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Google hilft LaLiga gegen illegale Live Streams

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Da möchten Fans spontan ein Spiel online sehen, aber sie haben kein Abonnement bei einem Streamingdienst. In dem Fall wird häufig kurzerhand bei Google und Co. nach Websites gesucht, die im Internet Live Streams anbieten. Doch mindestens für Spiele aus LaLiga dürften diese Seiten künftig gar nicht mehr auftauchen. Denn Google hat mit dem spanischen Ligaverband eine Partnerschaft geschlossen, nach der das Unternehmen alle Streams, die nicht offiziell von LaLiga ausgehen, meldet und entfernt. Auch die Premier League hat vom High Court die Erlaubnis Live Streams, die Piraterie an den Übertragungsrechten betreiben, unmittelbar zu blocken. Den illegalen Streams wird also der Kampf angesagt.

LaLiga kämpft für zahlende Zuschauer

Die spanische Primera División zieht wegen seiner Superstars und Topclubs extrem viele Blicke auf sich. Spielt der FC Barcelona, Real oder Atlético Madrid, wollen das besonders viele Fans auch von zuhause aus mitverfolgen. Dazu haben sie verschiedene Möglichkeiten, Bezahelsender oder OTT-Dienste wie DAZN. Allerdings wollen oder können sich viele Fans – und auch Gastwirtschaften – das nicht leisten.

Im Juni dieses Jahres kam es bei den Bestrebungen des Ligaverbandes Zahlungen für die Spieleübertragung einzutreiben bereits zu einem Eklat. Denn mit Hilfe der offiziellen LaLiga App wurden die Fans unfreiwillig zu Spitzeln. Die per Standardeinstellung aktivierten Mikrofonfunktionen der App zeichneten Audiosignale auf (was im Sinne der AGB der App sogar erlaubt war). Waren die Fans bei der App-Nutzung aber in einer Kneipe, die womöglich keine Gebühren für die Übertragung von Ligaspielen zahlte, aber diese trotzdem ausstrahlte, wurden die Daten analysiert und an LaLiga weitergegeben. Mit der Absicht, die fälligen Gebühren einzutreiben.

Gegen die illegalen Streams im Internet, die alle möglichen Spiele an User vermitteln, die keine Abonnements oder Pässe für bestimmte Spiele haben, ist das Vorgehen jedoch schwieriger. Dennoch hat der spanische Ligaverband auch hier einen Vorstoß gewagt. Laut TorrentFreak kooperiert LaLiga nun mit Tech-Gigant Google, um die Websites, die diese Streams für Spiele der spanischen Profiligen anbieten, aus den Suchergebnissen bei Google zu entfernen. So sollen sie für die User größtenteils unzugänglich gemacht werden. Dabei möchte man keine einzelnen URLs blockieren. Das dürfte langfristig wenig Erfolg versprechen. Vielmehr werden sogenannte DMCA (Digital Millennium Copyright Act) Notices an Google gesendet, welche die Suchmaschine auffordern die Seiten, welche per IPTV unrechtmäßig Streams verbreiten, aus den Suchergebnissen zu entfernen. In einer solchen Notiz hieß es etwa:

The reported website sells payment channel services in an unauthorized manner.

Among the channels they offer, we can find audiovisual content of the football competitions corresponding to the National First and Second Division League Championships, and / or the SM King of Spain Cup, competitions organized by the entity complaining here, the National Professional Soccer League.

Auszug aus einem Copyright Claim der LaLiga, © LaLiga, Quelle: TorrentFreak

Auch wenn nicht bei jeder URL direkt der geschützte Content zu finden ist, werden doch häufig die Verbindungen zu den Providern hergestellt. Und Google nimmt diese Seiten tatsächlich aus den Suchergebnissen.

Google entfernt Websites, die unautorisierte Streams zu LaLiga anbieten, Screenshot Google; Suche nach: „laliga live stream“

Insgesamt hat Google schon vielfach Seiten entfernt – und ebnet den Rechtehaltern an der Übertragung und LaLiga womöglich den Weg zu mehr ordnungsgemäß zahlenden Zuschauern. Zwar finden sich online sicher noch genug illegale Streamanbieter; doch immerhin hat man ihnen den Kampf angesagt.

Auch die Premier League arbeitet gegen illegale Streams

Nicht nur in Spanien, sondern ebenso in anderen Ländern mit ihren Ligen wird gegen das illegale Verbreiten von immerhin extrem hochwertigem Sportcontent vorgegangen. Sucht man bei Google nach „bundesliga live stream“, findet sich ebenfalls der Vermerk Googles, dass aufgrund von DMCA-Klageschriften Seiten aus den Suchergebnissen entfernt wurden. In den Beschwerden, die sich bei LumenDatabase nachvollziehen lassen, waren etwa am achten Mai 2018 verschiedene URLs von Goalsarena oder Footytube als rechtliche Verletzung interpretiert worden.

Die Gefahr, die von nicht autorisierten Anbietern von Streams für die Premier League ausgeht, versucht diese ebenso zu bannen. Dafür steht dem Ligaverband sogar vom High Court die Genehmigung zu, diese illegalen Live Streams im vereinigten Königreich selbst zu blockieren. Schon seit 2017 ist diese jüngst verlängerte Genehmigung in Kraft. Wie TorretFreak zu berichten weiß, hat die Premier League damit die Option,

to target the suppliers of illegal streams to IPTV boxes, and the internet, in a proportionate and precise manner.

Das Echtzeitblocking von IP-Adressen war bisher schon sehr erfolgreich und hat dazu geführt, dass Tausende Seiten während der Übertragung der Premier League-Spiele geblockt worden sind.

Letztlich bietet das Internet noch fragwürdige und illegale Streamingdienste in Hülle und Fülle, die Sportevents kostenlos für User bereitstellen, ohne die Gebühren zu zahlen. Doch die Möglichkeiten einer so digitalisierten Welt liefern gleichsam Optionen, um dem Einhalt zu gebieten. Und Google als wohl wichtigste Recherchequelle der Fans, die nach einem Stream suchen, leistet hier seinen – noch vergleichsweise bescheidenen – Beitrag. Wie sich das Bild solch illegaler Übertragungen in den kommenden Jahren in der EU aber wandeln wird, dürfte spannend zu beobachten sein. Immerhin hat das EU-Parlament jüngst eine Urheberrechtsreform gebilligt, die mit Uploadfiltern (Art. 13) und Co. die Verbreitung von Inhalten, an denen keine Rechte bestehen, deutlich erschweren sollte. Nichtsdestotrotz ist der Kampf gegen die Rechtepiraterie im Internet lohnenswert. Schließlich gibt es schon heute eine Reihe regulärer Anbieter, die keine allzu großen Summen fordern. Allerdings dürfen die Kosten für Fans nicht zu hoch werden; und auch die Tatsache, dass sie theoretisch verschiedene Anbieter nutzen müssen, um alle Spiele von Interesse sehen zu können, wird nur dann weiter akzeptiert, wenn der diverser werdende Markt den Fans auch mehr Möglichkeiten und Vorteile bieten wird. Erst dann werden wohl die Zeiten für die illegalen Streams wirklich hart.

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Stadien im Wandel – Digitales Ticketing und All-Round Entertainment setzen den Fokus neu

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Die Stadien sind die Arenen, wo der Fußball als würdiges Event ausgetragen wird: Kampf um jeden Zentimeter Rasen, das Gegenüber auch mal verfeindeter Teams und Fangruppen, die Ikonen und Stars des Sports im Flutlicht, ja im Scheinwerferlicht. Doch so sehr diese Arenen – Anfield Road, das San Siro oder der Signal Iduna Park – einen Reiz ausüben, so wenig sind sie oft für ein digitales Entertainment-Zeitalter ausgelegt. Neue Stadien setzen hier Standards, die den Anforderungen neuer Generationen von Fans entgegenkommen und Besuche zum ganzheitlichen Abenteuer machen. Die Zeit altmodischer Karten als Tickets und einer eindimensionalen Seherfahrung scheint vorüber. Werden Arenen nun zu Multimedia-Schauplätzen?

Die neuen Stadien weisen den Weg: Minnesota, London und Co.

Tottenham Hotspur ist sicherlich eins der berühmtesten Beispiele für einen klaren Schnitt. Die altehrwürdige Spielstätte White Hart Lane wurde abgerissen, um dem hochmodernen Tottenham Hotspur Stadium zu weichen. Damit will der Verein seiner seit Jahren aufsteigenden Formkurve auch abseits des Platzes eine gebotene Rahmung verschaffen. Die Features, das Design, die digitalen Möglichkeiten sowie die unabhängig vom Fußall ermöglichte umfassende Nutzung des Stadions, all das ist ein Fingerzeig in die Welt der Stadien von morgen.

Das neue Stadion der Spurs setzt innen und außen Maßstäbe, © Tottenham Hotspur

Allerdings zeigt gerade dieses Projekt ebenfalls, wie problematisch so ein Neubau zunächst ist, da sich die Eröffnung deutlich verzögern kann. Neben extremen Kosten spielt der Bruch mit einer gewissen Tradition ebenso eine Rolle.

Nichtsdestotrotz sind moderne neue Stadien, oder zumindest stark modernisierte, in Zukunft wohl unerlässlich für wirtschaftlichen Erfolg. Ein Beispiel liefert der MLS-Club Minnesota United. Erst 2015 in die Liga eingetreten, war die Fanbase erwartungsgemäß klein. Für März 2019 aber ist die Eröffnung des neuen eigenen Stadions, des Allianz Field, geplant. Um sich in einer Stadt, wo die Menschen vielmehr den Minnesota Vikings (Football), den Minnesota Timberwolves (Basketball) oder den Minnesota Twins (Baseball) folgen, einen Fußballverein erfolgreich zu etablieren, hat man sich ganz der Digitalisierung verschrieben. Ab der Eröffnung des Stadions, das berichtet SportsPro, wird es dort keine herkömmlichen Tickets mehr geben. Stattdessen existiert ein völlig digitales Ticketing-System. Den Fans wurden für das neue Stadion 360 Grad-Sichten von jedem einzelnen Platz geboten und überhaupt gab der Verein viele Details, virtuelle Touren etc. über die neue Arena preis. Vor allem der Empfang und das WLAN dürften heute sehr wichtig sein, auch ein durchsichtiger Schutzschirm, der 85 Prozent der Besucher von Sonne und Regen schützen soll, ist eine starke Neuerung.

Noch ist das Allianz Field eine Baustelle, Screenshot YouTube, © Minnesota United FC

Der größte Vorteil des neuen Allianz Field ist die enge Verbindung zur Technologie.

„As part of this, we knew we wanted to build a completely digital experience to show everyone something that they haven’t seen before and just let the momentum take us all the way into the [new] stadium […] Our corporate partners absolutely loved it [because] we had created a full experience you can have on an iPad and were excited to see what we were doing with the technology. They felt like our stadium was already there,“

erklärt Jeanene Valentine, Director of Ticket Sales bei Minnesota United. Mit dieser Strategie steigerte der junge MLS-Verein die Zahl der Dauerkartenbesitzer von 4.000 auf stolze 14.500. Und das bei einem Stadion, dass nur 19.400 Plätze bietet. Ob das Stadion pünktlich zur neuen Saison fertig wird, anders als bei den Spurs, bleibt abzuwarten. Jedenfalls können sich die tausenden Dauerkartenkäufer auf eine digitale und zukunftsgerichtete Spielstätte freuen. Zu bemerken sei an dieser Stelle, dass für den Nebau solch immenser Stadien mit all ihrer Technologie und ihren attraktiven Features oft ein zahlungskräftiger Sponsor benötigt wird. Die Allianz – auch Namensgeber der Arena in München und Turin – hat hier seinen Namen und Gelder bereitgestellt, während Tottenham Hotspur die Namensrechte für die neue Spielstätte womöglich auch verkaufen wird. Das ist äußerst lukrativ, zeigt jedoch genauso die immer größere Verzahnung von Vereinen und Partnerunternehmen, bei der manch traditionelles Moment eingebüßt werden wird.

Andere Vereine werden modernisieren

Ein gänzlich neues Stadion ist für viele Vereine schwer zu realisieren und oft gar nicht notwendig. Juventus Turin hat es getan, schon vor vielen Jahren der FC Bayern München oder Schalke 04. Das neue Franchise von David Beckham, Inter Miami, wird verständlicherweise ebenfalls ein neues Stadion erhalten. Auch hier genießt All Round-Entertainment höchste Priorität. Mehrheitseigner Jorge Mas erklärte auf der offiziellen Seite der MLS:

„I want people to spend hours at the game, not to go to the match and just go home.“

Snacks und Drinks aus der Region sollen ebenso ein Alleinstellungsmerkmal sein wie riesige digitale Bildschirme mit Spielszenen auch an den Außenseiten der Arena.

Die Vision des Inter Miami Freedom Park ist futuristisch, Screenshot YouTube, © Club Internaćional De Fútbol

Anders als diese Clubs werden es aber beispielsweise die Mailänder Kultvereine AC und Inter Mailand machen. Seit über 70 Jahren spielen beide im Giuseppe Meazza oder San Siro. Das weltbekannte Stadion soll erhalten bleiben, doch in Abstimmung mit der Stadt vollkommen modernisiert werden, wie SportsSpors Nick Friend berichtet.

Viele Vereine müssen sich inzwischen der Frage stellen, wie auch Digital Natives, beeinflusst durch die Konkurrenzsportart eSports, durch einen zusehends digitalisierten Alltag und damit unausweichlich abhängig vom digitalen Lifestyle, zu zahlenden und regelmäßigen Stadiongängern gemacht werden können. Denn es scheint, dass die Anziehungskraft des Stadionbesuchs allein, nur um sein Team spielen zu sehen, geringer wird. Was können die Clubs tun, um ihre Spielstätte modern zu gestalten?

Neuerungen, die künftig zum Standard werden dürften

Der Blog OEMKIOSKS zählt einige Aspekte auf, die uns in modernen Stadien zum Teil schon begegnen, in den kommenden Jahren aber sicher zur normalen Ausstattung gehören werden. Dabei ist Digital Signage ein erster wichtiger Standard. Schon heute in Bahnhöfen, Foyers etc. zu finden, helfen LED-Bildschirme die Interaktion mit den Besuchern auf digitaler Ebene zu stärken. Hier können nicht nur interaktive Self Service-Kiosks integriert werden, sondern die Bildschirme bieten ganz neues Inventar, das werblich monetarisiert werden kann. Genau diesen Weg könnten Clubs auch einschlagen, wenn VIP-Bereiche oder speziell initiierte Fan-Zonen mit zusätzlichen digitalen Bildschirmen ausgestattet werden.

