. Neben dem neureichen Paris sind auch die anderen Top-Klubs der Liga in den Händen gut betuchter Unternehmer. Ein Überblick der Besitzer von PSG, Marseille, Lyon und Monaco.

Paris Saint-Germain

PSG Präsident Al-Khelaifi mit Rekordeinkauf Neymar

PSG ist der Verein, der die Transfersummen in neue Sphären hiefte. Manche sagen sogar, durch die exorbitanten Summen sei der Transfermarkt aus den Fugen geraten. 2017 verpflichtete der Klub gleich zwei Spieler für weit mehr als 100 Mio. Euro: Neymar Jr. für 222 Mio. Euro von Barcelona und Kylian Mbappé für 170 Mio. Euro von Monaco. Möglich sind diese Ausgeben erst, seitdem der Verein 2011 durch den Katarischen Staatsfond, Qatar Holding, aufgekauft wurde. Nach der Übernahme wurde der katarische Geschäftsmann, Nasser Ghanim Al-Khelaifi, zum neuen Präsidenten. Der ehemalige Tennisspieler führte den Verein seit 2013 zu sechs französischen Meisterschaften. Aber trotz Transferausgaben von mehr als 1,2 Milliarden Euro seit 2011, konnte PSG den erhofften internationalen Erfolg bisher nicht erreichen. Harsche Kritik schlägt dem Verein und der UEFA entgegen, weil das Financial Fairplay systematisch umgangen wird. Die Pariser haben einen Sponsorenvertrag mit der Katarischen Tourismusbehörde, der ihnen allein 2016 knapp 600 Mio. Euro in die Kassen spülte. Solche Summen sind im Vergleich zur europäischen Konkurrenz aus England oder Spanien mehr als das 10-fache und verschaffen dem Verein einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Olympique Marseille

Marseille Präsident Jacques-Henri Eyraud

Was die Erfolge in der Vergangenheit angeht, ist Olympique Marseille definitiv einer der größten Vereine Frankreichs. Der, in der zweitgrößten Stadt des Landes ansässige, Verein konnte bereits neun Mal die Meisterschaft gewinnen und schaffte es, als bisher einzige französische Mannschaft, die Champions League zu gewinnen. Doch der letzte Meistertitel liegt nun schon neun Jahre zurück und der Klub hatte vor ein Paar Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Daraufhin wurde er 2016 vom amerikanischen Unternehmer, Frank McCourt, aufgekauft. McCourt stellte als erste Amtshandlungen seinen Partner, Jacques-Henri Eyraud, als Präsidenten ein. McCourt, der bereits einen Baseballverein in den USA besessen hat, hat nicht nur fußballerische Ideen im Kopf. Er möchte in ganz Marseille als Geschäftsmann aktiv werden und zum Beispiel im Umfeld des Stadions einen Sport- und Entertainmentkomplex errichten. Die fußballerischen Entscheidungen überlässt er hauptsächlich seinem französischen Präsidenten. Mit der Teilnahme im Euro League Finale 2018 und Top-5 Platzierungen in der Liga konnten schon erste Erfolge unter seiner Regie verzeichnet werden. Es wird spannend, wo es dieses Jahr, mit dem ehemaligen Chelsea und Tottenham Trainer, André Villas Boas, hingeht.

Olympique Lyon

Lyon Präsident Jean-Michel Aulas

Der wohl unterhaltsamste französische Klubbesitzer ist bei Olympique Lyon aktiv. Seit 1987 leitet Jean-Michel Aulas die Geschicke des damaligen Zweitligisten und hat seit dem einiges vorzuweisen. Er führte den Verein nicht nur in die erste Liga, sondern auch zu sieben (7!) aufeinanderfolgenden Meistertiteln, zwischen 2002 und 2008. Seitdem ist Lyon eine der Top-Mannschaften im französischen Fußball und der Präsident möchte, dass keiner etwas anderes behauptet. Deshalb ist er fleißig auf Twitter unterwegs, um Kritiker zu beschimpfen und Fans zu beleidigen. Seine direkte Art scheint bei den Franzosen gut anzukommen, denn 544.000 Follower hat sicherlich nicht jeder Präsident vorzuweisen. Aulas nutzt diese Plattform, damit auch der letzte Kritiker begreift, dass Olympique Lyon für ihn nicht nur ein gewinnbringendes Unternehmen ist, sondern der Verein seines Herzens.