Im Check In-Bereich können ebenso digitale Mechanismen eingesetzt werden, um konkrete Zahlen zur Auslastung zu ermöglichen und einfach eine moderne Möglichkeit der Eingangskontrolle zu gewährleisten. Darüber hinaus bieten Plattformen wie ClusterWall die Option über die digitalen Bildschirme Interaktionen zu starten. Das kann auch intern für die Kommunikation zwischen Team-Personal und Stadion-Mitarbeitern, zwischen Trainern und Club-Chefs usw. genutzt werden.

Im Stadion der Spurs wird dank Partner Hewlett Packard überall WLAN sein, Beacons prüfen die Aktivitäten der User. Personalisierte Push-Nachrichten sind die Folge. Das ganze Stadion wird zur Cashless-Area.

Marc Waters, Managing Director für das Vereinigte Königreich und Irland bei HP Enterprises stell heraus:

„Tottenham Hotspur realise that being digital from the ground up is imperative to transform its fan experience.“

Stadien werden also künftig Arenen bleiben; aber weniger im Sinne des reinen Fußballgenusses, mehr bezogen auf eine langwierige, ganzheitliche und in jedem Falle völlig digital gesteuerte Experience der Besucher. Das erinnert an die Spektakel-fokussierten Live Sport-Events in den USA und man mag richtig liegen, wenn vermutet wird, dass hier Freunde solchen Spektakels gegenüber den traditionelleren Fans priorisiert werden. Wohl auch, weil sie mehr Gewinn bedeuten. Die Stadien der Zukunft werden aber nicht nur im wirtschaftlichen Kontext gebaut oder modernisiert, sie werden auf Gewinnmaximierung ausgelegt, die mit den Eignern oder Partnern in Verbindung steht. Das Fußballspiel bleibt das zentrale Event, wird jedoch multimedial und auf allen Kanälen aufgebauscht. Das ist die Realität kommender Fußballerfahrung. Sie wird Stück für Stück kommen; und wer sich mit dem Gedanken nicht anfreunden kann, muss wohl oder übel dort Fußball rezipieren, wo Digitalisierung und Gewinnoptimierung noch ein Stück weiter in der Ferne liegen. Der Wandel aber ist stetig, im Digitalen oft sogar rasant.

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Neuer Trend aus Belgien? Krypto-Trading Cards für die Liga

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Es ist eine Weltneuheit im digitalen Fußball Business und sie hat ihren Beginn in Belgien. In einer einzigartigen Partnerschaft mit Sorare wird für die erste und zweite belgische Liga eine Plattform geschaffen, auf der die Fans Krypto-Waren sammeln oder tauschen können. Dabei stehen die global ersten Krypto-Trading Cards für Fußballprofis im Fokus, mit denen die Fans sogar die Möglichkeit haben gegeneinander zu spielen. Während Belgiens Fußballlandschaft im internationalen Vergleich überschaubar ist, ist der klassische Spielkartenvertrieb im digitalen Ökosystem des Fußballs angekommen – und dürfte schon bald auch für weitere Länder und Ligen eine Option sein.

Krypto-Trading Cards: Die Entwicklung trägt Trends und Nutzerverhalten Rechnung

Die Partnerschaft zwischen der belgischen Pro League und dem Unternehmen Sorare ist die erste ihrer Art im Fußball und wird auf der Website für die belgischen Profiligen bekannt gegeben. Sorare selbst gab ein offizielles Statement ab. Demnach sind nun die Sammel- und Tauschkarten als Krypto-Ware für die Spieler aller 24 Proficlubs der ersten und zweiten belgischen Liga, der Jupiler Pro League und der Proximus League, erhältlich. Mit diesen Collector’s Items für Fans stellt Sorare eine im modernen Fußball typische Verbindung von Tradition und Aktualität beim Fan-Verhalten her. Denn die Abbildung der Fußballer auf Sammelkarten, Stickern für Sammelalben – die Panini-Alben lassen grüßen – oder beim Quartett ist den Vereinen und Herstellern im Merchandising lange Zeit zugute gekommen und hat ein gewisses analoges Fan Engagement hervorgebracht.

Doch die Voraussetzungen für die Wahrnehmung und Rezeption des Fußballs ändern sich seit Jahren rapide. Gerade heranwachsende Generationen sind Digital Natives und ihr Interaktionswille sowie ihre Kaufkraft müssen digital bedient werden. Daher setzt Sorare auf die Krypto-Trading Cards, die einen Hauch von Nostalgie mit aktuellen Trends vereinen. So können die Fans die Karten nicht nur im Kontext einer Kryptowährung kaufen, sondern auch die Veränderung der Spielerwerte anhand der tatsächlichen Leistungen der realen Spieler mitverfolgen. Dieser Aspekt greift auf das für das Fußball Business inzwischen schon sehr relevante FIFA von EA Sports zurück. Das Spiel bleibt so aktuell, weil es mit der Saison Schritt hält und den digitalen mit dem Fußball auf dem Rasen verbindet. Die User sollen nun ihre Trading Cards mit anderen Nutzern über einen Auktionsmechanismus tauschen und mit ihnen gegen andere spielen können. Dabei lassen sich wiederum bestimmte Belohnungen gewinnen. Langfristig sollen die Krypto-Trading Cards ebenso auf Third Party-Plattformen oder bei Spielen einsetzbar sein.

Bringt Sorare einen neuen Trend?

Das junge französische Unternehmen ist das erste, das lizenziert Krypto-Waren in Europa anbietet und genauso das erste, welches dies im Fußball Business tut. In den kommenden Wochen sollen weitere Partnerschaften mit Ligen und Clubs aus Europa bekannt gegeben werden. Der CEO und Mitgründer von Sorare, Nicolas Julia, erklärt:

„We are very proud to have signed this world first partnership with the Belgian Pro League, and we thank them for their trust in Sorare. We see this as a game-changing announcement for the crypto-goods and the football industry. We believe that Sorare’s technology and user-friendliness will allow football fans to freely trade and play with their digital goods. Today’s announcement marks the first step of our development, which is guided by our ambition to create a global open gaming ecosystem, where users can live their passion right at the heart of the game and enjoy a truly new way to engage with it.“

Tatsächlich arbeitet Sorares System mit der Blockchain-Technologie von Ethereum, um sowohl die Transparenz und Authentizität als auch die Tauschpotentiale und plattformübergreifende Einsetzbarkeit der Krypto-Fan-Artikel zu gewährleisten. Denn dank der offenen Struktur der Plattform sollen die Trading Cards barrierearm getauscht und in verschiedenen digitalen Spielen eingesetzt werden können. Um die Krypto-Artikel zu kaufen, müssen die Fans nur drei Klicks ausführen und können per Kreditkarte die Spielerkarten usw. ihrer Wahl erwerben. In ihrer eigenen Galerie sind sie angezeigt, während sie im Fantasy Game eingesetzt werden sollen, um Belohnungen zu erspielen. Darüber hinaus können die Artikel ebenfalls wieder verkauft werden – im Bestfall mit Gewinn in der Kryptowährung. Wer als Fan aber eine Sorare Card besitzt, erhält zudem Zugriff auf Vorteile und exklusiven Content von bestimmten Clubs.

Mit der Sorare-Mitgliedschaft sollen Vorteile für die Fans bereitgestellt werden, © Sorare

Das Unternehmen setzt mit seiner Idee der Krypto-Trading Cards als Treiber für Fan Engagement und Einnahmequelle auf eine Entwicklung, die in anderen Sportarten genauso zu beobachten ist. Erst vor Kurzem hatte die Major League Baseball (MLB) MLB Crypto Baseball eingeführt. Der Entwickler für Blockchain Games, Lucid Sight, hat das Spiel herausgebracht und laut BlochainGamer.biz sehr schnell viele Teams und Player verkauft, schon nach wenigen Wochen im Wert von 400.000 US-Dollar.

MLB Crypto Baseball von Lucid Sight hat einen guten Start hingelegt, Screenshot MLB Crypto Baseball

Auch für die NFL sind derartige auf Blockchain basierend Spiele im Umlauf. Das zeigt zum einen, dass Blockchain ebenso wie Kryptowährungen im digitalen Sportökosystem bereits umfassend Einzug gehalten haben. Zum anderen bestätigt sich damit ein Trend, den Sorare mit den Trading Cards im Fußball etablieren will. Gelingt dank der Blockchain-Technologie die Übertragbarkeit der Artikel auf andere Spiel etc., dürfte sich das Modell langfristig etablieren. Und weitere Ligen werden sicher nachziehen. Vor allem die Premier League, aber auch die Bundesliga, LaLiga oder die Serie A und Ligue 1 werden die Fans verleiten, Krypto-Karten von Ronaldo, Messi, de Bruyne, Neymar oder vielleicht Alcácer zu erstehen.

Das Konzept könnte überall aufgehen

Der CEO der Pro League, Pierre François, ist jedenfalls überzeugt vom Konzept Sorares:

„The Pro League is proud to be the first of the European professional football leagues to sign such alicensing agreement based on the blockchain technology. In addition to our historical partnership with Panini, the Pro League thus takes into account the sector’s developments. Sorare is a young companybut we have been convinced by its founders’ determination and especially by their willingness to address the new interests of the fans who follow our competitions.“

Der Wechsel von Panini zu Sorare könnte sich schon bald umfassender vollziehen und symptomatisch für eine Entwicklung sein, die digital ausgerichtete Clubs und Ligen nicht verpassen sollten. Und digital sollten diese natürlich sein, um die Fan-Interessen zu bedienen und von der Investitionsbereitschaft dieser Fans zu profitieren. Das mag vor allem dann gut funktionieren, wenn man das innovative Potential nicht allein im digitalisierten Merchandising sieht, sondern erst recht in der zukunftsgewandten Blockchain-Technologie, die zu einer ganzheitlichen und plattformübergreifenden Schnittstelle von Media, Vertrieb und Fan Engagement beiträgt. Hier kann die Verzahnung von Fußballer Features, Gaming und Social vorangetrieben werden. Und diese ist für die Vereine und Ligen äußerst lukrativ und letztlich wohl notwendig, um den veränderten Vorzeichen der Fans von heute und morgen gerecht zu werden.

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Passt die Leistung zur Taktik? Neuer Ansatz zu ganzheitlichen Performance-Metriken

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Die Leistung auf dem Platz wird heute schon sehr detailliert getrackt. Trotzdem erfahren Spieler auch eine Wertschätzung von Außen, wenn sie besonders viele Kilometer gelaufen sind oder eine hohe Zahl an Sprints aufzuweisen haben. Dabei steht diese körperliche Leistung während des Spiels oder nach demselben zwar fest, wird jedoch kaum mit den entsprechenden taktischen Vorgaben oder Spielentwicklungen in Korrelation gesetzt. Eine wissenschaftliche Arbeit stellt den „Integrated Approach“ dar, bei dem konkrete physische Metriken mit den taktischen Aktivitäten auf einzelnen Positionen und letztlich im Team kontextualisiert werden. Mit zusätzlichen Machine Learning-Prozessen könnte diese Art der Analyse einem Trainerstab einen ganz neuen, datengestützten Blick auf die Leistung im Rahmen einer Spielphilosophie ermöglichen.

Die gemessenen Leistungen sollten im Spielkontext stehen

Die Korrelation von Zeiten und Bewegungen stellt für die Ermittlung von Leistungsparametern im Sport einen Kernpunkt dar. Ganz besonders im Mannschaftssport und damit auch im Fußball werden bestimmte Parameter für die Leistung jedoch häufig noch isoliert betrachtet. Wenn Jacob Bruun Larsen, Timo Werner oder Philipp Max im Spiel eine Reihe von Sprints aufweisen, stimmen die Werte auf den ersten Blick mit ihrer taktischen Ausrichtung und Spielaufgabe überein. Wenn aber ein Salif Sané oder gar der Torwart viele Sprints leisten muss, dann kann das als isolierter Messwert positiv wirken, in Kombination mit der eigentlichen taktischen Vorgabe allerdings auf Probleme bei der geplanten Spielgestaltung hinweisen. Nun ist ein Fußballspiel zwar immer mindestens zum Teil von Spontaneität und Unvorhergesehenem geprägt – andernfalls würden wir wohl weniger Tore und Überraschungen erleben. Aber trotzdem sind taktische Vorgaben, die Woche für Woche einstudiert werden, eine wichtige Basis; auch für die Handschrift eines Trainers. Der José Mourinho vergangener Jahre ist ein Musterbeispiel, Guardiola ist es heute wie ein Klopp, Sarri, ein Stück weit auch ein Nagelsmann.

Die meisten Sprints in der Bundesliga (Stand Oktober 2018), © Bundesliga

Aus diesem Grund heraus ist das In-Relation-Setzen von physischen Leistungswerten mit den taktischen Rahmenbedingungen ein Weg, um eine subjektiv wahrnehmbare Leistung objektiv und datengestützt einzuordnen. Und auf diese Weise könnten Anforderungen an Spieler präzisiert oder deren tatsächliche körperlichen Leistungen auf dem Platz für kommende Aufgaben modifiziert und optimiert werden.

Die Wissenschaftler Paul S. Bradley und Jack D. Ade haben für Human Kinetics einen theoretischen Ansatz entwickelt, der weniger eindimensionale Distanzen usw. misst, sondern vielmehr taktische Rollen und Trainerentscheidungen – individuelle wie teambezogene – als Kontext für die physischen Leistungen ansetzt. Davon berichten sie im International Journal of Sports Physiology and Performance. Obwohl die Laufdistanzen in vielen Ligen meist steigen, wurde bisher wenig auf die Einbettung der einzelnen Werte geachtet, die uns Zuschauern ja ebenso gern als Hintergrunddaten präsentiert werden. Bradley und Ade sind jedoch überzeugt, dass ein integrierter Ansatz, der einen konkret definierten Leistungskontext aufgreift, eine differenziertere Betrachtung von physischen Leistungen ermöglicht; und damit ganz neue Trainingsoptionen eröffnet.

„However, at present, a new ‘integrated‘ approach that contextualizes match physical performance would surely progress the field’s understanding of the global demands and assimilate the physical and tactical data more effectively. Intuitively, this may aid the coaches’ understanding of the physical performance in relation to the tactical roles and instructions given to the players and enable practitioners to effectively translate match metrics into training and testing.“

Um das althergebrachte Modell darzustellen, greift Bradley auf eine eigene Veröffentlichgung (Bradley et al. 2009: High-intensity running in English FA Premier League soccer matches) zurück.

Der traditionelle Ansatz zur Messung von Laufleistung im Fußball, © (Bradley et al.), Human Kinetics

Anders als dabei gibt es natürlich inzwischen Messungen, welche den Ballbesitz (oder den Mangel daran) als weiteren Kontext miteinbeziehen. Doch darüber geht der vorgestellte „Integrated Approach“ der Wissenschaftler hinaus.

Der „Integrated Approach“ 

Mit diesem Ansatz möchten Bradley und Ade den Facettenreichtum des Fußballspiels in körperlicher und taktischer Hinsicht abbilden. Wenn etwa die Außenverteidiger immer wieder Flankenläufe starten und die eigentlichen Außen überlaufen – wie Augsburgs Philipp Max –, ist das ebenso ein taktisches Mittel wie ein hohes und frühes Pressing, das etwa für Jürgen Klopps FC Liverpool charakteristisch ist.

Liverpools Pressing gegen Manchester City in der letzten Saison, Quelle: Anfieldindex.com

Bradley und Ade konzentrieren sich auf die Überschneidungen von taktischen und physischen Aktivitäten, weil die letzteren zu einem Gutteil im Idealfall aus ersteren resultieren sollen. Dabei geben sie an, dass verschiedene Spieler auf unterschiedlichen Positionen auch verschiedene Aktivitätsfelder aufweisen. Zu den Variablen ihres Ansatzes gehören Größen wie der Sprint in den freien Raum, das kollektive Verschieben nach vorn im Angriff oder der sogenannte Recovery Run, wenn ein Spieler seine Position verloren hat und zurücksprinten muss. In einer aus Ade et al. entlehnten Grafik (Ade et al. 2016: High-intensity efforts in elite soccer matches and associated movement patterns, technical skills and tactical actions. Information for position-specific training drills) wird deutlich, dass der Innenverteidiger natürlich ganz andere Läufe macht als der Außenstürmer.

Positionsspezifische Angaben zu taktisch-körperlichen Leistungen, © (Ade et al.), Human Kinetics

Nun könnten mit ihrem Modell, anders als beim traditionellen Ansatz, dank dieser Differenzierungen und der angesetzten Parameter wie Flankenläufe von Außenverteidigern oder Sprints in den Strafraum explizite Erkenntnisse zu den unterschiedlichen physischen Leistungen der Spieler im Kontext ihrer taktischen Vorgaben ermittelt werden. Das demonstrieren Bradley und Ade mit einer Grafik, die den Unterschied zum eher eindimensionalen Ansatz der Distanzmessung etc. (siehe Bild oben) zeigt.

Der „Integrated Approach“ kann die physischen Leistugen positions- und taktikbezogen kontextualisieren, © (Ade et al.), Human Kinetics

So lässt sich beispielsweise ermitteln, dass die Positionen mit klar definierten Defensivaufgaben, Innen- und Außenverteidiger sowie zentrale (eher defensive) Mittelfeldspieler, 26-31 Prozent ihrer Läufe mit hoher Intensität absolvieren, um Räume defensivorientiert abzudecken und zuzumachen, während etwa Flügelspieler im Mittelfeld nur bei 13 Prozent der Läufe diese Intensität erreichen. Je nach System müssen Trainer aber auch von ihren Flügelspielern mehr Defensivarbeit einfordern; zum Beispiel, wenn im 3-5-2 gespielt wird. Dann können sie aufgrund einer solchen Datengrundlage im Training nicht nur auf die Relevanz der defensiven Laufwege zur Raumabdeckung hinweisen, sondern diese direkt trainieren. Die obige Grafik zeigt ebenfalls, dass naturgemäß die Außenspieler mit den Läufen in den „Channel“, also in den freien Raum auf der Außenbahn betraut sind. Fällt nun in der Messung auf, dass zentrale Verteidiger oder Mittelfeldspieler mit großer Häufigkeit diese Läufe tätigen, und dass womöglich mit hoher Intensität, mag das auf ein Ungleichgewicht bei der taktischen Spielausrichtung hinweisen.

Der Ansatz muss noch weiter reifen; Machine Learning kann helfen

Was sich für die Analysten im Trainerteam zunächst gut anhört, hat noch so einige Hürden zu überwinden. Immerhin muss der „Integrated Approach“ noch feinjustiert werden. So müssen die kontextuellen Angaben langfristig und nach womöglich auch variablen Parametern derart systematisch ermittelt werden können, dass die Erkenntnisse eine definierte Vergleichsbasis schaffen, auf die zurückgegriffen werden kann.

Da Bradley und Ade ihr Modell zunächst manuell erstellt hatten, wäre eine Analyse schon dann schwierig, wenn mehrere Teams mit ihren sämtlichen Spielern in mehreren Spielen untersucht werden sollten.

„As the levels of complexity increase, the ability to clearly define actions and scenarios becomes more difficult.“

Allerdings könnte mit einem auf Machine Learning basierenden System diese differenziertere, dabei jedoch nicht zu komplexe Messung zu nachhaltigen Leistungserkenntnissen führen. Sofern auch ein Abwägen stattfindet, welche Werte als relevant eingestuft werden. Bei einem solchen System oder einer KI, die die taktikbezogenen Variablen entsprechend filtert, könnten auf das Trainerteam zugeschnittene Messzyklen initiiert werden. Und diese dürften deren taktische Trainingsansätze definitiv unterstützen. Ein Problem bei der Definition der Variablen ist natürlich die Überschneidung von Aktivitäten, weil ein Sprint in den freien Raum auf der Außenbahn bei Ballverlust schnell zum vielleicht noch rettenden Recovery Run werden kann. Hierfür müssten also zeitliche Parameter angesetzt und taktikrelevante Priorisierungen übereinstimmend eingestellt werden. Letztlich könnten die so ermittelten Werte auch nach den verschiedenen Phasen der Spiele unterteilt werden.

„These could be classified as in-possession construction, in-possession counterattack, out-of-possession low/medium block, and out-of-possession counter-defending. This is particularly important, as success in transition moments has been shown to be critical to match outcome.“

Auf diese Weise könnte der Einfluss der Spieler auf das taktische und das spontan initiierte Spielgeschehen datengestützt eingeschätzt und über daran orientiertes Training optimiert werden. Da die Daten der Wissenschaftler sich bisher nur auf ein Team bezogen und das ganze System noch keine umfassende Marktreife hat, bleibt der „Integrated Approach“ für den Moment noch ein theoretisches Modell. Dieses hat jedoch großes Potential. Denn bei der zusehends steigenden Professionalisierung jeglicher Trainingsabläufe sowie der parallelen Digitalisierung der Planung, Messung und Unterstützung derselben ist eine individualisiertere und gleichsam kollektiv taktikbezogene Leistungsermittlung eine sicher interessante Aussicht für die Trainerteams, letztlich aber ebenso die Spieler. Unterstützung erhielten Bradley und Ade bei ihrer Ausarbeitung übrigens von Ian Graham, Director of Research beim FC Liverpool.

„The traditional approach has been used for 4 decades to quantify match physical performances. However, the integrated approach contextualizes match demands by assimilating physical and tactical data effectively.“

Wir dürfen also gespannt sein, ob die Trainer künftig auf diesen Ansatz setzen und das Training daran orientiert optimieren können. Wahrscheinlich wird bereits daran gearbeitet. Vielleicht wird den Fans vor dem Bildschirm dann irgendwann offenbart, dass ein Joshua Kimmich wegen einer Taktikumstellung in der Halbzeit in der Folge deutlich weniger Flankenläufe, dafür aber viel mehr Sprints in den Strafraum oder Laufwege zur Raumabdeckung absolviert hat. Besonders die Potentiale von Machine Learning und KI dürften dahingehend einige Optimierungen ermöglichen. Das Zusammenspiel von Taktik und der körperlichen Leistung und dessen Verbesserung mag dann für einen positiven Spielausgang sorgen; aber ein genialer Moment von einem Spieler wie Eden Hazard wird wohl immer, Taktik und Messung hin oder her, genauso eine Entscheidung herbeiführen können. Und das ist auch gut so.

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Diese KI bringt Fußballvideos als 3D-Hologramm ins Wohnzimmer

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Die Vorstellung als Fans zuhause näher am Spielgeschehen zu sein, hat diese schon immer fasziniert. Nicht zuletzt aufgrund der Sportübertragungen finden viele überdimensionale und hoch technische TV-Geräte ihren Weg in die Wohnungen und Häuser der Sportbegeisterten. Doch in Zeiten intelligenter Digitalisierung verändern sich nicht nur die Rahmenbedingungen – wie ein breiter gefächertes Broadcasternetzwerk, auch mit OTT-Angeboten – für die Rezeption von Fußballspielen, sondern diese selbst steht vor einem Wandel. Davon kann man zumindest dann ausgehen, wenn man sich die Arbeit von Wissenschaftlern aus den USA anschaut. Diese arbeiten an einer Methode im Kontext Künstlicher Intelligenz, um zweidimensionale Videos vom Fußball in ein dreidimensionales Erlebnis umzuwandeln. Und das könnten die Fans schließlich per AR-Gerät auf dem heimischen Wohnzimmertisch als moderne Form der Fußballunterhaltung erfahren.

Ein KI-System macht 2D zur Augmented Reality in 3D

Es wirkt ein wenig wie ein FIFA-Computerspiel aus früheren Zeiten, das da auf dem Wohnzimmertisch in 3D abläuft und plötzlich als AR losgelöst vom Bildschirm existiert. Das sind die Gedanken bei Bildern zum Konzept von Konstantinos Rematas, Ira Kemelmacher-Shlizerman, Brian Curless, und Steve Seitz, die allesamt an der University of Washington arbeiten; Kemelmacher-Shlizerman ebenso für Facebook, Seitz für Google. Sie arbeiten an unter dem Titel Soccer on „Your Tabletop“ an einem KI-System, das 2D-Videos in 3D-Erfahrungen in Form von AR-Hologrammen umwandelt. Langfristig soll dieses Systm wohl auch ermöglichen, dass Übertragungen von Spielen unabhängig vom Bildschirm in den Raum projiziert werden können. Auf Flächen wie Tischen im Wohnzimmer soll das Virtuelle Stadion samt Spielgeschehen dann zum Leben erwachen.

Die Rezeption der Hologramme über ein Gerät wie beispielsweise die Google HoloLens, die die Augmented Reality für die Zuschauer visualisiert, ist dann möglich. Im Video bei YouTube offenbaren die Macher die ersten Eindrücke der Mixed Reality und zeigen, wie sie tatsächlich für ihre Studie Bewegungen aus EAs FIFA-Spiel als Grundlage für ihre 3D-Rekonstruktionen genommen haben.

Wie das System funktioniert; und einmal funktionieren soll

Die Wissenschaftler der University of Washington erklären in ihrem Papier zum Projekt, dass sie das erste End-to-End-System bereitstellen, welches Fußballspiele auf Grundlage zweidimensionaler Videos von YouTube als 3D-Erlebnis rekonstruieren kann. Dabei ist der Ansatz zunächst aber aus aus FIFA, dem Coputerspiel, extrahierten Strukturen entstanden. Mit den Daten aus dem Spiel haben die Wissenschaftler ein neurales Netzwerk erstellt, das die Bewegungen und Körperwerte ermittelt. Die Ergebnisse seien schließlich mit jedwedem 3D-Viewer zu begutachten, heißt es weiter.

Beispielhaft wird von Rematas und Co. dargestellt, wie sie die Projektionen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz erstellen. Zunächst wird ein YouTube-Video von einem Fußballspiel als Grundlage genommen. Dann werden im Kontext der Linien, die das Feld bestimmen, also etwa der Sechzehnmeterraum, die Parameter der Kamera ermittelt. Daraufhin werden einzelne Rahmen aus dem Video, Posen der Spieler etc. sowie Flugbahnen des Balles extrahiert, sodass die Spieler segmentiert werden können. Mit dem Netzwerk, das bislang mit den Computerspieldaten trainiert wurde, werden für jeden Spieler sogenannte Depth Maps erstellt, die dann wiederum über einen 3D-Viewer oder ein AR-Gerät wiedergegeben werden können.

Der grobe Ablauf der Hologrammerstellung, © University of Washington

Das Team verweist in seiner Erklärung auf die verschiedenen neuen Ansätze bei der technologischen Weiterentwicklung von Sportrezeption. Hierbei wird etwa auf Lösungen von Intel hingewiesen – an dieser Stelle sei erwähnt, dass der NSF/Intel Visual and Experimental Computing Award das Projekt unterstützt –, die mit True View und der freeD-Technologie bereits ermöglichen aus verschiedensten Perspektiven (auch der Spieler) aufregende Spielzüge nachzuvollziehen.

Außerdem wird unter anderem in den USA unter anderem ein System von WSC Sports genutzt, das in Echtzeit Kernmomente eines Spiels erkennt und direkt in Videocontent umwandelt, der auf unterschiedlichen Kanälen an die Fans distribuiert werden kann.

In verschiedenen Schritten erklärt das Team der Universität nun sehr explizit ihre Vorgehensweise zur Erstellung und Optimierung ihres KI-Systems. Die Trainingsdaten aus der Spielreihe FIFA von EA wurden genutzt, weil dort ein Zugriff auf die GPU (Graphics Accessing Unit) möglich ist.

„FIFA, similar to most games, uses deferred shading during game play. Having access to the GPU calls enables capture of the depth and color buffers per frame. Once depth and color is captured for a given frame we process it to extract the players.“

Dabei wurden sogenannte NDCs (Normalized Device Coordinates) aus dem Spiel extrahiert, die im Projekt in 3D-Koordinaten für deren (Augmented) World umgewandelt wurden.

„The result is a point cloud that includes the players, the ground, and portions of the stadium when it is visible.“

Letztlich werden die 3D-Muster für jeden Spieler in das Bild integriert und die Tiefen der Wiedergabe mit den jeweiligen Parametern neu kalkuliert. Mit diesen Daten wird das neurale Netzwerk trainiert, um für jedes neue Bild eines Fußballspielers eine entsprechende Tiefe für die 3D-Darstellung errechnen zu können.

Über YouTube-Videos bis zur Übertragung?

Waren die Testdaten aus FIFA extrahiert, haben die Wissenschaftler ihr System mit YouTube-Videos von Fußballspielen getestet. Dabei spielte im Vorwege auch die Einschätzung von Kamerapositionen, das Erkennen und Tracken der Spieler sowie die Segmentierung von zeitlich parallel auftretenden Phänomenen für das System eine zentrale Rolle. Zudem mussten Flugbahnen berechnet und in 3D umgewandelt und bestimmte Übertragungsparameter von visuellen Inhalten klargelegt werden.