AS Monaco

Monaco Präsident Dmitri Rybolowlew

Die einzige Mannschaft die in den letzten Jahren der Pariser Alleinherrschaft Paroli bieten konnte, war der Verein aus dem Fürstentum Monaco. 2017 gewannen die Monegassen überraschend ihren achten Meistertitel und verzauberten mit spektakulärem Offensivfußball die französichen Fans. Nachdem der Klub zwischen 2011 und 2013 nur in der Ligue 2 spielte, war dies der sportliche Höhepunkt seit der Übernahme durch den russischen Oligarchen, Dmitri Rybolowlew. Doch unter Rybolowlew läuft nicht alles rund. Der Präsident hatte gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit Financial Fairplay Auflagen der UEFA zu kämpfen, die dann aber, mit einer ominös geringen Strafe, ausgeräumt werden konnten. Außerdem hat er immer wieder Probleme mit der monegassischen Justiz. Vor allem aufgrund einer Affäre, in der es um Kunstgeschäfte im Milliardenbereich geht. Im Zuge dieser Affäre wurde Rybolowlew unter anderem der Bestechung beschuldigt. Konflikte mit dem Gesetz sind für den russischen und zypriotischen Staatsbürger aber nichts neues. Bereits 1996 musste er wegen Auftragmordes in Russland ins Gefängnis, durfte dieses aber bereits nach einem Jahr, aufgrund zurückgezogener Zeugenaussagen, wieder verlassen. Auch sportlich läuft es momentan nicht sonderlich gut für seinen Verein. Nach hartem Abstiegskampf in der letzten Saison war der Beginn der neuen Spielzeit, trotz einiger namenhafter Neuzugänge, erneut nur dürftig.

Hier lest ihr die Ownership-Overviews aus England, Italien und Spanien.

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Allgemein

Wer ist eigentlich Hansi Flick?

Bei den Münchenern ist man mit der Arbeit von Interimstrainer Hansi Flick bisher sehr zufrieden. Doch was hat Flick in seiner Karriere bisher erreicht?

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Trainer des FC Bayern sein, das ist für niemanden eine leichte Aufgabe. Ob Trainertalent wie Niko Kovač oder Legende wie Carlo Ancelotti. Nach Pep Guardiola sind alle an der Herkulesaufgabe gescheitert. Die Ansprüche sind seit der Amtszeit des Katalanen exorbitant hoch. Da reicht nicht einmal der Gewinn des Doubles, um die eigene Position nachhaltig zu festigen. Denn bei Bayern München wird der Trainer nicht nur an Erfolgen gemessen, sondern auch am Auftreten der Mannschaft.

Mia san mia

Unter Heynckes und Guardiola waren die Bayern unantastbar. Das eigene Motto “Mia san mia” wurde von jedem einzelnen Spieler gelebt und niemand hat in einem normalen Ligaspiel daran geglaubt, dass der FCB Punkte liegen lassen könnte. Dieses Selbstverständnis ist verloren gegangen. Einer, der es zumindest in seinen ersten Partien wieder hergestellt hat, ist Hansi Flick.