Die Übertragung der YouTube-Videos in 3D-Erlebnisse wirkt im ersten dokumentierten Testlauf nun, wie eingangs erwähnt, trotz der zusätzlichen Dimension noch wie ein Relikt aus den Zeiten, da man das Potential digitaler Visualisierungen auszuschöpfen begann.

Die getestete 3D-Rekonstruktion der Fußballvideos im Detail, © University of Washington

Tatsächlich war die KI bei der Übertragung zum Teil auch fehlerhaft, sodass mitunter Spieler aufgrund fehlenden Trackings oder falscher Berechnungen ihrer Tiefe in der Hologrammdarstellung verschwinden oder Flugbahnen nicht korrekt dargestellt werden. Außerdem wird berichtet, dass schlechte Bildqualität und starke Überschneidungen von Bewegungen ebenso zu Problemen bei der Darstellung geführt haben. Nur die Depth Map, heißt es außerdem, kann momentan nur in eingeschränkter Perspektive eine zufriedenstellende AR-Erfahrung ermöglichen. Demnach braucht das KI-System von Konstantinos Rematas, Ira Kemelmacher-Shlizerman, Brian Curless, und Steve Seitz noch Arbeit, um wirklich als Vermittler einer ganz neuen Fußballrezeption in 3D anerkannt zu werden.

Dennoch ist das Projekt schon in einem fortgeschrittenen Stadium und deutet darauf hin, dass bei entsprechender Fortenwtwicklung und potentieller weiterer monetärer Unterstützung eine Übertragung von Fußballspielen in der Augmented Reality nach diesem Prinzip nicht mehr allzu weit entfernt ist.

„Finally, to watch a full, live game in a HoloLens, we need both a real-time reconstruction method and a method for efficient data compression and streaming.“

So heißt es im Papier zum Abschluss. Sollte man diese Methoden zeitnah entwickeln, scheint das Fußballgucken im Wohnzimmer sich revolutionieren zu können. Das Interesse daran dürfte schließlich auf mehreren Ebenen groß sein. Nicht nur, dass Fans gern über AR-Geräte in die Spielatmosphäre eintauchen würden, was ohnehin allein den Herstellern derselben Ansporn für solche Entwicklungen geben dürfte. Auch die Sender, Verbände usw. sollten sich bewusst sein, dass auf diesem Wege erneut unbespieltes Werbeinventar geschaffen werden könnte, das sich für die langfristige Monetarisierung überaus gut eignet.

In diesem Sinne haben all die Parteien einer modernen digitalen Fußballökonomie gut von solch ausgeklügelten Systemen. Denn KI kann immerhin auch programmatisch die richtige Werbung schalten, dem Fan die richtigen Einstellungen vermitteln und Vieles mehr. So ist das Projekt „Soccer on Your Tabletop“ ein ambitioniertes, das auf die Zukunft der Branche hinweisen mag.

Und wenn der Fan dem Spielgeschehen zuhause näher kommt und dafür in Technologie investiert, dann lohnt sich die Investition in diese Systeme umso mehr.

Wer Interesse am Projekt hat, kann hier das gesamte Papier lesen.

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Data & Tech

Ist Kryptowährung die neue Strategie im digitalen Fußballbusiness?

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Der absolute Hype um die Krytowährung Bitcoin ist inzwischen vorüber. Doch die Zahlungssysteme finden zusehends mehr Anwendungsmöglichkeiten – auch im Fußballbusiness. In den letzten Monaten häuften sich die Meldungen über die Verwendung von Kryptowährungen bei Vereinen. Dabei stellt sich die Frage: wie genau könnten diese das immer stärker kommerziell und finanziell organisierte Ökosystem Fußball verändern?

Kryptowährung im Fußball: Von Gibraltar United bis hin zu Ronaldinho

Der Name Gibraltar United dürfte bei den meisten Fußballfans keine weiteren Assoziationen hervorrufen; obwohl das Team in der heimischen Liga elf Meistertitel vorzuweisen hat. Dennoch könnte dieser kleine Verein im europäischen und globalen Fußball eine Vorreiterrolle einnehmen. Denn der FC Gibraltar United zahlt seinen Spieler seit der aktuellen Saison ihr Salär in Kryptowährung aus. Der Vereinseigner Pablo Dana, so berichtet unter anderem Molly McElwee für The Guardian, ist Investor bei bei Quantocoin. Mit diesem Bankingsystem, das auf Blockchain beruht, hat der Verein eine Partnerschaft geschlossen. Im Zuge dessen werden Spieler nun per Vertrag in Kryptowährung bezahlt. Dabei erscheint Gibraltar ein geeignetes Testumfeld zu sein. Immerhin hat der kleine Staat zu Beginn des Jahres bereits Regularien für die Nutzung von Geldtransfers über Blockchain geschaffen. Zudem soll das weltweit erste von der Regierung abgesegnete Regelwerk für die sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs) folgen.

Doch nicht nur in Gibraltar hat man sich mit den Vorteilen von Kryptowährungen auseinandergesetzt. In der Türkei hat ein Amateurclub, Harunustaspor, einen Spieler für 4.500 Lira plus Bitcoin im Wert von etwa 385 Pfund verpflichtet. Damit nicht genug. Der FC Arsenal London, ungleich berühmter als Gibraltar United, hat mit CashBet einen Sponsor, der selbst eine Kryptowährung darstellt, die für das iGaming verwendet werden kann. Und Paris Saint-Germain hat erst vor Kurzem eine Partnerschaft mit Socios.com bekannt gegeben. Hieraus soll das weltweit erste Fan Token Offering (FTO) entstehen, heißt es in der offiziellen Mitteilung des Vereins. Mit dieser Option können Fans dann Zugriff auf exklusive Belohnungen und Inhalte erhalten. So heißt es von Marc Armstrong, Chief Partnerships Officer bei Paris Saint Germain:

Always at the forefront of digital innovation, Paris Saint-Germain is determined to leverage the opportunities that cryptocurrency can provide. This revolutionary technology will have an important impact on the Club’s overall business strategy and the way we engage with our fanbase.

Socios-Gründer Alexandre Dreyfus bezeichnet PSG als digitalen Pionier. Und tatsächlich könnte der französische Hauptstadtclub zu den Vorreitern gehören, was Blockchain und Kryptowährungen angeht. Ronaldinho ist einer der großen Stars der Branche, die sich mit der Thematik beschäftigen. Er hat direkt das Ronaldinho Soccer Coin Project ins Leben gerufen.

Die Währung kann für verschiedene Zwecke genutzt werden. Zum einen, um online Waren zu kaufen, zum anderen, um zu wetten oder digitalen VR oder AR Content zu erwerben. Auch James Rodriguez vom FC Bayern München hat mit dem JR10-Token seine eigene Kryptowährung.

Und während Quantocoin inzwischen sogar 25 Prozent der Anteile am italienischen Serie C-Club Rimini FC 1912 erworben hat – und zwar mit der eigenen Kryptowährung –, haben auch erste Premier League-Vereine einem Testlauf mit diesem Zahlungsmittel zugestimmt. The Telegraph berichtet vom Aufbau digitaler Zahlungssysteme beim FC Southamptom, Leicester City, den Tottenham Hotspur, Newcastle United, Cardiff City und Brighton and Hove Albion. Manche Experten glauben, dass schon bald sogar Transfers mit Quantocoin, Bitcoin und Co. abgewickelt werden könnten. Aber welchen Mehrwert haben solche Transaktionen eigentlich und wo liegen die Probleme?

Kryptowährungen als Regulator? Oder nur ein Experiment?

Noch ist es zu früh, um über etwaige langfristige Wirkungen und Einflüsse von Kryptowährungen auf den Fußball konkrete Aussagen zu treffen. Allerdings könnte die Einführung der Blockchain-Technologie und von Kryptowährungen entgegen der Annahme, dass diese den Finanzsektor der Fußballbranche nur noch undurchsichtiger machen würden, sogar für eine sicherere und transparentere Struktur sorgen. Denn die Blockchain, oft als Buzzword verschrieen, liefert tatsächlich für digitale Transaktionen Sicherheiten, die sich gegen Korruption, instransparente Zahlungen und dergleichen einsetzen ließen. Immerhin ist das System per se darauf ausgelegt, dass die Kette der Datensätze für alle an der Transaktion beteiligten Parteien einsehbar ist. Ein Fortschreiben, eine Veränderung oder die Akzeptanz der Transaktion erfolgt nur über einen Konsens. Ein weiterer Vorteil ist die erhöhte Sicherheit. Erst bei einem Einverständnis der Parteien werden die Transaktionen aufgezeichnet. Dabei werden sie in der Folge verschlüsselt und an vorherige Transaktionen gekoppelt. Zudem wird die Kette nicht nur auf einem Server, sondern in einem Netzwerk von Geräten gespeichert; so wird ein Zugriff für Hacker erschwert.

Vereine könnten Kryptowährungen auf dieser Basis also nutzen, um bei Überweisungen von Transfersummen oder Zahlungen an Agenten Transparenz zu schaffen. Ungelistete Zahlungen würden demnach schwieriger zu verschleiern sein. Außerdem haben Transaktionen mit Kryptowährungen noch den positiven Effekt, dass sie quasi unmittelbar vonstatten gehen; was gerade bei Last Minute-Transfers von Vorteil sein könnte. Darüber hinaus sind sie steuerlich günstiger und erfordern häufig keine zusätzlichen Gebühren. Mit solchen Systemen könnte sich der Fußball also in den kommenden Jahren anfreunden. Denn auch die kleinere Clubs haben so Chancen, um digital mit ihren Fans zu interagieren und bestimmte an die Kryptowährung gebundene Angebote zur Verfügung zu stellen. Gerade bei Globalisierungsstrategien mögen solche Transaktionskonzepte lukrativ sein.

Allerdings ist es gerade für die kleineren Vereine ebenso riskant, sich voll auf die Kryptowährung einzulassen. Denn ihre gesamtgesellschaftliche Akzeptanz und Stabilität kann noch nicht gewährleistet werden. Facebook und Twitter haben in diesem Jahr beispielsweise die Werbung für Bitcoin und Co. verbannt. Zudem kann der Wert einer Währung stark variieren. Das bedeutet, dass die derzeit schon etwas willkürlich anmutenden Transfersummen bei einer Fokussierung auf Kryptowährungen noch einmal an Unbeständigkeit gewinnen könnten. In solch einem Fall würde der Transfermarkt noch deutlich mehr an die Börse erinnern – und die Fans womöglich eher abschrecken und kopfschütteln machen als für eine transparente und sichere Zahlungseinheit zu begeistern.

Daher braucht es in Anbetracht der Entwicklung von Systemen, die auf Blockchain basieren und den Handel mit Kryptowährungen ermöglichen, klare Regularien. Diese sollten etwa von der Bundesseite kommen, bezogen auf den Fußball sollte hierbei aber auch die UEFA eintreten. Immerhin hat dieser Verband für das UEFA Super Cup-Finale 2018 bereits eine Testphase für Blockchain-basiertes Ticketing durchlaufen.

Die UEFA nutzte Blockchain für Ticketing, © UEFA

Im Rahmen des Finacial Fair Play, ausufernden Gehältern und Transfersummen sollten  die UEFA und die einzelnen Ligaverbände mittelfristig über Grenzen – wie Salary Caps – nachdenken, die als transparenter Orientierungspunkt fungieren. Mit dem zunehmenden Einbezug von Kryptowährungen sollte ebenfalls beachtet werden, wie hierüber Finanzströme verwaltet werden. Ansonsten droht das Ökosystem im Geschäftsbereich weiter an Integrität zu verlieren. Nichtsdestotrotz bieten die Blockchain-Technologie und die Transaktionsoptionen mit Kryptowährungen ein großes Potential für die einzelnen Vereine, Spieler und den Fußball insgesamt. Das zeigen die erwähnten Beispiele. Denn die Digitalisierung macht vor dem Fußball ebensowenig Halt wie vor dessen Geschäftspraktiken.

Werden wir also zukünftig beim Marktwert eines Spielers auch seinen Gegenwert in gängigen Kryptowährungen erkennen können? Vielleicht. Wir können nur hoffen, dass er dann für den Fan ebenso skalierbar bleibt. Denn der Fußball muss in seinen Facetten für die Fans verständlich bleiben. Sonst leidet langfristig neben der Authentizität auch das Vermarktungspotential.

 

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Data & Tech

Der Spieltag in den Augen der Maschine – Per KI automatisiert die Video-Highlights erstellen

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Zu den wichtigsten Inhalten für die Reichweitengenerierung online zählen Videos mit unterschiedlichen Elementen. Für Fußballvereine und -ligen spielen dabei die Highlights des Spiels oder Spieltags die sicherlich größte Rolle. Immerhin wollen die Fans bei YouTube, Facebook, Instagram und Co. so schnell wie möglich die Tore, besten Chancen und Aufreger einer verpassten Partie nachvollziehen. Und selbst wenn das Spiel über 90 Minuten angesehen wurde, werden Fans etwa den Sieg ihrer Mannschaft gern nochmal in der Kurzfassung Revue passieren lassen. Erst recht, wenn ein Derbysieg oder gar Titel eingefahren wurde, eine strittige Szene für weitreichende Diskussionen gesorgt hat oder einfach nur ein brillantes Tor erzielt wurde. Nun erfordert die Erstellung des entsprechenden Video Contents einigen Aufwand; während die Fans am liebsten unmittelbar nach Abpfiff – oder schon im Spiel – auf Bewegtbildausschnitte zugreifen wollen. Für derlei Erfordernisse der schnelllebigen digitalen Welt an die Produzenten finden sich jedoch Lösungen. So können inzwischen mit Künstlicher Intelligenz automatisierte Videos generiert werden, sodass Vereine oder Ligen ihren Fans im Handumdrehen visuelle Highlights zur Verfügung stellen und damit ihre eigene digitale Präsenz optimieren können.

Fußballfans wollen Video Content – immer mehr

Es ist kein Geheimnis, dass Video Content gerade in Social Media für Engagement und Reichweite unerlässlich ist. Auch für die eigenen Webauftritte von Clubs oder Ligaverbänden gilt dasselbe. Bereits zu Beginn des Jahres klärte Google selbst darüber auf, dass die Sehgewohnheiten der Sportfans weit über das Fernsehen oder Streamen von Spielen usw. hinausgehen. Besonders die Rezeption von Videos, die beispielsweise mit einem Champions League-Spiel in Zusammenhang stehen, ist für immer mehr Nutzer online ein wichtiger Bestandteil ihrer Gewohnheiten. Demnach ist allein von 2016 bis 2017 die Sehzeit von Highlights im Sportsegment auf YouTube um 80 Prozent gestiegen.


Highlight-Videos bei YouTube sind immer gefragter, © Google

Und ebenso werden Videos mit Interviews von Spielern, Trainern und Co. mehr geschaut; im gleichen Zeitraum stieg die Sehzeit um 60 Prozent.


Die Nachfrage nach Video Content mit Interviews steigt, © Google

Dazu kommt der grundsätzliche Umstand, dass schon bei der von Google zitierten Umfrage von Ende 2017 ganze 80 Prozent der Sportfans angaben, bei der Rezeption von Spielen oder Sportevents einen PC, ein Tablet oder ihr Smartphone parallel zu nutzen. Auch, um relevante Videos im entsprechenden Kontext anschauen zu können.


Die Relevanz der Content-Rubrik Video wird auch bei Bundesliga.de ersichtlich, Screenshot Bundesliga.de

Daher arbeiten viele Clubs und Verbände mit mehr und mehr Experten der Branche daran, immer wieder frische Videos zu produzieren und online bereitzustellen. So werden bei größeren Vereinen oft täglich, am Spieltag oder in der Vorbereitung sogar mit höherer Frequenz Videos gepostet.


Stetig neue Videos beim YouTube-Kanal von Manchester United, Screenshot YouTube

Die Wettbewerber der Sportmarken, zu welchen die Vereine im digitalen Raum unweigerlich werden, müssen also unter der Prämisse schneller, besser und mehr arbeiten, damit sie ihr Standing bei den zentralen Plattformen behaupten können. Wer dort kaum oder nur unbefriedigende Videoinhalte zur Verfügung stellt, wird zwar seine echten Fans nicht verlieren, dürfte aber mindestens an medialer Durchschlagskraft einbüßen.

Kniffe und Probleme beim Bereitstellen der Videos

Folgen Fans etwa bei Facebook oder Instagram ihrem Lieblingsverein, werden in ihrem Feed über kurz oder lang immer wieder aktuelle offizielle Videos auftauchen. Daher läuft ein Gutteil der Distribution von Vereinsvideos oder Videos von Marken im Fußball-Business ohnehin über Social Media-Abonnements und dergleichen. Allerdings suchen viele Nutzer auch bei YouTube und Co. nach relevanten Videos. Gerade dann eignet sich die Konzentration auf bestimmte Faktoren im Titel oder Auszug zum Video. Vor allem Attribute wie „great“ oder „best“ (in Bezug auf Tore beispielsweise) harmonieren mit Suchanfragen zu häufig rezipierten Inhalten etwa bei YouTube. Ganz besonders wird aber genauso nach Spielernamen gesucht, weshalb diese im Zweifel immer im Titel auftauchen sollten, so sie denn relevant für den Inhalt sind. Die Videos sollten zwischen knapp zwei und vier Minuten lang sein, wenn es sich um Highlights handelt, sonst schalten Nutzer womöglich ab.

Während viele Ligen wie die Bundesliga oder die Premier League Highlights online stellen, tun die Rechtehalter für die Übertragung von Spielen das natürlich auch. DAZN oder während der WM die Sportschau zeigen und zeigten schon rasch nach Abpfiff die Highlights bei YouTube. Das ZDF hat wiederum am Tag des WM-Finales ein Video mit der Coach-Cam-Perspektive hochgeladen.

https://www.youtube.com/watch?v=NB6szn_nXs0

Auch Tore und Highlights aus der Vorrunde wurden beim YouTube-Kanal des Zweiten visuell zur Verfügung gestellt.

https://www.youtube.com/watch?v=ll5BPCJf4cg

Allerdings haben all die offiziellen Videoproduzenten auch das Problem, dass zahlreiche unberechtigte Videos eingestellt werden. Daher können gerade kleineren Playern wichtige Views und Interaktionen für und mit den eigenen Videoinhalten verloren gehen. Für dieses Problem finden sich aber inzwischen Lösungen; so hat Facebook einen Rights Manager, bei dem geprüft werden kann, ob Videos auf der Plattform existieren, für die man die Rechte hält. Ist das der Fall, können sie zum Ausschluss gebracht oder im Zweifel monetarisiert werden. Davon berichtet auch Recodes Kurt Wagner. Bei YouTube findet sich das Feature Content ID, das unter anderem Live Streams auf ihre Rechte überprüft.

Gerade, wenn bestimmte Clips aus Spielen viral gehen, weil sie eine außergewöhnliche Szene enthalten oder einfach aus einem Spiel stammen, das viel Aufmerksamkeit generiert, wollen die Rechtehalter und entsprechenden Vereine ebenso Kapital daraus schlagen, sei es auch nur im Kontext der Gewinnung weiterer Follower. Dass diese sich aber effektiv monetarisieren lassen, zeigen verschiedene Ansätze.

Damit die Erstellung alltäglicher Videos gerade im Bereich Highlights aber beschleunigt und optimiert werden kann – was speziell kleineren Vereinen, Ligen und Publishern zugute kommen dürfte, da sie in Sachen Budget nicht mit Playern wie Arsenal London, dem FC Bayern München oder der Premier League mithalten können –, halten Entwicklungen in der Technologie der Künstlichen Intelligenz nun beim Video Content Einzug.

WSC liefert Video Content powered by KI: Automatisiert und in Echtzeit

Das Unternehmen WSC Sports liefert für die Produktion von Sportvideos ganz besondere Möglichkeiten. Beworben mit dem Schlagwort „automagisch“ können auf der Plattform des Anbieters auf einer neuen technologischen Ebene Highlight-Videos generiert werden. Denn die Plattform basiert auf Künstlicher Intelligenz. So werden etwa Live-Übertragungen in Echtzeit analysiert, während die KI Kernmomente eines Spiels erkennt, kuratiert und in entsprechenden Bewegtbildcontent mit Höhepunkten transformiert. Diese Videos können dann von Partnern, die die Plattform nutzen, bei verschiedenen digitalen Portalen hochgeladen werden; oder einfach auf der eigenen Website.

Genutzt wird die KI-basierte Lösung bereits für die US Open im Tennis, von der NBA oder der MLS. Im Bereich eSports lassen sich damit übrigens ebenso die besten Szenen zu kurzen Videos zusammenfassen.

„Our partnership with WSC is a ground-breaking digital initiative for us. It allows the league and USL clubs to create an almost unlimited opportunity to engage their fans and grow their brands through video. We are leveraging artificial intelligence to convert our games into thousands of videos that clubs can use to drive fan engagement and generate sponsorship in real time across a vast network of social and digital accounts.“

Mit der Unterstützung der KI kann laut Shaka Arnon, US-Chef für WSC Sports, auch ein Targeting im Kontext von Location und Social Following einzelner Fangruppen angestrebt werden. Im Interview mit SportsPro verrät Arnon außerdem, wie die automatisierte Produktion grundsätzlich abläuft:

„We combine analysing video, audio and data feeds to identify each and every play – whether that’s every shot on goal, every save or every booking – and create a clip for it by finding a start time that makes the most sense in the context, and then aligning that with the end time.“

So kann beispielsweise jede Aktion eines bestimmten Spielers fokussiert werden, wenn für diesen ein Video mit den besten Szenen erstellt werden soll. Und das funktioniert alles mit wenigen Klicks, den Rest besorgt die KI. Das erleichtert dann ebenfalls die Ausrichtung von Content auf bestimmte Zielgruppen. Zusätzlich lassen sich die Videos mit Intros, Outros, Overlays oder Grafiken ergänzen – auch Sponsoring ist in diesem Umfeld immer eine Option.

Die Möglichkeiten gerade für kleinere Clubs, Ligen oder Publisher sind offensichtlich. Wenn sie keine Ressourcen für die Videoerstellung haben, bietet eine groß angelegte Plattform natürlich die Möglichkeit, über die automatisierte Produktion Inhalte verfügbar zu machen, die dann unmittelbar nach dem Spiel oder schon im Spiel gepostet und getweetet werden können usw. Dabei können dann schonmal solch komische Szenen herauskommen:

Letztlich möchte WSC noch mehr auf spezialisierte Videos setzen, die dann zum Beispiel konkret einen lokalen Markt bespielen sollen. In dem Kontext wäre also vorstellbar, dass besonders die Lokalmatadoren eines Clubs ins Zentrum gestellt werden. Und sobald eine Plattform wie die beschriebene die Zielpublika der Partner kennt, kann auf dieser Grundlage wiederum optimierter automatisierter Video Content kreiert werden. Die Zukunft gehört zu einem Gutteil der Künstlichen Intelligenz. Diese ist bei der Analyse im Fußball längst angekommen und wird nun vermehrt für die Kreation von Videos eingesetzt werden. Die Potentiale sollten Player, die regelmäßig Sportvideos für ihre digitale Präsenz nutzen – oder nutzen müssten – ausloten und für ihre künftige Strategie gerade in Social Media operationalisierbar machen.  

Wenn die KI-Lösung noch keine Option ist …

Inzwischen finden sich verschiedene Anbieter von KI-basierten Lösungen zur Videokreation, die jedem einzelnen Verein oder einem Publisher im Fußballsektor gute Dienste leisten könnten. Allerdings ist diese Option womöglich nicht für alle Parteien ohne Weiteres realisierbar. Dennoch sollten Videos im Kontext von medialer Aufbereitung der Fußballerfahrung für die Fans zugänglich sein. Vor allem solche mit Highlights; damit kann man schon in den unteren Ligen punkten. Und Sponsoren und Werbepartner werden natürlich genauso am liebsten im Umfeld der Höhepunkte des Sports repräsentiert. ViaSport hält nun einige Tipps bereit, wenn die Videoproduktion manuell vonstatten gehen soll.

Dass die Videorezeption stetig weiter steigt und die Nutzer weiterhin mehr und neue Videoinhalte sehen wollen, geht aus Studien eindeutig hervor. Und für den Fußball gilt das genauso. Im Rahmen dieser Entwicklungen könnten wir als Fans also schon bald auf dem Second Screen während eines Champions League- oder vielleicht Bundesligaspiels per KI auf uns als Zielgruppe zugeschnittene Highlights eines Spielers sehen, der im Fokus steht oder besonders stark gespielt hat. Denn Fans wollen, gerade wenn es um ihren Lieblingsclub geht, mehr Insights und das am besten sofort und als Bewegtbildcontent. Die Künstliche Intelligenz wird auch das ermöglichen. Damit werden nicht nur Reichweitenpotentiale maximiert, sondern ebenso Vermarktungsoptionen und -inventar. Ein zukunftsträchtiges Modell, diese KI-optimierten Videos im Fußball.

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SmartCoaching von der Premier League bis zur Kreisliga

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SmartCoaching von Catapult, Screenshot YouTube, © Catapult

Catapult macht maßgeschneiderte Sportwissenschaft zum modernen Player!

Jahrzehntelang war das Fußballtraining von altbekannten Methoden geprägt, die sich bis heute etabliert und gehalten haben. Doch spätestens im 21. Jahrhundert sind Sportwissenschaft und Datenanalyse gerade für professionelle Vereine, aber auch jene in den unteren Ligen im Leistungsbereich, zu zentralen Faktoren in der Herangehensweise zu Training und Spielen und ebenso der Erfolgsmessung geworden. Durch die Digitalisierung begünstigt erhalten Trainer und Spieler minutiöse Einsicht in ihre Leistungsprofile. Mit konkreten SmartCoaching-Systemen lassen sich Metriken erkennen und in Optimierungspotentiale wandeln. Dabei hilft unter anderem Catapult, ein Unternehmen, das seit über zehn Jahren für smarteres Training steht; und mit PLAYR das erste SmartCoach-System der Welt auf den Markt bringt – welches ebenso für Amateure und zukünftige Profis von Interesse ist.

Catapult bringt die Wissenschaft und den Fußball zusammen, um bessere Leistung zu ermöglichen

Das Unternehmen Catapult hat sich vor zwölf Jahren in Australien entwickelt – sicherlich keiner Hochburg des Fußballs. Allerdings bietet man dort auch Lösungen in 35 Sportarten und inzwischen für 1.520 Teams an; und zwar, damit die Sportler smarter trainieren und spielen können. Zu diesem Zweck kooperierten zunächst das australische Institute of Sports und Cooperative Research Centres (CRC), um Fragen der Performance-Optimierung über technologische Lösungen anzugehen.

Heute operieren über 300 Mitarbeiter in 16 Ländern und helfen Mannschaften wie den Dallas Mavericks oder dem FC Chelsea London im täglichen Trainingsbetrieb weiter. Doch was genau ist dank des Unternehmens im Fußball von heute möglich?

Verschiedenste Teams sind derzeit Klienten von Catapult. Jüngst verkündete etwa SportsPro Media, dass der portugiesische Meister FC Porto nun eine Partnerschaft mit dem Unternehmen eingegangen ist. Dabei wird auf die Tracking-Technologie des OptimEye S5 zurückgegriffen, das pro Sekunde bis zu 1.000 Datenpunkte übermittelt.

„These are useful and rigorous instruments for monitoring the athlete’s external loads. We use them every day in every training session“,

sagt Dr. Nelson Puga, der Gesundheitschef des FC Porto. Das Produkt OptimEye S5 liefert einerseits die Herzfrequenz der Spieler, hat andererseits aber auch ein integriertes positionsbezogenes Trackingsystem. Dieses ist GPS-basiert und begeistert den Trainerstab von Premier League-Club Newcastle United ebenfalls. Jamie Harley, Leiter der dortigen Sportwissenschaftsabteilung, lässt demnach verlauten:

„I’ve done a lot of research into the different devices of GPS units and I’ve always been very, very satisfied about the accuracy and reliability of the Catapult devices.

It’s become such a key part in what we do at training, the equipment is just part of the kit that the players wear. They’ll put the shorts and t-shirt on, they’ll put the GPS and the heart rate monitor on, and then they’ll get the shin pads and the boots on. It’s just part of the kit.“

Die Geräte, die die Spieler wie selbstverständlich beim Training am Körper tragen, sind wireless mit Bluetooth zu verbinden und bieten darüber hinaus Gyroskope und Beschleunigungsmesser, die für ein präziseres Nachvollziehen der Bewegungen und körperlichen Leistungen der Sportler sorgen können.