Der langjährige Co-Trainer von Joachim Löw schaffte es innerhalb kürzester Zeit den angeschlagenen Riesen wieder aufzupäppeln. Nach der Übernahme Flicks gab es nicht nur die geforderten Siege, es wurden auch Erinnerungen an alte Tage wach. Der FC Bayern begegnet seinen Gegnern nicht mehr auf Augenhöhe, sondern aus der gewohnten Machtposition. Dabei waren auch die Ausrutscher gegen Leverkusen und Gladbach keine Ausnahme. Man verlor zwar erstmals unter dem neuen Coach, aber in beiden Spielen scheiterten die Münchener nicht am Gegner, sondern an ihrem eigenen Unvermögen vor dem Tor. Mit einem Lewandowski in Normalform hätten sowohl Leverkusen als auch Gladbach kaum eine Chance gegen die Bayern gehabt.

Die Verantwortlichen reagierten prompt auf die positive Entwicklung und verlängerten die Zusammenarbeit mit Flick als Chefcoach mindestens bis zur Winterpause. Nach dem letzten Spiel des Jahres soll über das weitere Vorgehen beraten werden. Wenn es nach Jupp Heynckes geht, halten die Bayern ihren Interimscoach auch über den Winter hinaus. Der Triple-Trainer bezeichnete Flick als ein Trainer-Juwel und riet seinem alten Arbeitgeber an diesem Juwel festzuhalten.

Doch entschieden ist in der Trainerfrage noch nichts. Als sehr aussichtsreicher Kandidat auf den Posten gilt weiterhin Thomas Tuchel. Der ehemalige BVB-Coach hat in Paris noch einen Vertrag bis 2021. Seine Weiterbeschäftigung hängt jedoch vom Abschneiden in der Champions League ab. Tuchel könnte in München mit Flick zusammenarbeiten, der diesen erst kürzlich auf einer Pressekonferenz mit Lob überschüttete.

Rummenigge und Co haben auf der Suche nach einem neuen Trainer also noch einige Eventualitäten zu klären. Hansi Flick hat die Gunst der Stunde genutzt und sich erfolgreich ins Rampenlicht manövriert, aus dem er auch erstmal nicht mehr verschwinden wird. Doch wer ist eigentlich Hansi Flick? Und wie qualifiziert sich dieser Mann für den Cheftrainerposten beim FC Bayern?

Hansi Flick als Spieler

Als Spieler war Hans-Dieter Flick von Verletzungen geplagt. Deshalb absolvierte er “nur” 148 Bundesligaspiele, in denen der Mittelfeldspieler sechs Tore erzielte. Vom damals unterklassigen SV Sandhausen wechselte Flick 1985 zum FC Bayern und verbrachte fünf Saisons an der Säbener Straße. Nach seiner Zeit in München spielte er noch zwei weitere Jahre für den 1. FC Köln in der Bundesliga, ehe er 1993 mit gerade einmal 28 Jahren seine Karriere beendete.

Hansi Flick als Trainer und Sportdirektor

Seine Trainerkarriere begann der gebürtige Heidelberger nur drei Jahre später beim Oberligisten FC Bammetal. Dort stieg er mit seiner Mannschaft nach drei wenig erfolgreichen Jahren in die Verbandsliga ab und blieb noch ein Jahr Trainer. Zur neuen Saison 2000/2001 wechselte er zur TSG Hoffenheim zurück in die Oberliga. Mit Hoffenheim konnte er gleich in der ersten Saison den Regionalligaaufstieg feiern. Nach vier guten Jahren in der Regionalliga verlor Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp im Jahr 2005 aber die Geduld und entband Hansi Flick von seinen Aufgaben. Das sollte für längere Zeit sein letzter Cheftrainerposten gewesen sein.

Es folgte ein kurzes Intermezzo als Co-Trainer bei RB Salzburg, woraufhin das bisher erfolgreichste Kapitel in Flicks Karriere begann. Am 1. September 2006 trat er das Amt des Co-Trainers der Nationalmannschaft an. Als rechte Hand von Jogi Löw verbrachte er acht Jahre beim DFB. Gekrönt wurde diese Zeit vom Weltmeistertitel 2014. Nach diesem Titelgewinn wechselte Flick seine Rolle beim DFB und wurde Sportdirektor. Diese auf fünf Jahre ausgelegte Aufgabe beendete er jedoch Anfang 2017 vorzeitig, um sich verstärkt auf seine Familie zu konzentrieren.