Catapults OptimEye S5, © Catapult

Dass die Produkte von Catapult auch aktuell höchst relevant sind, zeigt unter anderem die Nationalmannschaft von Schweden, die mit Deutschland in der gleichen Gruppe bei der WM spielt. Die Schweden nutzten schon vor Beginn des Turniers das AMS System von Catapult, eine Performance Automation Plattform. Solche Plattformen sollen nicht nur die Leistungsbereitschaft aufzeigen, sondern ebenso das Verletzungsrisiko minimieren können. Ein extrem wichtiger Aspekt, gerade bei so anspruchsvollen Herausforderungen wie einer WM. Die AMS Plattform bietet vor allem eine Schnittstelle für verschiedene Datensätze, die einem Team zur Analyse zur Verfügung stehen. Darin lassen sich dann umfassende und datenbasierte Erkenntnisse gewinnen, die nicht mehr nur aus Einzelanalysen zusammengeflickt werden müssen. So meint Dale Reese, Medizinischer und Performance Koordinator der schwedischen Nationalmannschaft:

„One of the challenges I’ve been involved with running a sports science department is managing the different data sources we use to keep track of the physical condition of our players. AMS by Catapult will make our life easier in that regard by providing a valuable overview of that data, as well as being a repository for additional measures – both objective and subjective – that can enhance our performance and training decisions.“

Auch die brasilianische Nationalmannschaft arbeitet mit Catapult. Die Tools helfen hier das Training zu verbessern, weil sie eben nicht nur die Distanzen angeben, die die Spieler etwa im Training zurücklegen, sondern ebenfalls die Geschwindigkeiten, die Antritte selbst oder Bewegungen in spezifischen Räumen auf dem Feld.


Die Brasilianer stellen ein weiteres Team, das von Catapult unterstützt wird, Screenshot YouTube, © Catapult

Damit können Trainer subjektive Eindrücke vom Training mit Daten stützen und kommende Einheiten gezielt auf Optimierungen, womöglich ebenso spielerorientierte, ausrichten. Im Übrigen findet sich mit Catapults OptimEye G5 zusätzlich ein Tool, das das Positionsspiel, die Sprungintensität sowie -häufigkeit und vieles mehr speziell für Torhüter ermittelt.


Ein Eindruck von Catapults OptimEye G5, © Catapult

Zu den weiteren Klienten des Unternehmens gehören der FC Bayern München oder Borussia Dortmund, Ajax Amsterdam, PSG, der FC Sevilla, besonders aber zahlreiche Clubs aus Großbritannien, von West Bromwich Albion über die Glasgow Rangers und Tottenham Hotspur bis hin zu verschiedenen Sport- und Jugendfußballakademien.

Verletzungen vorbeugen und Anreize im Detail schaffen: Beispiel Newcastle United

Die Magpies haben unter ihrem Coach Rafa Benítez eine respektable Saison in der Premier League hingelegt und sind letztlich auf Tabellenplatz 10 gelandet. Im physischen Bereich des Trainings und der Analyse hilft dem Club aus Nordengland Catapult dabei, den Spielern in einzelnen Sessions bestimmte Anreize zu setzen. Zudem können bei auftretenden Verletzungen die minutiösen Daten aus der Analyse der Tools genutzt werden, um Ursachen zu finden oder zumindest künftige Verletzungen zu unterbinden.


Newcastles Jamie Harley analysiert mit Catapult Tools, © Catapult

Fitnesstrainer und Co. untersuchen in Wochenzyklen die Trainingsleistungen einzelner Spieler, etwa im Hinblick auf deren Sprints. Die Trainer setzen mitunter Geschwindigkeiten an, die erreicht werden sollen. Andererseits kann ebenso die Marschroute gelten, die Sprints und Geschwindigkeiten zu reduzieren, um eine länger wirkende Frische im Spiel zu generieren. Harley erklärt:

„We might want players to restrict the speeds they’re going at in sessions, and we’ll obviously look at that quite closely. We then look at things like high intensity running […] What we’re able to do is map the whole training week to what’s happening on a match day. Now, when we’ve had the most positive physical performances in games we’re then able to build up what works for each individual player, what’s their best preparation for a game.“

Newcastle dokumentiert diese Aufzeichnungen der Spieler in Zyklen, die zu Bestleistungen am jeweils nächsten Spieltag führen sollen; quasi im hermeneutischen Zirkel. Und auch bei Verletzungen helfen diese Analysen weiter, wie Harley ergänzt:

„Every time we’ve picked up an injury over the last few years, we’ve mapped exactly what that player’s done leading to the injury. If there are any patterns that have come about, and there have been some patterns to pick out from their physical loads picked up from the Catapult devices, we then just try to obviously avoid that situation happening again in the future.“

Damit helfen die genannten Tools den Vereinen auf verschiedenen Ebenen langfristig und weisen neben marginalen Optimierungen im Spiel deutlich erkennbare, weil physische Erfolgspotentiale vor.

Mit PLAYR kommt das SmartCoaching in jede Liga; auch bei den Amateuren

Erst kürzlich hat Catapult seine Technologien für Wearables jedem Kicker bis in die Kreisliga zugänglich gemacht. Verantwortlich dafür ist das Produkt PLAYR. So soll den Amateurspielern oder künftigen Profis ermöglicht werden sich körperlich schon heute wie die Superstars aus der Bundesliga oder Premier League vorzubereiten, die Performance zu analysieren und Verletzungen einschätzen und minimieren zu können.

Zum Paket von PLAYR gehört eine SmartWeste, ein SmartPod sowie die App mit dem SmartCoach-System.


Das SmartCoach-System von Catapult hat mobile Touchpoints, © Catapult

Die Möglichkeiten, die mit diesem Paket in Verbindung stehen, beinhalten nicht nur das Tracking von Metriken zur Performance. Darüber hinaus lassen sich über die App Ratschläge und Best Practices von professionellen Trainern aus den besten Ligen einholen. Und die Vernetzung von Amateur- und Profispielern geht noch weiter. Denn die Fußballer aus den unteren Ligen oder dem Jugendbereich können die durch PLAYR aufgezeichneten Daten zu ihren spezifischen Metriken auch in den Vergleich zu den Profis stellen. Solch ein Vergleich ist aber ebenso auf dem gleichen Level möglich, also etwa zwischen zwei Spielern der gleichen Position in derselben Liga.

Die Performance aller Fußballspieler dürfte sich mit Hilfe dieser Optionen verbessern lassen. Catapults professionelle Technologie sucht also scheinbar eine Art Demokratisierung ihrer Möglichkeiten zu erreichen. Das mutet allerdings aus wirtschaftlicher Sicht nur logisch an. Immerhin ist die Zahl der Amateur- und semiprofessionellen Fußballer deutlich höher als jene der Profis. Selbst wenn diese weniger Mittel aufwenden können als die Clubs aus den großen Ligen, dürfte die Masse hier einiges an Absatz versprechen. Als ein sehr wichtiger Player bei den innovativen Technologien im Fußball – auch SciSports wäre hier zu nennen – ist mit Catapult langfristig auf der Bildfläche der Trainingseinheiten zu rechnen. Leicester Citys Fitnesstrainer Matt Reeves betont ganz richtig:

„Technology and sports science is key to the modern game, whether that be an elite professional athlete chasing a Premier League title, or an amateur just starting their career.“

Wie genau die Sportwissenschaft und die Technologie Einzug bei jedem einzelnen Verein oder bei ambitionierten Spielern hält, ist immer wieder different. Aber die Verwendung von Produkten Catapults durch eine Reihe von Nationalmannschaften im Rahmen der WM und schon davor und durch immer mehr Akademien und Clubs zeigt, dass Vereine auf lange Sicht kaum ohne Systeme zum smarten Coaching auskommen werden. Noch immer dürfen die Traditionalisten ihre Skepsis an der tatsächlichen Wirksamkeit von hochtechnologischen Systemen und der Datenanalyse anführen. Immerhin wird der Fußball nach wie vor durch Momente wie Talent, Glück, Eingespieltheit, aber auch finanzielle Kraft bestimmt. Nicht selten spricht man ebenso von der Tagesform. Doch genau diese lässt sich mit den stetig analysierten Metriken dauerhaft optimieren und bestmöglich gestalten; sodass sich der Erfolg nicht bestreiten lässt. Von der Premier League bis hin runter in die Kreisliga.

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Mediapro lässt sich VAR in Europa als Marke eintragen – während sich der Videoschiedsrichter weltweit etabliert

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In der Bundesliga hielt das Konzept des VAR (Video Assistant Referee) bereits in der vergangenen Saison Einzug. Ganz groß rausgekommen ist es aber jüngst bei der Weltmeisterschaft in Russland; wo es im Großen und Ganzen durchaus zu überzeugen wusste. Fans und Spieler sollten sich nun weltweit darauf einstellen, dass der VAR dem Offiziellen auf dem Platz berechtigte Revisionen seiner ersten Entscheidungen immer öfter zumindest ermöglicht. Ob sie es gut finden oder nicht. Während das relativ neue und innovative Konzept noch in aller Munde ist, hat das spanische Multimediaunternehmen Mediapro, das in Europa TV-Rechte für den Fußball besitzt, sich bei der EU den Namen ,VAR‘ als Marke eintragen lassen.

Mediapro wird zunächst in Spanien, Portugal und Mexiko das technologische System des VAR bereitstellen, und sich hierdurch wie durch die Aneignung der Marke womöglich einen starken Status als Provider der Technologie in Europa erarbeiten. Dabei dürfte dann wiederum ein chinesisches Unternehmen profitieren. Denn Konzerne aus China und den USA haben das mediale und damit Marketing-Potential des europäischen Fußballs erkannt.

VAR als Marke für Mediapro

Gerade haben die Männer im Videokontrollraum bei der WM in Russland gehörig für Aufsehen gesorgt. Dabei entscheiden die Protagonisten des Konzepts VAR nicht. Das betont die FIFA auch auf der eigenen Website. Der Schiedsrichter bleibt die letzte Instanz – womit er sich, mehr noch als die Videoassistenten, weiterhin der Kritik aussetzt. Bei der FIFA heißt es entsprechend:

„The VAR just recommends an on-field review. Only the referee has to take the final decision. This is the difference between interpretation, subjective decisions and factual decisions. For all interpretations, we want the referee at the centre of the decision-making.“

Obwohl das Konzept sicherlich noch nicht vollends ausgereift ist, hat es spätestens bei der WM einige Fürsprecher gewinnen können, nachdem es im Einsatz in der abgelaufenen Bundesligasaison zunächst vermehrt für negatives Aufsehen gesorgt hatte. Mit der globalen und medialen Präsenz, die dem VAR nun zuteil wurde, mag sich dieses zukunftsgewandte technologische System weiter im Weltfußball verankern.

In Europa, aber nicht nur dort, wird es ab der kommenden Saison in mehr Ligen eingesetzt werden. Dabei hat das Multimediaunternehmen Mediapro aus Spanien sich in einem cleveren Marketing-Schachzug den Namen VAR als Markennamen eintragen lassen. Das berichten übereinstimmend SportsPro, Advanced Television und vor allem La Información.

Demnach darf Mediapro den Terminus Video Assistant Referee (VAR) nach der Genehmigung durch das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum für zehn Jahre beim Branding verwenden. Zwei Logos sollen eingeführt werden, bei einem wird das Mediapro-Logo integriert sein, bei einem weiteren nur der Name VAR.

Das neue VAR-Logo von Mediapro, Quelle: La Información, © Mediapro

Zwar finden sich in Europa einige Unternehmen, die VAR in der Namensgebung aufweisen, doch diese haben nichts mit Fußball und Videoanalysesystemen für die Schiedsrichter zu tun. Da Mediapro bei der Registrierung des Akronyms keine Konkurrenz hatte, war die Bestätigung des EU-Amts am Ende wenig problematisch. Nun wird das Unternehmen die Technologie für die Videoschiedsrichterkonzeption sowohl in der spanischen La Liga als auch in der portugiesischen Primeira Liga und der mexikanischen Liga MX bereitstellen. In La Liga liefert Mediapro die Technologie, während der Verband die Kosten trägt. In Portugal kommen nach den Medienberichten gut eine Million Euro Kosten auf das Unternehmen zu, die für die Infrastruktur und die entsprechende Ausrüstung berechnet werden. Doch diese Investition dürfte sich lohnen.

Mit dem Recht am Namen VAR sichert sich Mediapro die Möglichkeiten, die Video Assistant Referee-Option in verschiedenen Ligen einzusetzen und darüber hinaus unter dem Markennamen auch Videos oder Content digital bereitzustellen. Vor allem aber stellt sich das Multimediaunternehmen, das Übertragungsrechte an diversen Ligen hält, in die Pole Position, wenn es um künftige Implementierung des Systems VAR geht. Immerhin kann bei Verhandlungen ab kommender Saison das Know-How aus der Bereitstellung in verschiedenen Wettbewerben angeführt werden, allen voran aus La Liga, einer der medienwirksamsten und stärksten Ligen weltweit. Zudem wird jedoch von Vorteil sein, dass der Name VAR als Marke für Verbände, aber auch Medienpartner besonders anziehend wirken könnte, weil er mit einer unausweichlichen und zukunftsorientierten Entwicklung im Fußball synonym gesetzt wird. Gelingt es Mediapro unter der neuen VAR-Marke eine erfolgreiche Bereitstellung des Systems zu gewährleisten, die dann auch noch medial, das heißt ebenfalls in zentralen Social Media-Kanälen, distribuiert und hervorgehoben wird, könnte sich das Unternehmen in den kommenden Jahren als zentraler Provider für VAR etablieren. Denn dass sich der Video Assistant Referee langfristig durchsetzt, sollte nach der WM deutlich geworden sein. Wenn es so kommt, werden sich auch namhafte Stakeholder Mediapros freuen.

 

Konzerne, die das Medienpotential des Fußballs erkennen

Mediapros Muttergesellschaft, Imagina, ist seit Kurzem zu 53,5 Prozent in den Händen der Orient Hontai Capital, einer chinesischen Gesellschaft für Privatkapital. Das Investmentunternehmen aus China hat ebenso das Potential der Sportübertragungen erkannt wie etwa die britische Werbeholding WPP, die 22,5 Prozent an Imagina hält. Denn Mediapro hat in Kooperation mit BeIN nicht nur die Rechte für La Liga erworben, sondern ebenso für die Champions League und für die Übertragung der Formel Eins in Lateinamerika, berichtet SportsPros Elena Holmes.

Überhaupt haben in den letzten Jahre vermehrt Big Player aus den USA oder aus China erkannt, dass in der Vermarktung von TV- und Digitalrechten im Fußball ein 

enormes Potential steckt. Nicht umsonst rüsten die Major League Soccer und die Chinese Super League immer mehr auf. Amazon hat inzwischen bereits ein kleines Rechtepaket für die Übertragung von Premier League-Spielen erworben, während Facebook sich mit der Übertragung der Champions League anfreundet.

Gleichzeitig investiert China auf verschiedensten Ebenen in den europäischen und internationalen Fußball. Natürlich ist es keine Neuigkeit, dass der Fußball gerade in Europa viel Medienwirkung erfährt, weil er in vielen Ländern Volkssport ist und dementsprechend hohe Zuschauerzahlen vorzuweisen hat. Doch die Megaunternehmen wie Amazon oder riesige Investmentfirmen aus China können traditionelle Anbieter finanziell im Wettbieten um Übertragungsrechte und Co. ausstechen. Daher ist die Befürchtung der Fans, dass sich dieser so traditionelle und emotional konnotierte Sport in den kommenden Jahren und Jahrzehnten in seiner Kommerzialisierung und Technologisierung mehr abschafft als weiterentwickelt, durchaus berechtigt.

 

Innovative Entwicklungen im Fußball in allen Ehren …

Der Video Assistant Referee (VAR) hat gerade in der Bundesligasaison 2017/18 eher negative Kritik geerntet. Der 1. FC Köln hatte zum Beispiel zu Beginn der Spielzeit mit einigen dubiosen Entscheidungen zu kämpfen. Und mit Sicherheit sind noch eine ganze Menge an Entscheidungen aus Sicht der Meisten nicht korrekt gewesen. Doch mit dem Einsatz bei der WM in Russland hat der Videobeweis an Autorität gewonnen. Auch dort wurden sicherlich nicht alle Szenen richtig bewertet. Boatengs Einsteigen gegen Berg im Spiel Deutschland gegen Schweden hätte ebenso einen Elfmeter verlangt wie Kompanys Aktion gegen Gabriel Jesus im Spiel Belgien gegen Brasilien. Aber letzten Endes geben die Videoschiedsrichter nur eine Empfehlung ab und der Schiedsrichter auf dem Platz entscheidet. Und manches Mal, das erklärte Pierluigi Collina, der Chef des Schiedsrichterkomitees der FIFA, mag sich ein Schiri nicht in seine Entscheidung reinreden lassen; was den Einsatz des VAR erschwert. Dennoch gibt es hervorragende Positivbeispiele, wie dieser VAR funktionieren kann. Björn Kuipers entschied beim Spiel Costa Ricas gegen Brasilien nach einem vermeintlichen Foul an Neymar auf Strafstoß. Dann kam das Signal des VAR – und Kuipers sah sich die Szene auf dem Monitor nochmals an. Um zu entscheiden, dass es sich eindeutig um eine Schwalbe handelte.

Aber wie und wie gut funktioniert VAR tatsächlich? Die Bundesliga hat dazu extra ein kleines Video erstellt, dass den Einsatz dort erläutert.

Hier lässt das System VAR dem Schiedsrichter die Möglichkeiten bei Toren (beim Aspekt Abseits etwa), roten oder gelben Karten und Elfmetern Entscheidungen zu revidieren. Dabei kann er sowohl seine erste Entscheidung beibehalten, auf die Weisung der Videoschiedsrichter hören und seine Entscheidung entsprechend ändern oder sich den Vorfall am Screen im Stadion nochmal ansehen und daraufhin seine Entscheidung fällen.

Bei der WM hat VAR nun fantastische Werte erzielt. Laut FIFA waren in der Vorrunde 99,3 der veränderten Entscheidungen korrekt. Dieser Wert darf mit Vorsicht genossen werden, da die Korrektheit einer Entscheidung in seiner Objektivität natürlich von der FIFA selbst bewertet wird. Collina bemerkte allerdings ganz richtig:

„During a competition, it’s not possible that everything goes 100 per cent perfectly.“

Von den 24 Elfmetern der Vorrunde wurden jedoch sieben dank VAR gegeben. Insgesamt gab es 17 VAR Reviews, bei denen 14 mal die Entscheidung geändert und dreimal die Entscheidung beibehalten wurde. Im Videokontrollraum wurden während der Vorrunde sogar 335 Vorfälle geprüft, was 6,9 pro Spiel entspricht. Die Pressekonferenz der FIFA zum Einsatz des VAR in der Vorrunde kann hier nachvollzogen werden:

 

Die Zahlen zeigen, dass, selbst wenn man die Effektivität etwas zurückschraubt, der Videoschiedsrichter die Diskussionen über brenzlige Szenen in der Tat minimieren kann. Dazu muss das ganze System selbstverständlich optimiert werden, was nur durch ständigen Einsatz und die Akzeptanz der Schiedsrichter auf dem Platz gewährleistet werden kann. So ließe sich auch für die Fans Transparenz bei der Entscheidungsfindung auf dem Platz herstellen. Da VAR nun bei der WM präsent war und ab der kommenden Saison in vielen Ligen ebenso vertreten sein wird, ist es sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis überall Videoschiedsrichter eingesetzt werden – und sich das System zwangsläufig verbessert. Das kommt dann den Technologieanbietern wie Mediapro zugute, den Schiedsrichtern ohnehin. Die Fans und Spieler hingegen werden sich noch daran gewöhnen müssen. Denn unfehlbar ist das VAR-Konzept nie. Das zeigte die Elfmeterentscheidung von Néstor Pitana im WM-Finale. Aber immerhin lässt sich so weiterhin gut über Schiedsrichterentscheidungen diskutieren; und die Emotion lebt.

 

… aber wo führt es hin?

Letztlich dürfte mit VAR eine technologische Hilfestellung den Fußball ereilt haben, die einigen Unternehmen wie Mediapro auch monetär Vorteile bietet. Dass damit langfristig die Zahl der Fehlentscheidungen minimiert wird, sollte nicht im Zweifel stehen. Diesen Fortschritt kann gerade Mediapro mit seiner neuen VAR-Marke nun vermarkten. Hier entwickelt sich wieder ein ganz neues Marketingpotential. Vielleicht werden in Zukunft auch Werbepartner eingespannt; denn für beinahe jeden Zentimeter im Stadion und jedes Inventar bei der Übertragung finden sich Werbelösungen. Und die weiterführende Monetarisierung eines solchen Systems, das ja sogar eine kurze Spielunterbrechung liefert, ist nur eine logische Folge, weil sie extrem lukrativ sein kann. Schließlich sind VAR Reviews absolute Highlights im Spiel und damit besonders medienwirksam. Demnach sollten sowohl Medienunternehmen als auch potentielle Werbepartner sowie die einzelnen Verbände über diese Möglichkeiten nachdenken, da sie die wirtschaftliche Verschmelzung von innovativem Sport und dessen finanziellen Ertragsoptionen widerspiegeln.

Für die Fans genauso wie für die Spieler dürfte VAR aber den Fußball stark ändern. Die Unterbrechungen führen mitunter zum Verlust des Momentums. Manchmal wird einem Team eine emotionale Achterbahnfahrt aufgebürdet, wenn der vermeintliche wichtige Treffer nun doch zurückgenommen wird. Insgesamt wird bemängelt, dass ein Jubel nur unter Vorbehalt ausgeführt wird. Man wird sich daran gewöhnen (müssen). Was der Fußball also an Marketingpotential und Entscheidungsoptimierung – die ja auch deshalb so wichtig ist, weil es in jedem Spiel um immer größeren Summen geht, gerade wenn die Champions League-Qualifikation oder ähnliches auf dem Spiel steht – dazu gewinnt, verliert er doch an Spontaneität und ja, auch Charakter in Bezug auf jahrzentealte Grundregeln. „Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“ und dergleichen sind nicht mehr zeitgemäß. Der Videoschiedsrichter und neuerdings die Marke VAR werden dem Fußball sicher viele richtige Entscheidungen ermöglichen. Und die Anpassung an technologischen Fortschritt ist im digitalen Zeitalter wohl unabdingbar. Dennoch muss der populäre Sport etwas kritischer werden, wenn es darum geht, sich nicht vollends an Unternehmen, Partner und Sponsoren sowie Dienstleister zu verkaufen, die hinter diesen Innovationen und den Rechten an der Ausstrahlung der Spiele stecken und somit einige Regeln bei der Rahmung des Fußballs mitdiktieren werden. Schon jetzt läuft der Fußball Gefahr, sich aufgrund der irrwitzigen finanziellen Dimensionen bei jedweden Deals von den Fans zu entfernen. Das lässt sich sogar auf den ersten Blick erkennen. Daher wäre eine der wichtigsten Innovationen für den internationalen Fußball des 21. Jahrhunderts eine Hinwendung zu seinen Wurzeln. Auch hierfür lassen sich digitale Technologien und Ideen instrumentalisieren. Aber manchmal ist weniger mehr. Sonst verliert selbst der Ausspruch „Entscheidend is’ aufm Platz“ an Bedeutung.

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Content & Media

Was ist Social Media für Vereine am Ende wirklich wert? Blinkfire Analytics’ KI bewertet Olympique de Marseilles Sponsoring

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Ein gepflegter Social Media-Auftritt ist für jeden professionellen Fußballclub heute gang und gäbe. Mitreißende Posts und aktuelle Meldungen halten die Fans bei Facebook, Instagram und Co. auf dem Laufenden und laden zu Engagement in Form von Kommentaren, Likes und Shares ein. Doch wie viele Social Media Manager müssen sich auch jene der Vereine aus ökonomischer Sicht der Frage stellen, welchen finanziellen Mehrwert diese öffentliche Fan-Kommunikation eigentlich liefert. Zwar lässt sich dahingehend mit dem Zugewinn an Fans, womöglich Nutzern der offiziellen App usw. argumentieren – und diese dürften auch die Conversions vorantreiben, darunter genauso Verkäufe von Trikots und Merchandisingartikeln überhaupt.

Allerdings fragen sich Clubs und deren Sponsoren gleichermaßen, genauso im Hinblick auf ihre Kollaboration, wie sich die Wertigkeit der Präsenz in den sozialen Medien tatsächlich bewerten lässt. Die KI von Blinkfire Analytics liefert eine Lösung, die den Wert und den Einfluss in Social Media nach klar definierten Maßstäben bemisst; sodass Marken, Vereine, Spieler, Sponsoren oder einfach Rechteinhaber ihre Zusammenarbeit dort einschätzen und optimieren können. Nun vertraut auch der französische Topclub Olympique de Marseille dem innovativen System

OM setzt auf Blinkfire Analytics: So lässt sich digitales Sponsoring optimieren

Frankreichs Traditionsclub Olympique de Marseille, kürzlich im Europa League-Finale noch Atlético Madrid unterlegen, hat eine Zusammenarbeit mit dem Digital Analytics-Unternehmen Blinkfire Analytics bekanntgegeben. Blinkfire setzt auf Künstliche Intelligenz und Computer Vision, um sowohl den Einfluss etwa von Sponsoren bei Vereinen in Social Media zu ermitteln als auch den Wert desselben zu bestimmen. Dabei sind bisher zahlreiche namhafte Clubs Partner des Unternehmens, darunter Juventus Turin, der FC Barcelona oder Manchester City. Und auch bei anderen Sportarten analysiert die KI von Blinkfire fleißig: die New York Mets oder die Baltimore Ravens nutzen die Lösungen. Außerdem setzen Marken wie Toyota, Heineken, Microsoft und Dafabet auf Blinkfire.


Eine Auswahl der Partner von Blinkfire Analytics, © Blinkfire Analytics

Olympique de Marseille stellt sich als neuer Partner dar, der den Einfluss von Vereinspostings in Social Media mit konkreten Zahlen belegen möchte.


Blinkfire arbeitet nun auch mit Olympique de Marseille, © Olympique de Marseille

Auf der offiziellen Vereinswebsite wurde die Kooperation bestätigt. Hierbei wird auf die steigende Relevanz der sozialen Medien als Ort der Exposition von Vereinen und Marken hingewiesen und OM möchte die Potentiale für sich und seine Partner – etwa den neuen Ausrüster PUMA und Hauptsponsor Orange – erkennen und ausschöpfen. Dort erklärt Jean-François Richard, OMs Marketing und Media Director, in etwa:

„Im modernen Fußball haben soziale Netzwerke einen wichtigen Platz eingenommen und digitales Marketing wird zur neuen Kommunikations- und Promotionsachse, die für Clubs entwickelt wird, um die Erwartungen von Partnern und Sponsoren zu erfüllen. In diesem Sinne beginnt Olympique de Marseille diese Zusammenarbeit mit Blinkfire Analytics, um alle notwendigen Daten für diese neue Herausforderung zu haben.“

Steve Olechowski von Blinkfire freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Club und glaubt, dass sein Unternehmen helfen kann, die digitalen und Social Media-Auftritte des Vereins einzuschätzen und optimieren zu können.

OM hat gerade erst die Marke von fünf Millionen Fans auf Facebook geknackt. Damit liegt man zwar deutlich hinter dem französischen Meister PSG (35 Millionen Follower), aber nicht so weit hinter Europa League-Gegner Atlético (13 Millionen Follower) und etwa gleichauf mit Ligakonkurrent AS Monaco (knapp 5 Millionen Follower). Bei Instagram, der Plattform, die am meisten am Puls der Zeit und somit der Fans liegt, hat OM immerhin gut 730.000 Fans – zum Vergleich: Schalke 04 hat etwa 480.000 Fans dort, ein europäischer Topclub wie der FC Liverpool hingegen 7,8 Millionen.

Olympique de Marseille hat jedoch in der letzten Saison eine starke Leistung auf dem Platz gezeigt, bei der mehrere Rekorde gebrochen wurden. Zudem bahnt sich der medienwirksame Transfer von Mario Balotelli zum Verein an. Dieses Momentum möchte man nun auch digital verwerten und die Zahlen von Fans in Social Media bei Beiträgen wie Posts zum neuen Trikot fruchtbar machen.

Doch Blinkfire ist natürlich nicht nur dazu da, um zu klären, welches Engagement ein Post einbringt; das wäre recht einfach. Vielmehr soll dafür der entsprechende finanzielle Mehrwert ermittelt werden, was die Sponsoren deutlich mehr interessieren dürfte.

Die Medienwerte von Visual Content, Hashtags und Co.

Wenn es um Engagement in Social Media geht, finden sich viele kreative Wege, um Neuigkeiten, zum Beispiel bei einem Transfer, zu verbreiten. Als Alexis Sánchez im Januar zu Manchester United wechselte, wurde das per Video, in dem er selbst das Piano spielt und sich im Old Trafford vorstellt, promoted. Die innovative Art und Weise der Bekanntmachung sorgte für Aufsehen, das Video wurde knapp acht Millionen mal gesehen, der entsprechende Tweet erhielt über 207.000 Likes und über 150.000 ReTweets.