Seine Familie musste sich aber bereits sechs Monate später wieder vom Hausmann-Flick verabschieden, da dieser im Juli 2017 den Posten des Sportdirektors bei der TSG Hoffenheim antrat. Bei seinem alten Arbeitgeber fand er aber auch diesmal nicht sein Glück. Allen Beteiligten schien unklar, wie genau Flicks Aufgabenfeld aussah, was letztlich dazu führte, dass die Zusammenarbeit schon acht Monate später wieder beendet wurde.

Diesmal nahm Flick eine ernsthafte Auszeit und war knapp anderthalb Jahre nicht auf der Fußballbühne zu sehen. Sein Comeback feierte er bei seiner alten Liebe, dem FC Bayern München. Als Co-Trainer von Nico Kovač sollte er mit Robert Kovač zusammen den jungen Trainer dabei unterstützen, eine neue Ära einzuleiten. Dieses Vorhaben ist bekanntermaßen gescheitert und Hansi Flick ist seit dem 3. November 2019 Cheftrainer beim Rekordmeister.

Hansi Flick langfristig beim FC Bayern?

Flick wird nachgesagt am WM-Titel von 2014 größeren Anteil gehabt zu haben, als die meisten wissen. Alle seine Weggefährten halten große Stücke auf den 54-jährigen und die ersten Spiele des FC Bayern unter seiner Leitung machen Mut. Jetzt muss er diese Leistungen noch bestätigen, dann könnte Bayerns Trainersuche gänzlich anders verlaufen, als alle es erwartet haben.

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Liverpool vs. Man United oder: YouTube vs. Youku

Liverpool bietet als erstes Team überhaupt eine bezahlte YouTube-Mitgliedschaft für Fans, während Man United bei Alibabas Streamingdienst Youku einen eigenen Channel erhält.

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In der Premier League klafft zwischen dem Überfliegerteam und Champions-League-Sieger FC Liverpool und Rekordmeister Manchester United derzeit eine große Kluft. Die Reds sind auf dem besten Weg ihren ersten Meistertiel nach 30 Jahren einzufahren, während United noch von vergangenen Erfolgen zehrt.

Doch abseits des Platzes sind beide Clubs ähnliche Schwergewichte. Liverpool entwickelt auch dank des jüngsten Erfolgs und der Aura von Jürgen Klopp ein Brand Image, das sich auf vielen Ebenen bezahlt macht. Man United zählt seit jeher zu den größten Marken im Fußball. Nun haben beide Vereine im Kampf um die digitale Vorherrschaft Neuland betreten. Der FC Liverpool ist der erste Club, der bei YouTube eine kostenpflichtige Mitgliedschaft für Fans anbietet – und exklusive Inhalte verspricht. United expandiert mit dem eigenen Content zur gleichen Zeit in Asien und erhält auf Alibabas riesiger Videoplattform Youku einen eigenen Kanal.

Das Duell im Videobereich: Popularität in Social Media stärken

Liverpool und Manchester United sind die beiden erfolgreichsten englischen Vereine; und aufgrund der Popularität der Premier League auch weltweit extrem beliebt. Diesen Status wollen Vereine heutzutage digital festigen, indem den Social-Media-Nutzern, die immerzu neuen Content erwarten, möglichst viele Inhalte geliefert werden.

Gerade im Video-Bereich funktioniert das sehr gut. Bei YouTube finden Fans inzwischen oft schon wenige Stunden nach Abpfiff Highlight-Videos von Spielen aus der Premier League oder anderen Wettbewerben. Und die Vereine legen auf ihren eignen Channels mit diversen Clips nach.