Da hat sich der schottische Premier League-Club FC Motherwell, normalerweise nicht für überbordendes Social Media-Engagement bekannt (knapp 45.000 Fans bei Facebook), gedacht, auf diesen Zug könnte man aufspringen – und eine Parodie des Posts veröffentlicht. Die Verpflichtung von Peter Hartley wurde ähnlich inszeniert. Und das mit Erfolg: über 2,5 Millionen Views für das Video, fast 60.000 Likes für den Tweet, dazu starke 1.800 Kommentare.

Doch selbst wenn die Freude über gelungene Postings bei Twitter oder Instagram groß ist, sprechen die Zahlen zum Engagement nur die Sprache der Brand Awareness. Aber was ist diese im Hinblick auf die Monetarisierung wert?

Blinkfire Analytics setzt zur Beantwortung solcher Fragen auf das Know-How einer eigens entwickelten Künstlichen Intelligenz und der Computer Vision. Mit diesen technologisch basierten Lösungen sollen auch klar definierte finanzielle Medienwerte dargestellt werden.


Blinkfire Analytics wirbt mit der Macht der Messung, © Blinkfire Analytics

Das Messen von Social Media-Engagement spielt hier die wichtigste Rolle. Wie sich das darstellt, sollen zwei knappe aktuelle Beispiele zeigen. Frankreichs Paul Pogba hatte bei Instagram den Einzug ins WM-Viertelfinale gefeiert und seinen Post mit dem Markenhashtag #heretocreate von Adidas versehen. Blinkfire schätzt, dass die Exposition der Marke – der Post erreichte ein Engagement von über 1,5 Millionen – einem realen Medienwert von über 900.000 US-Dollar entspricht.

Ein weiteres Beispiel: Englands Marcus Rashford postete bei Instagram ein Bild vom Jubel der Engländer nach einem Tor bei der WM. Auf den Banden im Hintergrund ist Werbung des WM-Partners VISA zu sehen. Der von Blinkfire geschätzte Medienwert des Posts übersteigt 82.000 Euro.

Die Beispiele zeigen bereits, dass Instagram für Sponsoren derzeit mit Abstand der wichtigste Kanal in den Social Media ist. Das bestätigt auch eine Grafik von Blinkfire Analytics zum Engagement nach Tageszeit und Tag bei verschiedenen Kanälen:


Instagram generiert für Marken und Vereine am meisten Engagement; und damit auch Medienwert, © Blinkfire Analytics

Blinkfire setzt alle Datenwerte aus Social Media in Beziehung und ermöglicht seinen Nutzern unter anderem kompetitive Analysen von Teams, auch im direkten Vergleich. Dabei werden dann tägliches Engagement, das Engagement per Follower usw. errechnet und in einen monetären Wert per Follower, per Post und ähnliche Angaben umgewandelt.


Beispielanalyse im Vergleich mit den konkreten Geldwerten für Social Media Engagement, © Blinkfire Analytics

Außerdem zeigt Blinkfire Trends nach Kanal, Sportart, Art des Contents und dergleichen mehr an. Blinkfire Analytics bietet also einige Lösungen, um die Social Media-Präsenz im wahrsten Sinne des Wortes zu bewerten. Damit können Vereine wie Olympique de Marseille diese für sich und die Sponsoren ebenfalls auf Grundlage von Datenpunkten aufwerten und so ihre digitale Kooperation mit Partnern und Ausrüstern weiter optimieren.

Diese Möglichkeiten, dank fortschrittlicher KI-Technologie bereitgestellt, liefern Vereinen und Sponsoren also einen Mehrwert, der im Zeitalter der digitalen Kommunikation mit den Fans unverzichtbar wird. Denn bei jeder Budgetplanung hilft eine datenbasierte Analysegrundlage, welche klar definiert aussagt: das ist unser Social Media-Account, das sind unsere Posts wert. Damit könnten auch künftige Sponsoren leichter überzeugt werden. Vereine tun also gut daran, sich mit derlei Lösungen vertraut zu machen oder Wege zu finden, die eigene Präsenz bei Facebook und Co. zu bewerten. Wichtig wird in Zukunft wohl ebenso sein, verstärkt auf Instagram zu setzen; und Sina Weibo aus China nicht außer acht zu lassen. Denn auch digital müssen die Clubs sich stets weiterentwickeln. Und die soziale Komponente von Social Media ist für die Bindung zu den Fans und die Brand Awareness hierzulande und international sehr wichtig. Doch für Vereine und Sponsoren, die Marken, ist am Ende das finanzielle Ergebnis genauso maßgeblich. Deswegen gilt es, die Wertigkeit von Social Media schon jetzt zu definieren.

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Data & Tech

The sky is the limit: Drohnen als Tools für die Trainingsanalyse

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Für eine immer detailreichere und effektivere Analyse von Trainingseinheiten und Spielen nutzen Fußballvereine im digitalen Zeitalter ganz besondere, innovative Methoden. Dank dieser, von denen Inside The Game schon einige vorgestellt hat, können genauere Daten zu individuellen Leistungen oder etwa der taktischen Disziplin erhoben und gewinnbringend ausgewertet werden. Gerade für das Spiel ohne Ball stellt eine solche Datenerhebung eine Herausforderung dar. Doch einige Teams haben eine Lösung gefunden: Drohnen.

Das Training mit Drohnen analysieren: Pioniere des technologischen Fortschritts in der Fußballanalyse

Die Einsatzmöglichkeiten für Drohnen sind bekanntlich überaus vielfältig. Und inzwischen haben sie auch bei dem doch sehr traditionsverhafteten Fußball Einzug gehalten. Langsam, aber sicher nehmen technologische Neuerungen mehr Einfluss auf das Spiel. Sei es der Videoschiedsrichter oder die Hawk-Eye-Technologie. Auch im Stadion werden die Fans mit immer mehr digitalen Touchpoints konfrontiert, während virtualisierte 3D-Teppiche und Banden für mehr Werbepotential bei der Übertragung sorgen.

Für die Analyse der einzelnen Leistungen von Spielern oder von auf das Team bezogenen Aspekten, wie etwa beim Verschieben, bedarf es zunächst eines guten, fachmännischen Auges. Allerdings offenbart sich dank der Drohnen die Möglichkeit, die Betrachtung solcher Vorgänge im Training aus ganz neuen Perspektiven zu erfahren. Dabei kann der Trainerstab Optimierungspotential bei einer taktischen Ausrichtung erkennen und in Bezug auf diese Erkenntnisse punktuell, mitunter nur marginal nachjustieren. Auf diese Weise sollten für den Wettbewerb nach und nach Vorteile entwickelt werden. Schließlich lassen sich die Erfolge mit den Aufnahmen der Drohne kontinuierlich dokumentieren. Sodass Spieler wie Trainer mit einem geschärften Blick auf das eigene Spielverhalten reagieren können.

Schon der ehemalige Werder Bremen-Trainer Alexander Nouri hat in einem Interview mit den Kollegen von Transfermarkt.de betont, wie beeindruckend die Drohnen bei der Videoanalyse der Seattle Sounders aus der MLS beispielsweise beim Torabschluss eingesetzt werden. Als einer der Pionierclubs in diesem Bereich fungiert auch Charlton Athletic, das derzeit in Englands dritthöchster Spielklasse, der League One, zuhause ist. David Powderly gehört zum dortigen Trainerteam der Jugendcoaches – und hat die Drohne als Analysetool nicht nur eingeführt, sondern auch für andere Vereine interessant gemacht. Er selbst hat an einem Kurs für unbemannte Luftfahrt teilgenommen und den entsprechenden Test – inklusive Zertifikat der Civil Aviation Authority Großbritanniens – absolviert. Daraufhin musste er seinen Arbeitgeber von der Nützlichkeit der Drohne, die er zunächst selbst kaufte, überzeugen; was ihm gelang. Seither wird bei den Addicks die Drohne eingesetzt, um das Training zu optimieren.

Und nicht nur dort. Denn Powderly gründete bald darauf eine Art Consultingfirma, mit der er durch Großbritannien und Europa reist, um die Vorzüge der drohnenbasierten Trainingsanalyse vorzustellen. Mit DPY Productions wurde etwa der FC Liverpool, die Tottenham Hotspurs, Feyenoord Rotterdam oder Espanyol Barcelona besucht.

Während Liverpools Chefanalyst für die gegnerischen Mannschaften, Harrison Kingston, die Leistung zusammenfasst:

„Due to constraints on the training ground DPY Productions enabled us to gain excellent angles in training to aid our tactical sessions“,

gibt das folgende Video einen Eindruck vom Besuch in Rotterdam:

Außerdem sollen E-Learning-Kurse bei DPY angeboten werden.

Bei Charlton Athletic selbst arbeitete auch Ex-Trainer Karl Robinson mit der Technologie der Drohne. Nach einiger Skepsis sah er ebenfalls viel Potential in diesem Trainingstool. So erklärte er zu Beginn des Jahres bei SkySports:

„Some of our players are very visual learners. Jay Dasilva, for instance, captain of England U19s in the summer and a top young player on loan here from Chelsea, he will look at this and learn more from this. He’ll start to understand how much space there is in this zone. He’s not only just done it in training but he’s recapping and going over it again with this. It’s also a great motivational tool.“

Gerade die räumliche Flexibilität der Drohne macht sie für die Anforderungen der Analyse im Trainingsbetrieb so wertvoll; vor allem im Vergleich zu den statisch installierten Kameras. Robinson meint, dass ein Verein dank dieser Technologie seine Spieler – und nebenbei auch die Trainer – besser machen kann. Denn Räume, die man zuvor nicht gesehen hatte, eröffnen sich Trainern und Spielern. Damit werden Angriffs- oder Defensivoptionen für die Spielsituation ersichtlich, die somit angepasst werden können. Die Formation, beispielsweise auch des Gegners, kann konkret und minutiös analysiert und auf Schwachstellen hin geprüft werden. Die Möglichkeiten scheinen umfassend zu sein.

Die Drohnen haben künftig noch mehr Potential

Doch das Potential der Drohnen ist bis dato noch nicht ausgeschöpft. Vielleicht können sie künftig auch bei Spielen eingesetzt werden. Derzeit ist für die handelsüblichen Drohnen jedoch die maximale Flugzeit bei nur etwas über einer halben Stunde angesiedelt, obwohl es bereits mit Halteseilen verbundene Geräte gibt, die darüber eine extrem lange Flugzeit haben. Sobald hier deutliche Fortschritte gemacht werden, sind Spielanalysen im Ganzen wohl irgendwann keine Seltenheit mehr.

Dennoch müssen klare Regeln von den Piloten beachtet werden. Die Flugobjekte dürfen eine minimale Flughöhe von 50 Fuß (etwa 15 Meter) nicht unterschreiten und nicht über 400 Fuß (etwa 122 Meter) fliegen. Powderly selbst hält 50 Meter Entfernung für optimal. Momentan gibt es neben ihm nur wenige Drohnenpiloten im Fußball; was sich allerdings auch ändern dürfte. Vor allem, wenn die Optionen für die Analyse noch ausgeweitet werden. Hier hat Powderly bereits verschiedene Wege gefunden, um die Videobilder, die per SD-Karte nachgeschaut oder auch live übertragen werden können, weitergehend zu nutzen. Mit einem Tool wie Paint von ChyronHego können die Bilder untermalt werden, wie wir es von den Analysen bei Sportübertragungen kennen. Powderly hat ebenfalls das israelische StartUp ClearVuze kontaktiert, wie SportTechie berichtet. Dieses liefert Trackingdaten der Videobilder, die auf visuellen Algorithmen basieren. Speziell für Drohnenbilder wird diese Lösung zum besseren Verständnis der Aufnahmen bereitgestellt.

All diese Entwicklungen bedeuten für den Fußball einen weiteren Schritt in die technologische Innovation.

„It enables us a football club to move forward“,

erklärte Robinson bei SkySports. Und tatsächlich lassen sich die Impulse, die die Drohnen für die Analyse schon jetzt, aber besonders künftig zu geben imstande sind und sein werden, deutlich erkennen. Je mehr sich diese Technologie auf Trainingsplätzen etabliert, desto eher wird es bei professionellen Clubs auch Drohnenpiloten im Trainerstab brauchen, die für die Anforderungen dieser Maschinen ausgebildet sind. Das klingt erstmal ähnlich befremdlich wie das Geräusch der Drohne, an das sich die Spieler beim Training gewöhnen müssten. Doch dass es vermehrt zur Drohnennutzung kommen düfte, zeigt sich schon jetzt. Nicht nur, dass Vereine wie der FC Everton schon vor knapp drei Jahren damit operierten, auch Swansea City, ADO Den Haag, die TuS Hoffenheim oder die Walisische FA nutzen inzwischen derartige Geräte. Und dank der Vorträge von David Powderly sind nunmehr weitere Clubs interessiert, die den Briten mit seiner Firma eingeladen haben und zum Teil bereits als Klienten gewonnen werden konnten. Darunter auch Ajax Amsterdam und der FC Barcelona; ihrerseits Vorreiter auf dem Gebiet der stetigen Optimierung und Neu-Erfindung der eigenen Trainingsmoral vom jüngsten Team bis hin zu den Superstars.

Um auch die feinsten Nuancen des Positionsspiels, der taktischen Ausrichtung, der Kontersituationen und dergleichen mehr zu perfektionieren, können die Drohnen einen relevanten Beitrag leisten. Daher sind die Vereine, die hier noch keine Investitionen geplant haben, zumindest angehalten sich einmal mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Denn diese sollten sich mit den rasanten Entwicklungen im technologischen Bereich ebenso zügig erweitern. Dank all der Perspektiven, die die Drohnen bei der Analyse im Fußball bieten, wird nicht nur das Spiel verbessert, sondern zugleich eine neue, bessere Über-Sicht im Fußball überhaupt geschaffen. Wer hier den Mut zur Technologie hat, investiert in die Zukunft – und das auch auf dem Platz.


David Powderly, innovativer Trainer und Vorreiter bei der optimierten Drohnenanalyse im Fußball, Screenshot YouTube, © DPY Productions

Für die Entwicklung auf diesem Gebiet gebührt letztlich David Powderly, dem Jugendcoach bei Charlton Athletic, der auf eigene Faust die technische und die fußballerische Innovation zusammenbrachte und förderte, großer Respekt und das letzte Wort, das auch die Traditionalisten unter den Fans beruhigen sollte:

„The main thing is the coaching on the grass, but this is another tool to aid their development.“

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