Bei YouTube sind Man United und Liverpool sehr populär. United hatte als erster Premier-League-Verein einen eigenen Channel und inzwischen 2,3 Millionen Follower. Liverpool hingegen hat sogar schon knapp 3,5 Millionen Follower. Und ist laut SportsPro Media der Verein, der mit seinem Channel auf der Plattform am meisten Geld einnimmt: Über 660.000 US-Dollar pro Monat, wie eine Studie von Livefootballtickets.com aus dem Oktober zeigt. Zum Vergleich: Der FC Barcelona, der mit über acht Millionen YouTube-Followern besticht, soll demnach nur etwas mehr als 400.000 US-Dollar monatlich über YouTube generieren.

Um diesen Status der Popularität und Wirtschaftlichkeit bei einem der für den Fußball wichtigsten sozialen Medien aufrechtzuerhalten, geht der FC Liverpool nun ganz neue Wege.

Bezahlmodell der Reds auf YouTube

Wie der Verein jüngst bekanntgab, wird es für Fans bei YouTube eine Mitgliedschaft geben, die diesen exklusive Inhalte bereitstellt. Dabei sollen auf dem besonderen Bezahlkanal neue Features und Formate zu sehen sein, während die Fans zugleich Badges und Emojis des Vereins nutzen können, um bei YouTube ihre Liebe zu Verein auszudrücken. Wöchentliche Shows oder Live-Reaktionen zu den Spielen erwarten jene, die für den Content zu zahlen bereit sind.

Fans können entweder ein Basispaket für 99 Cent pro Monat erhalten oder für 2,99 Euro alle Inhalte sehen und nutzen.

Drew Crisp, Senior Vice President im Bereich Digital, Media und Marketing beim FC Liverpool erklärt:

YouTube is the biggest global online video community and is an incredibly important channel for us, as we find that a large percentage of our social followers interact with us here on this platform. We understand just how important content like this is to our supporters to help them relive their favourite moments and get closer to their team wherever they live in the world. With the YouTube Memberships launch, we are giving fans a more flexible opportunity to access premium content, while also helping us to serve them our award-winning videos on the platform they love.

Der FC Liverpool ist der erste Sportclub überhaupt, der diese Membership-Option bei YouTube für sich nutzt. Damit wird der Verein seine digitale Internationalisierungsstrategie stärken und ausbauen. In der Form, in der das Team von Jürgen Klopp ist, dürfte die Nachfrage nach den Inhalten weltweit weiterhin groß sein.

Zusätzlich zur Markenbildung wird sich der Verein aber auch ordentliche Zusatzeinnahmen erhoffen. Nach Angaben von YouTube erhalten die Creator bei Membership-Kanälen 70 Prozent der Einnahmen. Wenn der Club also nur gut zehn Prozent der Kanal-Follower (350.000) zur Mitgliedschaft bewegt, die im Schnitt dann bei knapp zwei Eurp pro Monat an Kosten liegt, würden 700.000 Euro pro Monat verdient, von denen dem Verein dann fast 500.000 Euro bleiben würden. Diese Einnahmen sind im Vergleich mit den hohen Spielergehältern kaum der Rede wert. Aber sie würden dafür sorgen, dass die Digitalstrategie weiter optimiert werden kann; was dann wiederum für die Markenbindung auf der ganzen Welt von Belang ist. Und die trägt bekanntlich auch zum Verkauf von Trikots, Tickets und Co. bei.

Man United setzt auf die Fans in Asien

Auch Liverpools Erzrivale Manchester United hat kürzlich Neuigkeiten zur eigenen Strategie im digitalen Videobereich bekanntgegeben. Der englische Rekordmeister hat eine exklusive Partnerschaft mit dem chinesischen Megaunternehmen Alibaba verkündet.

In Asien ist United schon seit vielen Jahren extrem populär. Publikumsliebling David Beckham, der in Japan und Südkorea bei der WM 2002 die Fans verzückte, dürfte seinen Teil dazu beigetragen haben. Verschiedene Touren nach Fernost und die starke Karriere von Park Ji-Sung, der als erster Asiat im Champions-League-Finale in der Startelf stand, haben ihr Übriges getan.

Der Bezug besonders zu China ist klar zu erkennen. Die Financial Times berichtete Anfang des Jahres, dass die Red Devils bis 2020 drei Experience Center in China eröffnen werden. Restaurants und Fanshops sollen Fans den Spieltag im Old Trafford nahebringen und die Geschichte des Clubs vermittel. Außerdem sollen sie Geld einnehmen. Zuletzt waren auch Gerüchte aufgekommen, dass das milliardenschwere chinesische Unternehmen Haier neuer Hauptsponsor bei Manchester United werden könnte; für eine Rekordsumme im United-Kontext. Allerdings dementierte das Unternehmen kürzlich – was auf lange Sicht nichts ausschließt. Uniteds Börsenkurs erlebte während der Berichte sogar ein ungeahntes Hoch.

Mit der Partnerschaft mit Alibaba versucht United die über 700 Millionen Kunden des Unternehmens in Asien zu erreichen. Teil des Deals ist ein exklusiver Zugriff für die Fans auf ausgewählte Live-Spiele, Highlights und extra für den asiatischen Markt produzierte Inhalte. Dazu wird es einen First-of-its-Kind-Kanal für Man United auf Youku, der Videoplattform der Alibaba Group mit 500 Millionen monatlich aktiven Nutzern, geben.

Spiele des ersten Teams werden dort On-Demand verfügbar sein, während die Partien der Jugendmannschaften und der Frauenmannschaft alle ausgestrahlt werden.

Auf Tmall, einem B2C-Marktplatz der Alibaba Group, wird zusätzlich ein United-Fanshop eingerichtet. Er soll als offizieller Shop für Man United-Merchandise in China fungieren. Manchester United Group Managing Director Richard Arnold sagt:

We’re proud of our passionate and loyal following around the world and our Chinese fans are a huge part of that. We are always looking for new ways to engage with fans there and this partnership with Alibaba enables them to connect with the club directly through one of China’s most popular video streaming platforms. We’re looking forward to working with Alibaba to further grow our fan base in China and building on other areas of the partnership in the near future.

Gelingt es United, in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt das eigene Profil zu stärken und weitere – zahlende – Fans zu gewinnen, sollten die Einnahmen, die sich aus Verkäufen und Abos über die Plattformen von Alibaba ergeben, schnell in die Millionen gehen. Das ist wirtschaftlich ein guter Schachzug; in diesem Bereich ist United seit Jahrzehnten extrem stark.

Allerdings ist der Faktor der Markenbindung ebenso wichtig, da der Club seit Jahren dem eigenen Anspruch hinterherläuft. Hier wird der große Unterschied zum FC Liverpool deutlich. Der Club hat aufgrund seines aktuellen Erfolgs in Sachen Trikotverkäufe den Rivalen aus Manchester abgehängt, ist bei YouTube populärer und kann vielmehr diesen unmittelbaren Erfolg vermarkten als die glorreichen letzten Jahre. Doch beides funktioniert.

Und mit Plattformen wie Youku oder YouTube, die Abo-Modelle anbieten, können Vereine ihre Popularität mit entsprechenden digitalen Content-Angeboten künftig monetarisieren und zur Fan-Bindung nutzen. Es geht um Geld; und es geht um Views. Denn die Sichtbarkeit im Digitalraum ist schließlich für potentielle neue Partner extrem relevant. Nike zum Beispiel, der kommende neue Ausrüster des FC Liverpool, soll dem Verein kolportierte 80 Millionen Euro pro Saison zahlen. Und die Gerüchte um Haier hatten eine ähnliche Summe für ein Sponsoring der Red Devils in den Raum gestellt. Es geht also um mehr als den Klick eines Fans bei YouTube oder Youku. Aber in der Summe sind all diese Klicks und das Engagement in Social Media so viel mehr wert.

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